Nachrichten zum Terror und zum israelisch-palästinensischen Konflikt (22. – 28. August 2018)

Palästinenser sabotieren den Sicherheitszaun

Palästinenser sabotieren den Sicherheitszaun

Ein Demonstrant hängt die palästinensische Flagge am den Sicherheitszaun im östlichen Gazastreifen (Facebook-Seite des

Ein Demonstrant hängt die palästinensische Flagge am den Sicherheitszaun im östlichen Gazastreifen (Facebook-Seite des "obersten nationalen Koordinationskomitees der Prozession der großen Rückkehr und der Durchbrechung der Belagerung", 24. August 2018)

Hochrangige Beamte der Hamas, Rawhi Muschtaha und Khalil al-Hayya, während des Besuchs eines

Hochrangige Beamte der Hamas, Rawhi Muschtaha und Khalil al-Hayya, während des Besuchs eines "Rückkehrlagers" im Osten des Gazastreifens

Fathi Hamad (in der Mitte des Fotos in weißer Robe) während des Besuchs eines

Fathi Hamad (in der Mitte des Fotos in weißer Robe) während des Besuchs eines "Rückkehrlagers" im Osten des Gazastreifens (Facebook-Seite des "obersten nationalen Koordinationskomitees der Prozession der großen Rückkehr und der Durchbrechung der Belagerung", 24. und 25. August 2018)

Ein Aktivist der

Ein Aktivist der "Einheit der al-Zawahiri Töchter" startet brennende Ballons in Richtung der israelischen Ortschaften rund um den Gazastreifen (Facebook-Seite der "Einheit der al-Zawahiri Töchter" im Gazastreifen, 25. August 2018)

Der Grenzübergang Erez (Grenzübergangsbehörde im israelischen Verteidigungsministerium)

Der Grenzübergang Erez (Grenzübergangsbehörde im israelischen Verteidigungsministerium)

Saeb Erekat während des Interviews mit der libanesischen al-Mayadeen TV (al-Mayadeen TV -Kanal auf YouTube, 25. August 2018)

Saeb Erekat während des Interviews mit der libanesischen al-Mayadeen TV (al-Mayadeen TV -Kanal auf YouTube, 25. August 2018)

  • Die Ereignisse der “Prozession der großen Rückkehr” fanden während der vergangenen Woche unter Beteiligung einer relativ kleinen Anzahl von Demonstranten statt. Am letzten Freitag beteiligten sich daran rund 5.000 Palästinenser, etwa die Hälfte der Anzahl der Beteiligten in den vergangenen Wochen. Die Intensität der demonstrierten Gewalt war relativ gering und auch das Ausmaß der Brandstiftungen nahm etwas ab. Aus diesem Grund beschloss Verteidigungsminister Avigdor Lieberman, den Grenzübergang Erez im nördlichen Gazastreifen, der für den Personenverkehr genutzt wird, zu öffnen.
  • Im Rahmen der Vereinbarungsgespräche bezüglich der gewalttätigen Ereignisse im Gazastreifen kam eine Delegation der Fatah für eine kurze Gesprächsrunde mit den Ägyptern nach Kairo. Diese Gespräche veranschaulichen erneut die negative Rolle der Palästinensischen Autonomiebehörde, welche eine Vereinbarung im Gazastreifen mit der innerpalästinensischen Versöhnung verknüpft und der Hamas mit weiteren Sanktionen droht, falls diese im Alleingang, ohne die Beteiligung der PA, eine Vereinbarung mit Israel erreichen sollte. Ein Sprecher im Namen der Hamas verkündete, dass die Gespräche in Ägypten um mehrere Tage verschoben worden seien. Den Ägyptern zufolge soll diese Aufschiebung den leitenden Persönlichkeiten der Fatah-Bewegung die Gelegenheit bieten, mit Mahmud Abbas die Dinge, die ihnen vorgelegt wurden, zu diskutieren.
  • In Judäa und Samaria ragten palästinensische Gewalttätigkeiten während des Gebets an Josephs Grab heraus. Im Rahmen dieser Ausschreitungen wurde vermutlich ein Versuch unternommen, einen Auto-Angriff zu verüben. Zudem wurden Molotow-Cocktails auf die IDF-Einheiten geworfen, die die jüdischen Gläubigen vor Ort sicherten. In der Nähe der Stadt al-Bireh (östlich von Ramallah) wurde eine Rohrbombe auf einen IDF-Posten geworfen. Es gab keine Verluste. Palästinensischen Medienberichten zufolge vereitelten die Sicherheitsorgane der PA die Explosion eines Sprengsatzes auf einer Straße, die von israelischen Sicherheitskräften südlich der Schnellstraße 443, zwischen Modi’in und Jerusalem, befahren wird.
Die “Prozession der großen Rückkehr”
  • Am letzten Freitag, dem 24. August 2018, fand die 22. “Prozession der großen Rückkehr” (die am 30. März 2018 begonnen hatte) unter dem Motto “Wertschätzung der medizinischen Teams und Journalisten” statt. Die Beachtung der Ereignisse der “Prozession der großen Rückkehr” war im Vergleich zu den vorherigen Wochen relativ gering. Schätzungen zufolge beteiligten sich daran rund 5.000 Palästinenser, etwa die Hälfte der Anzahl der Beteiligten in den vergangenen Wochen. Die Demonstranten konzentrierten sich an fünf “traditionellen” Stellen entlang des Grenzzauns mit Israel, warfen Steine und Molotow-Cocktails und sabotierten den Sicherheitszaun.

Versuche, den Sicherheitszaun im östlichen Gazastreifen während der "Prozession der großen Rückkehr" zu sabotieren (Facebook-Seite des "obersten nationalen Koordinationskomitees der Prozession der großen Rückkehr und der Durchbrechung der Belagerung", 25. August 2018)
Versuche, den Sicherheitszaun im östlichen Gazastreifen während der “Prozession der großen Rückkehr” zu sabotieren (Facebook-Seite des “obersten nationalen Koordinationskomitees der Prozession der großen Rückkehr und der Durchbrechung der Belagerung”, 25. August 2018)

  • Beamte der Hamas, darunter Khalil al-Hayya, stellvertretender Vorsitzender des Politbüros der Hamas, Rawhi Muschtaha und Fathi Hamad, Mitglieder des Politbüros der Hamas, nahmen an den verschiedenen Veranstaltungen teil. In seiner Rede sagte Fathi Hamad, dass die Ereignisse der “Prozession der großen Rückkehr” mehrere Ziele erreicht haben, einschließlich der Vereinigung des palästinensischen Volkes und der Rückkehr der palästinensischen Frage zur arabischen, islamischen und internationalen Tagesordnung (al-Aqsa TV, 25. August 2018). Ahmed Bahar, Mitglied des palästinensischen Legislativrates, richtete sich an Israel und sagte, dass das Blut der medizinischen Teams und die der während der Ereignisse getöteten Journalisten nicht umsonst vergossen wurde. Er versprach, dass die Palästinenser die Wahrheit auch weiterhin dokumentieren werden, um den “israelischen Betrug” der Welt gegenüber zu entlarven (al-Aqsa TV, 24. August 2018). Ismail Radwan, hochrangiges Mitglied der Hamas, richtete Grußworte an die Öffentlichkeit im Osten von Gaza-Stadt und rief die Versammelten dazu auf, auch am kommenden Freitag an den Ereignissen teilzunehmen (al-Aqsa TV, 24. August 2018).
  • Dr. Aschraf al-Kidra, Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza-Stadt, gab bekannt, dass während der letzten Ereignisse der “Prozession der großen Rückkehr” 189 Personen verletzt wurden. 116 von ihnen wurden noch am Ort des Geschehens behandelt (Facebook-Seite von Dr. Aschraf al-Kidra 24. August 2018). Es wurde berichtet, dass auch der Sohn von Fathi Hamad, Mitglied des Politbüros der Hamas, während der Ereignisse, die östlich des Flüchtlingslagers Dschabalija stattgefunden haben, verletzt wurde (Twitter-Account von PALDF, 24. August 2018). Ein palästinensischer Rechtsausschuss, der dem “obersten nationalen Koordinationskomitee der Prozession der großen Rückkehr und der Durchbrechung der Belagerung” untergestellt ist, rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Demonstranten der “Prozession der großen Rückkehr” zu unterstützen und ihnen internationalen Schutz gegen die israelischen “Angriffe” zu gewähren (Safa Nachrichtenagentur, 26. August 2018).
  • Das Organisationskomitee der “Prozession der großen Rückkehr” stellte fest, dass die Demonstrationen bis zum Erreichen der Ziele fortgesetzt werden, und forderte die Palästinenser auf, am kommenden Freitag, dem 31. August, an einer weiteren Prozession, die unter dem Motto “Unsere Märsche werden weitergeführt” stattfinden soll, teilzunehmen (al-Aqsa TV, 24. August 2018).
Raketen- und Mörsergranatenfeuer
  • Im Verlauf der vergangenen Woche wurden keine Raketeneinschläge auf israelischem Territorium registriert.
Der Beschuss mit Raketen- und Mörsergranaten im Verlauf der jüngsten Eskalationsrunden[1]

Der Beschuss mit Raketen- und Mörsergranaten im Verlauf der jüngsten Eskalationsrunden
* Die Zahlen für die Monate Mai, Juni und Juli 2018 stellen eine Mindestanzahl von Raketen und Mörsergranaten dar. Zu diesem Zeitpunkt können wir nicht zwischen Raketen- und Mörsergranatenfeuer unterscheiden.

Der Beschuss mit Raketen- und Mörsergranaten im vergangenen Jahr

Der Beschuss mit Raketen- und Mörsergranaten im vergangenen Jahr

Raketeneinschläge in Israel im Jahresdurchschnitt

Raketeneinschläge in Israel im Jahresdurchschnitt

Der Terror der Brandstiftungen
  • Es scheint, dass ein deutlicher Rückgang in der Anzahl der terroristischen Brandstiftung und Brände, die durch das Steigenlassen von Branddrachen und brennenden Ballons aus dem Gazastreifen verursacht wurden, zu verzeichnen ist. Während des Opferfestes agierte die “Einheit der al-Zawahiri Töchter” weiter und ließ brennende Ballons aus dem Gazastreifen steigen. Aktivisten der Einheit luden Fotos und Videos ins Netz hoch, in denen das Steigenlassen von Dutzenden von brennenden Ballons in Richtung Israel dokumentiert wurde (Facebook-Seite der “Einheit der al-Zawahiri Töchter”, 21. August 2018).
Weitere Ereignisse
  • Generalmajor Kamil Abu Rokon, Koordinator der Regierungstätigkeiten in den Gebieten (COGAT), gab auf der Facebook-Seite seiner Behörde bekannt, dass Hani Muhammad Awda al-Madschdalawi, der den Schießangriff auf IDF-Truppen am 20. August 2018 verübt hatte, Mitglied des französischen Zweigs der Organisation “Ärzte ohne Grenzen gewesen sei”.[2] In einem Beitrag, den sein Bruder auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hatte, gab dieser bekannt, dass Hani al-Madschdalawi keiner terroristischen Organisation angehört hatte und dass er für “Ärzte ohne Grenzen” im Gegenzug zu einer Gehaltszahlung gearbeitet hatte. Der Bruder schrieb zudem, dass Hani al-Madschdalawi seine Waffe mit eigenem Geld gekauft hatte (Facebook-Seite des Koordinators der Regierungstätigkeiten in den Gebieten auf Arabisch, 23. August 2018). Israel wandte sich zur Klärung der Angelegenheit an die Organisation und bekam die Antwort, dass der Fall untersucht wird.
Die Vereinbarungsgespräche
  • Nach dem Eid alAdha Fest nahmen die palästinensischen Organisationen die Gespräche in Kairo zur Vereinbarung bezüglich der gewalttätigen Ereignisse im Gazastreifen und der innerpalästinensischen Versöhnung, die durch Ägypten vermittelt werden, wieder auf. Anders als bei den vorherigen Gesprächen in Ägypten traf auch eine Delegation der Fatah-Bewegung, geleitet von Azzam al-Ahmad, Mitglied des Zentralkomitees der Fatah und Kommissar des Portfolios der innerpalästinensischen Versöhnung, zu einer kurzen und separaten Gesprächsrunde mit den Ägyptern zusammen. Während der ägyptischen Gespräche mit Vertretern der Hamas und der Palästinensischen Autonomiebehörde traten erneut die gegensätzlichen Interessen der Parteien im Bezug auf eine Vereinbarung auf. Beamte der PA verknüpften eine Vereinbarung im Gazastreifen mit der innerpalästinensischen Versöhnung und drohten der Hamas sogar mit weiteren Sanktionen, falls diese im Alleingang, ohne die Beteiligung der PA, eine Vereinbarung mit Israel treffen sollte.
  • In einem Interview mit Saeb Erekat, Generalsekretär des Exekutivkomitees der PLO, sagte dieser, dass die Unterzeichnung eines Abkommens zwischen der Hamas und Israel eine “rote Linie” bedeuten würde, gleichwohl ob es sich dabei um eine Entspannungsvereinbarung oder um humanitäre Projekte handelt. Ihm zufolge sollte man in Sachen der Vereinbarung ähnliche Maßstäbe setzen, wie 2014 bei den Vereinbarungen, die nach der Operation “Fels in der Brandung” getroffen wurden. Diese wurden im Rahmen der ägyptischen Initiative und unter der Teilnahme einer Delegation von Vertretern der Fatah, der Hamas und anderen Terrororganisationen vereinbart. Erekat drohte, dass die PA ihre Verantwortung gegenüber dem Gazastreifen nicht mehr einhalten wird, sollte die Hamas im Alleingang eine Entspannungsvereinbarung mit Israel unterzeichnen. Er betonte allerdings, dass die Hand von Mahmud Abbas zur Versöhnung ausgestreckt sei (al-Mayadeen TV, 25. August 2018).
  • Laut “zuverlässigen Quellen”, hat Mahmud Abbas die palästinensische nationale Einheitsregierung beauftragt, einen Plan zum Finanzierungsstopp des Gazastreifens zu erarbeiten. Währenddessen informierte Azzam al-Ahmad den allgemeinen ägyptischen Geheimdienst, dass Mahmud Abbas dem Gazastreifen neue Sanktionen auferlegen wird, falls die Hamas eine separate Vereinbarung mit Israel, ohne die Beteiligung der PA, treffen sollte. Aus denselben Quellen geht hervor, dass über die Einstellung der Gehälter und die Finanzierung der Ministerien im Gazastreifen hinaus auch die Aktivitäten der Währungsbehörde eingestellt werden sollen, was praktisch zur Schließung aller Banken im Gazastreifen führen würde. Die PA beabsichtigt auch, die Sozialhilfe für mehr als 80.000 Familien zu stoppen, die medizinische Unterstützung einzufrieren, den Strom abzuschalten und nicht mehr die Rechnungen für das von Israel in den Gazastreifen zugeführte Wasser zu begleichen (al-Akhbar, 27. August 2018).
  • Am 26. August 2018 verkündete Husam Badran, ein Sprecher im Namen der Hamas, auf seinem Twitter-Account, dass die Gespräche in Ägypten um mehrere Tage verschoben worden seien (Twitter-Account von Husam Badran, 26. August 2018). Den Ägyptern zufolge soll diese Aufschiebung den leitenden Persönlichkeiten der Fatah-Bewegung die Gelegenheit bieten, mit Mahmud Abbas die Dinge, die ihnen vorgelegt wurden, zu diskutieren (Filastin al-Yawm, 27. August 2018).
 Eine Karikatur, die die Fragilität einer Vereinbarung ausdrückt, sollte sie eines Tages erreicht werden (al-Arabi al-Dschadid, London, 22. August 2018).     Eine Karikatur, die die Palästinensische Autonomiebehörde und die Hamas kritisiert, die gemeinsam und getrennt eine Vereinbarung mit Israel suchen. Auf Arabisch steht (in einem kritischen Ton): "Das Erreichen einer Vereinbarung mit Israel ist einfacher!!" (Facebook-Seite von Ismail al-Bazam, 25. August 2018)
Links: Eine Karikatur, die die Fragilität einer Vereinbarung ausdrückt, sollte sie eines Tages erreicht werden (al-Arabi al-Dschadid, London, 22. August 2018). Rechts: Eine Karikatur, die die Palästinensische Autonomiebehörde und die Hamas kritisiert, die gemeinsam und getrennt eine Vereinbarung mit Israel suchen. Auf Arabisch steht (in einem kritischen Ton): “Das Erreichen einer Vereinbarung mit Israel ist einfacher!!” (Facebook-Seite von Ismail al-Bazam, 25. August 2018)
Ereignisse vor Ort
  • Bei Anti-Terror-Maßnahmen, die die israelischen Sicherheitskräfte in ganz Judäa und Samaria durchführten, wurden Terrorverdächtige festgenommen und Waffen sowie Gelder beschlagnahmt, die zur Finanzierung terroristischer Aktivitäten vorgesehen waren.
  • Im Folgenden einige herausragende Ereignisse in Judäa und Samaria:
    • Im Rahmen einer Operation der israelischen Sicherheitskräfte wurden in Hebron Aufruhrmaterialien aus einer Druckerei in der Stadt beschlagnahmt. Dabei handelt es sich um Poster und andere Schriftstücke, die zu Terroranschlägen aufrufen. Bei einer ähnlichen Operation in Nablus wurde Ausrüstung, die zur Herstellung von Aufruhrmaterialien der Hamas verwendet wurde, beschlagnahmt. Eine Reihe von Palästinensern, darunter ein Druckereibesitzer, wurde in Nablus unter dem Verdacht festgenommen, zu versuchen, die Infrastruktur der Hamas in der Stadt wieder aufbauen zu wollen (IDF-Sprecher, 26. August 2018).
    • Eine Rohrbombe wurde auf einen IDF-Posten in der Nähe der Stadt al-Bireh (östlich von Ramallah) geworfen und verursachte keine Verluste oder Schäden (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 26. August 2018).
    • Israelische Sicherheitskräfte, die in Nablus den Eintritt von jüdischen Gläubigen in Josephs Grab sicherten, identifizierten ein palästinensisches Fahrzeug, das die Fahrtgeschwindigkeit in ihre Richtung beschleunigte. Sie eröffneten das Feuer und vermieden somit einen vermutlichen Auto-Angriff. Während des Gebets am Josephs Grab fanden mehrere Ausschreitungen statt, bei denen ein Molotow-Cocktail auf die Einheiten geworfen wurde, die die Route, durch die die Gläubigen eintraten, sicherten (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 27. August 2018).
Bedeutende Angriffe in Judäa und Samaria im vergangenen Jahr[3]

Bedeutende Angriffe in Judäa und Samaria im vergangenen Jahr

Vereitlung eines Angriffs durch die Sicherheitsorgane der PA
  • Den israelischen Medien zufolge haben die nationalen Sicherheitsorgane der Palästinensischen Autonomiebehörde die Explosion eines Sprengsatzes, der aus zwei Gasbehältern, einer Sprengstoffladung und einer großen Menge Nägel zusammengesetzt war, verhindert. Der Sprengsatz befand sich auf der Straße, die die israelischen Sicherheitskräfte zwischen den Dörfern Bet Likja und Bet ‘Anan, südlich der Schnellstraße 443 zwischen Modi’in und Jerusalem, befahren. Die Sicherheitsorgane der PA entschärften den Sprengsatz. Die Entdeckung des Sprengsatzes verhinderte offenbar einen Anschlag, der viele Opfer gefordert hätte (ynet Nachrichtenagentur, 23. August 2018).
Die Situation an den Grenzübergängen

Der Grenzübergang Erez

  • Angesichts der relativen Ruhe im Gazastreifen und des Rückgangs der Anzahl der Vorfälle während der letzten Tagen entschied Verteidigungsminister Avigdor Lieberman nach Konsultationen mit israelischen Sicherheitsbeamten, den Grenzübergang Erez im nördlichen Gazastreifen am 27. August 2018 wieder zu öffnen. Der Grenzübergang, der überwiegend dem Personenverkehr dient, wurde vor einer Woche aufgrund der Spannungen in der Region geschlossen.

Der Grenzübergang Rafah

  • Die Verwaltungsbehörde des Grenzübergangs Rafah gab bekannt, dass Ägypten den Grenzübergang am 26. und 27. August 2018 in eine Richtung zwecks Rückkehr der Pilger aus Mekka in den Gazastreifen eröffnen wird (al-Quds, 24. August 2018). Der ägyptische Präsident beauftragte den ägyptischen Premierminister und den Gouverneur des nördlichen Sinais, die Ausreise und Rückkehr der Palästinenser am Grenzübergang Rafah zu erleichtern (Website von Fateh Voice, 27. August 2018).
Ausreisende Passagiere aus dem Gazastreifen am Grenzübergang Rafah (Twitter-Account der Nachrichtenagentur Shihab, 26. August 2018)    
Ausreisende Passagiere aus dem Gazastreifen am Grenzübergang Rafah
(Twitter-Account der Nachrichtenagentur Shihab, 26. August 2018)
Inbetriebnahme von wesentlichen Dienstleistungen
  • Nach Muhammad Tha’abat, Sprecher der Elektrizitätsgesellschaft im Gazastreifen, wurde während der Tage des Eid al-Adha Festes eine Verbesserung der Zulieferung von Strom an die Wohnhäuser verspürt, da die Arbeitsniederlegung in den Unternehmen und Fabriken eine größere Zulieferung von Strom an diesen Sektor ermöglichte (Filastin al-Yawm, 20. August 2018).
  • Rosemary DiCarlo, Untergeneralsekretärin für politische Angelegenheiten der Vereinten Nationen, erklärte gegenüber dem UN-Sicherheitsrat, dass das UN-Budget für den von den Krankenhäusern, Wasserentsalzungsanlagen und anderen lebenswichtigen Infrastrukturen im Gazastreifen benötigte Brennstoff ausgegangen sei. Sie beabsichtigt, 4,5 Mio. US-Dollar aufzubringen, um das Funktionieren wesentlicher Dienstleistungen bis zum Ende des laufenden Jahres zu gewährleisten. Zudem drückte sie ihre Besorgnis hinsichtlich des Mangels an grundlegenden Medikamenten aus, nachdem etwa 40% des pharmazeutischen Inventars im Gazastreifen ausgelaufen sei (Daily Sabah, 23. August 2018).
  • Farid Abu Athra, Leiter des Bildungs- und Lehrprogramms der Schulen des UNRWA-Hilfswerks, gab bekannt, dass gemäß der Entscheidung von Pierre Krähenbühl, Generalkommissar des UNRWA-Hilfswerks, das Schuljahr in den Schulen des Hilfswerks wie geplant eröffnet werden wird. Dies soll trotz des finanziellen Defizits des Hilfswerks, das auf 270 Mio. US-Dollar geschätzt wird, geschehen. Ihm zufolge werden etwa 281.000 Schüler im kommenden Jahr die Schulen des UNRWA im Gazastreifen besuchen. Er fügte hinzu, dass bisher etwa 90% der Lehrbücher an die Schüler verteilt wurden (Ma’an Nachrichtenagentur, 28. August 2018).
  • Die japanische Regierung kündigte an, dass sie dem UNRWA-Hilfswerk gegen Ende der Woche eine finanzielle Unterstützung von 5,4 Mio. US-Dollar überweisen wird. Diese Unterstützung soll für Lebensmittel für die Flüchtlinge im Gazastreifen verwendet werden (Ma’an Nachrichtenagentur, 28. August 2018).
Die wütenden Reaktionen der Palästinenser auf die Schritte von US-Präsident Trump
  • US-Präsident Donald Trump nutzte eine Wahlversammlung in West Virginia, um die Frage des israelisch-palästinensischen Konflikts zu erörtern. Dabei stellte er fest, dass aufgrund der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels und die Verlegung der US-amerikanischen Botschaft in die Stadt die Frage Jerusalems vom Verhandlungstisch entfernt wurde, was dazu führen wird, dass Israel bei Verhandlungen mit den Palästinensern weitreichende Zugeständnisse machen müsste (Fox News, 21. August 2018). John Bolton, Nationaler Sicherheitsberater für Präsident Trump, äußerte sich bei seinem Besuch in Israel ähnlich (Reuters, 22. August 2018).
  • Palästinensische Beamte verurteilten die Aussagen des US-Präsidenten und Boltons und vor allem die Worte im Bezug auf die Entfernung der Jerusalem-Frage von der Tagesordnung. Führende Persönlichkeiten der Hamas forderten die Palästinensische Autonomiebehörde dazu auf, Israel die Anerkennung zu verweigern und die Sicherheitskoordination mit Israel einzustellen (Palinfo, 22. August 2018).
  • Im Folgendem einige der Aussagen:
    • Saeb Erekat, Generalsekretär des Exekutivkomitees der PLO, behauptete, dass es für Jerusalem keinen Preis gäbe und dass ein Staat Palästina ohne Ost-Jerusalem, den Tempelberg, die Grabeskirche, die Altstadt und ihre Mauern als Hauptstadt keine Bedeutung habe. Erekat wies darauf hin, dass Trump, Bolton und Netanjahu erkennen müssten, dass ohne die Rückkehr zu den Grenzen von 1967 und die Anerkennung Ost-Jerusalems als Hauptstadt Palästinas kein Frieden herrschen wird (Ma’an Nachrichtenagentur, 22. August 2018).
    • Osama Kawasmi, Sprecher der Fatah und Mitglied des Revolutionsrats der Bewegung, sagte, dass sich der US-Präsident bitter geirrt habe, wenn er denkt, dass sich die palästinensische Führung unter Mahmoud Abbas mit einer halben Lösung begnügen würde. Er betonte, dass es keine Lösung ohne die Errichtung eines palästinensischen Staates mit der Hauptstadt Jerusalem geben werde (Dunia al-Watan, 22. August 2018).
    • Ahmed al-Tamimi, Mitglied des Exekutivkomitees der PLO, sagte, dass die Erklärungen des US-Präsidenten die amerikanische Politik, die Israel begünstigt, und die Illusion der Vereinigten Staaten, wonach diese den “Deal des Jahrhunderts” ohne Jerusalem als Hauptstadt Palästinas anzuerkennen, umsetzen zu denken, fortsetzen (WAFA, 22. August 2018).
    • Nabil Schaath, Mitglied des Zentralkomitees der Fatah und Berater von Mahmud Abbas für Außenpolitik und internationale Beziehungen, betonte, dass die Palästinenser weder Jerusalem noch die Rechte der Flüchtlinge oder die Auszahlung von Gehältern an die Gefangene wegen des US-Mammons aufgeben werden. Er fügte hinzu, dass ein solcher Druck nicht zur Akzeptierung der Palästinenser des gemeinsamen amerikanisch-israelischen Plans führen werde (palästinensisches Fernsehen, 25. August 2018).

Wenige Tage nach Trumps Statement bezüglich Jerusalem informierte die US-Regierung den Kongress darüber, dass nach Überprüfung der Angelegenheit US-Präsident Trump entschieden habe, eine Summe von 200 Mio. US-Dollar aus dem Topf der zivilen Hilfe (ESF), die ursprünglich für Projekte in Judäa, Samaria und im Gazastreifen für das laufende Jahr vorgesehen waren, nicht zu übertragen. Laut der US-Regierung sollen nun diese Mittel auf andere Zwecke übertragen werden, die den US-Interessen entsprechen (Fox News, 25. August 2018). Dieser Schritt kommt zu dem von den USA zu Beginn des Jahres 2018 ergriffenen Schritt hinzu, in dem eine Kürzung von 50% der Hilfe für das UNRWA-Hilfswerk für die Flüchtlinge angekündigt wurde.

  • Die Ankündigung von US-Präsident Trump wurde bei der PA mit großer Wut entgegengenommen. Führende palästinensische Beamte sagten, es sei eine Erpressung des US-Präsidenten, die darauf hindeutet, dass er auf die Zwei-Staaten-Lösung verzichtet habe. Dr. Husam Zomlot, Vorsitzender der Vertretung der PLO in den Vereinigten Staaten, äußerte sich gegen die Verwendung von humanitärer Hilfe und der Gelder, die an die PA übertragen werden, als Mittel von politischer Erpressung durch die USA. Er betonte, dass es die Pflicht der USA sei, sich für die Zwei-Staaten-Lösung mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt der Palästinenser zu engagieren (Wafa Nachrichtenagentur, 25. August 2018).
  • Im Folgenden einige weitere Aussagen:
    • Der Palästinensische Nationalrat gab eine Erklärung ab, wonach es sich hier um die Fortsetzung des finanziellen Sanktionskriegs der Trump-Regierung gegen das palästinensische Volk und seine Führung handelt, damit diese den “Deal des Jahrhunderts” akzeptieren. Laut der Erklärung halten sich das palästinensische Volk und seine Führung an ihre Prinzipien, angeführt vom “Rückkehrrecht” und die Errichtung eines unabhängigen palästinensischen Staates auf den “besetzten Gebieten” mit Jerusalem als Hauptstadt (Ma’an Nachrichtenagentur, 25. August 2018).
    • Laut Saeb Erekat weist diese Entscheidung auf die wahre Bedeutung der amerikanischen Hilfspolitik hin und zwar auf die Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Völker und die Einflussnahme auf ihre nationale Wahlfreiheit (Wafa Nachrichtenagentur, 25. August 2018). Saeb Erekat sagte in einem Interview des al-Mayadeen TV, dass die Entscheidung der USA, Hilfsgelder zu kürzen, ein Versuch sei, die Palästinenser zu erpressen, da die Vereinigten Staaten und Israel die Situation im Gazastreifen zu nutzen versuchen, um ihnen Schaden zuzufügen (al-Mayadeen TV, 25. August 2018).
    • Jusef al-Mahmud, Sprecher der palästinensischen nationalen Einheitsregierung, sagte, dass die US-Regierung ihre finanziellen Verpflichtungen den Palästinensern gegenüber bereits seit einem Jahr nicht erfüllt habe und dass die Nachricht über die Kürzung der Mittel nicht neu sei. Er fügte hinzu, dass die Ankündigung der USA ein Teil der “Diebstahl-Politik” und des Drucks des US-Präsidenten auf die palästinensische Führung sei, um sie zu zwingen, den “Deal des Jahrhunderts” zu akzeptieren (Wafa Nachrichtenagentur, 25. August 2018).
Die internationale Arena
  • Rijad Mansur, ständiger Vertreter der PA bei den Vereinten Nationen, sandte Schreiben an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, an die diensthabende Präsidentin des Sicherheitsrats und an den Präsidenten der Generalversammlung der Vereinten Nationen, in denen er die jüngsten Entwicklungen in “Palästina” und Ost-Jerusalem sowie die Ereignisse im Gazastreifen beschrieb. Seinen Angaben nach beinhalten die Schreiben auch die Namen und die Anzahl der Getöteten und die der Verletzten seit dem Beginn der Ereignisse der “Prozession der großen Rückkehr”. Mansur wies darauf hin, dass Israel gezwungen sein müsse, in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht und den UN-Resolutionen, seine “Verbrechen” zu stoppen. Er forderte, dass die Vereinten Nationen und der Sicherheitsrat Verantwortung für die Situation der Palästinenser übernehmen und die israelische Besatzung beenden (Wafa Nachrichtenagentur, 25. August 2018).
Teilnahme von Vertretern der PA in internationalen Foren
  • Omar Hidschazi, stellvertretender Außenminister für multilaterale Beziehungen, nahm zum ersten Mal als Vertreter “Palästinas” an der vierten UN-Konferenz der Vertragsstaaten des Waffenhandelsabkommens teil. Die Konferenz fand in Tokio, Japan, statt. Die Mitgliedschaft “Palästinas” im Ausschuss trat im März 2018 in Kraft (Wafa Nachrichtenagentur, 21. August 2018).

[1] Die Statistik beinhaltet keine Raketenabstürze im Gazastreifen.
[2] Am 20. August 2018 näherte sich ein bewaffneter Palästinenser etwa 10 bis 20 Meter zum Sicherheitszaun im nördlichen Gazastreifen und eröffnete aus kurzer Distanz das Feuer auf eine IDF-Truppe, die vor Ort mit Routineaktivitäten beschäftigt war. Die Soldaten erwiderten das Feuer, das den Palästinenser tötete.

[3] Als bedeutende Angriffe bewerten wir Schuss-, Auto- und Messerangriffe, das Platzieren von Sprengsätzen oder kombinierte Angriffe. Das Werfen von Steinen und Molotow-Cocktails ist hier nicht mit inbegriffen.