Nachrichten zum Terror und zum israelisch-palästinensischen Konflikt (14. – 20. November 2018)

Demonstranten auf dem Weg zu den Zentren der Prozession im Gazastreifen (Facebook-Seite der

Demonstranten auf dem Weg zu den Zentren der Prozession im Gazastreifen (Facebook-Seite der "Obersten nationalen Koordinationskomitees der Prozession der großen Rückkehr und der Durchbrechung der Belagerung"

Die Boote der Protestflottille vor der Küste des nördlichen Gazastreifens (Facebook-Seite des Informationsbüros der PFLP im nördlichen Gazastreifen, 19. November 2018)

Die Boote der Protestflottille vor der Küste des nördlichen Gazastreifens (Facebook-Seite des Informationsbüros der PFLP im nördlichen Gazastreifen, 19. November 2018)

Der al-Aqsa Kanal der Hamas veranstaltet eine Pressekonferenz in der Nähe der Trümmer des alten Gebäudes, um eine Kampagne zur Geldbeschaffung für den Bau eines neuen Gebäudes zu starten (Twitter-Account von Palinfo, 20. November 2018)

Der al-Aqsa Kanal der Hamas veranstaltet eine Pressekonferenz in der Nähe der Trümmer des alten Gebäudes, um eine Kampagne zur Geldbeschaffung für den Bau eines neuen Gebäudes zu starten (Twitter-Account von Palinfo, 20. November 2018)

Brigadegeneral Salah al-Din, Chef der palästinensischen Delegation, nimmt zum ersten Mal an einer INTERPOL-Konferenz teil. Die Konferenz fand in Dubai statt. (Facebook-Seite der palästinensischen Polizei, 18. November 2018)

Brigadegeneral Salah al-Din, Chef der palästinensischen Delegation, nimmt zum ersten Mal an einer INTERPOL-Konferenz teil. Die Konferenz fand in Dubai statt. (Facebook-Seite der palästinensischen Polizei, 18. November 2018)

Mahmud Abbas in seinem Büro in Ramallah mit der Mutter des palästinensischen Terroristen Karim Yunis (YouTube-Kanal von Mahmud Abbas, 18. November 2018)

Mahmud Abbas in seinem Büro in Ramallah mit der Mutter des palästinensischen Terroristen Karim Yunis (YouTube-Kanal von Mahmud Abbas, 18. November 2018)

  • Nach der jüngsten Eskalationsrunde und dem Ende des Waffenstillstands setzen sich die Ereignisse der “Prozession der großen Rückkehr” und der Protestflottillen fort. Die Hamas, die derzeit daran interessiert ist, die Situation zu beruhigen, um ihre Bemühungen zugunsten einer Vereinbarung voranzutreiben, hat das Niveau der Gewalt gesenkt (indem sie außergewöhnliche Zusammenstöße verhindert, die Aufständischen daran hindert, sich dem Grenzzaun zu nähern, und das Aufsteigen von Branddrachen und Ballons verhindert). Allerdings führt die Fortsetzung der Ereignisse der “Prozession der großen Rückkehr” zu einem Zeitpunkt, an dem Kontakte zugunsten einer Vereinbarung abgehalten werden, zu Reibungen mit der IDF, deren Intensität von der Hamas gesteuert wird. Diese Reibungen führen zu Zusammenstößen und können die Situation vor Ort neu entfachen.
  • Die Hamas und die Organisation Islamischer Dschihad in Palästina (PIJ) führen eine Kampagne, um ein “Narrativ des Sieges” zu etablieren und gleichzeitig den von Israel verursachten Schaden zu minimieren. Führende Persönlichkeiten beider Organisationen hielten Reden, in denen sie behaupteten, sie hätten die Regeln der Konfrontation festgelegt und den Rücktritt des israelischen Verteidigungsministers herbeigeführt. In ihren Reden drückten sie Drohungen aus und sagten, dass falls Israel seine “Aggression” erneuern würde, sie die Reichweite ihres Raketenfeuers ausdehnen und das Gebiet in der Nähe des Gazastreifens in einen Ort verwandeln würden, an dem niemand mehr leben kann.
  • In Judäa und Samaria verübte ein palästinensischer Terrorist einen Messer-Angriff auf der Polizeistation des Jerusalemer Stadtteils Armon HaNatziv. Dabei wurde der Terrorist getötet und vier Grenzpolizisten erlitten leichte Verletzungen. Zudem wurde an der Einfahrt zur Stadt Bet Dschala in der Nähe von Har Gilo (südlich von Jerusalem) ein israelischer Zivilist angegriffen und leicht verletzt. Die Motive des Angreifers werden noch untersucht. Es wird jedoch ein Messer-Angriff vermutet. Die Palästinenser warfen weiterhin Steine und Molotow-Cocktails auf israelische Fahrzeuge, die auf den Straßen von Judäa und Samaria fuhren. Hier lag der Schwerpunkt auf der Straße zwischen Gusch Etzion und Hebron.
Die Ereignisse der “Prozession der großen Rückkehr”[1]
  • Die “Prozession der großen Rückkehr” am Freitag, dem16. November 2018 fand im Schatten des Waffenstillstands statt, der die letzte Eskalationsrunde beendet hatte. Vor dem Marsch plädierten hochrangige Vertreter der Hamas, dass eine „gewaltfreie“ Prozession abgehalten werden sollte. Etwa 9.000 Demonstranten und Randalierer nahmen an dieser teil. Sie verbrannten Autoreifen und werfen Steine, näherten sich jedoch nicht dem Grenzzaun, nachdem sie von Seiten der Hamas und den Organisatoren dazu aufgefordert worden waren. Branddrachen und -ballons wurden nicht identifiziert.
  • An den Veranstaltungen nahmen hochrangige Persönlichkeiten der Hamas, der Organisation Islamischer Dschihad in Palästina (PIJ) und anderer Organisationen teil. Es wurden Reden gehalten, die die Errungenschaften der letzten Eskalationsrunde prahlen. Die meisten Redner betonten, dass die Prozessionen bis zur “Aufhebung der Belagerung” weitergeführt werden. Einige von ihnen äußerten Einspruch gegen die Normalisierung der Beziehungen zwischen den arabischen Staaten und Israel – das Thema der letzten Freitagsprozession.
Die Protestflottille im nördlichen Gazastreifen
  • Am 19. November 2018 wurde die 16. Protestflottille gegen die „Belagerung des Gazastreifens“ unter dem Titel “Mit der Flottille lehnen wir eine demütigende Normalisierung ab” abgehalten. An der Flottille nahmen etwa 30 Boote teil. Zur gleichen Zeit fand eine Demonstration im nördlichen Gazastreifen statt. Die Demonstranten näherten sich dem Grenzzaun, es gab jedoch keine außergewöhnlichen Zwischenfälle. An der Veranstaltung nahmen führende Persönlichkeiten der Hamas und anderer palästinensischer Organisationen teil (Twitter-Account von Safa Nachrichtenagentur, 19. November 2018). Der Sprecher des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen gab bekannt, dass 25 Palästinenser bei den Ereignissen der wöchentlichen Flottille im Norden von Bet Lahiya verletzt worden seien (Facebook-Seite von Dr. Aschraf al-Kidra, 19. November 2018).
  • Iyad Awadallah, Mitglied der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP), hielt im Namen des “Obersten nationalen Koordinationskomitees der Prozession der großen Rückkehr und der Durchbrechung der Belagerung” eine Rede. Dabei betonte er, dass die “Prozessionen der großen Rückkehr” in ihrer derzeitigen populären Form fortgeführt und sich an die Ziele, für die sie begonnen hatten, halten werden. Hamad al-Rakab, Sprecher der Hamas in der Region von Khan Junis, sagte, dass die “Prozessionen” in jedem möglichen Format weitergeführt werden, und fügte hinzu: “Einmal kämpfen wir mit Volks-Prozessionen und ein anderes Mal legen wir unsere Gewehre an die Brust” (Palestine Online, 20. November 2018).
 Palästinensische Demonstranten nähern sich dem Grenzzaun mit Israel im nördlichen Gazastreifen R   Hamad al-Rakab, Sprecher der Hamas in der Region von Khan Junis, spricht während der Demonstration, die die Protestflottille begleitete (Facebook-Seite des Informationsbüros der PFLP im nördlichen Gazastreifen, 19. November 2018)
Links: Palästinensische Demonstranten nähern sich dem Grenzzaun mit Israel im nördlichen Gazastreifen
Rechts: Hamad al-Rakab, Sprecher der Hamas in der Region von Khan Junis, spricht während der Demonstration, die die Protestflottille begleitete 
(Facebook-Seite des Informationsbüros der PFLP im nördlichen Gazastreifen, 19. November 2018)
Raketen- und Mörsergranatenfeuer
  • In der vergangenen Woche wurden keine Raketen oder Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. Laut IDF-Sprecher wurden während der jüngsten Eskalationsrunde am 12. und 13. November 2018 etwa 460 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. Das Luftabwehrsystem „Iron Dome“ hat etwa 100 Raketen abgefangen. Die meisten Raketen und Mörsergranaten wurden von der Hamas und der Organisation Islamischer Dschihad in Palästina (PIJ) abgefeuert. Die israelische Luftwaffe, die Marine und die Landstreitkräfte griffen mehr als 160 terroristische Ziele der Hamas und der PIJ an, darunter vier Ziele, die von der Hamas als strategisch betrachtet werden. Bei den Angriffen der IDF wurden sieben Palästinenser getötet.
Der Beschuss mit Raketen- und Mörsergranaten im Laufe der jüngsten Eskalationsrunden und dazwischen[2]

Der Beschuss mit Raketen- und Mörsergranaten im Laufe der jüngsten Eskalationsrunden und dazwischen

Der Beschuss mit Raketen- und Mörsergranaten im vergangenen Jahr

Der Beschuss mit Raketen- und Mörsergranaten im vergangenen Jahr

Raketeneinschläge in Israel im Jahresdurchschnitt

Raketeneinschläge in Israel im Jahresdurchschnitt

Weitere Ereignisse
  • Am 14. November 2018, etwa 24 Stunden nach dem Waffenstillstand, der die Eskalationsrunde beendet hatte, identifizierten IDF-Truppen einen Palästinenser, der sich den Sicherheitskräfte im Norden des Gazastreifens näherte. Er warf einige Handgranaten, die jedoch nicht explodierten und wurde angeschossen und festgenommen. An seinem Körper wurden ein Drahtschneider und ein Messer gefunden (IDF-Sprecher, 14. November 2018).
Ein Messer-Angriff auf einer Polizeistation im Jerusalemer Stadtteil Armon HaNatziv
  • Am 14. November 2018 erlitten vier Grenzpolizisten bei einem Messer-Angriff in der Nähe der Polizeistation des Jerusalemer Stadtteils Armon HaNatziv leichte Verletzungen. Ein Palästinenser, der mit einem Messer bewaffnet war, betrat in den Abendstunden die Polizeistation durch den hinteren Bereich des Gebäudes. Ein Grenzpolizist, der ihn sichtete, kämpfte mit ihm und wurde dabei verletzt. Andere Grenzpolizisten übermannten den Angreifer, der dabei schwer verletzt wurde (Sprecher der Grenzpolizei, 14. November 2018). Der Angreifer erlag später seinen Wunden. Die palästinensischen Medien berichteten, dass es sich um Abd al-Rahman Ali Abu Dschaml (17), Bewohner des Stadtteils Dschabel Makaber in Ost-Jerusalem handelt (Ma’an Nachrichtenagentur, 14. November 2018).
Ein israelischer Zivilist wurde an der Einfahrt von Bet Dschala angestochen
  • Einem vorläufigen Bericht zufolge wurde am 20. November 2018 ein israelischer Zivilist an der Einfahrt der Stadt Bet Dschala (südlich von Jerusalem) von einem jungen Palästinenser mit einem Kastenschneider angegriffen. Er wurde leicht verletzt. Der Attentäter konnte fliehen, stellte sich jedoch später der Polizei. Der Hintergrund des Vorfalls wird derzeit geprüft.
Weitere Ereignisse
  • Die israelischen Sicherheitskräfte führten in ganz Judäa und Samaria Terrorismusbekämpfungsmaßnahmen durch und nahmen Palästinenser, die terroristischer Aktivitäten verdächtigt wurden, fest. Während der Durchsuchungen in Hebron wurden sowohl ein Sturmgewehr vom Typ M-16 als auch ein improvisiertes Gewehr beschlagnahmt (IDF-Sprecher, 15. November 2018). In Judäa und Samaria warfen die Palästinenser weiterhin Steine ​​und Molotow-Cocktails auf israelische Fahrzeuge, besonders entlang der Straße zwischen Gusch Etzion und Hebron.
  • Im Folgenden einige der wichtigsten Ereignisse:
    • Am 20. November 2018 wurde ein Palästinenser aus Hebron in den Zwanzigern in den frühen Morgenstunden an einem der Eingänge zur Höhle der Patriarchen festgenommen. Er hatte einen Kastenschneider bei sich (Israelische Polizei, 20. November 2018).
    • Am 19. November 2018 näherte sich eine 25-jährige Palästinenserin dem Checkpoint Kalandia (nördlich von Jerusalem). Bei einer Durchsuchung wurde ein Messer in einem Pappkartonbehälter gefunden, den sie bei sich trug. Sie wurde zum Verhör geführt (Sprecher der Jerusalemer Polizei, 19. November 2018).
    • Am 19. November 2018 wurden in der Nähe des Flüchtlingslagers al-Arub Steine auf ein Fahrzeug geworfen, das auf der Straße zwischen Gusch Etzion und Hebron fuhr. Es wurden keine Verletzten gemeldet (Retter ohne Grenzen in Judäa und Samaria, 19. November 2018).
    • Am 18. November 2018 wurden Steine auf ein Fahrzeug geworfen, das auf der Straße Gusch Etzion-Hebron zwischen Bet Ummar und dem Flüchtlingslager al-Arub fuhr. Es wurden keine Verletzten gemeldet. Das Fahrzeug wurde beschädigt. Zuvor war in der Gegend ein Bus mit Steinen beworfen worden (Retter ohne Grenzen in Judäa und Samaria, 18. November 2018).
    • Am 18. November 2018 wurden fünf Molotow-Cocktails auf einen Posten der IDF auf der Straße Gusch Etzion-Hebron geworfen. Es wurden keine Verletzten gemeldet (Retter ohne Grenzen in Judäa und Samaria, 18. November 2018).
    • Am 18. November 2018 wurden Steine auf ein Fahrzeug geworfen, das zwischen dem Dorf Dschama’in und der Gemeinde Tapuach (südlich von Nablus) fuhr. Es wurden keine Verletzten gemeldet. Das Fahrzeug wurde beschädigt (Retter ohne Grenzen in Judäa und Samaria, 16. November 2018).
    • Am 16. November 2018 wurden Steine auf einen Bus geworfen, der auf der Straße Gusch Etzion-Hebron zwischen Bet Ummar und der Kreuzung Karme Tsur fuhr. Es wurden keine Verletzten gemeldet. Der Bus wurde beschädigt (Retter ohne Grenzen in Judäa und Samaria, 16. November 2018).
    • Am 15. November 2018 wurde ein Molotow-Cocktail auf einem Bus geworfen, der auf dem Weg zur Gemeinde Talmon (nordwestlich von Ramallah) fuhr. Es wurden keine Verletzten gemeldet (Retter ohne Grenzen in Judäa und Samaria, 15. November 2018).

Bedeutende Angriffe in Judäa und Samaria[3]

Bedeutende Angriffe in Judäa und Samaria

Sicherheitsaktivitäten im Gebiet von Khan Junis, um Kollaborateure mit Israel ausfindig zu machen
  • Nach dem Ende der jüngsten Eskalationsrunde begannen die Sicherheitskräfte der Hamas eine Operation im Gebiet von Khan Junis, um Kollaborateure ausfindig zu machen, die die israelischen Aktivitäten in der Gegend unterstützt haben (während der Konfrontation zwischen Aktivisten der Hamas und IDF-Truppen im Gebiet von Khan Junis). Berichten zufolge wurden mehrere Verdächtige festgenommen (al-Akhbar, 15. November 2018).
Ergebnisse der letzten Eskalationsrunde dienen zu propagandistischen Zwecken
  • Am Nachmittag des 13. November 2018 verkündeten die palästinensischen Sicherheitskräfte im Gazastreifen einen Waffenstillstand mit Israel. Unmittelbar danach starteten die Organisationen eine Propagandakampagne, die sich mit den “Errungenschaften des Widerstands” und dem “Narrativ des Sieges” beschäftigt, wobei der Schaden, den Israel angerichtet hat, minimiert wurde. Die Sprecher der Organisationen betonten, dass sie die Regeln der Konfrontation festgelegt hätten, und stellten den Rücktritt des israelischen Verteidigungsministers Avigdor Lieberman als eine ihrer Errungenschaften dar. Sprecher der Hamas und anderer Terrororganisationen bemerkten, dass sie Israel eine “neue Gleichung” auferlegt hätten: “Blut um Blut und ein Gebäude um ein Gebäude.” Abu Mudschahed, Sprecher der Volkswiderstandskomitees, dankte dem Iran und der Hisbollah und allen Unterstützern des “Widerstands” (sprich der terroristischen Organisationen) und sagte, sie seien Partner des Sieges (Paltoday, 16. November 2018).

Eine Rakete eines neuen Typs, die laut der Organisation Islamischer Dschihad in Palästina (PIJ) in Richtung Aschkelon abgefeuert wurde. Ihr Spitzname: "Die Hölle von Aschkelon" (Website der Jerusalem-Brigaden, 13. November 2018)
Eine Rakete eines neuen Typs, die laut der Organisation Islamischer Dschihad in Palästina (PIJ) in Richtung Aschkelon abgefeuert wurde. Ihr Spitzname: “Die Hölle von Aschkelon” (Website der Jerusalem-Brigaden, 13. November 2018)

‏‏Fotos aus einem Video des Militärflügels der PIJ, das zeigt, wie die Aktivisten während der letzten Eskalationsrunde Raketen auf Israel abfeuern (Website der Jerusalem-Brigaden, 17. November 2018)   ‏‏Fotos aus einem Video des Militärflügels der PIJ, das zeigt, wie die Aktivisten während der letzten Eskalationsrunde Raketen auf Israel abfeuern (Website der Jerusalem-Brigaden, 17. November 2018) 
Fotos aus einem Video des Militärflügels der PIJ, das zeigt, wie die Aktivisten während der letzten Eskalationsrunde Raketen auf Israel abfeuern (Website der Jerusalem-Brigaden, 17. November 2018)
  • Im Folgenden einige Aussagen von führenden Persönlichkeiten der Hamas und der PIJ bezüglich der letzten Eskalationsrunde:
    • Ismail Haniyya, Chef des Politbüros der Hamas, sagte, dass der “Widerstand” es geschafft habe, Israel eine Gleichung aufzuerlegen und die Regeln der Konfrontation festzulegen. Er betonte, dass der “Widerstand” (sprich Terrorismus) der richtige Weg sei, um das palästinensische Volk nach Jerusalem und in alle palästinensischen Gebiete zu führen (al-Mayadeen, 13. November 2018).
    • Mahmud az-Zahar, Mitglied des Politbüros der Hamas, sagte, dass Israel besiegt worden sei und dass die Ereignisse die Entscheidungen der israelischen Führung in der nächsten Konfrontation beeinflussen werden. Er fügte hinzu, dass die Drohungen, Tel Aviv anzugreifen, Besorgnis in der israelischen Führung ausgelöst und dazu geführt haben, die Angriffe auf den Gazastreifen zu stoppen (Paltoday, 13. November 2018).
    • Khalil al-Haya, Mitglied des Politbüros der Hamas, sagte, dass Israel versucht habe, einen Sicherheitserfolg zu erreichen, während der Waffenstillstand in Kraft war, habe ihn jedoch verletzte. Seinen Worten zufolge haben die “Prozessionen der großen Rückkehr“ alle Organisationen im Gazastreifen vereint, da sie in einem gemeinsamen Operationsraum aktiv sind, um die Demonstranten zu verteidigen. Er fügte hinzu, dass die “Prozessionen der großen Rückkehr“ fortgesetzt werden, bis die Belagerung des Gazastreifens aufgehoben ist (Al-Aqsa TV, 17. November 2018).
    • Daud Schehab, Sprecher der Organisation Islamischer Dschihad in Palästina, sagte, dass die neue Eskalationsrunde die “Prozessionen der großen Rückkehr” ergänze. Er behauptete, die PIJ habe mit Ägypten bei den Versuchen, einen Waffenstillstand wiederherzustellen, zusammengearbeitet und die Organisation verkündete, dass sie sich zum Waffenstillstand verpflichte, sollte Israel die Aggression beenden. Er fügte hinzu, dass die Organisationen “neue Gleichungen und Mittel zur Konfrontation” mit Israel aufgestellt haben, darunter solche, die das Gebiet in der Nähe des Gazastreifens zu einem Ort machen könnten, an dem niemand leben kann (Paltoday, 13. November 2018).
Informationen in den Medien zu den Details der zu erwartenden Vereinbarung
  • Am Ende der jüngsten Eskalationsrunde berichteten palästinensische und diplomatische Quellen, dass die derzeit formulierte Vereinbarung zwischen Hamas und Israel auf Verständnissen beruht, die bereits vor der letzten Runde erzielt wurden. Nach diesen Verständnissen wird eine Ruhe für Erleichterungen in der “Belagerung” in zwei Phasen erreicht werden. In der ersten Phase, die etwa zwei Wochen dauern wird, wird Israel Treibstoff für das Kraftwerk und finanzielle Hilfe für den Gazastreifen zulassen und die Fischereigewässer auf 12 Meilen ausdehnen. In der zweiten Phase, die etwa ein halbes Jahr dauern wird, werden die Fischereigewässer auf 20 Meilen vergrößert, eine neue elektrische Leitung von Israel wird in den Gaza-Streifen gelegt und Gasleitungen werden für das Kraftwerk verlegt. Darüber hinaus wird es den Bewohnern des Gazastreifens gestattet, Waren insbesondere nach Judäa und Samaria zu exportieren, und die Bewegungsbeschränkungen werden gelockert. Berichten zufolge wird Israel im Rahmen des Verständnisses bereit sein, die Errichtung einer Seestraße in den Gazastreifen voranzutreiben (es wurde berichtet, dass Israel die Seestraße aufgrund eines Gefangenenaustauschgeschäfts konditioniert hatte) (al-Hayat, 14. November 2018).
  • Ismail Radwan, hochrangiges Mitglied der Hamas, sagte in einem Interview, dass die von Ägypten geführten Gespräche vorankommen und positiv seien. Er sagte, dass die erste Phase eine Regelung für die Verlängerung der Fischereigewässer auf 20 Meilen, die Verbindung einer elektrischen Leitung von Israel in den Gazastreifen, die Steigerung der Exporte, die Verbindung von Gasleitungen mit dem Kraftwerk, die Verbesserung der Infrastruktur und die Schaffung neuer Arbeitsplätze im Gaza-Streifen umfassen wird (Agence France Presse, 18. November 2018).
Eine Kampagne der Hamas zum Bau eines neuen Gebäudes für den TV-Kanal al-Aqsa
  • Am 20. November 2018 startete der al-Aqsa Kanal der Hamas, dessen Gebäude während der jüngsten Eskalationsrunde vollständig zerstört wurde, eine Kampagne, um Spenden für ein neues Gebäude zu sammeln. Der Schaden (gemäß der Behauptung von al-Aqsa) wird auf etwa 4,5 Mio. US-Dollar geschätzt. Die Kampagne wurde bei einer Pressekonferenz vor den Trümmern des alten al-Aqsa-Gebäudes mit einer von Ahmed Bahar angeführten Hamas-Delegation gestartet. Der Kampagnen-Hashtag lautet “Mit Ihrer Unterstützung werden wir [das al-Aqsa-Gebäude] neu aufbauen” (al-Aqsa TV-Website, 20. November 2018).
4.550.400 USD, das Ausmaß des Schadens, der dem TV-Kanal al-Aqsa verursacht wurde (Facebook-Seite von al-Aqsa TV, 20. November 2018). Rechts: Der al-Aqsa Kanal der Hamas veranstaltet eine Pressekonferenz in der Nähe der Trümmer des alten Gebäudes, um eine Kampagne zur Geldbeschaf    Der al-Aqsa Kanal der Hamas veranstaltet eine Pressekonferenz in der Nähe der Trümmer des alten Gebäudes, um eine Kampagne zur Geldbeschaffung für den Bau eines neuen Gebäudes zu starten (Twitter-Account von Palinfo, 20. November 2018)
Links: 4.550.400 USD, das Ausmaß des Schadens, der dem TV-Kanal al-Aqsa verursacht wurde
(Facebook-Seite von al-Aqsa TV, 20. November 2018). 
Rechts: Der al-Aqsa Kanal der Hamas veranstaltet eine Pressekonferenz in der Nähe der Trümmer des alten Gebäudes, um eine Kampagne zur Geldbeschaffung für den Bau eines neuen Gebäudes zu starten (Twitter-Account von Palinfo, 20. November 2018)
Die PA schließt sich internationalen Institutionen und Protokollen an
  • Mahmud Abbas unterzeichnete elf Beitrittspapiere, um internationalen Protokollen und Institutionen beizutreten, darunter der Weltpostverein, die Konvention zur Staatsangehörigkeit von verheirateten Frauen, die UN-Kinderrechtskonvention, das Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr, und weitere (Wafa Nachrichtenagentur, 15. November 2018). Während einer Sitzung des Obersten Ausschusses, der er die Entscheidungen des PLO-Exekutivkomitees überwacht, sagte Abbas in einer Rede, dass die PA aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der UNO 520 internationalen Organisationen beitreten könne. Seinen Worten zufolge sei sie bereits 110 von ihnen beigetreten (Palästinensisches Fernsehen, 15. November 2018).
Vertreter der PA bei der INTERLPOL-Konferenz
  • Zum ersten Mal seit dem Beitritt der PA im September 2017 nahmen Vertreter der PA an einer INTERPOL-Konferenz teil, die vom 18. bis 21. November 2018 in Dubai stattfand. Die palästinensische Delegation wird von Brigadegeneral Salah al-Din, dem Leiter der palästinensischen Polizeieinheit zur Verbindung mit arabischen Staaten und zur internationalen Zusammenarbeit, geleitet. Laut dem Sprecher der palästinensischen Polizei ist die Konferenz wichtig, da für die Aufnahme neuer Länder und für Mitglieder des Exekutivkomitees von INTERPOL abgestimmt wird (al-Hayat al-Jadida, 18. November 2018).
Mahmud Abbas ehrt weiterhin die Familien von Terroristen, die Israelis ermordet haben
  • Am 18. November 2018 traf Mahmud Abbas in seinem Büro in Ramallah mit der Mutter von Karim Yunis zusammen, der 1980 den IDF-Soldaten Avraham Bromberg entführt und brutal ermordet hatte. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Karim Yunis, der ein israelischer Araber ist, wurde zum Mitglied des Zentralkomitees der Fatah ernannt. Während des Treffens betonte Mahmud Abbas, dass die Frage der palästinensischen Gefangenen Priorität bei der palästinensischen Führung habe. Seinen Worten zufolge bemühe sie sich um die Freilassung der Gefangenen. An dem Treffen nahmen auch die hochrangigen Fatah-Funktionäre Muhammad Aschtija, Saeb Erekat, Hussein al-Sheikh und Muhammad al- Madani teil (Wafa, 18. November 2018).

[1] Weitere Einzelheiten über dieses Thema finden Sie in der Veröffentlichung des Informationszentrums vom 18. November 2018: “Zusammenfassung der Ereignisse an der Grenze zum Gazastreifen” (in englischer Sprache).
[2] Die Statistik beinhaltet keine Raketenabstürze im Gazastreifen.

[3] Als bedeutende Angriffe bewerten wir Schuss-, Auto- und Messerangriffe, das Platzieren von Sprengsätzen oder kombinierte Angriffe. Das Werfen von Steinen und Molotow-Cocktails ist hier nicht mit inbegriffen.