Nachrichten zum Terror und zum israelisch-palästinensischen Konflikt (9. – 15. März 2016)

Ein bewaffneter Auto-Angriff an der Einfahrt zu Kirjat Arba.

Ein bewaffneter Auto-Angriff an der Einfahrt zu Kirjat Arba.

Die Waffen der Terroristen (IDF-Sprecher, 14. März 2016).

Die Waffen der Terroristen (IDF-Sprecher, 14. März 2016).

Ein gemeinsames Foto der beiden Terroristen (Facebook-Seite von QUDSN, 14. März 2016)

Ein gemeinsames Foto der beiden Terroristen (Facebook-Seite von QUDSN, 14. März 2016)

Der Obst- und Gemüseladen der beiden Terroristen, genannt

Der Obst- und Gemüseladen der beiden Terroristen, genannt "Der Märtyrer".

Todesanzeige der Fatah zu Ehren von Abd al-Malik Abu Kharob (Facebook-Seite von Bethlehem al-Hadath, 9. März 2016)

Todesanzeige der Fatah zu Ehren von Abd al-Malik Abu Kharob (Facebook-Seite von Bethlehem al-Hadath, 9. März 2016)

Baschar Masalha (Facebook-Seite von Schihab, 8. März, 2016)

Baschar Masalha (Facebook-Seite von Schihab, 8. März, 2016)

Glorifizierung des palästinensischen Terroristen Baschar Masalha auf der Facebook-Seite von Schihab. Auf Arabisch:

Glorifizierung des palästinensischen Terroristen Baschar Masalha auf der Facebook-Seite von Schihab. Auf Arabisch: "Messer-General".

Die Messer, die im Besitz der beiden palästinensischen Frauen gefunden wurden (Sprecher der israelischen Polizei, 14. März 2016)

Die Messer, die im Besitz der beiden palästinensischen Frauen gefunden wurden (Sprecher der israelischen Polizei, 14. März 2016)

Eine Protestkundgebung von Journalisten aus dem Gazastreifen vor dem französischen Kulturzentrum in Gazastadt (Facebook-Seite von QUDSN, 14. März 2016)

Eine Protestkundgebung von Journalisten aus dem Gazastreifen vor dem französischen Kulturzentrum in Gazastadt (Facebook-Seite von QUDSN, 14. März 2016)

Die Überreste einer der Raketen (Sprecher des Regionalverbands Scha'ar HaNegev, 12. März 2016)

Die Überreste einer der Raketen (Sprecher des Regionalverbands Scha'ar HaNegev, 12. März 2016)

Abd al-Salam al-Batinji, der während eines Tunnel-Einsturzes getötet wurde (Twitter-Account von PALINFO, 14. März 2016)

Abd al-Salam al-Batinji, der während eines Tunnel-Einsturzes getötet wurde (Twitter-Account von PALINFO, 14. März 2016)

Prozession des Islamischen Dschihad in Palästina in Khan Junis (Paltoday, 11. März 2016)

Prozession des Islamischen Dschihad in Palästina in Khan Junis (Paltoday, 11. März 2016)

  • Die palästinensischeWelle des Terrors, die vor einem halben Jahr begann, hältmit großer Intensitätan.Auch in der vergangenen Woche wurden Messer-, Auto- und bewaffnete Angriffe an verschiedenen Ortenin Judäa und Samariasowie im Landesinneren verübt.
  • Die Terroranschlägedervergangenen Wochezeichnen sich durch eine Verschärfung aus,die sich in der Vielzahl von bewaffneten Angriffen, der Zunahme der Anschläge innerhalb Israels (Jaffa, Jerusalem, Petach Tikwa) und einer laufenden Messer-Attacke eines Terroristen aus dem Bezirk Qalqiliya an der Promenade zwischen Jaffa und Tel Aviv (bei der ein amerikanischer Tourist getötet wurde, der 34. Tote während dieser Terrorwelle) ausdrückt.Durch ihre Erklärungen und Handlungen geben die Palästinensische Autonomiebehörde und die Fatah den Tätern Rückendeckung.
  • Am 11. März 2016 wurden vier Raketeneinschläge in der westlichen Negev registriert. Die IDF reagierte darauf mit Angriffen aufZiele der Hamas im Gazastreifen. Dies war seit dem 24. Januar 2016 der erste und auch der schwerste Raketenangriff indenletzten Monaten.
Angriffeund versuchte Attentate im Verlauf der vergangenen Woche
  • Am 14März 2016 ereignete sich ein bewaffneter Auto-Angriff:
  • Zwei Palästinenser versuchten, israelische Zivilistenan einer Bushaltestellein der Nähe derKreuzung Elias an der Einfahrt zu Kirjat Arba zu überfahren und benutzten dabei Feuerwaffen. Ein Soldat wurde durch die Schüsse verletzt. Die IDF-Einheit, die mit der Überwachung der Kreuzung beauftragt war, schoss auf die Terroristen und tötete sie. In ihrem Besitz wurden eine improvisierte Carl-Gustaf-Maschinenpistole sowie eine weitere Pistole gefunden. Während der Tätigkeit der Einheit vor Ort, tauchte ein zweites palästinensisches Fahrzeug auf und fuhr einen IDF-Offizier an. Dabei wurden sowohl der Offizier als auch ein weiterer Soldat leicht verletzt. Auch dieser Fahrer wurde angeschossen und getötet.
  • Die palästinensischen Medien berichteten, dass es sich bei den Terroristen um Kassem Farid Abd el-Aziz Dschaber, genannt Abu 'Oda, (31) aus Hebron, der eine 7-jährige Freiheitsstrafe in israelischen Gefängnissen verbüßt hatte und mit der Hamas assoziiert ist (Dunia al-Watan, 14. März 2016), undumAmir Fuad Na'im al-Dschuneidi (22) aus Hebron handelt (Facebook-Seite von PALDF, 14. März 2016). Kommentare in den sozialen Netzwerken deuten daraufhin, dass die Beiden nicht nur Freunde gewesen waren, sondern auch einen Obst- und Gemüseladen in Hebron unter dem Namen "al-Schahid" ("der Märtyrer") betrieben hatten (Fatah al-Yawm, 14. März 2016).
  • Der dritte Terrorist ist Jusuf Walid Mustafa Taraira (18) aus der Kleinstadt Bani Na'im, östlich von Hebron (Facebook-Seite von PALDF, 14. März 2016). Er war Gymnasiast und Mitglied der Schabiba-Bewegung der Fatah. Sowohl die Fatah als auch die Hamas veröffentlichten Todesanzeigen (Twitter-Account von PALINFO, Twitter-Account der Fatah, 14. März 2016).

Links: Todesanzeige der Hamas zu Ehren "ihres Märtyrersohns und Kämpfer des Dschihad" Jusuf Walid Mustafa Traira (Twitter-Account von PALINFO, 14 März 2016). Rechts: Todesanzeige der Fatah in Bani Na'im (al-Risala.net, 14. März 2016).
Links: Todesanzeige der Hamas zu Ehren "ihres Märtyrersohns und Kämpfer des Dschihad" Jusuf Walid Mustafa Traira (Twitter-Account von PALINFO, 14 März 2016). Rechts: Todesanzeige der Fatah in Bani Na'im (al-Risala.net, 14. März 2016). 

  • Am 11. März 2016 ereignete sich ein Sprengsatzanschlag. Ein vermummter Autofahrer warf im südlichen Hebrongebirge in der Nähe von Otniel einen Sprengsatz auf ein vorbeifahrendes Fahrzeug, der in der Nähe explodierte. Es gab keine Verletzten. Das Fahrzeug wurde leicht beschädigt. Der Attentäter floh von der Szene.
  • Am 11. März 2016 ereignete sich ein bewaffneter Angriff. Schüsse wurden aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug in Richtung des Checkpoints an der Schnellstraße 443 zwischen Jerusalem und Tel Aviv abgefeuert. Zwei dort stationierte Soldaten wurden leicht verletzt. Der Attentäter floh von der Szene.
  • Am 11. März 2016 ereignete sich ein Messer-Angriff. Ein Palästinenser stach einen jungen Mann in der Nähe der Klagemauer nieder und floh von der Szene. Er wurde später in einer Altstadtgasse entdeckt und zum Verhör geführt. Nach Angaben der palästinensischen Medien handelt es sich bei dem Terroristen um Anas Kassem Falah Akra (19) aus dem Dorf Kabalan südlich von Nablus (Ma'an Nachrichtenagentur, 11. März 2016).
  • Am 9. März 2016 ereignete sich ein bewaffneter Angriff. Zivilisten berichteten über Schüsse, die auf einen Bus an der Kreuzung von Ramot im Norden Jerusalems aus einem Fahrzeug, in dem sich zwei Palästinenser befanden, abgefeuert wurden. Das Fahrzeug flüchtete von der Szene. Obwohl am Bus keine Schäden entdeckt werden konnten, wurden am Tatort Patronenhülsen gefunden. Kurz danach begann eine weiträumige Fahndung. Dabei stieß die Polizei auf ein Fahrzeug in der Nähe des Damaskus-Tors, das in etwa der Beschreibung entsprach und aus dem Schüsse auf Polizisten und Zivilisten abgefeuert wurden. Die Beamten schossen die Fahrer an und töteten sie. Eine weitere Person wurde dabei durch Schüsse der Polizei schwer verletzt. Im Fahrzeug wurden zwei Gewehre gefunden. Die palästinensischen Medien berichteten, dass es sich bei dem Terroristen um Abd al-Malik Abu Kharob (19) undMuhammad Dschamal al-Kaluti (21), Bewohner des Dorfes Kafer Akeb nördlich von Jerusalem handelt. Beide besaßen einen "blauen" (israelischen) Personalausweis (Facebook-Seite von PALDF, 9. März 2016).
  • Am 9. März 2016ereignete sich ein Messer-Angriff. Ein mit einem Messer bewaffneter Palästinenser näherte sich einem IDF-Posten am Checkpoint al-Zawija, südlich der Siedlung Elkana und im Nordwesten von Samaria, und versuchte, einen Soldaten zu erstechen. Die dort stationierten Soldaten schossen ihn an und verletzten ihn schwer. Später erlag er seinen Verletzungen. Dabei handelt es sich um Sami Ahmed Ismail 'Amar (17) aus dem Dorf Mes'ha, in der Nähe der palästinensischen Kleinstadt Salfit, südwestlich von Nablus (Facebook-Seite von PALDF, 9. März 2016). Bei seiner Leiche wurde ein Abschiedsbrief gefunden, der an seine Eltern gerichtet war. Er argumentierte, dass er den Angriff wegen seiner Schulden in mehreren Restaurants verübte. Der Terrorist war mit Abd al-Rahman Mahmud Radad befreundet, der während des Versuchs, in Petach Tikwa einen Messer-Angriff zu verüben, getötet wurde (siehe im Folgenden). Die beiden besuchten dieselbe Schule im Dorf Dir Balut (Facebook-Seite von Bethlehem al-Hadath, 9. März 2016).

Links: Das Begräbnis mit militärischen Ehren der Palästinensischen Autonomiebehörde (Facebook-Seite von Bethlehem al-Hadath, 9. März 2016). Rechts: Der Abschiedsbrief von Sami Ahmed Ismail 'Amar, in dem er seine Eltern um Vergebung bittet (Ma'an Nachrichtenagentur, 9. März 2016)
Links: Das Begräbnis mit militärischen Ehren der Palästinensischen Autonomiebehörde (Facebook-Seite von Bethlehem al-Hadath, 9. März 2016). Rechts: Der Abschiedsbrief von Sami Ahmed Ismail 'Amar, in dem er seine Eltern um Vergebung bittet (Ma'an Nachrichtenagentur, 9. März 2016)

  • Am9. März 2016 ereignete sich ein Messer-Angriff. Eine mit einem Messer bewaffnete Palästinenserin drang in die Siedlung Kedumim ein und näherte sich einer dort lebenden Frau. Diese bemerkte, um was es sich handelt und alarmierte die Sicherheitskräfte. Die Palästinenserin wurde als Folge festgenommen.
  • Am8. März 2016 ereignete sich ein Messer-Angriff. Ein Palästinenser betrat einen Getränkeladen in Petach Tikwa und stach einen Mann, der sich im Laden befand, nieder. Der Angegriffene übermannte den Terroristen zusammen mit dem Ladenbesitzer. Sie zogen ihm das Messer aus der Hand und erstachen ihn damit zu Tode. Der angegriffene Israeli wurde leicht verletzt. Die palästinensischen Medien berichteten, dass es sich bei dem Terroristen um Abd al-Rahman Mahmud Radad (17) aus dem Dorf al-Zawija in der Nähe von Qalqiliya handelt (Ma'an Nachrichtenagentur, 9. März 2016).
  • Am8. März 2016 ereignete sich ein bewaffneter Angriff. Ein Palästinenser eröffnete das Feuer auf die Sicherheitskräfte in der Nähe des Herodes-Tors in Jerusalem. Selbst auf der Flucht schoss er weiter. Dabei wurden zwei Polizisten schwer bzw. mittelschwer verletzt. Die Sicherheitskräfte schossen auf den Terroristen und töteten ihn. Vor Ort wurde eine improvisierte Carl-Gustaf-Maschinenpistolegefunden. Nach palästinensischen Medien handelt es sich bei dem Terroristen um Fuad Kazaf Abdallah Abu Radschab al-Tamimi (22) aus dem Dorf Issawija in Ost-Jerusalem (Silwanik.net, 9. März 2016).

Links: Todesanzeige der Hamas zu Ehren von Fuad Kazaf Abdallah Abu Radschab al-Tamimi Rechts: Todesanzeige der Hamas zu Ehren von Abd al-Rahman Mahmud Radad (Facebook-Seite von PALDF, 9. März 2016)
Links: Todesanzeige der Hamas zu Ehren von Fuad Kazaf Abdallah Abu Radschab al-Tamimi Rechts: Todesanzeige der Hamas zu Ehren von Abd al-Rahman Mahmud Radad (Facebook-Seite von PALDF, 9. März 2016)

  • Am 8. März 2016ereignete sich ein Messer-Angriff:
  • Ein Palästinenser, der sich illegal in Israel aufhielt, verübte eine laufende Messer-Attacke an der Strandpromenade zwischen Jaffa und Tel Aviv.Zu Beginn stach er vier Personen in der Nähe des Uhrturms von Jaffa nieder. Von dort aus lief er entlang der Herbert-Samuel-Promenade in Richtung Tel Aviv weiter und setzte seine Messer-Attacke gegen weitere Passanten fort. Polizeibeamte verfolgten ihn zwischen fahrenden Fahrzeugen, schossen auf ihn und töteten ihn anschließend.Bei den Angriff wurde ein amerikanischer Tourist getötetund 11 weitere Personen wurden verletzt.
  • Die palästinensischen Medien berichteten, dass es sich bei dem Terroristen umBaschar Muhammad Masalha(22) aus demDorfHadscha östlich von Qalqiliyahandelt.Vor einigen Jahren absolvierte er das Gymnasium in seinem Dorf. Am 6. März 2016 kehrte er nach der "Umra" (kleine Pilgerfahrt) in Mekkaaus Saudi-Arabienzurück nach Hause (Facebook-Seite von Baschar Masalha, 6. März 2016).
  • Die Hamas begrüßte die Terroranschläge. Sami Abu Zuhri, Sprecher der Hamas, lobte alle Angriffe, die am 8. März 2016 verübt wurden und behauptete, sie deuteten daraufhin, dass die Intifada bis zur Verwirklichung ihrer Ziele fortgesetzt werden würde und dass Israel bei ihrer Unterdrückung gescheitert ist (Webseite der Hamas, 8. März 2016). Husam Badran, ein Sprecher im Namen der Hamas, behauptete, dass die Angriffe eine natürliche Reaktion auf die Lage seien und dass es das "Recht" der Palästinenser sei, bei der Konfrontation mit Israel zwecks Verteidigung alle Mittel zu benutzen, die ihnen zur Verfügung stehen (Alresala.net, 8. März 2016).
Demonstrationen und Ausschreitungen
  • nNeben diesen Angriffen wurden auch die Ausschreitungen, Demonstrationen und Protestmärsche, sowie das Werfen von Steinen, Molotow-Cocktails und Rohrbomben in Judäa, Samaria und in Jerusalem weitergeführt. Die israelischen Sicherheitskräfte vereitelten eine Reihe von versuchten Terroranschlägen.
  • nIm Folgenden einige weitere Ereignisse (darunter auch Informationen über einige Vereitlungen von Anschlägen):
  • Am15. März 2016nahmen Grenzpolizisten eine 17-jährige Palästinenserin an derKreuzung Tapuah (westlich vonNablus) fest, die ihr Haus in Dschenin verlassen hatte, um einen Terroranschlag zu verüben.Das Mädchen, das ohne Ausweispapiere in einem Taxi fuhr, erweckte den Verdacht der Grenzpolizisten.Bei einer Durchsuchung wurde ein Messer gefunden.Sie wurde festgenommen und zum Verhör geführt (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 15. März 2016).
  • Am14. März 2016wurden zwei palästinensische Frauen aus Abu Disam Checkpoint Ma'ale HaZetim an der östlichen Einfahrt nach Jerusalem festgenommen. Die Beiden, im Alter von 24 und 29, trugen Messer bei sich. Bei ihrer Vernehmung gaben sie zu, einen Angriff geplant zu haben.
  • Am 13. März 2016wurden bei einer geplanten Operation der israelischen Sicherheitskräfte15 improvisierte Gewehre bei einer Razzia imDorfDschabedinder Nähe von Dschenin beschlagnahmt(Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 13. März 2016).
  • Am 12. März 2016warfen Palästinenser Steine auf die Jerusalemer Stadtbahn, die auf derSchu'afat-Linie fuhr.Es gab keine Verletzten. Ein Waggon wurde beschädigt (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert,12. März 2016).
  • Am 10. März 2016stoppten die israelischen Sicherheitskräfte ein palästinensisches Fahrzeug inderNäheder Kreuzung PatzaelimJordanTal.Bei der Durchsuchung wurden zwei Waffen gefunden.Die Insassen wurden festgenommen (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 10. März 2016).
  • Am 9. März 2016warfen Palästinenser in der Nähe des Jerusalemer Bezirks Abu Tor Steine auf eine israelische Polizeikraft und verletzte dabei leicht einen Polizisten (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 9. März 2016).
Israels Aktivitäten gegen dieAufstachelung der palästinensischen Medienkanäle
  • Die palästinensischen Medien berichteten, dass israelische Sicherheitskräfte die Niederlassung des TV-Senders Filastin al-Yawm in al-Bireh (in der Nähe von Ramallah) gestürmt, Ausrüstungen konfisziert und zwei Mitarbeiter der Station verhaftet hatten. Gleichzeitig wurde Faruk Alia, Direktor der Station in Judäa und Samaria, in seinem Haus in Birzeit verhaftet (Paltoday, 11. März 2016). Die Station setzte allerdings ihre Sendungen aus ihrem Hauptsitz im Gazastreifen fort. Es sei zu bemerken, dass der Sender Filastin al-Yawm, der mit dem Islamischen Dschihad in Palästina (PIJ) assoziiert ist, seit Beginn der aktuellen Welle des Terrors seine Zuschauer dazu anstiftet, Angriffe zu verüben und sich den israelischen Sicherheitskräften gegenüberzustellen.
  • Saeb Erekat, Sekretär des Exekutivkomitees der PLO, verurteilte die Schließung der Niederlassung der Station und rief die internationale Gemeinschaft auf, einzugreifen (Wafa Nachrichtenagentur, 11. März 2016). Vor dem Büro der Nachrichtenagentur Paltoday wurde eine Solidaritätskundgebung abgehalten, bei der die Teilnehmer gegen die Stürmung der Station Filastin al-Yawm durch die israelischen Streitkräfte protestierten (Facebook-Seite von Schabakat al-Quds, 12. März 2016). Daud Schihab, Sprecher der PIJ, behauptete, dass Israels Versuche, der Intifada ein Ende zu setzen, nicht gelingen würden. Seinen Worten zufolge werden die palästinensischen Medien weiterhin die palästinensische Öffentlichkeit zum Widerstand gegen den Feind ermutigen (Paltoday, 11. März 2016).
  • Gleichzeitig berichteten palästinensische und arabische Medien, dass Israel die Sendungen des TV-Senders al-Aqsa der Hamas gestört hatte. Zudem wurde berichtet, dass sich Israel an den Französischen Satellitenbetreiber Eutelsat mit der Bitte, die Sendungen des TV-Senders aufgrund der anhaltenden Anstiftung nicht über dessen Satellit zu ermöglichen, gewandt hatte (al-Mayadeen, 11. März 2016). Der französische Betreiber reagierte positiv auf den israelischen Antrag. Von Seiten des TV-Senders al-Aqsa wurde allerdings berichtet, dass dieser seine Sendungen unter einem neuen Logo und auf einer anderen Frequenz weiterführe (Facebook-Seite von Palainfo, 11. März 2016). Die Sendungen werden nun durch den jordanischen Rundfunk Norsat und dem arabischen Satellitenbetreiber Arabsat übertragen.
  • Die Hamas verurteilte Israel wegen der Störung der Sendungen vonal-Aqsa TV. Khalil al-Hayya, hochrangiges Mitglied der Hamas, sagte, dass diese Aktion die Angst und Schwäche der "Besatzung" vor der Standhaftigkeit des palästinensischen Volkes angesichts der Verwirklichung seiner Forderungen reflektiere (Facebook-Seite von Schabakat al-Quds, 11. März 2016). Als Protest gegen die Entscheidung des französischen Satellitenbetreibers, veranstalteten Mitarbeiter des al-Aqsa TV-Senders eine Demonstration vor dem französischen Kulturzentrum in Gazastadt. Daran nahm auch Salah al-Bardawil, hochrangiges Hamas Mitglied, teil (al-Aqsa TV, 14. März 2016).
Raketenbeschuss auf Israel
  • In der vergangenen Woche wurden fünf Raketenabstürze in der westlichen Negev registriert:
  • Am11. März 2016wurden vier Raketenabstürze im Regionalverband Scha'ar HaNegev und in der Nähe der Stadt Sderot registriert. Die Raketen stürzten in offenen Gebieten ab. Es gab keine Verletzten und keine Sachschäden.Dies war in den letzten Monatender schwerste Raketenangriff auf Israel.Die zuvor letzte Rakete wurde am 24. Januar2016 aus dem Gazastreifen abgefeuert. Die Identität der Täter bleibt bisher unbekannt.
  • Am14. März2016wurde ein Raketenabsturz in einem offenen Gebiet im Regionalverband Scha'ar HaNegev registriert.Es gab keine Verletzten und keine Sachschäden.
  • Als Reaktion auf den Abschuss der vier Raketen griffen Flugkörper der israelischen Luftwaffe terroristische Ziele der Hamas im Gazastreifen an. Die palästinensischen Medien berichteten über Angriffe auf Hamas Posten im nördlichen und zentralen Gazastreifen (PALDF, 12. März 2016). Zudem wurde über den Tod zweier Geschwister berichtet, ein 10-jähriger Junge und ein 6-jähriges Mädchen, die in einem Haus in der Nähe eines der Posten im nördlichen Gazastreifen lebten (Gaza al-A'an, 12. März 2016).
  • Als Reaktion auf den Tod der beiden Kinder veröffentlichte der militärische Arm der Hamas eine offizielle Erklärung, wonach das Blut der Beiden nicht umsonst vergossen wurde und dass Israel wissen sollte, dass die Geduld sowohl des militärischen Arms als auch die der anderen Organisationen eine Grenze habe (Website der Kassam-Brigaden, 12. März 2016). Ismail Radwan, hochrangiges Hamas Mitglied, verurteilte den israelischen Angriff und betonte, dass Israel die volle Verantwortung für die aktuelle Eskalation und ihre Folgen trägt. Er rief die internationale Gemeinschaft zur Eindämmung der israelischen Aggression auf (Website der Kassam-Brigaden, 12. März 2016).

Raketenbeschuss auf Israel

Tunnel-Einstürze
  • Der militärische Arm der Hamas veröffentlichte eine offizielle Erklärung über den Tod von Abd al-Salam al-Batinji (36) aus dem Viertel Schadschaija in Folge eines Tunnel-Einsturzes. Demnach war dieser Kommandant des militärischen Arms und zugleich Offizier im Rang eines "Nakib" (Oberinspektor) bei der Polizei.
Unterstützung der aktuellen palästinensischen Terrorkampagne
  • Die Organisation des Islamischen Dschihad in Palästina (PIJ) veranstaltete in Khan Junis eine Prozession zur Unterstützung der palästinensischen Terroranschläge in Judäa und Samaria. Diese lief unter dem Motto "Die Intifada der Steine und Messer wird fortgesetzt". Unter den Teilnehmern befanden sich hochrangige Mitglieder der PIJ im Gazastreifen, die zur Weiterführung der Intifada aufriefen (Paltoday, 11. März 2016).
Die Beziehungen zwischen Ägypten und der Hamas
  • Eine Delegation von 12 hochrangigen Beamten der Hamas, einschließlich Mahmud az-Zahar und Musa Abu Marzuk, Mitglieder des Politbüros der Hamas, sowie Khalil al-Hayya, hochrangiges Mitglied der Hamas, traf am 12. März 2016 in Kairo ein. Ziel des Besuchs dieser Delegation, die ausnahmsweise durch den Grenzübergang Rafah einreiste, war, die Beziehungen zwischen der Hamas und Ägypten zu regulieren. Diese verschlechterten sich vor allem nachdem der ägyptische Innenminister die Hamas beschuldigt hatte, an der Ermordung des ägyptischen Generalstaatsanwalts beteiligt gewesen zu sein (Paltoday, 12. März 2016).

Hochrangige Hamas-Mitglieder in der VIP-Lounge des Grenzübergangs Rafah auf dem Weg zu ihrem Treffen in Ägypten (Twitter-Account von PALINFO, 12. März 2016)
Hochrangige Hamas-Mitglieder in der VIP-Lounge des Grenzübergangs Rafah auf dem Weg zu ihrem Treffen in Ägypten (Twitter-Account von PALINFO, 12. März 2016)

  • Die Delegation traf mit dem Leiter des ägyptischen Geheimdienstes zusammen und beantragte, dass Ägypten den Grenzübergang Rafah öffnet und den Bau eines Seehafens im Gazastreifen unterstütze. Darüber hinaus beantragte sie, dass Ägypten die Überflutung der Tunnel an ihrer Grenze mit dem Gazastreifen abbricht. Ägyptische Quellen berichteten, dass bei dem Treffen die Ziele der Hamas nicht erreicht wurden, daÄgypten weiterhin an ihrer Position festhält, wonach die Hamas an der Ausbildung der Attentäter des ägyptischen Generalstaatsanwalts beteiligt gewesen war (Ma'an Nachrichtenagentur, 15. März 2016).
Interview mit Chalid Maschal
  • In einem Interview, das Chalid Maschal, Leiter des Politbüros der Hamas, dem TV-Kanal France24 gewährte, behauptete er, dass die Hamas kein Interesse an einem Krieg im Gazastreifen habe und intensive Bemühungen investiere, einen solchen Krieg zu vermeiden. Er behauptete, dass gerade Israel diejenige sei, die gelegentlich mit einem Krieg drohe.
  • Im Folgenden einige weitere Punkte, die bei diesem Interview angesprochen wurden (TV-Kanal France24, 14. März 2016):
  • Die aktuelle palästinensische Terrorkampagne:Laut Chalid Maschal besteht kein Zweifel, dass es sich um eine "Selbstverteidigung" handelt.Seinen Behauptungen nach gab es eine Reihe von Gründen, die zu dieser Intifada führten, darunter Israels Versuch, den Status quo auf dem Tempelberg zu ändern, Israels "Aggression" im Gazastreifen und in Judäa und Samaria, und die Sackgasse in den israelisch-palästinensischen Beziehungen.
  • Die Sicherheitskoordination zwischen den Sicherheitsapparaten der Palästinensischen Autonomiebehörde und Israel:Chalid Maschal behauptete, dass die Sicherheitskoordination dem nationalen palästinensischen Interesse entgegensteht und ihm schade.Die Koordination gibt Israel "eine freie Fahrt" und die Kühnheit,die Besatzung fortzusetzen.
  • Die Außenbeziehungen der Hamas:Chalid Maschal lehnte die ägyptischen Vorwürfe über die Beteiligung der Hamas an der Ermordung des ägyptischen Generalstaatsanwalts ab. Er behauptete, dass sich die Hamas niemals in die inneren Angelegenheiten irgendeines Landes einmischte. Im Bezug auf den Iran behauptete er, dass dieser seine Unterstützung der Palästinenser als Reaktion auf die Position der Hamas vis-à-vis des syrischen Regimes gestoppt habe. Er fügte allerdings hinzu, dass die Beziehungen zum Iran zwar Schaden genommen haben, jedoch nicht abgebrochen wurden, und dass beiden Seiten weiterhin in Kontakt seien.
  • Das Eindringen der IS in den Gazastreifen:Chalid Maschal behauptete, die IS könne nicht in den Gazastreifen eindringen,dadie Hamas und die anderen palästinensischen Organisationen es nicht zulassen würden.Die Hamas propagiert einen gemäßigten Islam,der zwar der israelischen Besatzung widersteht, aber gleichzeitig für alle Araber, Muslime und Christen offen bleiben soll.

[1] Stand: 15. März 2016. Diese Statistiken enthalten keine abgefeuerten Mörsergranaten und keine Raketenabstürze innerhalb des Gazastreifens.
[2]  Diese Statistiken beinhalten nicht den Beschuss mit Mörsergranaten.