Nachrichten zum Terror und zum israelisch-palästinensischen Konflikt (10.-16. Februar 2016)

Passfoto der Attentäterin Kilzar Muhammad Abd Al-Halim Al-Awiwi (17), die eine Messerstechattacke in Hebron verübte

Passfoto der Attentäterin Kilzar Muhammad Abd Al-Halim Al-Awiwi (17), die eine Messerstechattacke in Hebron verübte

handschriftliche Notiz der Attentäterin in einem ihrer Schulhefte: “Wer Gott begegnen will, dem will Gott auch begegnen” (Facebook-Seite PALDF, 14. Februar 2016)

handschriftliche Notiz der Attentäterin in einem ihrer Schulhefte: “Wer Gott begegnen will, dem will Gott auch begegnen” (Facebook-Seite PALDF, 14. Februar 2016)

Mohammed Amru in Uniform und mit einer Waffe der palästinensischen Sicherheitsorgane (Facebook-Seite QUDSN, 15. Februar 2016)

Mohammed Amru in Uniform und mit einer Waffe der palästinensischen Sicherheitsorgane (Facebook-Seite QUDSN, 15. Februar 2016)

Omar Mohammed Amru hält ein Kalaschnikow-Gewehr (Facebook-Seite PALDF, 15. Februar 2016)

Omar Mohammed Amru hält ein Kalaschnikow-Gewehr (Facebook-Seite PALDF, 15. Februar 2016)

Traueranzeige der Hamas (Facebook-Seite PALDF, 16. Februar 2016)

Traueranzeige der Hamas (Facebook-Seite PALDF, 16. Februar 2016)

Gewalttätige Auseinandersetzungen beim Grenzübergang Erez im nördlichen Gazastreifen (Facebook-Seite Quds, 12. Februar 2016)

Gewalttätige Auseinandersetzungen beim Grenzübergang Erez im nördlichen Gazastreifen (Facebook-Seite Quds, 12. Februar 2016)

Gewalttätige Auseinandersetzungen beim Grenzübergang Erez im nördlichen Gazastreifen (Facebook-Seite Quds, 12. Februar 2016)

Gewalttätige Auseinandersetzungen beim Grenzübergang Erez im nördlichen Gazastreifen (Facebook-Seite Quds, 12. Februar 2016)

Der palästinensiche Aktivist Maflah Asa’d Abd Al-Wahed Abu Aazra alias Abu Abdallah aus Rafah kämpfte in den Reihen des IS in Libyen und kam in Tripoli ums Leben (Zamnpress, 16. Februar 2016)

Der palästinensiche Aktivist Maflah Asa’d Abd Al-Wahed Abu Aazra alias Abu Abdallah aus Rafah kämpfte in den Reihen des IS in Libyen und kam in Tripoli ums Leben (Zamnpress, 16. Februar 2016)

  • nDie palästinensische Terrorwelle dauert mit erhöhter Intensität an. Diese Woche kam es zu einer Reihe von Messerstechattacken und Anschlägen mit Schusswaffen. Ein Anschlag mit Schusswaffen, der von zwei Attentätern am Nablus-Tor der Jerusalemer Altstadt (einer der Brennpunkte der gegenwärtigen Terrorwelle) verübt wurde, stach besonders hervor. Einer der beiden Attentäter gehörte dem Sicherheitsapparat der Palästinensischen Autonomiebehörde an. Damit waren zum dritten Mal Angehörige des palästinensischen Sicherheitsorgane direkt an Anschlägen beteiligt, doch es hat sich bislang nur um Einzelfälle gehandelt und nicht um ein verbreitetes charakteristisches Phänomen im palästinensischen Sicherheitsapparat.
  • Die Familiedes hungerstreikenden Administrativhäftlings Mohammed Al-Qiq berichtete an einer eigens einberufenen Pressekonferenz über seinen schlechten Gesundheitszustand und rief Mahmoud Abbas auf, sich dringend für seine Rettung einzusetzen. Palästinensische Vertreter forderten die internationale Gemeinschaft auf, seine Freilassung zu erwirken. In Judäa und Samaria sowie im Gazastreifen kam es zu Solidaritätskundgebungen mit Qiq, bei denen zur Verschärfung der Konfrontation mit Israel aufgerufen wurde.
Anschläge und Anschlagsversuche in der vergangenen Woche
  • n14. Februar 2016 – Anschlag mit Schusswaffen:
  • Zwei mit nachgeahmten M16-Gewehren bewaffnete Palästinenser schossen in der Nähe der Straßenbahnstation beim Nablustor in Jerusalem auf Polizisten. Ein junger Mann, der mit einer Plastiktüte in der Hand die Straße entlang ging, erregte den Verdacht der Polizisten. Diese riefen ihm zu, er soll stehenbleiben und die Tüte zu Boden legen, worauf der junge Mann eine Waffe aus dem Sack zog und das Feuer eröffnete. Die Polizisten schossen zurück und neutralisierten den Angreifer. Unmittelbar danach wurden Polizisten in der Nähe von einem anderen Palästinenser beschossen. Die Polizisten verfolgten ihn, eröffneten das Feuer, trafen und töteten ihn. Laut palästinensischen Medienberichten handelte es sich bei den beiden Schützen um Omar Mohammed Ahmed Amru and Mansour Yasser Abd al-Aziz Shawamra beide 20, aus dem Dorf Al-Qubeiba (nordwestlich von Jerusalem). Die Hamas veröffentlichte eine Traueranzeige (Facebook-Seite PALDF, 16. Februar 2016).
  • Omar Mohammed Ahmed Amru war Angehöriger der Sicherheitsorgane der Palästinensischen Autonomiebehörde. Laut Fatah-Leuten aus seinem Dorf war er lokaler Parteiaktivist. Vor zwei Jahren sei er in die nationalen palästinensischen Sicherheitsdienste eingetreten und habe im Regiment 1 gedient, das in Hebron stationiert sei. Zum dritten Mal in der gegenwärtigen Terrorwelle war damit ein Angehöriger der Sicherheitsorgane der Palästinensischen Autonomiebehörde direkt an Anschlägen gegen Israel beteiligt. Dennoch ist immer noch von Einzelfällen auszugehen und nicht von einem Phänomen, welches das Verhalten der palästinensischen Sicherheitsorgane charakterisiert. Auf den Websites der Sicherheitsorgane werden die drei Attentäter nicht erwähnt.
  • Bewohner des Dorfes, aus dem Mansour Yasser Abd Al-Aziz Shawamra stammt, berichteten, er habe als Tischler gearbeitet und sei Alleinernährer seiner Familie gewesen. Er habe sich regelmäßig an Auseinandersetzungen mit den israelischen Sicherheitskräften beteiligt, sei einmal verletzt worden und im Ofer-Gefängnis inhaftiert gewesen (Al-Arabi Al-Jadeed; Facebook-Seite PALDF, Ma’an, 15. Februar 2016).
  • 14. Februar 2016 – Messerstechatta>

Links: Traueranzeige der Hamas zum Tod von Naim Safi; rechts: Offizielles Begräbnis der Palästinensischen Autonomiebehörde mit militärischen Ehren. Die Leiche des Verstorbenen wird von Angehörigen der Palästinensischen Sicherheitsorgane getragen (Facebook-Seite PALDF, 15. Februar 2016)
Links: Traueranzeige der Hamas zum Tod von Naim Safi; rechts: Offizielles Begräbnis der Palästinensischen Autonomiebehörde mit militärischen Ehren. Die Leiche des Verstorbenen wird von Angehörigen der Palästinensischen Sicherheitsorgane getragen (Facebook-Seite PALDF, 15. Februar 2016)

  • 13. Februar 2016 – Messerstechatta>Demonstrationen und Ausschreitungen
  • Neben den erwähnten Terroranschlägen dauerten auch die Demonstrationen, Protestmärsche, Ausschreitungen, Steinwürfe sowie die Attentate mit Brandsätzen und Rohrbomben in Judäa, Samaria und Jerusalem an. In der vergangenen Woche kam es in Judäa und Samaria erneut zu zahlreichen Solidaritätskundgebungen mit dem hungerstreikenden Administrativhäftling Mohammed Al-Qiq. Palästinensische Führer riefen in diesem Zusammenhang auch dazu auf, den Kampf gegen Israel zu intensivieren (Twitter-Konto Palinfo, 15. Februar 2016). Bei der Bestattung getöteter Palästinenser in Hebron und Al-Arub kam es zu Ausschreitungen und Straßenkämpfen mit israelischen Sicherheitskräften.
  • Nachfolgend eine Zusammenstellung herausragender Zwischenfälle (einschließlich einiger vereitelter Anschläge):
  • 16. Februar 2016– Am Nablustor in der Jerusalemer Altstadt weckte ein junger Palästinenser den Verdacht von Polizisten. Bei der Überprüfung des jungen Mannes entdeckten die Polizisten ein Messer in seinem Ärmel. Der Palästinenser, Salim Ahmed Walid Ali (28), aus der Region Jenin, wurde verhaftet und dem Verhör zugeführt.
  • 15. Februar 2016– Eine junge Palästinenserin wurde in der Nähe des Nablustors verhaftet, nachdem zwei Messer bei ihr gefunden worden waren. Die Palästinenserin hatte den Verdacht der Sicherheitskräfte vor Ort geweckt. Bei ihrer Überprüfung zog sie ein großes Messer aus ihrem Kleid hervor, worauf die junge Frau verhaftet wurde. Bei der Durchsuchung ihrer Tasche wurde ein weiteres Messer gefunden.
  • 14. Februar 2016 –
  • Nachdem eine Warnung eingegangen war, dass bei Araqa (östlich von Jenin) zwei Palästinenser Steine werfen und versuchen, die Sperranlage zu überqueren, traf eine israelische Armeepatrouille am Ort ein, worauf einer der Palästinenser, der mit einem M16-Gewehr bewaffnet war, das Feuer auf die israelische Einheit eröffnete. Diese erwiderte das Feuer und tötete die beiden Angreifer, bei denen später auch Messer gefunden wurden.
  • Bei den beiden Palästinensern handelte es sich um Nihad Raed Waked und Fuad Marwan Khaled Waked, zwei 15-jährige Cousins aus dem Dorf Al-Araqa (östlich von Jenin) (Facebook-Seite PALDF, 14. Februar 2016). Die beiden waren Schüler der 10. Klasse in einer Schule in Jenin. Die Hamas und die Fatah veröffentlichten Traueranzeigen. Die Leichname wurden in Fahnen der Fatah eingewickelt.

Links: Nahed Waked (Facebook-Seite von Nahed Waked, 1. Februar 2016); Mitte: Fuad Waked (Facebook-Seite Shahab, 14. Februar 2016); rechts: das M16-Gewehr, das bei einem der Attentäter gefunden wurde

Links: Nahed Waked (Facebook-Seite von Nahed Waked, 1. Februar 2016); Mitte: Fuad Waked (Facebook-Seite Shahab, 14. Februar 2016); rechts: das M16-Gewehr, das bei einem der Attentäter gefunden wurde

  • Fuad Waked war auf Facebook nicht sonderlich aktiv. Er schrieb alle zwei bis drei Wochen einen Post. Ganz anders die Facebook-Seite von , Nihad Waked, die sehr intensiv geführt wurde und Andeutungen zur beabsichtigen Terroraktivität enthielt. So sind auf seiner Seite seit Beginn der gegenwärtigen Terrorwelle zahlreiche Äußerungen erschienen, die den Terror befürworten und die „Märtyrer“ verherrlichen. Zudem scheint er selbst an den Auseinandersetzungen mit den israelischen Sicherheitskräften teilgenommen zu haben. In den letzten eineinhalb Monaten schrieb er drei Posts pro Woche, früher manchmal täglich (Facebook-Seite Shihab, 14. Februar 2016; Facebook-Seiten von Nihad Waked und Fuad Waked).
  • 14. Februar 2016– Fährtenleser der israelischen Armee entdeckten an der Auffahrt zum Ebal-Berg (über Nablus) einen Sprengsatz, der durch ein Mobiltelefon gezündet werden sollte. Sprengstoffexperten entschärften ihn. Es entstand kein Schaden.
  • 14. Februar 2016– Im Verlaufe einer Operation im Flüchtlingslager Dheheishe (Region Betlehem) verhafteten die israelischen Sicherheitskräfte drei hochrangige Mitglieder der Volksfront für die Befreiung Palästinas, die sich an der Aufwiegelung zur Gewalt und an Drohungen gegen die israelischen Sicherheitskräfte beteiligten (Facebook-Seite Red Alert, 14. Februar 2016).
  • 13. Februar 2016– Vier Grenzwachsoldaten wurden leicht verletzt, als ein palästinensischer Fahrer mit seinem Fahrzeug mit dem Jeep der Soldaten zusammenstieß. Der Fahrer, der illegale Aufenthalter transportierte, versuchte offenbar einer Kontrolle zu entgehen. Die Soldaten eröffneten das Feuer auf den flüchtenden Fahrer. Dabei wurden zwei Mitfahrer verletzt. Die palästinensische Regierung der nationalen Einheit verurteilte den Einsatz von Schusswaffen gegen die Palästinenser, die nach ihrer Darstellung „in einen Verkehrsunfall verwickelt waren“ (Wafa, 13. Februar 2016).
  • 11. Februar 2016– Ein Fahrzeug auf der Schnellstraße 443 wurde bei der Tankstelle Dor Alon mit Steinen beworfen. Dabei wurde die Frontscheibe des Fahrzeugs beschädigt (Facebook-Seite Red Alert, 11. Februar 2016).
  • 10. Februar 2016– Ein Palästinenser meldete der Polizei, jemand habe bei der Ortschaft Karnei Schomron ein Beil auf die Frontscheibe seines Fahrzeugs geworfen. Darauf nahm die Polizei einen verdächtigen israelischen Bürger aus der Ortschaft Karnei Schomron fest. Es war niemand zu Schaden gekommen, aber das Fahrzeug wurde beschädigt.
  • 10. Februar 2016 –
  • Bei Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Demonstranten und den israelischen Sicherheitskräften beim Flüchtlingslager Al-Arub (nördlich von Hebron) wurden Schüsse auf Demonstranten abgegeben, die die israelischen Soldaten gefährdeten. Dabei wurde ein sechzehnjähriger Junge schwer verletzt und erlag später seinen Verletzungen. Die Palästinensische Autonomiebehörde veranstaltete für den Toten ein offizielles Begräbnis für Militärangehörige. Die Leiche wurde von Angehörigen der palästinensischen Sicherheitsorgane und palästinensischen Polizisten getragen (Wafa, 11. Februar 2016).
  • Beim Toten handelt es sich um Omar Yusuf Madhi Jawabra (16) aus dem Flüchtlingslanger Al-Arub. Seine Mutter erzählte, er habe jeweils auf dem Heimweg von der Schule an Straßenkämpfen mit den israelischen Sicherheitskräften teilgenommen. Ismail Haniyeh, der stellvertretende Vorsitzende des Hamas-Politbüros, telefonierte mit den Angehörigen des Getöteten und sagte, der Tod der Märtyrer sei nicht vegebens, sie „tragen die Fackel, die den Weg nach Jerusalem erleuchtet“ (Website Hamas, 12. Februar 2016)

Links: Omar Yusuf Madhi Jawabra wird an einem offiziellen Militärbegräbnis der Palästinensischen Autonomiebehörde zu Grabe getragen; rechts: Omar Yusuf Madhi Jawabra  (Facebook-Seite PALDF, 10. Februar 2016)
Links: Omar Yusuf Madhi Jawabra wird an einem offiziellen Militärbegräbnis der Palästinensischen Autonomiebehörde zu Grabe getragen; rechts: Omar Yusuf Madhi Jawabra  (Facebook-Seite PALDF, 10. Februar 2016) 

  • 9. Februar 2016– Palästinenser warfen bei Al-Arub auf der Straße zwischen Gush Etzion und Hebron drei Molotow-Cocktails auf vorbeifahrende Fahrzeuge geworfen. Es wurde niemand verletzt und es entstand kein Sachschaden.
Monatlicher Terrorbericht des Schin Bet (Januar 2016)[1]
  • Laut Bericht des israelischen Inlandgeheimdienstes Schin Bet hielt die rückläufige Tendenz bei der Zahl der Terroranschläge im Januar 2016 an. Insgesamt ereigneten sich im Januar 166 Anschläge, davon 136 mit Molotov-Cocktails, verglichen mit 239 Anschlägen im Dezember 2015. Nachfolgend die Daten im Detail:
  • Geografische Aufteilung– 126 Anschläge wurden in Judäa und Samaria verübt (gegenüber 194 im Dezember 2015). 39 Anschläge ereigneten sich in Jerusalem (43 im Dezember 2015). Ein Anschlag ereignete sich innerhalb der Grenzen von 1967, nämlich der Anschlag an der Dizengoff-Straße (verglichen mit zwei im Vormonat).
  • Opfer– Bei den Anschlägen im Januar 2016 kamen fünf israelische Bürger ums Leben (drei bei dem Schusswaffenanschlag in Tel Aviv und zwei (Frauen) bei einer Messerstechattacke.
  • Art des Anschläge– Die meisten Anschläge, 136 an der Zahl, wurden mit Molotov-Cocktails ausgeführt, darunter 35 in Jerusalem. Zudem ereigneten sich neun Messerstechattacken, vier davon in Jerusalem, 12 Bombenattentate und acht Anschläge mit leichten Schusswaffen.
Raketen- und Mörsergranatenbeschuss israelischen Gebietes
  • In der vergangenen Woche wurden keine Raketeneinschläge auf israelischem Gebiet registriert.

Raketen- und Mörsergranatenbeschuss israelischen Gebietes

Gewalttätige Demonstrationen und Terror am Grenzzaun
  • Im Gazastreifen, in der Nähe des Grenzzaunes zu Israel, ereigneten sich erneut gewalttätige Solidaritätskundgebungen mit den Palästinensern in Judäa, Samaria und Jerusalem. Am 12. Februar kam es beim Grenzübergang Erez im nördlichen Gazastreifen zu Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und den israelischen Streitkräften (Facebook-Seite Quds, 12. Februar 2016).
Grenzübergang Rafah
  • Der ägyptische Staatspräsident Abdel Fattah Al-Sisi beschloss die Öffnung des Grenzübergang Rafah für zwei Tage in beiden Richtungen (Al-Youm Al-Sabea, 11. Februar 2016). Darauf wurde der Grenzübergang am 13. Februar für Studenten und humanitäre Fälle geöffnet (Kanal TEN, 12. Februar 2016). Nach Ablauf der zweitätigen Öffnungszeit ordnete Präsident Sisi an, den Grenzübergang einen weiteren Tag offenzuhalten (Al-Youm Al-Sabea, 14. Februar 2016).
  • Ein ägyptischer Sicherheitsvertreter am Grenzübergang Rafah sagte, während der dreitägigen Öffnung für den palästinensischen Grenzverkehr hätten den Grenzübergang 2.883 Personen in beiden Richtungen passiert. Zudem habe Ägypten in jenen Tagen 64 Lastwagen mit Zement und verschiedenen Rohmaterialien aus Katar zum Wiederaufbau des Gazastreifens die Durchfahrt in das Palästinensergebiet ermöglicht (Ma’an, 16. Februar 2016).

Links: Ägypten lässt einen mit Zement beladenen Lastwagen am Grenzübergang Rafah in den Gazastreifen passieren; rechts: Palästinenser am Grenzübergang Rafah bei der Rückkehr in den Gazastreifen (Facebook-Seite des palästinensischen Innenministeriums in Gaza, 13. Februar 2016)
Links: Ägypten lässt einen mit Zement beladenen Lastwagen am Grenzübergang Rafah in den Gazastreifen passieren; rechts: Palästinenser am Grenzübergang Rafah bei der Rückkehr in den Gazastreifen (Facebook-Seite des palästinensischen Innenministeriums in Gaza, 13. Februar 2016)

  • Ismail Haniyehsagte in einer Rede, das Problem des Grenzübergangs Rafah sei eine „offene Wunde“. Nur die ständige Öffnung des Grenzübergangs könne den Notstand im Gazastreifen beseitigen. Hinzufügend meinte er, die ständige Öffnung des Grenzübergangs sei ein humanitäres Bedürfnis der Palästinenser. Er betonte, die Palästinenser seien genau so auf Ägypten angewiesen, wie Ägypten die Palästinenserfrage nicht ignorieren könne (Al Jazeera, 13. Februar 2016).
Tunnels im Gazastreifen
Einsturz von Tunnels im Gazastreifen
  • Erneut starb beim Einsturz eines Tunnels ein Aktivist des militärischen Armes der Hamasin, diesmal in Khan Younes. Es handelte sich um Marwan Barham Ma‘rouf (27) aus Khan Younes (Quds Net, Website des militärischen Arms der Hamas, 9. Februar 2016). Ismail Haniyeh, Fathi Hamad und weitere Mitglieder der Hamas-Führung statteten der Familie des Verunglückten Kondolenzbesuche im Trauerzelt ab, das in Khan Younes errichtet wurde (Palinfo, 12. Februar 2016). An einer Trauerzeremonie in Khan Younes sagte ein Aktivist der Izz Ad-Din Al-Qassam-Brigaden, die Hamas-Kämpfer würden ihre Arbeit im Untergrund fortsetzen, um die Tunnels wiederaufzubauen. (Website der Izz Ad-Din Al-Qassam-Brigaden, 12. Februar 2016).

Links: Plakate an der Trauerzeremonie zum Tod des verschütteten Hamas-Aktivisten; rechts: Traueranzeige des militärischen Arms der Hamas (Facebook-Seite Quds, 12. Februar 2016)
Links: Plakate an der Trauerzeremonie zum Tod des verschütteten Hamas-Aktivisten; rechts: Traueranzeige des militärischen Arms der Hamas (Facebook-Seite Quds, 12. Februar 2016)

Palästinenser aus Gaza stirbt als IS-Kämpfer in Libyen
  • Palästinensische Medien meldeten den Tod vonMaflah Asa’d Abd Al-Wahed Abu Aazra aliasAbu Abdallah aus Rafah. Er wurde als IS-Kämpfer bei Gefechten in der Region Tripoli getötet. Abu Abdallah war verheiratet und hatte zwei Kinder. Er verließ den Gazastreifen etwa vor einem Jahr. Von seiner Familie verlautete, sie hätten die Nachricht von seinem Tod am 15. Februar 2016 erhalten ohne dass weitere Details genannt wurden (Ma’anund Zamn Press, 16. Februar 2016).
Unterstützung für den hungerstreikenden Administrativhäftling Mohammed Al-Qiq dauert an
  • Die Familie von Mohammed Al-Qiq, der sich angeblich sei über 80 Tagen im Hungerstreik befindet, hat in Hebron eine Pressekonferenz abgehalten. Sie informierte über seinen sich verschlechternden Gesundheitszustand und riefen den Vorsitzenden der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, und den Premierminister der palästinensischen Regierung der Nationalen Einheit, Rami Hamdallah, auf, sofort zu handeln, um Al-Qiqs Leben zu retten. Die Familie dankte zudem all jenen, die für ihn auf die Straße gingen und rief die Öffentlichkeit auf, die Proteste fortzusetzen (Paltoday, 12. Februar 2016).
  • Palästinensische Vertreter machten weiterhin Israel für Al-Qiqs Zustand verantwortlich und forderten die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf Israel auszuüben:
  • Der Sekretär des PLO-Exekutivrates, Saeb Erekat, traf mit einer Delegation des Europäischen Parlaments zusammen und forderte die internationale Gemeinschaft auf, sich für die Freilassung Al-Qiqs einzusetzen und sein Leben zu retten (Dunia Al-Watan, 10. Februar 2016).
  • Ismail Haniyehrief die internationale Gemeinschaft auf, sich dringend für die Freilassung Al-Qiqs einzusetzen und sein Leben zu retten. Die Palästinensische Autonomiebehörde müsse Verantwortung übernehmen und für seine Freilassung sorgen. Zudem rief Haniyeh die palästinensische Öffentlichkeit auf, an Solidaritätskundgebungen für die Freilassung Al-Qiqs teilzunehmen und Druck auf Israel auszuüben (Dunia Al-Watan, 10. Februar 2016).
  • Der Justizminister der palästinensischen Regierung der Nationalen Einheit, Ali Abu Diyak, sagte, Israel „exekutiere“ Mohammed Al-Qiq langsam. Die täglichen Verbrechen Israels würden immer schlimmer und erforderten die Intervention der internationalen Gemeinschaft und der UN-Organisationen sowie die strafrechtliche Verfolgung vor einem internationalen Gerichtshof (Al-Fajr Al-Jadeed, 14. Februar 2016).
Palästinensisch-iranische Kontakte
  • Eine palästinensische Delegation, bestehend aus hochrangigen Vertretern der Hamas, des Islamischen Dschihad Palästina (PIJ) und der Volksfront für die Befreiung Palästinas, reiste in den Iran zu den Feierlichkeiten des 37. Jahrestages der islamischen Revolution. Die Delegation nutzte die Gelegenheit zu Gesprächen mit führenden Vertretern des Iran und der Hisbollah, um die Aussöhnung zwischen der Hamas und dem Iran voranzutreiben (Al-Mayadeen, 11. Februar 2016).
  • Bei einem Treffen mit der palästinensischen Delegation sagte der Vorsitzende des iranischen Parlaments (Majlis), Ali Larijani, der Iran unterstütze die Intifada und den „Widerstand“ der palästinensischen Organisationen gegen das „zionistische Regime“. Überdies rief er dazu auf, die Anliegen der Palästinenser zuoberst auf die Prioritätenliste der muslimischen Welt zu setzen. Der Vorsitzende der palästinensischen Delegation, Abu Omar Mohammed Nasser, dankte dem Iran für die Unterstützung des palästinensischen Volkes und sagte der Iran sei in den 37 Jahren des Bestehens der Islamischen Republik der größte Unterstützer der palästinensischen Sache gewesen (ISNA, 13. Februar 2016).
  • Hamas-Sprecher Osama Hamdan sagte, die eigene Politik sei mit dem Iran und der Hisbollah abgestimmt. Die Beziehungen zum Iran seien „stabil“ und nicht von äußeren Kommentaren beeinflusst. Hamdan bemerkte, der Iran vertrete einen Standpunkt, der klar für den palästinensischen Widerstand eintrete. Die iranische Unterstützung sei eines des Glieder in der Kette der iranischen Unterstützung für die Palästinenser, die auf verschiede Arten zum Ausdruck komme (Al-Mayadeen, 14. Februar 2016). 
  • In den sozialen Netzwerken im Internet und auf palästinensischen Websites werden die Attentäter weiterhin verherrlicht, Israel angeschwärzt und Aufrufe und bildliche Darstellungen veröffentlicht, die zur Fortsetzung der Anschläge, der Gewalt und der Steinwürfe anstacheln. Zwei Beispiele:

Links: Facebook-Eintrag der Hamas mit Bildern toter und verletzter Terroristen und der Aufschrift: „Stehe auf und übe Rache“ (Facebook-Seite PALDF, 15. Februar 2016); rechts: Hamas-Plakat, das zu Messerstechattacken anstachelt (Facebook-Seite PALDF, 14. Februar 2016)
Links: Facebook-Eintrag der Hamas mit Bildern toter und verletzter Terroristen und der Aufschrift: „Stehe auf und übe Rache“ (Facebook-Seite PALDF, 15. Februar 2016); rechts: Hamas-Plakat, das zu Messerstechattacken anstachelt (Facebook-Seite PALDF, 14. Februar 2016)

[1]  Website des israelischen Inlandgeheimdienstes Schin Bet.
[2]  Stand vom 16. Februar 2016. Diese Statistik versteht sich ohne Mörsergranatenbeschuss und ohne Raketen, die noch auf dem Gebiet des Gazastreifens einschlugen.

[3]  Diese Daten verstehen sich ohne Mörsergranatenbeschuss und ohne Raketen, die noch auf dem Gebiet des Gazastreifens einschlugen.