Die Ereignisse der Woche im Überblick
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Das internationale Engagement gegen den IS
Die Angriffe der USA und ihrer Koalitionspartner
- Auch diese Woche dauerten die Luftangriffe der USA und der anderen Staaten der internationalen Anti-IS-Koalition auf Ziele des IS an. Es wurden Dutzende von Angriffen mit Kampfflugzeugen, Bombern und Drohnen geflogen. Die Luftwaffen der USA und einiger weiterer Staaten verstärkten ihre Angriffsaktionen in den letzten Tagen. Berichten zufolge erfolgten die Angriffe fast stündlich (The Mirror, 8. Januar 2016).
- Nachfolgend eine Zusammenfassung der Angriffsoperationen (Website des amerikanischen Verteidigungsministeriums):
- In Syrienkonzentrierten sich die Angriffe auf die Regionen Ain Issa (nördlich von Ar-Raqqah), Manbij (Nordöstlich von Aleppo), Ar-Raqqah, Abu Kamal, Deir Ez-Zur und Marea (nördlich von Aleppo). Dabei wurden unter anderem Kampfstellungen, Gefechtsstände, Aktivisten, Waffenwerkstätten, Erdöl- und Erdgasanlagen, Bunker und Gebäude des IS getroffen.
- Im Irakstanden bei den Angriffen folgende Regionen im Mittelpunkt: Al-Qaim, Haditha, Erbil, Kisik, Mosul, Ramadi, Sinjar, Sultan Abdullah, Al-Baghdadi, Albu Hayat and Habbaniyah. Dabei wurden unter anderem IS-Aktivisten, Kampfstellungen, Artilleriegeschütze, Tunneleingänge, Truppensammelpunkte, Bunker, Gefechtsstände, Erdölraffinerien, Bombenwerkstätten und Scharfschützenstellungen getroffen, um nur einige Ziele zu nennen.
- Der amerikanische Nachrichtenkanal CNN berichtete von Angriffen der amerikanischen Luftwaffe im Zentrum der Stadt Mosul. Ein Angriff habe sich auf ein Gebäude gerichtet, in dem der IS Bargeld gelagert habe, das zur Deckung seiner laufenden Ausgaben diene. Es bleibt unklar, welche Summe dort genau gelagert war, doch es soll sich um Millionenbeträge gehandelt haben. Die USA erklärte, man beabsichtige weitere Finanzdrehscheiben des IS anzugreifen (CNN, 11. Januar 2016).
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Der Angriff auf ein Gebäude, das zur Aufbewahrung von Bargeld diente, ist Teil der Strategie der internationalen Anti-IS-Koalition unter der Führung der USA sowie auch Russlands, das wirtschaftliche Potenzial des IS zu schwächen. In diesem Rahmen wurden in den letzten Monaten massiv Tanklastwagen, Erdölförderanlagen und Tanklastwagenkolonnen auf dem Weg zum Verkauf von Öl (vor allem in der Türkei) angegriffen. Nach amerikanischen Schätzungen gingen die Einnahmen des IS von Erdöl- und Erdölprodukten aufgrund dieser Angriffe um rund 45% zurück. |
- Laut einem Bericht des Zentralkommandos der amerikanischen Luftwaffe stürzte am 7. Januar 2016 bei Al-Qaim in unmittelbarer Nähe der syrisch-irakischen Grenze eine Drohne seiner Verbände ab, nachdem der Operateur die Kontrolle über das Fluggerät verloren hatte. Der IS gab darauf bekannt, seine Aktivisten hätten die Drohne abgefangen, und veröffentlichte Bilder der Überreste (Aamaq, 8. Januar 2016; Sputnik, 9. Januar 2016).
- Zwei Tornado-Flugzeuge der deutschen Luftwaffe sind von der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik zu einer dreistündigen Aufklärungsmission über Syrien und dem Irak gestartet. Der Sprecher der Bundeswehr gab bekannt, die beiden Flugzeuge würden von jetzt an täglich für eine Aufklärungsmission genutzt, und fügte hinzu, die Türkei würde Zugang zu den gesammelten Informationen erhalten. Er betonte jedoch, der IS sei das Ziel der Ausspähungen, nicht die Kurden (RT, 9. Januar 2016).
Das russische Engagement im syrischen Bürgerkrieg
- Im Verlaufe der vergangenen Woche griff die russische Luftwaffe, Berichten zufolge, Ziele in folgenden Regionen an: Daraa, Aleppo, Latakia, Deir Ez-Zur, Damaskus, Hama, Idlib etc. Amerikanische Stellen kritisierten die russische Angriffspolitik erneut. Eine hochrangiger amerikanischer Vertreter, der anonym bleiben wollte, sagte, nur ein Drittel der russischen Luftangriffe richtete sich gegen IS-Ziele. Der hochrangige amerikanische Vertreter erklärte, die Russen hätten seit dem 30. September 2015 über 5.000 Angriffe ausgeführt, doch rund 70% davon hätten Organisationen der Opposition gegen Präsident Assad gegolten. Hinzufügend meinte er, Russland setzte Bomben ohne Leitsysteme ein, die ungenau seien und Schaden an zivilen Gebäuden anrichteten. Diese ungezielten Angriffe zwängen die Zivilbevölkerung zur Flucht, was zu einer bedeutenden Erhöhung der Flüchtlingszahlen geführt habe (Al-Arabiya TV, 9. Januar 2016).
- Ein zusammenfassender Bericht zum Jahr 2015 der Monatszeitschrift The Atlantic, die in Washington D.C. erscheint, befasst sich unter anderem auch mit dem russischen Engagement in den Kämpfen in Syrien im letzten Quartal 2015. Demnach haben die Russen mit ihrem Einsatz in Syrien bislang folgendes bewirkt:
- Unterstützung der syrischen Armee bei der Bekämpfung der Terrororganisationen, erstmals seit vier Jahren;
- Befreiung von achtzig Städten und Dörfern sowie einer Gebietsfläche von 500 Quadratkilometern aus der Hand der Terrororganisationen und deren Rückgewinnung durch die Assad-Armee;
- Die Aktivitäten der russischen Luftwaffe verschafften der syrischen Armee nach fünf Jahren ununterbrochenem Kampf eine „Verschnaufpause“.
Die wichtigsten Entwicklungen in Syrien
Allgemeine Übersicht
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Diese Woche gab es an den einzelnen Kampfschauplätzen in Syrien kaum nennenswerte Verschiebungen: Südöstlich von Homs griff die syrische Luftwaffe Stellungen und Befestigungen des IS in der Region Al-Qaryatayn an, einer Stadt, deren Rückeroberung nun von der syrischen Armee angestrebt wird. In der Umgebung des Tischrin-Staudammes, der jüngst von kurdischen Kräften erobert wurde, sowie östlich von Aleppo setzt der IS seinen Guerillakampf gegen kurdische Einheiten und gegen die syrische Armee fort (Einsatz von Autobomben sowie Raketen- und Mörsergranatenbeschuss). |
- Die kurdischen „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG) haben auf ihrer offiziellen Website einen Beitrag mit dem Titel „Kräftegleichgewicht im Krieg gegen feindliche Gruppierungen in Nordsyrien 2015“ eingestellt, der die Kampfanstrengungen der Gruppierung im vergangenen Jahr zusammenfasst. Demnach führten die YPG 2015 453 Operationen durch, bei denen 5.875 Menschen getötet wurden, vermutlich überwiegend IS-Aktivisten. Zudem enthält der Beitrag eine Zusammenstellung der dabei erbeuteten Waffen. Bei den Kämpfen kamen dem Bericht zufolge auch 680 kurdische Kämpfer ums Leben (Offizielle Website der YPG, 9. Januar 2016).
Der Tischrin-Staudamm
- Die Kämpfe zwischen dem IS und kurdischen Einheiten im Nordosten der Provinz Aleppo beim kürzlich von Kurden (mit Unterstützung lokaler Kräfte) eroberten Tischrin-Staudamm dauern an. Meldungen zufolge wurden bei den Gefechten mit IS-Aktivisten in der Nähe des Staudammes 13 YPG-Kämpfer getötet (Khatwa, 8. Januar 2016).
Das Umland des Luftwaffenstützpunktes Kweires
- Die syrische Armee versucht ihre Herrschaft über das Gebiet östlich von Aleppo weiter zu festigen. Vom ihrer Machtbasis auf dem Luftwaffenstützpunkt Kweires aus versucht sie, den IS weiter unter Druck zu setzen und gegen Norden vorzustoßen, um die Stadt Al-Bab einzunehmen. Derweil führt der IS seinen Guerillakrieg gegen die syrische Armee weiter. In der vergangenen Woche brachte er einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in der Nähe von syrischen Armeesoldaten beim Dorf Ayishah nördlich der Luftwaffenbasis zur Explosion.
Die Provinz Homs: Region Al-Quaryatayn
- Nach der Eroberung des Dorfes Mheen begann die syrische Armee auf die Stadt Al-Quaryatayn südöstlich von Homs vorzustoßen. In der vergangenen Woche kam es in jener Region zu Gefechten zwischen Armeeeinheiten und IS-Aktivisten, bei denen beide Seiten Verluste erlitten (Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, 8. Januar 2016). Die syrische Nachrichtenagentur SANA meldete, die syrische Armee habe mindestens 13 IS-Aktivisten getötet und Fahrzeuge zerstört (SANA, 8. Januar 2016). Die syrische Armee wurde von der eigenen Luftwaffe unterstützt, die Stellungen und Befestigungen des IS bombardierte (Twitter-Konto, 10. Januar 2016).
Die wichtigsten Entwicklungen im Irak
Allgemeine Übersicht
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- Der irakische Prermierminister behauptete, die meisten Luftangriffe gegen den IS im Irak würden von der irakischen Luftwaffe ausgeführt. Die Anti-IS-Koalition unter Führung der USA sei nur für ca. 40% der Angriffe verantwortlich. Dennoch, sei der Irak immer noch auf äußere Hilfe angewiesen (Sputnik, 11. Januar 2016). In diesem Zusammenhang wurde mitgeteilt, dass das amerikanische Außenministerium den Verkauf von militärischer Ausrüstung an den Irak im Wert von 800 Millionen Dollar bewilligt hat. Darunter befindet sich dem Vernehmen nach auch eine Lieferung von Panzerfäusten, Luft-Bodenraketen und begleitendes Material. Dieses Rüstungsmaterial sei für die Bekämpfung des IS bestimmt (Defence Talk, 11. Januar 2016).
Die Provinz Al-Anbar
Die Stadt Ramadi
- Der Sprecher des Rates der Provinz Al-Anbar erklärte am 11. Januar 2016, die Stadt Ramadi sei nach schweren Kämpfen um die letzten Widerstandsnester des IS in der Stadt nun vollständig von der Anwesenheit von IS-Aktivisten befreit (Al-Sharq Al-Awsat, 11. Januar 2016). Demgegenüber meldeten hohe Vertreter der irakischen Sicherheitsorgane, Einheiten der irakischen Sicherheitskräfte seien immer noch mit der Säubrung der Stadt beschäftigt, die noch nach wie vor nicht vollständig unter der Kontrolle der irakischen Regierung sei. Einer Mitteilung zufolge wurden die meisten Einwohner der Stadt evakuiert, um sie bei den Gefechten mit dem IS nicht zu gefährden. Unter den evakuierten Zivilisten hätten sich auch 11 getarnte IS-Aktivisten befunden, die auf diesem Weg zu entkommen versucht hätten (Al-Hayat, 10. Januar 2016).
Die Region Haditha
- Die Gefechte zwischen dem „Islamischen Staat“ und der irakischen Armee im Umkreis der Stadt Haditha nordwestlich von Ramadi dauern an. Berichten zufolge brachten Einheiten der irakischen Armee die Region Alsha’i südlich von Haditha unter ihre Kontrolle. Der Sprecher des Rates der Provinz Al-Anbar erklärte, Dutzende von IS-Aktivisten seien in den letzten Tagen bei den Kämpfen im Raum Haditha, Al-Baghdadi und Barwana getötet worden (Al-Sharq Al-Awsat, 11. Januar 2016). Die irakische Armee versucht demnach, ihr Herrschaftsgebiet auf die Städte und Dörfer entlang des Euphrat als ersten Schritt zur vollständigen Rückgewinnung der Kontrolle über die Provinz Al-Anbar auszuweiten (siehe Karte).
- Die irakische Armee ließ verlauten, bei Luftangriffen in der Region Barwana in der Nähe von Haditha seien einige hochrangige IS-Aktivisten getötet worden:
- Am 6. Januar 2016meldete die irakische Armee den Tod von Thamer Mohammed Matlub Hussein Al-Mahlawi, des so genannten „Kriegsministers“ des IS, zusammen mit drei seiner Begleiter, darunter ein weiteres IS-Führungsmitglied der Provinz Al-Anbar, Abu Adwan Al-Rawi Al-Mahlawi. Thamer wurde vom IS-Anführer Abu Bakr Al-Baghdadi zum Kommandeur des IS der Region Haditha ernannt (alarabiya.net, 6. Januar 2016; Russia al-Youm, 6. Januar 2016).
- Am 8. Januar 2016 gab die irakische Armee die Tötung des IS-Sprechers Abu Mohammad Al-Adnani bekannt (Al-Sumaria, 7. Januar 2016). Bis zum jetzigen Zeitpunkt gibt es dafür keine unabhängige Bestätigung. Taha Subhi Falaha alias Abu Muhammad Al-Adnani Al-Shami, war ein hochraniger IS-Aktivist syrischer Herkunft, der unter Abu Bakr al-Baghdadi die Amerikaner im Irak bekämpfte. Er wurde von den Amerikanern verhaftet und saß zwischen 2005 und 2010 im Gefängnis. Anfang 2013 wurde er zum Operationsverantwortlichen des IS ernannt und war vermutlich auch Mitglied des IS-Schura-Rates. Zuletzt war er offizieller Sprecher des IS. Al-Adnani hatte (am 29. Juni 2014) das islamische Kalifat in den vom IS in Syrien und im Irak eroberten Gebieten ausgerufen. Am 2. Januar 2014 berichteten die Medien, er sei bei einem Angriff der irakischen Luftwaffe im Al-Qaim-Distrikt der Provinz Al-Anbar verletzt worden (All 4 Syria, 2. November 2014).
- Am 10. Januar 2016kam Berichten zufolge Assi Ali Mohammed Nasser Al-Obeidi alias Abu Omar Al-Obeidi bei einem Angriff der irakischen Luftwaffe ums Leben. Abu Omar war der Militärkommandeur des IS im Raum Al-Jazeera (Wüstenregion zwischen Syrien und dem Irak) und zweiter Vize des IS-Anführers Abu Bakr Al-Baghdadi. Abu Omar Al-Obeidi soll sich in jüngster Zeit in Syrien aufgehalten haben und wurde angeblich zur Unterstützung der IS-Kräfte bei den Kämpfen in der Region Haditha herbeigerufen. Al-Obeidi ist ehemaliger Oberst der Republikanischen Garde des irakischen Staates unter Saddam Hussein. Er lernte den IS-Anführer, Abu Bakr Al-Baghdadi beim gemeinsamen Aufenthalt im amerikanischen Gefängnis kennen. Nach seiner Flucht aus dem Gefängnis schloss er sich dem IS an (Al-Naba News Agency, 9. Januar 2016; RT, 10. Januar 2016).
Bagdad
- Die Terroraktivitäten des IS in Bagdad und Umgebung dauern an.In der vergangenen Woche explodierte eine Autobombe in der Nähe eines Einkaufszentrums im östlichen Stadtteil Al-Ghadeer. Dabei wurden 18 Menschen getötet und Dutzende verletzt. Zudem wurde berichtet IS-Aktivisten hätten im Einkaufszentrum Geiseln genommen. Daraufhin hätten irakische Anti-Terror-Einheiten das Gebäude gestürmt, zwei IS-Aktivisten getötet und die Geiseln befreit. Einigen Attentätern sei die Flucht gelungen (Al-Arabiya; BCC; Aamaq; Reuters, 11. Januar 2016). Im RaumAl-Miqdadiyah nordöstlich von Bagdad ereigneten sich zwei Anschläge. Dabei wurden einige Dutzend Menschen getötet und rund fünfzig verletzt. Einer der Anschläge wurde durch einen Selbstmordattentäter mit einem Sprenggurt ausgeführt, der andere durch eine Autobombe (Al-Ahed; Al-Sumaria, 11. Januar 2016). Der IS bekannte sich zu den Anschlägen.
Ägypten und die Sinaihalbinsel
- Im Verlaufe der vergangenen Woche setzten die ägyptischen Sicherheitskräfte die Operation „Recht des Märtyrers“ gegen Ziele des IS fort. Einer Sicherheitsquelle zufolge zerstörte die ägyptische Armee ein Lagerhaus im Süden von Rafah, wo große Waffenmengen gefunden wurden (Al-Watan, 7. Januar 2016). Zudem töteten die ägyptischen Sicherheitskräfte etwa zwanzig Aktivisten der Provinz Sinai des IS im Süden von Sheikh Zuweid, verhafteten 25 Aktivisten und stellten umfangreiches Waffenmaterial und Ausrüstung sicher. Im südlichen Rafah töteten die ägyptischen Sicherheitskräfte das palästinensische IS-Mitglied Mohammed Ramzi Al-Aati, das durch Tunnels aus dem Gazastreifen in den Sinai eingedrungen war, um sich dem IS anzuschließen (Portal Veto, 8. Januar 2016).
- Trotz intensiver militärischer Tätigkeit der Staatsorgane dauerte die Guerillatätigkeit der Provinz Sinai des IS gegen die ägyptischen Sicherheitskräfte an. Zum Teil konnten die Anschläge vereitelt werden:
- Am 11. Januar 2016sprengten die ägyptischen Sicherheitskräfte zwei Bomben an der Straße zum Flugplatz im Süden von El-Arish (Sinaielez@, 11. Januar 2016).
- Am 9. Januar 2016wurden ein Offizier und vier Soldaten bei der Explosion zweier gepanzerter Mannschaftswagen der ägyptischen Polizei im Zentrum von El-Arish und im Süden der Stadt verletzt (Sky News, 9. Januar 2016).
- Am 8. Januar 2016wurden ein Offizier und ein Soldat bei der Explosion eines gepanzerten Mannschaftswagens im Westen von Rafah verletzt (Al-Watan, 8. Januar 2016).
- Am 8. Januar 2016zündeten IS-Aktivisten unweit von Karam Al-Kawadis östlich von El-Arish einen Sprengsatz, der gegen einen Schützenpanzer der ägyptischen Armee gerichtet war (Akhbar al-Muslimeen, 9. Januar 2016).
- Am 8. Januar 2016meldeten die ägyptischen Sicherheitskräfte, in einem Dorf südlich von Rafah einen Anschlag mit einer Autobombe vereitelt zu haben.
- Am 7. Januar 2016 wurde die Hauptgasleistung von El-Arish im Westen der Stadt gesprengt. Erste Nachforschungen ergaben, dass der IS-Ableger im Sinai dahintersteht. Bei der Explosion kam niemand zu Schaden (Al-Youm al-Sabea, 7. Januar 2016). Später veröffentlichte die Provinz Sinai des IS ein entsprechendes Bekennerschreiben (IS-nahes Twitter-Konto, 7. Januar 2016).
- Am 7. Januar 2016vereitelte die ägyptische Armee einen Angriffsversuch auf einen Armeeposten im Süden von Rafah. Drei Bewaffnete wurden getötet und acht weitere verletzt (Sky News, 7. Januar 2016).
- Am 7. Januar 2016 beschossen IS-Aktivisten eine Einheit der ägyptischen Armee in El-Arish mit Raketen (Akhbar Al-Muslimeen, 8. Januar 2016). Der IS dokumentierte den Vorfall und stellte den Film ins Netz (Filesharingsite shortwiki.org, 8. Januar 2016).
- Am 5. Januar 2016bekannte sich die Provinz Sinai des IS zur Tötung des Journalisten Alaa Ahmed Salim im Nordsinai. Der Journalist war vor einigen Tagen vom IS entführt worden. Seine Leiche wurde östlich von El-Arish gefunden und trug Schussspuren (Portal Veto, 5. Januar 2016).
- Im ägyptischen Kernland, das heiß um Kairo und am Roten Meer, ereigneten sich einige Anschläge, die gegen Touristen und Sicherheitskräfte gerichtet waren. Vermutlich stand der IS dahinter:
- 7. Januar 2016: Rund 15 vermummte Bewaffnete eröffneten das Feuer auf einen Touristenbus, der auf eine arabisch-israelische Reisegruppe (aus Um Al-Fahm, Kafr Qassem and Jaffa) wartete, die in Gizeh bei Kairo unterwegs war. Zum Zeitpunkt des Angriffs war der Bus leer, sodass niemand zu Schaden kam. Einige Angreifer konnten von den ägyptischen Sicherheitskräften gefasst werden. Der IS-Ableger in Ägypten bekannte sich zum Beschuss des Touristenbusses. In einer Erklärung hieß es, der Anschlag sei auf Anweisung des Anführers Abu Bakr Al-Baghdadi erfolgt, die Juden überall anzugreifen (Aamaq, 8. Januar 2016; Akhbar Al-Muslimeen, 8. Januar 2016; Al-Youm Al-Sabea, 7. Januar 2016).
- Am 9. Januar 2016wurden Ahmed Fahmi, Chef der ägyptischen Verkehrspolizei in Al-Munib südlich von Gizeh, und ein Verkehrspolist, die in einem Auto unterwegs waren, erschossen (Al-Masry al-Youm, 9. Januar 2016). Die Provinz Ägypten des IS bekannte sich zum Anschlag (IS-nahes Twitter-Konto, 9. Januar 2016).
- Am 9. Januar 2016betraten zwei Bewaffnete das Hotel Bella Vista im ägyptischen Badeort Hurghada am Roten Meer und eröffneten das Feuer auf anwesende Hotelgäste. Dabei wurden laut Berichten zwei Touristen aus Dänemark und Deutschland verletzt (Sky News, 9. Januar 2016). Die beiden Angreifer wurden von ägyptischen Sicherheitskräften erschossen. Später stellte sich heraus, dass sie Sprengstoffgürtel am Körper trugen (Al-Arabiya, 9. Januar 2016). Ägyptische Sicherheitsquellen berichteten, bei den bewaffneten Angreifen sei eine IS-Fahne gefunden worden und sie hätten beim Betreten des Hotels „Allahu Akhbar“ gerufen (Sky News, 9. Januar 2016).
Der Weltdschihad in weiteren Ländern
Libyen
- Bei der Explosion einer Autobombe in einem Ausbildungslager der Polizei in der Stadt Zliten(zwischen Tripoli und Misrata im Nordwesten Libyens) wurden mindestens siebzig Menschen getötet und über zweihundert verletzt. Die Provinz Tripoli des IS übernahm die Verantwortung für den Anschlag.
- Ein Selbstmordattentäter steuerte in den Morgenstunden einen mit Sprengstoff präparierten Tanklastwagen auf das Eingangstor des Ausbildungslagers zu und zündete die Sprengladung, als dort gerade der Morgenappell stattfand. In der Erklärung des IS heißt es, der Anschlag sei von einem Aktivist namens Abdullah Al-Muhajer ausgeführt worden und es werde weitere Anschläge geben bis ganz Libyen in der Hand des IS sei (Al-Wasat, 7. Januar 2016; Website des libyschen Innenministeriums, 7. Januar 2016; aljazeera.net, 7. Januar 2016; Akhbar Libya 24, 7. Januar 2016; Akhbar Dawlat al-Islam, 8. Januar 2016).
Bengasi
- Der IS veröffentlichte ein Videoclip, der den Absturz eines Kampfflugzeugs der die Regierung in Tobruk unterstützenden libyschen Armee über der Stadt Bengasi dokumentieren soll. Der IS behauptet, das Flugzeug am 4. Januar 2016 durch Flugabwehrfeuer abgeschossen zu haben (Aamaq, 6. Januar 2016).
Türkei
- In den Morgenstunden des 12. Januar 2016 erschütterte eine schwere Explosion den Sultan-Ahmed-Platz vor der Blauen Moschee in Istanbul. Zehn Menschen, allesamt Touristen, kamen dabei ums Leben, 15 weitere Menschen wurden verletzt. Zur Stunde hat noch niemand die Verantwortung für den Anschlag übernommen. Laut dem türkischen Premierminister soll die Tat von einem Selbstmordattentäter des IS begangen worden sein. Laut Einschätzungen der türkischen Sicherheitsdienste handelte es sich um den 28-jährigen Nabil Fadli, der in Saudi-Arabien geboren worden sei und sich in Syrien aufgehalten habe. In jüngster Zeit sei er aus Syrien kommend in die Türkei eingereist. Der Ahmed-Platz ist einer der bedeutendsten Tourismusbrennpunkte in Istanbul, in der es nicht an Touristenattraktionen fehlt, und tagsüber meist dicht besetzt. Unter den Toten befinden sich neun deutsche Staatsbürger (Haaretz; Israel Hayom, 12. Januar 2016).
Frankreich
- Am Mittag des 7. Januar 2016 betrat ein unbekannter Mann eine Polizeiwache im 18ten Arrondissement in Paris, zog ein Messer und schrie „Allahu Akbar“. Die anwesenden Polizisten befürchteten, der Mann könnte eine Sprengstoffweste tragen und erschossen ihn auf der Stelle. Bei der Überprüfung der Leiche des Angreifers wurde festgestellt, dass es sich bei der Sprengstoffweste um eine Attrappe handelte. Der Angreifer trug ein in arabischer Sprache verfasstes Bekennerschreiben mit einer aufgedruckten IS-Fahne auf sich. Möglicherweise handelte es sich um eine weitere vom IS inspirierte aber nicht von ihm direkt gelenkte Tat, die sich in die zahlreichen solchen Vorfälle in Frankreich und in weiteren westlichen Staaten einreiht.
USA
- An einem Fußgängerüberweg in Philadelphia stürmte ein Mann in einem langen weißen Kleid auf einen Streifenwagen der Polizei zu, in dem ein Polizeioffizier saß, und beschoss ihn aus einer Pistole. Der Polizeioffizier erwiderte das Feuer und verletzte den Angreifer. Nach der Verhaftung gab der Attentäter zu Protokoll, er habe für den IS gehandelt. Aufnahmen von Überwachungskameras, die die Szene festhielten, lassen darauf schließen, dass der Angreifer mit Tötungsabsicht handelte (CNN, 9. Januar 2016). Auch dieser Anschlag könnte vom IS inspiriert gewesen sein.
Bangladesch
- Am 7. Januar 2016 gab der IS bekannt, dass seine Aktivisten in der Provinz Jhenaidah rund 132 Km südwestlich der Hauptstadt Dhaka einen christlichen Missionar erstochen hätten (Aamaq, 7. Januar 2016).
Terrorvereitlung und vorbeugende Maßnahmen
USA
- Der amerikanische Präsident, Barack Obama, bewilligte die Bildung der neuen Cyber-Einsatztruppe Countering Violent Extremism Taskforce gegen den IS, die dessen Propaganda im Internet bekämpfen soll. Die Mitteilung über die Bildung der Taskforce erfolgte, nachdem Präsident Obama an der letzten Generalversammlung der Vereinigten Nationen erklärt hatte, es gelte der Gehirnwäsche des IS im Internet ein Ende zu bereiten und die Organisation daran zu hindern, über das Internet neue Aktivisten zu rekrutieren. Für das Programm wurden 5 Millionen Dollar bereitgestellt (Daily Star, 9. Januar 2016). Hohe Vertreter des Weißen Hauses und der Beraterstab des Präsidenten für innere Sicherheit trafen mit Vertretern von Firmen im Silicon Valley zusammen, um die Möglichkeiten der Bekämpfung des Terrors und des gewalttätigen Extremismus im Internet zu prüfen (Website des Weißen Hauses, 8. Januar 2016).
- Das FBI verhäftete zwei im Irak geborene palästinensische Migranten, denen Kontakte zum IS in Syrien vorgeworfen wurden. Einer wurde in Kalifornien verhaftet, der andere in Texas. Einer von ihnen besaß Kriegserfahrung. Er hatte gegen das Assad-Regime gekämpft und war 2012 in die USA emigriert. Danach reiste er erneut in den Kampf und kehrt im Januar 2014 in die USA zurück. Die beiden – wie sie untereinander Kontakt aufnahmen, ist unklar – beabsichtigten nach Syrien zu gelangen. Dazu machten sie auch von den sozialen Netzwerken im Internet Gebrauch (AP, 8. Januar 2016).
- Der Oberkommandierende des Südkommandos der US-Armee, John Kelly,sagte, im vergangenen Jahr hätten sich rund 150 islamistische Aktivisten aus der Karibik nach Syrien und Irak begeben, um sich dem IS anzuschließen. Einige von ihnen seien getötet worden. Er äußerte Besorgnis über die Gefahr, die von Rückkehrern ausgehen könnte. Es genüge, wenn nur einzelne terroristisch tätig würden. Die Gefahr sei in der Karibik besonders groß, da es dort keine Sicherheitsstrukturen gebe, die mit jenen in den USA vergleichbar seien. Die USA unterstütze deshalb diese Länder nach Kräften, bemerkte Kelly. (caribbean360.com, 10. Januar 2016).
Türkei
- Bei der Untersuchung des Terroranschlags eines IS-Aktivisten in Ankara im Oktober 2015, bei dem 102 Menschen den Tod fanden, stellte sich heraus, dass sich allein in Ankara 450 Personen dem IS anschlossen. Rund hundert von ihnen seien im Bombenbau ausgebildet worden. Zudem fanden die Ermittler heraus, dass in Ankara gleichzeitig acht Terrorzellen operierten. Sie hätten Anschläge auf Vergnügungszentren, ein Wohnquartier des Marinekommandos, eine Militärakademie, eine Moschee der Jafari-Sekte etc. geplant. Zwei Aktivisten, die verdächtigt wurden, Information über mögliche Angriffsziele am Silvesterabend gesammelt zu haben, wurden verhaftet (www.sozcu.com.tr, 9. Januar 2016).
- Bei einer Polizeioperation in der südtürkischen Provinz Mersin (nach dem Anschlag in Istanbul) wurden 31 Personen verhaftet, die verdächtigt wurden, Kontakte zum IS zu unterhalten. Unter den Verhafteten befanden sich 25 syrische Staatsbürger (Today’s Zaman, 13. Januar 2016).
Die Vereinigten Arabische Emirate
- Am 10. Januar 2016 wurde berichtet, dass ein Staatssicherheitsgericht in Abu Dhabi einen Staatsbürger der Vereinigten Arabischen Emirate, der sich dem IS angeschlossen hatte, zum Tode verurteilte. Zwei weitere Staatsbürger der VAE wurden wegen Beihilfe zur Rekrutierung von IS-Neumitgliedern zu je sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Ein weiterer Angeklagter erhielt drei Jahre Gefängnis (Al-Arabiya, 10. Januar 2016).
Der Kampf um die Herzen und den Verstand
Al-Qaida droht mit Anschlägen im Westen
- Die Provinz Andalus (d.h. Spanien) der Al-Qaida veröffentlichte am 7. Januar 2016 ein Videoclip, in dem einige Aktivisten mit Anschlägen in Neapel, Rom und Madrid drohen. Der Clip zeigt einige Selbstmordattentate der Al-Qaida, akustisch untermalt von Aufrufen zur Aufopferung für Allah und zur Hijra, d.h. dazu sich der Al-Qaida anzuschließen (Al-Qaida-nahes Twitter-Konto, 9. Januar 2016).
Der IS veröffentlicht Anleitung im Internet für junge Menschen, die sich ihm anschließen möchten
- Am 7. Januar 2016 wurde berichtet, dass ein IS-Aktivist, der Abu Saeed Al-Baritani („Abu Saeed, der Brite“) oder Supermarket Jihadi genannt wird, eine Anleitung in englischer Sprache für junge IS-Anwärter ins Netz gestellt hat. Die Anleitung mit dem Titel „Advice for Those Doing Hijrah“ (Ratgeber für Hijrah-Anwärter) enthält Informationen zu verschiedenen Themen, darunter Erste Hilfe, körperliche Fitness, Erlernen der arabischen Sprache, sowie den Rat, den Eltern nichts über ihre beabsichtigte IS-Mitgliedschaft zu erzählen, sondern erst im Nachhinein (foreigndesknews.com, 7. Januar 2016).









