Nachrichten zum Terror und zum israelisch-palästinensischen Konflikt (11.-17. November 2015)

Das Auto der Familie Litman nach dem Anschlag mit Schusswaffen bei der Siedlung Otniel. Bei dem Anschlag wurden Rabbi Litman und sein Sohn getötet (Presseabteilung des Emergency Team Yehuda & Shomron, 13. November 2015)

Das Auto der Familie Litman nach dem Anschlag mit Schusswaffen bei der Siedlung Otniel. Bei dem Anschlag wurden Rabbi Litman und sein Sohn getötet (Presseabteilung des Emergency Team Yehuda & Shomron, 13. November 2015)

Die zwei Kinder, die eine Messerattacke in der Jerusalemer Straßenbahn begangen haben: Links Ali Alqam (13) und rechts Muawiya Alqam (12) (Website der Hamas, 10. November 2015)

Die zwei Kinder, die eine Messerattacke in der Jerusalemer Straßenbahn begangen haben: Links Ali Alqam (13) und rechts Muawiya Alqam (12) (Website der Hamas, 10. November 2015)

Ein Palästinenser wirft einen Molotow-Cocktail auf israelische Soldaten bei Zusammenstößen in El-Bireh (Wafa, 16. November 2015)

Ein Palästinenser wirft einen Molotow-Cocktail auf israelische Soldaten bei Zusammenstößen in El-Bireh (Wafa, 16. November 2015)

Eine verhüllte Palästinenserin mit einem gelben Stirnband mit der arabischen Aufschrift „Fatah“ sammelt Steine, mit denen die israelischen Sicherheitskräfte bei Straßenkämpfen in El-Bireh beworfen werden

Eine verhüllte Palästinenserin mit einem gelben Stirnband mit der arabischen Aufschrift „Fatah“ sammelt Steine, mit denen die israelischen Sicherheitskräfte bei Straßenkämpfen in El-Bireh beworfen werden

Der militärische Arm der Fatah ruft zur Fortsetzung der Intifada und zur Generalmobilmachung im Kampf gegen Israel auf (Facebook-Seite Our Home Sa’ir, 11. November 2015)

Der militärische Arm der Fatah ruft zur Fortsetzung der Intifada und zur Generalmobilmachung im Kampf gegen Israel auf (Facebook-Seite Our Home Sa’ir, 11. November 2015)

Zusammenstöße beim Grenzübergang Karni (Facebook-Seite Ghaza, Paltoday, 13. November 2015)

Zusammenstöße beim Grenzübergang Karni (Facebook-Seite Ghaza, Paltoday, 13. November 2015)

Das Marinekommando des militärischen Arms der Demokratischen Volksfront für die Befreiung Palästinas (Facebook-Seite der Bataillone des Nationalen Widerstandes, 15. November 2015)

Das Marinekommando des militärischen Arms der Demokratischen Volksfront für die Befreiung Palästinas (Facebook-Seite der Bataillone des Nationalen Widerstandes, 15. November 2015)

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  • Die Terror- und Gewaltwelle dauerte auch diese Woche an, wenn auch in leicht abnehmendem Umfang. Der bedeutendste Zwischenfall war ein Attentat mit Schusswaffen südlich von Hebron, bei dem Rabbiner Litman und sein Sohn Netanel ums Leben kamen. Die israelischen Sicherheitskräfte verhafteten den Attentäter. Er wurde von seinen Angehörigen ausgeliefert, die befürchteten, ihr Haus könnte aufgrund des Anschlages zerstört werden. Mit dem Tod von Rabbi Litman und seines Sohnes beläuft sich die Zahl der israelischen Todesopfer in der gegenwärtigen Terrorwelle nun auf 15.
  • Israel verbietet den nördlichen Flügel der islamischen Bewegung. Der israelische Verteidigungsminister unterzeichnete ein Dekret zur Beschlagnahmung von Geldern und Eigentum von 17 Vereinigungen und Institutionen, die dieser Organisation angehören. Bei der derzeitigen Terrorwelle und generell in den letzten Jahren spielte der nördliche Flügel der islamischen Bewegung in Israel mit seiner islamistischen Ideologie, die auf der Muslimbruderschaft gründet, eine bedeutende Rolle bei der Hetze rund um die Themen Jerusalem und Al-Aqsa-Moschee (indem sie den lügnerischen Schlachtruf „die Al-Aqsa-Moschee ist in Gefahr“ zu ihrem Leitmotiv erhob).
Tödliches Schusswaffenattentat südlich von Hebron
  • Am Mittag des 13. November 2015 schoss ein Terrorist bei Otniel im südlichen Umland von Hebron auf ein Fahrzeug, in dem eine siebenköpfige Familie unterwegs war. Dabei wurden Rabbiner Yaacov Litman (40) und sein Sohn Netanel (18) getötet. Seine Frau, ein weiterer Sohn und drei Töchter wurden leicht verletzt. Der Täter konnte entkommen.
  • Der Anschlag ereignete sich in der Nähe der arabischen Dörfer Dura und Yatta im südlichen Umland von Hebron. Der Terrorist lauerte den Opfern an einer Kurve auf, wo Fahrzeuge gezwungen sind, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass das Fahrzeug israelische Kennzeichen trägt, schoss er neben seinem eigenen Fahrzeug stehend auf das fahrende Auto, das von mindestens 14 Projektilen getroffen wurde. Das getroffene Auto kam von der Fahrbahn ab und kam an einer Böschung zum Stehen. Nach dem Angriff stieg der Attentäter in sein Fahrzeug und fuhr in Richtung Süden davon.
  • Etwa einen Tag danach verhafteten die israelischen Sicherheitskräfte den Attentäter und einige weitere Aktivisten, die mit ihm in Verbindung standen. Beim Attentäter handelt es sich um Shadi Ahmed Mutawe (28), verheiratet, zwei Kinder, Einwohner der Stadt Hebron und Anhänger des Islamischen Dschihad Palästina. Der Terrorist wurde bei sich zu Hause verhaftet, nachdem sein Vater die israelischen Behörden an einer Straßensperre auf die Täterschaft seines Sohnes hingewiesen hatte. Erste Abklärungen ergaben, dass Shadi Ahmed Mutawe seinen Bruder in die Tat eingeweiht hatte, der dies wiederum unverzüglich dem Vater mitteilte, worauf beide aus Furcht, das Haus der Familie könnte zerstört werden, unverzüglich die israelischen Sicherheitskräfte benachrichtigten. Bei der Verhaftung des Täters wurde auch die Tatwaffe sichergestellt (Israelischer Inlandgeheimdienst Shin-Bet, 15. November 2015).
Palästinensische Reaktionen auf die Schusswaffenattacke
  • Anlässlich einer Pressekonferenz mit dem zypriotischen Präsidenten wenige Stunden nach dem Anschlag sah Mahmoud Abbas (wie gewöhnlich) davon ab, den Mord zu verurteilen und sagte nur, „die Besatzung und die Aggression der jüdischen Siedler“ brächten die Palästinenser in eine Situation der Verzweiflung und setzen sie unter Druck (Wafa, 13. November 2015). Die palästinensischen Terrororganisationen begrüßten den Anschlag:
  • Der Islamische Dschihad Palästina veröffentlichte eine Erklärung, in der das Attentat begrüßt wird. Die Operation sei eine „Reaktion im Namen des palästinensischen Volkes auf die israelischen Terrorhandlungen“. Zudem heißt es in der Erklärung, solche Operation würden eskalieren (Paltoday, 13. November 2015).
  •  Weniger als eine Stunde nach dem Anschlag veröffentlichte Hamas-Sprecher Hassam Badran eine Erklärung, in der die „Heldentat der Palästinenser in Hebron“ begrüßt wird. Es handle sich um eine „natürliche Reaktion“ auf die anhaltenden Verbrechen Israels, betont die Erklärung (Website Hamas, 13. November 2015).
  • er der Hamas nahestehende islamische Block an der Universität Hebronveröffentlichte ein Plakat, das die Attentäter zu ihrer Tat beglückwünscht (Facebook-Seite des islamischen Blocks der Hamas an der Universität Hebron, 13. November 2015).
  • Nach dem Anschlag führten die Hamas und der Islamische Dschihad Palästina in Rafa eine gemeinsame Solidaritätskundgebung durch, um ihrer Unterstützung der gegenwärtigen Terrorwelle (das heißt der „Intifada Al-Aqsa“) Ausdruck zu verleihen. Kundgebungsteilnehmer streckten Messer in die Luft (Paltoday, 14. November 2015), zudem wurden Süßigkeiten verteilt (Facebook-Seite PALDF, 14. November 2015).