Blick auf den Weltdschihad (22.-28. Oktober 2015)

Blick auf den Weltdschihad

Blick auf den Weltdschihad

Das Treffen zwischen Präsident Putin und Bashar Assad (Russisches Fernsehen)

Das Treffen zwischen Präsident Putin und Bashar Assad (Russisches Fernsehen)

Al-Nusra-Front-Aktivisten während der Kämpfe um Tall Al-Qarassi (Der Al-Nusra-Front nahestehender Twitter-Account, 23. Oktober 2015)

Al-Nusra-Front-Aktivisten während der Kämpfe um Tall Al-Qarassi (Der Al-Nusra-Front nahestehender Twitter-Account, 23. Oktober 2015)

Farshad Hasounizadeh, der ehemalige Kommandeur der Saberin-Brigade,  der in Syrien ums Leben kam (ABNA)

Farshad Hasounizadeh, der ehemalige Kommandeur der Saberin-Brigade, der in Syrien ums Leben kam (ABNA)

Moslem Khizab, Offizier der iranischen Revolutionsgarde

Moslem Khizab, Offizier der iranischen Revolutionsgarde

Sajad Tahernia, Offizier der iranischen Revolutionsgarde, der ebenfalls bei Kämpfen in der Region Aleppo getötet wurde

Sajad Tahernia, Offizier der iranischen Revolutionsgarde, der ebenfalls bei Kämpfen in der Region Aleppo getötet wurde

Sajed Ruhollah Emadi, Soldat der iranischen Revolutionsgarde, der bei Kämpfen in der Region Aleppo ums Leben kam

Sajed Ruhollah Emadi, Soldat der iranischen Revolutionsgarde, der bei Kämpfen in der Region Aleppo ums Leben kam

Panzer, der dem IS im Raum Hama in die Hände fiel

Panzer, der dem IS im Raum Hama in die Hände fiel

: Die irakische Flagge weht wieder über Baiji.  Schiitischer Milizionär feiert die Rückeroberung des Stadtzentrums  (Al-Sumeria, 20. Oktober 2015).

: Die irakische Flagge weht wieder über Baiji. Schiitischer Milizionär feiert die Rückeroberung des Stadtzentrums (Al-Sumeria, 20. Oktober 2015).

die verrusten Überreste des gesprengten Panzers  (Website justpaste.it, 24. Oktober 2015)

die verrusten Überreste des gesprengten Panzers (Website justpaste.it, 24. Oktober 2015)

Mustafa Abdel Rahman der A-Nur-Partei, der in El-Arish erschossen wurde

Mustafa Abdel Rahman der A-Nur-Partei, der in El-Arish erschossen wurde

Anleitung für Anschläge durch Einzeltäter, veröffentlicht vom Ibn Taymiyyah Medienzentrum  (Blog dawaahaq.co.il, 25. Oktober 2015)

Anleitung für Anschläge durch Einzeltäter, veröffentlicht vom Ibn Taymiyyah Medienzentrum (Blog dawaahaq.co.il, 25. Oktober 2015)

Abu Saad Al-Maqdisi, der behauptet Palästinenser zu sein, ruft zum Mord an Juden auf  (Filesharingsite archive.org, 22. Oktober 2015)

Abu Saad Al-Maqdisi, der behauptet Palästinenser zu sein, ruft zum Mord an Juden auf (Filesharingsite archive.org, 22. Oktober 2015)

IS-Aktivist droht in hebräischer Sprache: Bald werde in ganz Palästina kein Jude mehr übrigbleiben (Filesharingsite archive.org, 22. Oktober 2015)

IS-Aktivist droht in hebräischer Sprache: Bald werde in ganz Palästina kein Jude mehr übrigbleiben (Filesharingsite archive.org, 22. Oktober 2015)


Die wichtigsten Ereignisse im Überblick

  • Auch diese Woche konzentrierte sich die Bodenoffensive der syrischen Armee auf den ländlichen Raum südlich von Aleppo. Die Vorstöße richteten sich gegen die Rebellenorganisationen, darunter der IS und die Al-Nusra-Front. Derzeit scheint die Offensive der syrischen Armee trotz Unterstützung durch die iranische Revolutionsgarde, die Hisbollah und die russische Luftwaffe festzustecken. Der IS und der Al-Nusra-Front ist es offenbar gelungen, einige strategisch wichtige Ortschaften einzunehmen und Teile der Stadt Al-Safirah südlich von Aleppo unter ihre Kontrolle zu bringen, wo Rüstungsfabriken des syrischen Regimes liegen. Bei diesen Kämpfen erlitt die iranische Revolutionsgarde, die an der Offensive der syrischen Armee an vorderster Front beteiligt ist, schwere Verluste (seit Beginn der Offensive über zwanzig Tote, darunter drei hohe Offiziere im Range eines Oberst und eines Brigadegenerals).
  • Die irakische Armee scheint mit Unterstützung schiitischer Milizen, die Einnahme der nördlich von Bagdad auf halbem Weg nach Mosul gelegenen Ölstadt Baiji abzuschließen. Ihre Einnahme ist ein bedeutender militärischer Erfolg und wichtig für das Prestige der irakischen Armee. Sie bildet die Grundlage für weitere Vorstöße in Richtung Mosul. Die Einnahme der Stadt ist auch ein wichtiger Erfolg für den Iran, der die schiitischen Milizen steuert, welche die irakische Armee unterstützen.
  • Der IS veröffentlichte diese Woche weitere Videoclips, die seine Anhänger dazu aufrufen, Juden zu töten. Die „Neuerung“ in der vergangenen Woche bestand darin, dass sich in einem Clip ein Aktivist in (ziemlich gutem) Hebräisch an seine Zuschauer wandte und sagte, in Kürze werde kein einziger Jude in Israel und in der ganzen Welt übrigbleiben. Obwohl die Kampagne im Kontext der palästinensischen Terrorwelle stattfindet, ist der Aufruf eines IS-Aktivisten an die Muslime in aller Welt, überall gegen jüdische Interessen vorzugehen, bemerkenswert. Die IS-Kampagne könnte unseres Erachtens dschihadistische Elemente dazu anspornen, die Aufrufe zum Mord an Juden in die Tat umzusetzen.

 

Die internationale Kampagne gegen den IS

Angriffe der USA und ihrer Koalitionspartner
  • In der vergangenen Woche dauerten die Luftangriffe der Koalition unter Führung der USA gegen den IS in Syrien und im Irak an. Es wurden Dutzende von Angriffen mit Bombern, Kampfflugzeugen und Drohnen ausgeführt.
  • Nachfolgend die wichtigsten Angriffe (Website des amerikanischen Verteidigungsministeriums, 22.-24. Oktober 2015; CENTCOM, 22. Oktober 2015):
  • In Syrienkonzentrierten sich die Angriffe auf die Regionen Ar-Rakka, Marea, Hashiya (ca. 15 Km nördlich von Aleppo) und Deir Ez-Zur. Bei den Angriffen wurden unter anderem taktische Einheiten des IS, Fahrzeuge, Baugeräte, Gebäude und Waffen, Ölterminals und Zahlstellen getroffen.
  • Im Irakkonzentrierten sich die Angriffe auf die Regionen Al-Baghdadi, Baiji, Ramadi, Tal-Affar, Sinjar, Rutba (westlich von Ramadi), Albu Hiyat (nordwestlich von Rutba), Qa’im (an der Grenze zu Syrien), Falluja, Kisik (westlich von Mosul) und Sultan Abdallah (südlich von Mosul). Bei den Angriffen wurden unter anderem taktische Einheiten des IS, Gebäude, Artilleriebatterien, Kampfstellungen, Versammlungspunkte, Fahrzeuge, mit Sprengstoffen präparierte Vehikel, Waffen, Sprengladungen und ein logistisches Zentrum getroffen.
Erstürmung eines IS-Gefängnisses im Nordirak durch eine amerikanische Kommandoeinheit
  • Am 23. Oktober 2015 gab der amerikanische Verteidigungsminister Ashton Carter bekannt, dass eine amerikanische Sondereinheit am 22. Oktober 2015 ein Gefängnis des IS im Umkreis der nordirakischen Stadt Al-Hawidscha gestürmt hat. Die Erstürmung erfolgte in Zusammenarbeit mit kurdischen Peschmerga. Bei der Aktion wurden rund siebzig Geiseln befreit, deren Hinrichtung der IS für denselben Tag geplant hatte. Ein amerikanischer Soldat kam beim Sturmangriff ums Leben (Website des amerikanischen Verteidigungsministeriums, 22.-24. Oktober 2015; CENTCOM, 22. Oktober 2015). Laut Verteidigungsminister Carter leitet diese Aktion eine aktivere amerikanische Politik zur Unterstützung lokaler Organisationen gegen den IS in Syrien und Irak ein (Wall Street Journal, 24. Oktober 2015).

Das russische Engagement im syrischen Bürgerkrieg

Russische Angriffe
  • Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums erklärte, in den letzten drei Tagen habe die russische Luftwaffe 165 Angriffe geflogen, in deren Verlauf 285 Ziele des Islamischen Staates und der Al-Nusra-Front angegriffen worden seien. Die Angriffe hätten den Regionen Hama, Idlib, Deir Ez-Zur, Latakia, Damaskus und Aleppo gegolten. Dabei seien ein Munitionslager der Al-Nusra-Front im Raum Damaskus sowie Kommandostellen und Gefechtsstände des IS getroffen worden (RT, 26. Oktober 2015).
  • Laut Berichten der Vereinten Nationen ist die Zahl der syrischen Flüchtlinge seit Beginn der russischen Luftangriffe beträchtlich gestiegen.Die UN-Sprecherin erklärte, 35.000 Syrer in der Region Aleppo seien zu Flüchtlingen geworden. Türkische Medien berichteten, aufgrund der Intensität der russischen Angriffe in Aleppo bewegten sich derzeit 100.000 Flüchtlinge in Richtung türkische Grenzstadt Kilis. Die Flüchtlinge würden in wenigen Tagen an der syrisch-türkischen Grenze erwartet (milliyet.com.tr, 24. Oktober 2015). Der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge wurden bei den russischen Angriffen bisher 340 Menschen getötet, mehrheitlich Angehörige „gemäßigter“ Rebellenorganisationen (Reuters, The Guardian, 20. Oktober 2015).
Treffen zwischen dem russischen und dem syrischen Präsidenten
  • Am 20. Oktober 2015 fand in Moskau ein Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem syrischen Präsidenten Bashar Assad statt. Die beiden Präsidenten sprachen über die von Russland unterstützte Offensive der syrischen Armee im Norden Syriens. Zudem drehten sich die Gespräche über mögliche politische Lösungen der Krise in Syrien. Dieses Ereignis ist insofern außerordentlich, als es die erste Auslandreise des syrischen Präsidenten seit Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien war.
Russisch-jordanische Vereinbarung zur Koordination der militärischen Aktivitäten in Syrien
  • Am 24. Oktober 2015 gab der Sprecher der jordanischen Regierung, Mohammed Al-Momani, die Unterzeichnung einer militärischen Vereinbarung zwischen Jordanien und Russland zur Lage im syrisch-jordanischen Grenzraum bekannt. Laut Vereinbarung wird in Amman eine spezielle Koordinationsstelle eingerichtet, welche die militärischen Aktivitäten der beiden Staaten in dieser Region koordinieren soll. Die Mitteilung erfolgte im Verlaufe eines Treffens zwischen dem jordanischen Außenminister Nassir Dschuda und seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow (Al-Jazeera, 24. Oktober 2015).

Seit Beginn des russischen Militärengagements im syrischen Bürgerkrieg hat Russland solche Koordinationsvereinbarungen mit der Regierung des Irak, Syriens, des Iran und auch mit Israel getroffen. Diese Vereinbarungen verschaffen den russischen Operationen in Syrien mehr Freiräume. Es ist deshalb davon auszugehen, dass sich Russland um die Vertiefung der Koordinations- und Kooperationsvereinbarungen mit den anderen zentralen Playern im Raum Syrien und auch im Irak, insbesondere mit den USA, bemühen wird.


Russland hat eine in der Ukraine stationierte Eliteeinheit nach Syrien verlegt
  • Am 23. Oktober 2015 wurde berichtet, dass Russland in den letzten Wochen einige Dutzend Soldaten einer Sondereinheit, die in der Ukraine stationiert war, nach Syrien verlegt hat. Ein hochrangiger Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums bestätigte die Verlegung und erklärte, es handle sich um eine Anti-Terror-Sondereinheit. Nach amerikanischen Einschätzungen deutet die Entsendung dieser Einheit nach Syrien nicht auf die russische Absicht hin, in Syrien eine Bodenoperation durchzuführen (Wall Street Journal, 23. Oktober 2015).
Russland erklärt sich bereit, Rebellen im Kampf gegen den IS Luftunterstützung zu gewähren
  • Der russische Außenminister, Sergej Lawrow,erklärte, Russland sei bereit, syrischen Rebellen, wie etwa die Freie Syrische Armee, welche den IS bekämpfen, Unterstützung aus der Luft zu gewähren. Washington begehe einen schweren Fehler, indem man sich dort weigere, den Kampf gegen den Terror mit Moskau zu koordinieren, fügte er hinzu (rt.com, Reuters, 24. Oktober 2015).
  • In Wirklichkeit unterstützt Russland die syrische Armee bei der Bekämpfung der Rebellenorganisationen, die derzeit von der Al-Nusra-Front und weiteren islamistischen Organisationen dominiert werden. Die Freie Syrische Armee (die Russland angeblich zu unterstützen bereit ist) gehört zu den Rebellenorganisationen, die von den Russen bombardiert werden, hat jedoch als Rebellenorganisation kein bedeutendes Gewicht.


Die wichtigsten Entwicklungen in Syrien

Die Provinz Aleppo

Auch diese Woche konzentrierte sich die Offensive der syrischen Armee auf den Raum südlich und südöstlich von Aleppo. Aktivisten des IS und der Al-Nusra-Front (die offenbar koordiniert vorgehen) gelang es, einige strategische Ortschaften, Checkpoints, Dörfer und Hauptverbindungsachsen unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Stadt Al-Safirah südlich von Aleppo wurde teilweise von IS-Aktivisten und anderen Rebellen eingenommen, und dadurch die Versorgungroute der syrischen Armee von Al-Safirah nach Aleppo abgeschnitten. Bei diesen Kämpfen erlitt die iranische Revolutionsgarde, die an vorderster Front an der Bodenoffensive teilnimmt, schwere Verluste. Die Al-Nusra-Front gab auf ihrer Website ihrerseits den Tod von Mahmud Mohammed Maghawiri, eines hochrangigen Kommandeurs der Organisation, bei den Gefechten im ländlichen Raum südlich von Aleppo bekannt.

 

  • Die Stadt Al-Safirah liegt 20 Km südlich von Aleppo. Deren Einwohnerzahl wurde vor dem Bürgerkrieg auf 100.000 geschätzt. In der Stadt befinden sich Rüstungsfabriken des syrischen Regimes, die dem IS oder anderen Organisationen in die Hände fallen könnten (Syrische Nachrichtenagentur Ara News, RFS, 27. Oktober 2015). Dem IS gelang es, die Versorgungsroute der syrischen Armee von Aleppo nach Al-Safirah abzuschneiden. Ersten Medienberichten zufolge gelang es dem IS überdies, die Kontrolle über die östlichen Stadtviertel zu erlangen. Die Kämpfe in der Stadt dauern an.
  • Am 23. Und 24. Oktober 2015 errangen Aktivisten des IS und der Al-Nusra-Front lokale Erfolge gegen die syrische Armee im ländlichen Raum südlich von Aleppo:
  • IS-Aktivisten berichteten, Aktivisten der Organisation hätten in der Nacht vom 23. zum 24. Oktober 2015 einige Stellungen der syrischen Armee im Umland der Stadt Al-Safirah erobert. Die Operation sei von einem Selbstmordanschlag eines IS-Aktivisten eingeleitet worden, der mit einem mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in eine Ölfabrik eingedrungen sei, die der syrischen Armee als Verteidigungsstellung gedient habe. Bei der Explosion seien zahlreiche syrische Soldaten getötet oder verletzt worden (Aamaq, 24. Oktober 2015).
  • Am 24. Oktober 2015 eroberten IS-Aktivisten drei Stellungen der syrischen Armee in Tell Arn, rund 5,5 Km norwestlich von Al-Safirah- Zudem erlangten sie die Kontrolle über vier Checkpoints der syrischen Armee südlich von Al-Safirah. Am 23. Oktober 2015 wurde überdies die Eroberung von Straßensperren der syrischen Armee gemeldet. Bei den schweren Kämpfen sollen mindestens vierzig syrische Soldaten ums Leben gekommen sein (Tublr-Account a3maqagency.wordpress.com, 23.-24. Oktober 2015, filesharingsite archiv.org, 24. Oktober 2015).
  • Am 23. Oktober 2015 veröffentlichte die Al-Nusra-Front in Aleppo ein Bild, das Aktivisten der Organisation nach der Eroberung von Tel Al-Qarassi, rund 9 Km südlich von Aleppo, zeigt. Zusätzlich wurden Tall Al-Humayriyah und das Dorf Al-Humayriyah zurückerobert. Bei den Gefechten kamen zehn syrische Soldaten, darunter zwei Offiziere, ums Leben (Twitter-Account مراسل حلب@Halab__JN, 23. Oktober 2015).
Schwere Verluste für die Iraner bei den Kämpfen im Raum Aleppo
  • In der letzten Zeit muss die iranische Revolutionsgarde, die die syrische Armee unterstützt, schwere Verluste bei den Kämpfen mit Rebellen unter Führung der Nusra-Front und unter Beteiligung des IS hinnehmen. Den Großteil der Verluste erlitten die Iraner offenbar im ländlichen Raum südlich von Aleppo, wo es den Rebellenorganisationen, darunter der IS und die Al-Nusra-Front, gelang, den größten Teil des Umlandes der Stadt Al-Safirah unter ihre Kontrolle zu bringen. Am 8. Oktober 2015, am Tag nachdem die syrische Armee ihre Bodenoffensive begann, wurde der Tod von Brigadegeneral Hossein Hamedani, eines hohen Kommandeurs der iranischen Revolutionsgarde, gemeldet, der als hoher Militärberater in Syrien fungierte. Seitdem wurde vom Tod von über zwanzig weiteren Soldaten und Offizieren der Revolutionsgarde gemeldet. Nachfolgend die Details:
  • Am 12. Oktober 2015 wurden zwei Offiziere im Rang eines Oberst getötet: der Revoutionsgardeoffizier Farshad Hasounizadeh, der früher die Saberin-Brigade der Revolutionsgarde[1] befehligte, und Hamid Mokhtarband, der ehemalige Stabchef der Brigade der Revolutionsgarde in Ahwaz (Shahid News, 13. Oktober 2015). Die beiden Offiziere wurden am 17. Oktober 2015 in Chuzestan beigesetzt (Shahid News, 17. Oktober 2015).
  • Am 17. Oktober wurde der Revolutionsgardeoffizier Moslem Khizab, der ehemalige Kommandeur des Ya Zahra-Regiments der 14. Brigade Imam Hossein in Isfahan, getötet (ABNA, 18. Oktober 2015). Er wurde am 20. Oktober 2015 in Isfahan beigesetzt. Zudem starben Abdollah Baqeri, ein ehemaliger Leibwächter des früheren iranischen Präsidenten Mahmud Achmadinedschad, Amin Karimi, und Brigadegeneral Reza Khavari, ein hochrangiger Offizier der Fatemiyoun-Brigade.[2]
  • Nachfolgend die Namen weiterer Iraner, die in den letzten Tagen in Syrien, überwiegend im Raum Aleppo, getötet wurden: Zwei Offiziere niederen Ranges der 8. gepanzerten Brigade der Revolutionsgarde, Hassan Ahmadi und Komeil Ghorbani; Rasoul Pour-Morad aus der Stadt Qazvin, Mehdi Alodoust aus der Stadt Qom, Nader Hamidi aus Chuzestan, der einigen Berichten zufolge in der Region Kuneitra und laut anderen Berichten im Raum Aleppo ums Leben kam, Reza Damroudi aus Sabzevar, der in Al-Hasakah getötet wurde, zwei Mitglieder der Basij’ aus Hamedan, Mojtaba Karami und Majid Sanei; Mohammed Estehkami Jahromi der 33. Sonderbrigade der Revolutionsgarde, Ruhollah Emadi aus der Provinz Mazandaran, Sajjad Tahernia aus der Provinz Gilan, Mohammed Ali Hosseini, Kämpfer der Fatemiyoun-Brigade, der in der Region Al-Ghab fiel, Mohammed Zahiri aus der Provinz Chuzestan, Leutnant Moslem Nasr, der in einem Vorort von Aleppo getötet wurde und Khanali Yosefi, der in Aleppo ums Leben kam.
  • Die relative hohe Zahl der iranischen Opfer und der hohe Anteil hoher Offizieredeuten unseres Erachtens darauf hin, dass die iranische Revolutionsgarde und die ihr unterstehenden schiitischen Milizen an der derzeitigen Bodenoffensive der syrischen Armee an vorderster Front mitkämpfen. Aufgrund der zahlreichen Opfer und des wachsenden iranischen Engagements in Syrien, sah sich die iranische Regierung zu einer Erklärung veranlasst. Hohe iranische Vertreter betonen immer wieder, der Iran sehe sich verpflichtet, dem Assad-Regime trotz aller Schwierigkeiten beizustehen[3] Der stellvertretende Kommandeur der iransichen Revolutionsgarde, Hossein Salami, erklärte, die Revolutionsgarde habe ihre beratenden Einheiten in Syrien „quantivativ und qualitativ“ aufgestockt. Dabei sei mit dem Ansteigen der Zahl der „Märtyrer“ zu rechnen, da sie sich „nicht in einem geschlossenen Raum aufhalten können, sondern an den Kriegsschauplätzen präsent sein müssen“ (ISNA, 26. Oktober 2015).

 

Die Provinz Hama
  • Der IS behauptet, bei den Kämpfen in der Region Hama Dutzende syrische Soldaten getötet und große Mengen Waffen erbeutet zu haben. Am 24. Oktober 2015 erschienen auf einem dem IS nahestehenden Twitter-Account Bilder, auf denen die Leichen syrischer Soldaten zu sehen sein sollen. Auf einem anderen Bild ist ein Panzer der syrischen Armee zu sehen, der dem IS in die Hände gefallen sein soll (Twitter-Account عائشة فلسطين@ayshafalaste2, 24. Oktober 2015).

Die wichtigsten Entwicklungen im Irak

Allgemeine Übersicht
  • Die irakische Armee scheint kurz vor der kompletten Wiedereinahme der nördlich von Bagdad auf halbem Weg nach Mosul gelegenen Ölstadt Baiji zu stehen. Der irakische Premierminister gab die Befreiung der Stadt nach siebenmonatigem Kampf bekannt. Die irakische Armee veröffentlichte eine ähnliche Erklärung. Der IS hat zu dieser Sache bislang geschwiegen, was darauf hindeuten könnte, dass sich bei den lang anhaltenden Kämpfen um diese wichtige Stadt eine Niederlage für ihn abzeichnet.

Die Rückeroberung der Stadt Baiji – Momentaufnahme
  • Die irakische Armee scheint kurz vor der kompletten Wiedereinahme der Ölstadt Baiji zu stehen. Der irakische TV-Kanal Al-Sumaria sendete eine Reportage aus dem Stadtzentrum. Die Bilder lassen darauf schließen, dass Einheiten der irakischen Armee die nach den anhaltenden Kämpfen in Trümmern liegende Stadt wieder unter ihre Kontrolle gebracht hat (Al-Sumeria, 20. Oktober 2015). Nach der Rückeroberung der Stadt versuchte die irakische Armee offenbar, weitere Gebiete in der Region zu erobern: Am 24. Oktober 2015 wurde berichtet, dass die irakische Armee in der Stadt Al-Siniya, rund zehn Kilometer westlich von Baiji, eine Werkstatt des IS zur Präparierung von Sprengsätzen eingenommen hat (Shafaq News, 24. Oktober 2015):
  • Am 24. Oktober 2015 gab der irakische Premierminister, Haider Al-Abadi, offiziell die Befreiung der Stadt Baiji aus der Hand des IS nach siebenmonatigen Kämpfen bekannt (Al-Arabi Al-Jadid, 24. Oktober 2015). Die irakische Armee erklärte ihrerseits, die Rückeroberung der Stadt Baiji abgeschlossen zu haben (Sputnik, 21. Oktober 2015). Qais al-Khazali, der Kommandeur der vom Iran gelenkten Schiitenmiliz Assaeb Ahl al-Haqq, gab bekannt, dass sich das Raffineriegelände am Stadtrand von Baiji vollständig unter der Kontrolle der schiitischen Milizen befinde, welche die irakische Armee unterstützten (TV-Kanal Al-Afaq, 20. Oktober 2015).
  • Die Rückeroberung der Stadt Baiji ist ein bedeutender militärischer Erfolg und wichtig für das Prestige der irakischen Armee und das iranische Regime, das die schiitischen Milizen steuert, welche die irakische Armee unterstützen. Berichten zufolge wurde vor der Rückeroberung von Baiji ein gemeinsamer Gefechtsstand eingerichtet, in dem alle kämpfenden Parteien vertreten waren, das heißt Kommandeure der schiitischen Milizen sowie Vertreter der irakischen Luftwaffe und der irakischen Polizei. Zudem sollen im Gefechtsstand auch zehn iranische Berater und drei Libanesen, vermutlich Hisbollah-Aktivisten, anwesend gewesen sein (Al-Hadath News, 25. Oktober 2015).

 

Die Provinz Al-Anbar
  • Die Kämpfe zwischen der irakischen Armee und dem IS um die Stadt Ramadi in der Provinz Al-Anbar dauern an. Der IS bedient sich dabei der Taktik, die irakische Armee mit Autobomben anzugreifen. Irakischen Militärquellen zufolge wurden am 23. Oktober 2015 fünf irakische Soldaten nördlich von Ramadi getötet und 14 weitere verletzt, als in ihrer Nähe fünf von Selbstmordattentätern gesteuerte und mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge explodierten (Al Jazeera, 24. Oktober 2015). Der IS gab am 24. Oktober 2015 bekannt, dass ein Selbstmordattentäter ein gepanzertes Fahrzeug in einer Basis des irakischen Militärs nordöstlich von Ramadi zur Explosion gebracht habe. Dabei seien 14 Angehörige der irakischen Sicherheitskräfte ums Leben gekommen (Al Jazeera, 25. Oktober 2015).

Der Weltdschihad in weiteren Ländern

Libyen
  •  IS-Aktivisten haben am 25. Oktober drei Zivilisten in der Stadt Sirte hingerichtet. Die drei waren der Spionage für das Islamistenbündnis Fajr Libya („Morgenröte Libyens“) beschuldigt worden, die das Regime in der libyschen Hauptstadt Tripoli kontrolliert. Am Vortag waren bereits drei Zivilisten aus demselben Grund hingerichtet worden. IS-Aktivisten kontrollieren seit einigen Monaten die Stadt Sirte, und die Hinrichtungen scheinen ein Mittel zu sein, mit dem die Organisation versucht, ihre Herrschaft in der Stadt zu festigen (Al-Alam Al-Youm, 26. Oktober 2015).
Bangladesch
  • Ein Informationsorgan des IS ließ verlauten, Aktivisten der Organisation hätten einige Sprengsätze in Huseiniyat Dalan, einer schiitischen Moschee in der bangladesischen Hauptstadt Dhaka, zur Explosion gebracht. Dabei seien Dutzende Mensch getötet und verletzt worden (Tumblr-Account a3maqagency.wordpress.com, 24. Oktober 2015). Am 24. Oktober 2015 veröffentlichte ein Twitter-Account, der dem IS nahesteht, ein offizielles Bekennerschreiben für diesen Anschlag. Darin heißt es, bei der Operation seien nahezu hundert Menschen getötet oder verletzt worden (Twitter-Account باقية# Mujahid@sdfdslfkbs011, 24. Oktober 2015).
  • Der britischen Zeitung The Guardian zufolge wurden drei Sprengladungen außerhalb der Moschee auf die Menge vor der Moschee geschleudert. Zu jenem Zeitpunkt waren dort 20.000 Menschen versammelt, um die Aschura-Zeremonie zu begehen. Bei dem Anschlag sei ein 14-jähriger Junge getötet und vier weitere Personen verletzt worden. Diese Moschee befindet sich im Viertel Mughal. Es handelt sich um das Hauptheiligtum der kleinen schiitisch-muslimischen Gemeinde in Dhaka und den ersten Anschlag gegen sie in Bangladesch. Wenige Wochen zuvor wurden ein italienischer und ein japanischer Staatsbürger von IS-Aktivisten in Bangladesch erschossen (The Guardian, 24. Oktober 2015).

Ägypten und die Sinaihalbinsel

Die Kampf zwischen den ägyptischen Sicherheitskräften und dem IS-Zweig im Sinai dauert an
  • Die zweite Phase der Operation der ägyptischen Sicherheitskräfte zur Säuberung der Sinaihalbinsel von IS-Elementen (Operation „Recht des Märtyrers“) ist im Gange. Sie konzentriert sich auf die Regionen Sheikh Zuweid, Rafah und El-Arish. Laut Mitteilungen der ägyptischen Sicherheitskräfte und Berichten ägyptischer Medien wurden Sprengsätze neutralisiert, umfangreiches Waffenmaterial zerstört, Bunker gesprengt, Sprengstofflager zerstört, Motorräder verbrannt, 12 Tunneleingänge an der Grenze zum Gazastreifen entdeckt und Dutzende von Aktivisten festgenommen.
  • Bislang ist es den ägyptischen Sicherheitskräften jedoch nicht gelungen, die Guerilla-Operationen des IS-Zweigs auf der Sinaihalbinsel zu unterbinden. Diese reklamieren weitere Erfolge in ihrem Kampf gegen die ägyptischenSicherheitskräfte:
  • Das auffälligste Attentat der vergangenen Woche war die Sprengung eines Schützenpanzers der ägyptischen Polizei durch eine Sprengladung auf der Umgehungsstraße von El-Arish. Am 24. Oktober 2015 veröffentlichte der IS eine Erklägrung, in der er die Verantwortung für die Sprengung des Schützenpanzers übernahm. Die Explosion habe zum Tod von mehr als drei Personen geführt, darunter ein Offizier. Acht weitere Personen seien zudem verletzt worden (Twitter-Account 2-جنود الخلافة@asxx90, 24. Oktober 2015). Zusätzlich veröffentlichte der IS Bilder der Sprengung eines ägyptischen Panzers vom Typ M6, der IS-Aktivisten zuvor in die Hände gefallen war (Twitter-Account ابو حمزة السيناوى@abuabdallah154, Website justpaste.it, 24. Oktboer 2015).
  • Der IS-Zweig auf der Sinaihalbinsel hat weitere Sprengstoffanschläge gegen die ägyptischen Streitkräfte ausgeführt.So meldeten etwa „Sicherheitsquellen“ im nördlichen Sinai, am 19. Oktober 2015 seien sieben Soldaten im Raum Karam al-Kawadis südlich von Sheikh Zuweid bei der Explosion einer Bombe ums Leben gekommen (Al-Rai, 21. Oktober 2015). In einem anderen Fall gab die Provinz Sinai des IS bekannt, eine Sprengladung unter einem Schützenpanzer des Typs M-113 zur Explosion gebracht zu haben (Twitter-Account, 21. Oktober 2015).
Liquidierung des Kandidaten der salafistischen A-Nur-Partei für das ägyptische Parlament
  • Am 24. Oktober 2015 wurde berichtet, dass der einzige Kandidat, den die salafistische A-Nur-Partei im nördlichen Sinai für die ägyptischen Parlamentswahlen aufgestellt hatte, erschossen wurde. Der Anschlag auf Mustafa Abdel Rahman, Sekretär der Partei im nördlichen Sinai, wurde von Unbekannten ausgeführt (Al-Masry Al-Youm, 24. Oktober 2015). Bislang ist uns nichts über die Urheberschaft des Mordanschlags bekannt, der in einer Region erfolgte, in der sich Operationsbasen des IS-Zweigs auf der Sinaihalbinsel befinden.
  • Eine „ägyptische Sicherheitsquelle“ behauptet, der Mordanschlag sei von der Provinz Sinai des IS ausgeführt worden. Er soll als Abschreckung dienen und die Bewohner der Region von der Teilnahme an den Parlamentswahlen abhalten (Portal Veto, 24. Oktober 2015). Wir haben bislang keine Bestätigung für diese Behauptung, wenn auch, wie erwähnt, der Anschlag in einer Region erfolgte, in der sich Operationsbasen des IS-Zweigs auf der Sinaihalbinsel befinden.

Palästinenser und arabische Israelis

Arabischer Israeli fliegt mit Gleitschirm nach Syrien
  • Am Nachmittag des 24. Oktober 2015 überquerte ein arabischer Bürger Israels auf den südllichen Golanhöhen mit einem Gleitschirm die israelisch-syrische Grenze in Richtung Syrien. Es handelte sich um einen 23-jährigen Einwohner der Ortschaft Dschaldschulia. Der Onkel des jungen Mannes sagte, sein Neffe entstamme zwar einer säkularen Familie, er habe sich jedoch in letzter Zeit der Religion genähert (Haaretz, 26. Oktober 2015). Familienangehörige des Mannes behaupteten, er habe die Grenze aufgrund einer technischen Panne irrtümtlich überquert und riefen die israelische Regierung auf, sich um seine Rückkehr zu bemühen. Unseres Erachtens ist es gut möglich, dass der junge Mann die Grenze zu Syrien absichtlich überquert hat, um sich dem IS anzuschließen, wie es in letzter Zeit einige israelische Araber getan haben (bislang haben sich etwa fünfzig israelische Araber dem IS angeschlossen).
  • Der südliche Teil der Golanhöhen, wo der junge Mann aus Dschaldschulia gelandet ist, wird von der islamistischen Rebellenorganisation Liwa Shuhada al-Yarmouk kontrolliert, die dem IS nahesteht. In ersten Medienberichten über den Fall hieß es, der junge Mann sei von Aktivisten der islamistischen Rebellenorganisation gefasst und in eines ihrer Gefängnisse gebracht worden.
Israelische Regierung stuft einige dschihadischtische Organisationen als Terrorverbindungen ein
  • Die israelische Regierung stufte den IS, die Al-Nusra-Front und die Abdullah Azzam Battalione (eine im Libanon und in Syrien operierende dschihadistische Gruppierung) als Terrororganisationen ein. Premierminister Benjamin Netanjahu sagte bei der Eröffnung der Kabinettssitzung: “Wir bekämpfen den IS, die Al-Nusra-Front und andere Terrororganisationen auf ständiger Basis. Gestern hat ein israelischer Bürger unsere Grenze auf den Golanhöhen überquert, um sich dem Feind in Syrien anzuschließen. Wir werden das Nötige unternehmen, um ihm die Staatsbürgerschaft zu entziehen. So werden wir in jedem solchen Fall verfahren. Wer sich dem IS anschließt, um gegen Israel zu kämpfen, wird nicht mehr israelischer Bürger sein (Website des israelischen Premierministeramtes, 25. Oktober 2015).
Das Ibn Taymiyyah Medienzentrum in Gaza veröffentlicht eine Anleitung zum “Juden töten”
  • Am 25. Oktober 2015 veröffentlichte das Ibn Taymiyyah-Zentrum in Gaza (ein dschihadistisch-salafistisches Informationszentrum) eine Anleitung für Mordanschläge gegen Juden nach der Methode des „einsamen Wolfes“. Die Anleitung soll dazu beitragen, die Anschläge von Einzelterroristen effektiver zu gestalten. So werden verschiedene Methoden der Tötung von Juden erklärt, unter anderem um Messerattacken effektiver zu machen, indem an besonders empfindlichen Körperstellen zugestochen und die Handhabung des Messers verbessert wird. Wir gehen davon aus, dass dieses Dokument Teil der IS-Propagandakampagne ist, die darauf abzielt, die palästinensische Terrorwelle anzufachen (siehe weiter unten).

Der Kampf des IS um die Herzen und den VerstandIS-Hetzkampagne zum Mord an Juden dauert an

  • Der IS veröffentlicht weitere Videoclips, in denen seine Anhänger zum Mord an Juden aufgerufen werden.Am 22. Oktober 2015 publizierte der IS einen Clip, in dem ein Aktivist in (ziemlich gutem) Hebräisch damit droht, in Kürze werde kein Jude mehr übrigbleiben, weder in Palästina noch andernorts. Die Verwendung der hebräischen Sprache – zum ersten Mal in dieser Art – soll das israelische Publikum in Angst und Schrecken versetzen (Die Verbreitung von Drohbotschaften in der Sprache des jeweiligen Zielpublikums ist eine altbekannte Methode des IS). Bemerkenswert ist zudem der Aufruf eines IS-Aktivisten an die Muslime, jüdische Interessen weltweit anzugreifenDieser Aufruf und die IS-Kampagne generell könnten unseres Erachtens vom IS inspirierte dschihadistische Elemente dazu verleiten, den Worten konkrete Taten folgen zu lassen. 

 

  • Der Videoclip wurde unter dem Titel „Das Druchbrechen der Grenzen und Abschlachten der Juden“ verbreitet. Der vermummte Sprecher, der Abu Saad Al-Maqdisi genannt wird und behauptet, Palästinenser zu sein, sagt, der IS rücke immer näher an Jerusalem heran und bereite sich auf die Befreiung der Al-Aqsa-Moschee vor, wobei seine Worte mit Zitaten aus der islamischen Tradition unterlegt werden, die zur Tötung von Juden aufrufen. Im weiteren Verlauf des Clips bemerkt der Sprecher, die Juden hätten die Propheten getötet, würden sich nicht an Vereinbarungen halten und hätten auch mehrmals versucht, den Propheten Mohammed zu töten. Der Sprecher ruft sodann die Muslime zum Dschihad gegen die Juden und zum Mord an Juden auf, um ins Paradies zu gelangen: „Tötet sie, überfahrt sie, schlachtet sie ab, verbrennt sie, damit Allahs Wort die Oberhand behält“. Zudem ruft der Sprecher die Muslime in aller Welt dazu auf, überall jüdische Interessen anzugreifen (Filesharingsite archive.org, 22. Oktober 2015).
  •  Im weiteren Verlauf des Clips taucht ein IS-Aktivist auf, der sich in hebräischer Sprache an „alle Juden, die das Land der Muslime erobert haben“ wendet. Der Sprecher sagt: „Der eigentliche Krieg hat noch nicht begonnen, und alles, was bis jetzt war, ist ein Kinderspiel verglichen mit dem, was euch demnächst erwartet […] Wir werden euch erreichen und ihr werdet den zehnfachen Preis für eure Verbrechen zahlen. Ich verspreche euch, dass in Kürze kein einziger Jude übribbleiben wird, weder in Jerusalem noch anderernorts in Palästina. Danach machen wir überall in der Welt weiter, bis wir diese Krankheit überall ausgemerzt haben…“ Die Sikes-Picot-Linien, die Euch beschützen, bleiben nicht mehr lange bestehen […] Wir werden sie zwischen Syrien und Jordanien und zwischen Syrien und Palästina beseitigen […] Wir rücken überall zu euch vor, vom Norden und vom Süden, vom Sinai und von Damaskus aus. Aus der ganzen Welt werden wir euch erreichen und euch liquidieren […] sehr bald wird es soweit sein“ (Filesharingsite archive.org, 22. Oktober 2015).

[1]   Die Saberin-Brigade der iranischen Revolutionsgarde, die von Hasounizadeh befehligt wurde, ist eine Sondereinheit, die 1998 als schnelle Eingreiftruppe gegründet wurde, um Bedrohungen entlang der Grenzen des Iran zu begegnen.
[2]   Die Fatemiyoun-Brigade besteht aus afghanischen Kämpfern, die von der iranischen Revolutionsgarde unter den afghanischen Flüchtlingen im Iran rekrutiert wurden.
[3]   Siehe zu Details "Blick auf den Iran", 11.-25. Oktober 2015.