Blick auf den Weltdschihad (15.-21. Oktober 2015)

Blick auf den Weltdschihad

Blick auf den Weltdschihad

Der Kommandeur der iranischen Al-Quds-Einheit, Qassem Soleimani, instruiert Soldaten (möglicherweise von der Hisbollah), vermutlich im Raum Latakia, nach der Eröffnung der Bodenoffensive der syrischen Armee (Facebook, 13. Oktober 2015)

Der Kommandeur der iranischen Al-Quds-Einheit, Qassem Soleimani, instruiert Soldaten (möglicherweise von der Hisbollah), vermutlich im Raum Latakia, nach der Eröffnung der Bodenoffensive der syrischen Armee (Facebook, 13. Oktober 2015)

Panzer und Schützenpanzer der syrischen Armee auf dem Vormarsch im ländlichen Raum südwestlich von Aleppo

Panzer und Schützenpanzer der syrischen Armee auf dem Vormarsch im ländlichen Raum südwestlich von Aleppo

Russische Hubschrauber bei Angriffen im ländlichen Raum nördlich von Homs

Russische Hubschrauber bei Angriffen im ländlichen Raum nördlich von Homs

IS-Aktivisten vor Barrikaden, die sie Rebellenverbänden im Damaszener Viertel At-Tadamon abgenommen haben

IS-Aktivisten vor Barrikaden, die sie Rebellenverbänden im Damaszener Viertel At-Tadamon abgenommen haben

Absolventen des Ausbildungskurses für Sondereinheiten des IS in Mosul (Filesharingsite justpaste.it, 18. Oktober 2015)

Absolventen des Ausbildungskurses für Sondereinheiten des IS in Mosul (Filesharingsite justpaste.it, 18. Oktober 2015)

Der IS-Aktivist Shuja Al-Dusri, der den Anschlag auf eine schiitische Moschee in der Sihat in Saudi-Arabien verübt hat

Der IS-Aktivist Shuja Al-Dusri, der den Anschlag auf eine schiitische Moschee in der Sihat in Saudi-Arabien verübt hat

Stellenanzeige des IS für Flugzeugingenieure und andere Fachkräfte

Stellenanzeige des IS für Flugzeugingenieure und andere Fachkräfte

Clip mit dem Titel „Lehr die Juden wieder das Fürchten mit Explosionen, Brand und Messerstichen“ (Filesharingsite archive.org, 18. Oktober 2015)

Clip mit dem Titel „Lehr die Juden wieder das Fürchten mit Explosionen, Brand und Messerstichen“ (Filesharingsite archive.org, 18. Oktober 2015)

Der Sprecher aus dem Irak ruft dazu auf, die Al-Aqsa-Moschee von der „Unreinheit der Nachkommen der Affen und Schweine“ zu säubern und warnt, der Islamische Staat rücke auf Israel vor  (Filesharingsite archive.org, 18. Oktober 2015)

Der Sprecher aus dem Irak ruft dazu auf, die Al-Aqsa-Moschee von der „Unreinheit der Nachkommen der Affen und Schweine“ zu säubern und warnt, der Islamische Staat rücke auf Israel vor (Filesharingsite archive.org, 18. Oktober 2015)

IS-Aktivist der Provinz Kirkuk ruft die Muslime in Jerusalem dazu auf, mehr Anschläge gegen die Juden zu begehen (filesharingsite archive.org, 18. Oktober 2015)

IS-Aktivist der Provinz Kirkuk ruft die Muslime in Jerusalem dazu auf, mehr Anschläge gegen die Juden zu begehen (filesharingsite archive.org, 18. Oktober 2015)


Die Ereignisse im Überblick

  • Die von Russland und dem Iran unterstützte Offensive der syrischen Armee gegen die Rebellenorganisationen unter der Führung der Al-Nusra-Front dauert an. Die Kämpfe konzentrierten sich in der vergangenen Woche auf den ländlichen Raum südlich und südwestlich von Aleppo. Syrischen und libanesischen Medienberichten zufolge errang die syrische Armee lokale Erfolge und konnte die Kontrolle über einige Dörfer wiedererlangen. Andererseits trugen die Anstrengungen des syrischen Regimes, die Belagerung des Luftwaffenstützpunkts Kweires östlich von Aleppo zu durchbrechen noch keine Früchte. Medienberichten zufolge trafen einige Tausend Iraner in Syrien ein, um die Offensive zu unterstützen. Zudem wurde berichtet, dass der Kommandeur der iranischen Al-Quds-Einheit, Qassem Soleimani, ebenfalls in Nordsyrien eingetroffen sei, um die Offensive zu leiten.
  • Vor dem Hintergrund der palästinensischen Terrorwelle, die Israel derzeit heimsucht, lancierte der IS eine Propagandakampagne, die von übler antisemitischer Hetze begleitet ist. Die Kampagne ruft zur Tötung von Juden durch verschiedene Methoden (Messer, Feuer, Gift, Überfahren, Sprengstoff etc.) auf. Zur effektiven Verbreitung der Kampagne wurde auf Twitter der Hashtag „Juden abschlachten“ kreiert. Die Hetzkampagne des IS könnte unseres Erachtens dschihadistische Elemente dazu anspornen sowohl im Nahen Osten als auch in anderen Regionen konkret gegen Israel vorzugehen.

 

Die internationale Kampagne gegen den IS

Die Angriffe der USA und ihrer Koalitionspartner
  • In der vergangenen Woche führten die USA und ihre Koalitionspartner weitere Luftangriffe auf IS-Ziele aus. Kampfflugzeuge, Bomber und Drohnen flogen Dutzende von Angriffen in Syrien und dem Irak.
  • Nachfolgend die wichtigsten Angriffe (laut amerikanischem Verteidigungsministerium):
  • In Syrien konzentrierten sich die Angriffe auf die Regionen Ar-Rakka, Aleppo, Marea und Abu Khamal.
  • Im Irak richtete sich die Mehrzahl der Angriffe gegen Ziele in den Räumen Al-Baghdadi, Baiji, Mosul, Samara, Sinjar, Tal Afar, Falluja und Kisik (westlich von Mosul). Dabei wurden taktische Einheiten des IS, Gebäude, Artilleriebatterien, Kampfstellungen, Fahrzeuge, Waffen und unterirdische Durchgänge getroffen.
  • Am 16. Oktober 2015 wurde berichtet, dass die Koalitionskräfte bei ihren Angriffen die Erdölraffinerie Al-Qayyarah im Süden der Provinz Nineveh im Nordwesten des Irak trafen, die im Juni 2014 in die Hände des IS gefallen war und seither für ihn durch die Herstellung von Ölprodukten und deren Verkauf auf dem Schwarzmarkt eine wichtige Einnahmequelle darstellte. Zudem soll die Anlage dem IS als Waffenversteck gedient haben. Aus einer amerikanischen Quelle verlautete, der Angriff sei in Abstimmung mit der irakischen Regierung erfolgt (CENTCOM, 17. Oktober 2015).

Das russische Engagement im syrischen Bürgerkrieg

Die russischen Luftangriffe
  • Der Generalstabchef der russischen Armee erklärte, vom Beginn der Luftangriffe am 30. September 2015 bis zum 16. Oktober 2015 hätten russische Flugzeuge 456 Ziele des IS angegriffen und getroffen. Zudem wurde berichtet, dass in der vergangenen Woche 394 Angriffe ausgeführt worden seien, bei denen 46 Kommunikationszentren, sechs Anlagen zur Sprengstoffherstellung, 22 Lager und Treibstoffdepots sowie 272 militärische Stellungen und Lager zerstört worden seien (Sputnik, 16. Oktober 2015). Russland plane zudem, seine Angriffe in Syrien bis zu 300 Einsätze pro Tag auszuweiten und eine weitere Start- und Landebahn für seine Flugzeuge zu bauen (Daily Mail, 18. Oktober 2015). Wir gehen davon aus, dass die russischen Angriffe mehrheitlich Zielen von Rebellenorganisationen unter der Führung der Al-Nusra-Front gelten und weniger dem IS (wie die russischen Verlautbarungen vermuten lassen).
  • Das russische Verteidigungsministerium vermeldete folgende Einsätze:
  • Am 17. Oktober 2015 wurden 36 Angriffe ausgeführt und 49 Ziele des IS in den Regionen Idlib, Latakia, Damaskus und Aleppo getroffen. Bei diesen Angriffen wurden 11 Kommandozentralen des IS zerstört;
  • Am 18. Oktober 2015 wurden60 Angriffe geflogen und 51 Ziele des IS in den Räumen Hama, Latakia, Damaskus und Aleppo getroffen. Dabei wurden vier Kommandozentralen, sechs Waffendepots, zwei Bunker und 32 Lager zerstört.
  • Am 19. Oktober 2015 wurden 33 Angriffe ausgeführt und dabei 49 Ziele des IS in Idlib, Ar-Rakka, Damaskus, Aleppo und Hama getroffen (Russisches Verteidigungsministerium, 20. Oktober 2015).
  • Das russische Verteidigungsministerium gab bekannt, dass die USA und Russland eine Absichtserklärung unterzeichnet hätten, wonach beide Seiten bei der Flugsicherung im Verlaufe der Einsätze in Syrien zusammenarbeiten wollen. Die Erklärung enthält einige Regeln, die Unfälle zwischen den Luftwaffen der beiden Staaten vermeiden sollen. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge hat die Vereinbarung großen praktischen Wert, da er die Luftbewegungen bemannter und unbemannter Flugzeuge der verschiedenen Luftwaffen über Syrien regeln soll. Das amerikanische Militär habe sich zudem verpflichtet, auch die anderen Koalitionspartner in die Vereinbarung einzubinden (Website des russischen Verteidigungsministeriums, 29. Oktober 2015).
  • Nachfolgend einige Äußerungen russischer Vertreter und Stellen zum russischen Engagement in Syrien
  • Der russische Präsident Wladimir Putin sagte an einer Regionalkonferenz in Kasachstan, seit dem 30. September 2015 seien bei den russischen Angriffen in Syrien Hunderte von Bewaffneten getötet worden, und die russische Armee habe „eindrückliche Erfolge“ erzielt, besonders bei der Zerstörung von Waffenlagern und Kommandozentralen (Website rt.com). Zudem sagte Putin, ca. 5.000-7.000 ehemalige Soldaten aus Russland und GUS-Staaten kämpften in den Reihen des IS (rt.com).
  • Der russische Premierminister Dimitri Medwedewgab der amerikanischen Regierung unter Obama die Schuld für die ausbleibenden Fortschritte bei den Gesprächen zwischen Russland und den USA über die Koordinierung der Angriffe auf den IS. Der russische Vizeverteidigungsminister Anatoly Antonow sagte, den Amerikanern sei die Möglichkeit einer engeren Zusammenarbeit in Syrien angeboten worden, die aber bislang abgelehnt worden sei. Der Vorschlag habe eine Erweiterung der bestehenden Regelungen hinsichtlich der Flüge im syrischen Luftraum und eine vertiefte militärische Zusammenarbeit im Hinblick auf den Kampf gegen den IS umfasst. Ein solche Regelung für die Nutzung des Luftraums hätte als Grundlage für weitere Zusammenarbeit dienen können, so der russische Vizeverteidigungsminister (Website rt.com, 19. Oktober 2015).
Die Anwerbung von russischen Söldnern
  • Am 18. Oktober 2015 berichtete der TV-Kanal Al-Arabiya, die private russische Firma „Wagner“ werbe russische Söldner für den Krieg in Syrien an. Die Söldner müssten zwischen 18 und 40 Jahre alt sein und ihr Monatsgehalt liege zwischen 1.300 und 4.000 Dollar. Die Söldner würden als „Freiwillige“ bezeichnet, da gemäß Artikel 359 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation, Kriegsdienst in einer fremden Armee mit sieben Jahre Gefängnis bestraft werde. Laut einer syrischen Quelle schickte Russland bislang 2.000 Söldner nach Syrien und ist daran interessiert, dass ihre Zahl auf 20.000 ansteigt (Alarabiya.net, 18. Oktober 2015).

Die wichtigsten Entwicklungen in Syrien

Die Bodenoffensive der syrischen Armee – Momentaufnahme
  • Im Verlaufe der letzten Woche dauerten die Kämpfe in den Regionen Hama, Idlib und Aleppo an. Sie sind Teil der Offensive, die den strategischen Druck lindern soll, der von der Al-Nusra-Front und ihrer Verbündeten (Dschaisch Al-Fatah) auf die Hochburgen des syrischen Regimes in Latakia ausgeht, und die Kontrolle des syrischen Regimes über Nordwestsyrien festigen.
  • Die Offensive der syrischen Armee scheint in dieser Woche im ländlichen Raum südlich und südwestlich von Aleppo Fortschritte erzielt zu haben.Syrischen und libanesischen Medienberichten zufolge errang die syrische Armee einige lokale Erfolge und erlangte die Kontrolle über einige Dörfer zurück. Zudem wurden die Anstrengungen fortgesetzt, die Belagerung des Luftwaffenstützpunktes Kweires östlich von Aleppo zu durchbrechen, bislang aber ohne Erfolg.
  • Laut Medienberichten trafen einige Tausend Kämpfer der Iranischen Revolutionsgarde in Syrien ein, um die Offensive der syrischen Armee zu unterstützen. Die libanesische Zeitung Al-Akhbar, die Kontakte zur Hisbollah unterhält, berichtete, der Kommandeur der Al-Quds-Einheit, Qassem Soleimani, sei am 11. Oktober in Nordwestsyrien eingetroffen, um die Offensive der syrischen Armee mit Unterstützung der iranischen Revolutionsgarde zu befehligen (Al-Akhbar, 13. Oktober 2015).
Die Kämpfe im Raum Aleppo
  • Laut Medienberichten begann die syrische Armee eine großangelegte Operation in der südwestlichen Peripherie von Aleppo. Dabei soll es ihr gelungen sein, die Kontrolle über einige Dörfer im Südwesten der Provinz wiederzuerlangen (Al-Mayadeen, 16. Oktober 2015). Zudem wurde berichtet, dass sich die syrische Armee und ihre Verbündeten Gefechte mit dem IS lieferten und es ihr gelungen, dem IS einige Dörfer im Süden und Osten der Provinz Aleppo zu abzunehmen (Facebook-Seite von Hussein Martaga, Sana, Al-Mayadeen, 18. Oktober 2015). Am 16. Oktober 2015 veröffentlichte die zentrale Pressestelle der syrischen Armee auf ihrer Facebook-Seite einen Videoclip, worin zwei Panzer und drei Schützenpanzer der syrischen Armee auf dem Vormarsch im ländlichen Raum südwestlich von Aleppo zu sehen sind (Facebook-Seite Central.Military.Media.Syria; youtube, 16. Oktober 2015).
  • Am 18. Oktober 2015 veröffentlichte ein IS-Anhänger auf seinem Twitter-Account eine Erklärung, in der die Provinz Aleppo des IS die Verantwortung für einen Anschlag mit einer Autobombe gegen die syrische Armee übernimmt. Das Fahrzeug wurde von einem Selbstmordattentäter gesteuert, der Abu Al-Mutasim Al-Shami genannt wird, und explodierte mit einer Ladung von zehn Tonnen Sprengstoff an einem Versammlungspunkt der syrischen Armee in Tall Na’am, rund 31 Km südöstlich von Aleppo (Twitter-Account,  الغريب الغريب@agaziooo73, 18. Oktober 2015).
  • Die syrische Armee versucht weiterhin, die Belagerung des Luftwaffenstützpunkts Kweires östlich von Aleppo zu durchbrechen. Hierzu begann die syrische Armee nahegelegene Dörfer, die sich in der Hand des IS befinden, unter seine Kontrolle zu bringen (SNN, 17. Oktober 2015). Der Vorstoß der syrischen Armee geschieht mit russischer Unterstützung aus der Luft. Berichten zufolge haben russische Kampfflugzeuge am 17. Oktober 2015 Stellungen des IS im Umfeld des Luftwaffenstützpunktes angegriffen (Khatawa, 17. Oktober 2015).
Die Provinz Hama
  • Laut Berichten gelang es IS-Aktivisten zwei Kontrollpunkte der syrischen Sicherheitskräfte im Osten der Provinz Hama unter ihre Kontrolle zu bringen. Dabei seien 11 Angehörige der syrischen Sicherheitskräfte ums Leben gekommen (SNN, 16. Oktober 2015). Demgegenüber behaupteten syrische Militärquellen, bei einem Luftangriff auf eine IS-Fahrzeugkolonne, die aus 16 Fahrzeugen bestanden haben soll, seien mindestens vierzig IS-Aktivisten getötet worden (Al-Arabiya, 18. Oktober 2015).
Drei hochrangige Mitglieder der Gruppierung Kharasan liquidiert
  • Hochrangige amerikanische Vertreter ließen verlauten, am 15. Oktober 2015 seien bei einem Luftangriff auf das Dorf Ad-Dana, westlich von Aleppo, drei Al-Quaida-Aktivisten getötet worden. Es handle sich um den Saudi-Arabier Abdel Mohsen Bin Abdallah Ibrahim Al-Sharah, auch Sanafi Al-Nasr genannt, um Abdel Malik Al-Saudi sowie um einen marokkanischen Aktivisten. Ein weiterer Aktivist ägyptischer Herkunft soll unversehrt geblieben sein. Die vier waren Mitglieder einer Gruppierung, die Kharasan genannt wird und in Syrien im Auftrag des Al-Quaida-Führers Ayman Al-Zawahiri aktiv ist (Website des amerikanischen Verteidigungsministeriums, 18. Oktober 2015).
  • Die Al-Nusra-Front meldete, Sanafi Al-Nasr, Kommandeur der Al-Nusra-Front im Raum Latakia, sei bei einem Luftangriff im Raum Ad-Dana zusammen mit zwei seiner Begleiter ums Leben gekommen. Sie seien von amerikanischen Drohnen angegriffen worden (www.ajel.sa, 16. Oktober 2015).

Die Gruppierung Kharasan wurde erstmals im September 2014 vom amerikanischen Präsidenten Barack Obama erwähnt. Es handelt sich um eine Terrororganisation, die in Syrien aktiv ist und sich aus ehemaligen Al-Qaida-Kämpfern in Afghanistan und Pakistan und einigen später hinzugestossenen Freiwilligen aus Europa und den USA zusammensetzt. Die Gruppierung operiert in Syrien als Zweig der Al-Qaida unter der Schirmherrschaft der Al-Nusra-Front und konzentriert sich auf die Durchführung von Anschlägen gegen westliche Ziele. Es ist nicht das erste Mal, dass amerikanische Flugkörper Ziele der Kharasan angreifen. Im Juli 2015 gab das Pentagon die Tötung von Mohsen Al-Fahdli bei der Ortschaft Sarmada in der nordwestsyrischen Provinz Idlib bekannt. Mohsen Al-Fahdli war der Anführer der Gruppierung Kharasan (Website des amerikanischen Verteidigungsministeriums, 21. Oktober 2015). Die Angriffe auf die Kharasan sind selten, da sich die amerikanischen Luftangriffe auf den IS konzentrieren.

 

  • Am 15. Oktober 2015 postete ein Reporter der Al-Nusra-Front auf seinem Twitter-Account zwei Bilder, die ein anderer Reporter der Organisation in Aleppo zuvor veröffentlicht hatte. Auf den Bildern ist ein zerstörtes Fahrzeug zu sehen. Der Reporter schreibt, ein Flugzeug der Koalition habe ein Fahrzeug der Mudschahedin in der Stadt Ad-Dana, ca. 33 Km westlich von Aleppo, angegriffen und zerstört (Twitter-Account مراسل جبهة النصرة@morasel_jn1, 15. Oktober 2015). Vermutlich ist die Tötung der drei Kharasan-Aktivisten gemeint.
Die Provinz Homs
  • Am 17. Oktober 2015 meldete ein IS-Anhänger auf seinem Twitter-Account, dass die syrische Armee und regimetreue Milizen Kleinstädte und Dörfer im ländlichen Raum nördlich von Homs mit Unterstützung russischer Hubschrauber angreifen. Im Videoclip sind zwei russische Hubschrauber bei Angriffen in  urbaner Umgebung zu sehen (Twitter-Account ادريس@talebiidriss, 17. Oktober 2015).
Die Provinz Damaskus
  • Syrischen Medienberichten zufolge geht die syrische Armee im ländlichen Raum östlich und westlich von Damaskus gegen die Dschaisch Al-Islam und die Al-Nusra-Front vor. Bei den dortigen Gefechten soll der hochrangigen Al-Nusra-Front-Aktivist Mohammed Sirhan getötet worden sein.
  • Medien berichteten, IS-Aktivisten hätten Teile der Viertel Yalda und At-Tadaman in den südöstlichen Vororten von Damaskus unter ihre Kontrolle gebracht (siehe Karte). Dem seien Kämpfe zwischen den IS und anderen Rebellenorganisationen vorausgegangen (Website a3maqagency.wordpress.com, 16. Oktober 2015).
  • Am 16. Oktober 2015 postete ein IS-Anhänger auf seinem Twitter-Account ein Bild, auf dem bewaffnete IS-Aktivisten bei Kämpfen gegen Rebellenverbände im Damaszener Viertel At-Tadamon zu sehen sind. Die IS-Kämpfer sind mit roten Armbinden am rechten Arm gekennzeichnet (Twitter-Account ادريس@talebiidriss, 16. Oktober 2015).
Die Provinz Deir Ez-Zur
  • Der IS hält seinen Druck auf den Luftwaffenstützpunkt bei Deir Ez-Zur aufrecht. In den Abendstunden des 16. Oktober 2015 wurde berichtet, dass IS-Aktivisten zum Stützpunkt vorzustoßen versuchten. Zudem hätten sie bei der Ortschaft Al-Jafra einen Sprengsatz gezündet, worauf Kämpfe mit syrischen Regimetruppen entbrannt seien (Lokale Koordinationsausschüsse, 16. Oktober 2015). 
  • Am 16. Oktober 2015 wurde auf einer Facebook-Seite, die sich mit der syrischen Armee identifiziert, berichtet, dass ein hochrangiger IS-Aktivist, der Abu Saif Al-Iraqi genannt wird, und über fünfzehn weitere IS-Aktivisten bei Gefechten mit der syrischen Armee in der Umgebung des Luftwaffenstützpunktes Deir Ez-Zur getötet wurden (Facebook-Seite Military.Media.Syria.Central, 16. Oktober 2015).

Die wichtigsten Entwicklungen im Irak

Die Provinz Al-Anbar
Ramadi
  • Die irakische Armee setzt ihre Anstrengungen fort, die Stadt Ramadi zurückzuerobern, wenn auch bislang ohne Erfolg. Berichten zufolge haben Sondereinheiten der irakischen Armee nördlich von Ramadi dem IS Gebiete abgenommen und kontrollieren nun den Raum Albu Risha (Sputnik, 18. Oktober 2015). Demgegenüber wurde am 17. Oktober 2015 berichtet, Einheiten der irakischen Armee seien westlich von Ramadi in einen Hinterhalt des IS geraten und hätten schwere Verluste erlitten. Am 17. Oktober 2015 hieß es in einem Tweet eines IS-Anhängers, bei dem Zwischenfall seien 33 Soldaten der irakischen Armee getötet und neun Militärfahrzeuge zerstört worden (Twitter-Account ادريس@talebiidriss, 17. Oktober 2015).
  • Am 18. Oktober 2015 führte ein IS-Aktivist britischer Herkunft, Abu Omar Al-Britani genannt, zusammen mit einem anderen Terroristen einen Selbstmordanschlag bei Ramadi aus, der sich gegen Sondereinheiten der irakischen Armee richtete. Dabei kamen etwa achtzig Menschen ums Leben. Der zweite Selbstmordattentäter, der Abu Qatiba genannt wurde, war offenbar syrischer Herkunft (Daily Mail, 18. Oktober 2015).
Die Provinz Salah-Ad-Din
Baiji
  • Irakischen Quellen zufolge hat die irakische Armee eine großangelegte Offensive in der Region Baiji durchgeführt und dabei einige Erfolge errungen. Die irakische Armee habe die Stadt weitgehend zurückerobert, mit Ausnahme einiger Viertel im Westen der Stadt und des Marktes im Stadtzentrum. Die irakische Armee wertet die Zurückgewinnung der Stadt als größten Erfolg seitdem der IS am 10. Juni 2014 die Kontrolle über die Stadt erlangte. Zudem erklärte das Gemeinsame Operationskommando im Irak, Einheiten der irakischen Armee sei es nach einjährigen Kämpfen gelungen, das Raffineriegelände in Baiji wieder aus den Händen des IS zu befreien. Diese Berichte sind noch unbestätigt.
Die Provinz Nineveh
  • Die Informationsabteilung des IS in der Provinz Nineveh (Nordwestirak) veröffentlichte Bilder, auf denen IS-Aktivisten zu sehen sind, die den ersten Ausbildungskurs für Sondereinheiten in Mosul abgeschlossen haben: Die Aktivisten sind vermummt, mit Kalaschnikow-Schnellfeuergewehren und Pistolen bewaffnet und tragen Khaki-Uniformen mit Abzeichen, vermutlich der betreffenden Sondereinheit (Twitter-Account الغريب الغريب@;agaziooo73 justpaste.it, 14. Oktober 2015).

Der Weltdschihad in weiteren Ländern

Saudi-Arabien
  • Am 16. Oktober 2015 bekannte sich eine Gruppierung namens „Provinz Bahrein des IS“ zu dem Mordanschlag auf eine schiitische Moschee in der Ortschaft Sihat (Raum Al-Qatif im östlichen Saudi-Arabien). Den Anschlag, bei dem Betende getötet und verletzt wurden, verübte ein IS-Aktivist, der Shuja Al-Dusri genannt wurde (Twitter-Account العسقلاني القرشي@m_top31, 16. Oktober 2015).
  • Am 16. Oktober veröffentlichte ein IS-Gegner auf seinem Twitter-Account ein Bild, das die Leiche des IS-Aktivisten zeigen soll, der den Anschlag auf die schiitische Moschee in Sihat verübt hat. Der Aktivist liegt ausgetreckt auf dem Rücken am Boden. Er trägt eine weiße Dschallabija und eine Kampfweste, wie auf dem Bild, das der IS vor dem Anschlag veröffentlichte (Twitter-Account أ / ناصر السهلي@nasser22662, 16. Oktober 2015).
Kharasan
  • Bei einem Angriff amerikanischer Truppen in Kharasan am 13. Oktober 2015 starb Jalal Ad-Din, ein hochrangiger IS-Aktivist des IS und Mufti in der Provinz Kharasan. Ad-Din war mit fünf weiteren Personen in einem Fahrzeug unterwegs. Der IS bestätigte seinen Tod nicht offiziell, doch in den sozialen Netzwerken der Organisation tauchten diesbezügliche Meldungen auf (The Long War Journal, 15. Oktober 2015).

Ägypten und die Sinaihalbinsel

  • Die ägyptischen Sicherheitskräfte setzten ihren intensiven Aktivitäten gegen den Zweig des IS auf der Sinaihalbinsel fort. Gleichzeitig verübten Aktivisten der Provinz Sinai des IS weitere Anschläge gegen die ägyptischen Sicherheitskräfte, besonders im Raum Sheikh Zuweid. Am 19. Oktober 2015 gaben die ägyptischen Sicherheitskräfte den Beginn des zweiten Phase der Säuberungskampagne gegen Terrornester auf der Sinaihalbinsel bekannt, in deren Rahme zahlreiche Angriffe am Boden- und aus der Luft ausgeführt wurden.
  • Am 14. Oktober 2015 meldeten die ägyptischen Sicherheitskräfte die Vereitlung eines Waffenschmuggels durch einen Tunnel an der Grenze zum Gazastreifen. Das Material war für die Organisation Ansar Bayt Al-Maqdis bestimmt. Zudem wurden sieben Eingänge zu weiteren Tunnels gefunden (Al-Watan, 14. Oktober 2015). Die Sicherheitskräfte gaben überdies bekannt, in einem Tunnel unter einem Haus in Rafah Uniformen und Abzeichen des IS, Maschinenpistolen und Scharfschützengewehre sowie Sprengsätze und Satellitenfunkgeräte sichergestellt zu haben (youtube-Kanal des ägyptischen Verteidigungsministeriums, 14. Oktober 2015).
  • Nachfolgend eine Auswahl von Zwischenfällen:
  • Am 18. Oktober 2015 kam es zu heftigen Kämpfen zwischen ägyptischen Sicherheitskräften und Aktivisten der Provinz Sinai des IS südwestlich von Sheikh Zuweid (Twitter-Account eines Anhängers der Provinz Sinai des IS, 18. Oktober 2015).
  • Am 18. Oktober 2015 griffen Aktivisten der Provinz Sinai des IS ein gepanzertes Fahrzeug der ägyptischen Armee in El-Arish an. Das Fahrzeug fuhr auf eine Mine auf und explodierte. Dabei wurde niemand verletzt (Portal Veto, 18. Oktober 2015).
  • Am 17. Oktober 2015 wurde ein Einwohner von El-Arish bei der Explosion eines Sprengsatzes verletzt, der an der internationalen Verbindungsstraße im Süden von El-Arish platziert worden war (Portal Veto, 17. Oktober 2015).
  • Am 17. Oktober 2015 wurde ein ägyptischer Soldat bei der Explosion eines Sprengsatzes in einem gepanzerten Fahrzeug auf der Umgehung von El-Arish getötet. Drei weitere Soldaten wurden verletzt (ONA, 17. Oktober 2015).
  • Am 16. Oktober 2015 explodierte ein Sprengsatz bei der Durchfahrt eines Fahrzeugs der multinationalen Friedenstruppe im Süden von Sheikh Zuweid an der Straße nach Al-Gora. Zwei amerikanische Soldaten wurden leicht verletzt (Al-Watan, 17. Oktober 2015).
  • Am 15. Oktober 2015 veröffentlichte ein Twitter-Account eines IS-Aktivisten eine Mitteilung, wonach drei Angehörige der ägyptischen Sicherheitskräfte bei einer Operation von IS-Aktivisten in Sheikh Zuweid getötet worden seien (Twitter Account eines IS-Aktivisten, 15. Oktober 2015).
  • Am 14. Oktober 2015 explodierte ein Sprengsatz beim Sitz des Militärstaatsanwalts in El-Arish, als ein gepanzertes Fahrzeugs den Ort passierte (Al-Youm Al-Saba, 14. Oktober 2015).

Entwicklungen im Islamischen Staat

Der IS mobilisiert Flugzeugingenieure und weitere Fachkräfte
  • Am 17. Oktober 2015veröffentlichte der Inhaber eines Twittter-Accounts, der dem IS nahesteht, eine  „Stellenanzeige“ der Industrie- und Entwicklungsstelle des IS, in der Ingenieure in den Bereichen Luftfahrt, Physik, Chemie, Maschinen und Metallurgie gesucht werden. Zudem sucht der IS Schlosser. Die Anzeige enthält auch Telefonnummern zur Kontaktaufnahme (Twitter-Account أبوعبيده بن الجراح@2e185b5f1926420, 17. Oktober 2015).
Mobilisierung von Kämpfern und Aktivisten aus Belgien
  • Laut einem Bericht der belgischen Zweigstelle des UN-Menschenrechtskomitees haben sich bislang rund fünfhundert Aktivisten aus Belgien den IS-Kämpfern im Irak und in Syrien angeschlossen. Das Durchschnittsalter der neuen Kämpfer beträgt 23. Sie rekrutieren sich in der Regel aus niederen sozioökonomischen Schichten, in denen sich die Jugendarbeitslosigkeit auf 24% beläuft. Die Rekruten aus Belgien schlossen sich dem IS demnach hauptsächlich in drei Wellen an: 2010 unter Führung der Organisation Sharia4Belgium, die inzwischen von den belgischen Behörden aufgelöst wurde, 2012 und von 2014 bis heute.
  • Die Rekrutierungsaktivitäten in Belgien hätten über interne Netzwerke von Mitgliedern und Familienangehörigen sowie über die sozialen Netzwerke im Internet stattgefunden. Den Mobilisierten seien hohe Summen gezahlt worden. Es gebe Rekrutierer in Syrien, die nach der Anzahl der Mobilisierten und ihrer Qualität bezahlt würden. Wenn es sich beim Neuhinzugestoßenen um einen Computerfachmann oder um einen Arzt handle (gefragte Berufe im Islamischen Staat), erhalte der Rekrutierer eine höhere Summe (Sputnik, 17. Oktober 2015).

Vereitlungs- und Vorbeugemaßnahmen

Anfrage bei der Firma Toyota bezüglich der Verwendung von Toyota-Fahrzeugen durch den IS
  • Der amerikanische TV-Nachrichtenkanal ABC News berichtete über die ausgedehnte Nutzung von Toyota-Fahrzeugen durch IS-Aktivisten. Darauf bat die Terrorbekämpfungsabteilung des amerikanischen Finanzministeriums die Firma Toyota um Klärung der Frage, wie eine so große Zahl von neuen und gebrauchten Fahrzeugen des Typs Toyota Hilux in die Hände des IS gelangen konnte. Der Sprecher der Firma Toyota erklärte, das Unternehmen verfolge eine klare Politik, wonach keine Fahrzeuge an Kunden verkauft würden, die sie zu militärischen Zwecken oder für terroristische Aktivitäten missbrauchen könnten (ABC News, 6. Oktober 2015).
Entwicklung einer Software zur Bekämpfung des IS
  • Berichten zufolge haben russische Forscher eine neue Software entwickelt, die in der Lage sein soll, IS-Rekrutierer in den sozialen Netzwerken im Internet aufzuspüren. Ab 2016 soll das Programm in den sozialen Netzwerken Konten aufspüren, die potentiellen Rekrutierern zugeordnet werden könnten und ihnen eine Botschaft in arabischer Sprache schicken. Anschließend sollen die eintreffenden Antworten analysiert werden (Sputnik, 13. Oktober 2015).

Psychologische Kriegsführung des IS

Anstiftung zum Mord an Juden
  • Die palästinensische Terrorwelle, die Israel derzeit heimsucht, hat den IS zu einer Propagandakampagne veranlasst. Die von übler antisemitischer Hetze begleitete Kampagne soll die Terrorwelle anheizen, indem der Konflikt als Religionskrieg zwischen den Juden („Nachkommen der Affen und Schweine“) und den Muslimen dargestellt wird. Im Rahmen der Kampagne richtete der IS die neue Medienplattform „Al-Masra-Institut“ ein, die sich auf die palästinensische Thematik konzentrieren soll.[1] Zudem wurde vom IS oder von Ihm inspiriert auf Twitter der Hashtag #نحر_اليهود  (arab. “Juden abschlachten”) kreiert.[2] Die Hetzkampagne des IS könnte unseres Erachtens dschihadistische Elemente dazu ermutigen, im Nahen Osten oder anderswo konkret gegen Israel und die Juden aktiv zu werden.
  • Nachfolgend einige Beispiele für die Inhalte der Hetzkampagne:
  • Das Al-Masra-Instituthat eine Reihe von Videoclips ins Netz gestellt, die mit den Palästinensern und ihren Taten sympathisieren. In den mit den Palästinensern sympathisierenden Clips sind Aufrufe zum Dschihad im Namen Allahs in Palästina zu hören, umrahmt von Bildern des Tempelbergs, der Al-Aqsa-Moschee und des Felsendoms. So etwa im Clip mit dem Titel „Das Abschlachten der Juden“ werden Bilder der Jerusalemer Altstadt, des Tempelbergs, des Felsendoms und der Al-Aqsa-Moschee gezeigt, während im Hintergrund Osama Bin-Laden über die Bedeutung Jerusalems spricht. Zudem ruft der Anführer des IS, Abu Bakr Al-Baghdadi, im Clip zur Blutrache auf. Der Clip zeigt Szenen von Anschlägen, die jüngst in Jerusalem verübt wurden, überschrieben mit „Aktionen des einsamen Wolfes in Jerusalem“. Zudem zeigt der Clip IS-Aktivisten bei militärischen Übungen, während im Hintergrund die Worte Osama Bin-Ladens zu hören sind, der das Existenzrecht des Judenstaates auf palästinensischer Erde verneint (Al-Masra-Institut, 18. Oktober 2015).
  • In einem Videoclip der Informationsabteilung des IS in der Provinz Deir Ez-Zur werden die Juden vom Sprecher als „Mörder der Propheten“ betitelt und der „Verfälschung der Bücher Allahs und des Kampfes gegen die Gläubigen (die Muslime)“ bezichtigt. Die Juden werden zudem beschuldigt, das Christentum und die Schiah geschaffen zu haben und die Christen gegen die Muslime aufzuhetzen. Vor dem Hintergrund der Bilder, die eine Auto- und Messerattacke in Jerusalem dokumentieren, sagt der Sprecher: „Sticht den Juden mit dem Messer nieder oder überfahrt ihn mit dem Auto, vergiftet ihn, bringt den Sprengstoff wieder her, die Sprenggürtel und Bomben, verbrennt ihre Gesichter und ihre Häuser“. Im weiteren Verlauf des Clips ruft der IS-Aktivist, der sich Abu Muslim Al-Masri nennt, die Palästinenser zum Dschihad auf und dazu, den Juden „die Glieder abzuhacken“ (Filesharingsite archive.org, 18. Oktober 2015).
  • In einem weiteren Clip vom 18. Oktober 2015, produziert von der Informationsabteilung des IS im Südwesten des Irak, bezeichnet der Sprecher die Juden und Christen als Feindes des Islam. Der IS werde solange an die Muslime in Jerusalem erinnern“ bis die Al-Aqsa-Moschee von der Unreinheit der Nachkommen der Affen und Schweine befreit sei“. Der Islamische Staat rücke von Irak und Syrien auf Israel vor, die Stunde der Juden sei bald gekommen, fügte er hinzu (filesharingsite archive.org, 18. Oktober 2015).
  • In einem Clip der Provinz Kirkuk des IS ruft ein IS-Aktivist die Muslime in Jerusalem dazu auf, ihren Kampf gegen die Juden im Rahmen des Dschihad zu verschärfen (filesharingsite archive.org, 18. Oktober 2015).

Der IS richtete neulich die neue Medienplattform „Al-Masra-Institut“ ein, die sich ganz der palästinensischen Thematik widmen soll. Zu den erwähnten Themen zählen die Beobachtung der Entwicklungen rund um die Frage der Al-Aqsa-Moschee und die Veröffentlichung einschlägiger Materialien, die Ermutigung der islamischen Nation zum Dschihad zur Befreiung der besetzten Heiligen Stätten, in erster Linie der Al-Aqsa-Moschee und der restlichen „Heiligen Erde“ und die Stärkung des muslimischen Bewusstseins um die Wichtigkeit der Stärkung der Grundfesten des islamischen Kalifats. Das Institut verfügt über eine Website, auf der Hetzinhalte erscheinen, die zum Kampf gegen Israel aufrufen, dies unter Verwendung religiöser Elemente und Gebote sowie visueller Mittel, welche die muslimischen Emotionen der Surfer wecken und sie zum Handeln bewegen sollen. Zu den Inhalten gehören Nachrichten zum Thema Jerusalem, Links zu Videoclips, die Anschläge zeigen, die Verherrlichung von „Märtyrern“ und Aufrufe zu weiteren Anschlägen. Auf der Website befinden sich zudem Links zu Videoclips des IS zum Thema Al-Aqsa und Palästina.

 

[1]Al-Masraist der Weg, den Mohammed von Mekka zur Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem wählte, wo er nach islamischer Überlieferung anschließend zum Himmel aufstieg.
[2]https://twitter.com/hashtag/%D9%86%D8%AD%D8%B1_%D8%A7%D9%84%D9%8A%D9%87%D9%88%D8%AF?src=hash