Blick auf den Weltdschihad (9.-15. Oktober 2015)

Blick auf den Weltdschihad

Blick auf den Weltdschihad

Screenshot aus dem IS-Clip, in dem ein Pilot beim Absprung aus einem Flugzeug bei Hraytan zu sehen ist.

Screenshot aus dem IS-Clip, in dem ein Pilot beim Absprung aus einem Flugzeug bei Hraytan zu sehen ist.

russischer Kampfhubschrauber des Typs MI-35 unterstützt syrische Bodentruppen in der Ghab-Ebene südwestlich von Idlib (youtube, 8. Oktober 2015)

russischer Kampfhubschrauber des Typs MI-35 unterstützt syrische Bodentruppen in der Ghab-Ebene südwestlich von Idlib (youtube, 8. Oktober 2015)

Ein Panzer und Soldaten der syrischen Armee beim Dort Atshan (Sana, 11. Oktober 2015)

Ein Panzer und Soldaten der syrischen Armee beim Dort Atshan (Sana, 11. Oktober 2015)

Ein Panzer und Soldaten der syrischen Armee beim Dort Atshan (Sana, 11. Oktober 2015)

Ein Panzer und Soldaten der syrischen Armee beim Dort Atshan (Sana, 11. Oktober 2015)

Syrische Armeeeinheiten im Dorf Atshan (Nachrichtenagentur Sana, 11. Oktober 2015)

Syrische Armeeeinheiten im Dorf Atshan (Nachrichtenagentur Sana, 11. Oktober 2015)

IS-Aktivist im ländlichen Gebiet nordöstlich von Aleppo (Filesharingsite archive.org, 10. Oktober 2015)

IS-Aktivist im ländlichen Gebiet nordöstlich von Aleppo (Filesharingsite archive.org, 10. Oktober 2015)

Brigadegeneral Hossein Hamedani, hoher Kommandeur der iranischen Revolutionsgarde, der in Aleppo getötet wurde

Brigadegeneral Hossein Hamedani, hoher Kommandeur der iranischen Revolutionsgarde, der in Aleppo getötet wurde

Vierzehn hohe Offiziere der iranischen Revolutionsgarde, die im Irak und in Syrien ums Leben gekommen sein sollen

Vierzehn hohe Offiziere der iranischen Revolutionsgarde, die im Irak und in Syrien ums Leben gekommen sein sollen

 Der hohe Hisbollah-Feldkommandeur Haj Abu Reda oder Hassan Hossein Al-Hadj, der bei Gefechten im Raum Idlib ums Leben kam (Website Al Mayadeen, 11. Oktober 2015)

Der hohe Hisbollah-Feldkommandeur Haj Abu Reda oder Hassan Hossein Al-Hadj, der bei Gefechten im Raum Idlib ums Leben kam (Website Al Mayadeen, 11. Oktober 2015)

Der Selbstmordattentäter, der Mahmoud Amin Al-Tadjiki genannt wird

Der Selbstmordattentäter, der Mahmoud Amin Al-Tadjiki genannt wird

Erneuter Treueschwur für den IS-Anführer Abu Bakr Al-Baghdadi

Erneuter Treueschwur für den IS-Anführer Abu Bakr Al-Baghdadi

Prägestempel für 5-Dinar-Münzen des IS, die in Gaziantep sichergestellt wurden (Website der Zeitung Cumhuriyet, 7. Oktober 2015).

Prägestempel für 5-Dinar-Münzen des IS, die in Gaziantep sichergestellt wurden (Website der Zeitung Cumhuriyet, 7. Oktober 2015).

Das Logo der Messenger-App Telegram (Website telegram.org, 10. Oktober 2015)

Das Logo der Messenger-App Telegram (Website telegram.org, 10. Oktober 2015)


Die Ereignisse der Woche im Überblick

  • Im Mittelpunkt der Ereignisse stand diese Woche die Bodenoffensive der syrischen Armee unterstützt vom Iran und unter Beteiligung von Hisbollah-Kämpfern und der russischen Luftwaffe. Es scheint uns, dass sich die Offensive auf die Regionen Hama, Idlib und Aleppo konzentriert und sich gegen die Al-Nusra-Front und ihre Verbündeten richtet. Sie soll den Druck auf die Hochburg des syrischen Regimes in Latakia mindern und dessen Kontrolle über die nördlichen Landesteile festigen. Der Islamische Staat und seine “Hauptstadt” Ar-Rakka scheinen (zumindest vorerst) nicht Ziel dieses Vorstoßes zu sein.
  • Die Lage vor Ort ist noch nicht genügend geklärt. Der uns vorliegenden Information entnehmen wir, dass die Regierungstruppen in der ländlichen Region nördlich von Hama einige lokale Erfolge erringen konnten. In der Region Aleppo und offenbar auch um Idlib scheint die syrische Armee aber auf erbitterten Widerstand der Rebellengruppen zu stoßen. Bei den Gefechten bei Aleppo kam der Brigadegeneral  Hossein Hamedani, ein hoher Kommandeur der iranischen Revolutionsgarde, ums Leben, und im Raum Idlib starb ein hoher Feldoffizier der Hisbollah.
  • Die Offensive der syrischen Armee wurde von intensiver Tätigkeit der russischen Luftwaffe begleitet (die mehr als 200 Angriffe flog). Die Mehrzahl dieser Luftangriff richteten sich unseres Erachtens gegen die Rebellenorganisationen in Nordwestsyrien (unter Führung der Al-Nusra-Front). Die Angriffe auf Ziele des IS bleiben dagegen nach wie vor sekundär, obwohl die russische Informationspolitik die russischen Anstrengungen gegen den IS weiterhin hervorhebt.
  • Das amerikanische Verteidigungsministerium gab die Einstellung des Ausbildungsprogramms für syrische Rebellenorganisationen bekannt, das sich als völlig nutzlos erwiesen hat (bei Kosten von rund zweieinhalb Milliarden Dollar). Als operationelle Alternative warfen die Amerikaner Dutzende Tonnen Waffen und Munition für die kurdischen Kräfte und diverse Rebellenorganisationen über Syrien ab (ohne die begünstigten Rebellenorganisationen allzu sehr „unter die Lupe zu nehmen“). Einige dieser Rebellenorganisationen gehören zu denen, die am meisten von der syrischen Bodenoffensive mit russischer Luftunterstützung betroffen sind. 

 

Der internationale Kampf gegen den IS

Angriffe der USA und ihrer Koalitionspartner
  • In der vergangenen Woche dauerten die Luftangriffe der USA und ihrer Koalitionspartner gegen Ziele des Islamischen Staates an. Im Verlaufe der Woche flogen Kampfflugzeuge, Bomber und Drohnen Dutzende von Angriffen in Syrien und im Irak.
  • Nachfolgend eine Zusammenstellung der wichtigsten Angriffe (laut dem amerikanischem Verteidigungsministerium):
  • In Syrien konzentrierten sich die Angriffe auf die Regionen Al-Hasakah, Palmyra, Ar-Rakka, Manbij (nordöstlich von Aleppo) und Marea (nördlich von Aleppo). Bei diesen Angriffen wurden taktische Einheiten des IS, Ausbildungslager, Mörser, Ölterminals, Gebäude und Fahrzeuge des IS etc. getroffen (Website des amerikanischen Verteidigungsministeriums, 8.-10. Oktober 2015).
  • Im Irak konzentrierten sich die Angriffe auf die Regionen Baiji, Kirkuk, Mosul, Falluja, Sultan Abdallah (südöstlich von Mosul), Tibnije, Al-Ramadi, Hit, Sinjar, Kisik (westlich von Mosul) und Hawija (westlich von Kirkuk). Getroffen wurden taktische Einheiten des IS, Waffensysteme, Stellungen, Fahrzeuge, eine Werkstätte für die Präparierung von Fahrzeugen mit Sprengstoff, Einrichtungen für die Herstellung von Sprengsätzen, Aufbewahrungsstätten von improvisierten Sprengsätzen, Gebäude und unterirdische Durchgänge des IS (Website des amerikanischen Außenministeriums, 10. Oktober 2015). 
  • Der Sprecher der Koalitionskräfte erklärte, bis zum 6. Oktober 2015 hätten die Koalitionstruppen unter Führung der USA 7.323 Angriffe aus der Luft gegen IS-Ziele in Syrien und im Irak durchgeführt, davon 4.701 im Irak und 2.622 in Syrien (Website des amerikanischen Verteidigungsministeriums, 10. Oktober 2015).
  • Das amerikanische Verteidigungsministerium gab am 9. Oktober 2015 das Ende des Programms für die militärische Ausbildung von Rebellen in Syrien bekannt, das bislang rund eine halbe Milliarde Dollar gekostet hat. Dies, nachdem die amerikanische Regierung zu der Einsicht gelangt war, dass es nicht gelang, mit diesem Programm eine Streitmacht zu bilden, die in der Lage sein wäre, den IS zu schlagen und Präsident Assad zu stürzen (New York Times, 9. Oktober 2015).
  • Inzwischen scheint die USA andere Wege zu suchen, um die verschiedenen Organisationen im Kampf gegen den IS zu unterstützen, ohne die betreffenden Organisationen allzu sehr „unter die Lupe zu nehmen“. In diesem Zusammenhang  soll ein „hoher amerikanischer Vertreter“ gemeldet haben, dass die USA in der Region Al-Hasakah Munition für kurdische Kräfte (YPG) abgeworfen habe (Al-Arabiya, 12. Oktober 2015). CNN berichtete am 12. Oktober 2015, amerikanische Transportflugzeuge hätten in Nordsyrien 50 Tonnen Munition für Rebellengruppen abgeworfen. In diesem Zusammenhang hieß es in westlichen Agenturberichten gestützt auf amerikanische Quellen, syrische Rebellenorganisationen, die von den USA unterstützt würden, hätten in letzter Zeit vermehrt Panzerfäuste vom Typ „Tow“ eingesetzt.

Das russische Engagement im syrischen Bürgerkrieg

  • Die russische Luftwaffe hat in der letzten Woche ihre Angriffe auf die Rebellenorganisationen in Syrien intensiviert. Die Angriffe richteten sich vor allem gegendie Al-Nusra-Front und ihre Verbündeten in den Regionen, in denen die syrische Armee aktiv war und weniger gegen Ziele des IS (obwohl die russische Informationspolitik die Angriffe auf den IS hervorhebt). Die russischen Angriffe konzentrierten sich demnach auf die Regionen Homs, Hama, Idlib und Aleppo (Website RT.com, 9. Oktober 2015).
  • Das russische Verteidigungsministerium ließ verlauten, die russische Luftwaffe habe bislang über zweihundert Angriff ausgeführt. Allein zwischen dem 8. und 9. Oktober 2015 seien 60 Ziele angegriffen worden. Dabei seien zwei hohe Kommandeure des IS ums Leben gekommen, hieß es. Des Weiteren seien 300 Aktivisten der Rebellenorganisationen getroffen worden. 200 von ihnen seien bei einem präzisen Luftschlag auf das Hauptquartier der islamistischen Rebellengruppierung  „Ritter der Gerechtigkeit“ getötet worden. 100 weitere Aktivisten, so das russische Verteidigungsministerium weiter, seien bei der Bombardierung eines Lagers und eines Waffendepots in einem ehemaligen Gefängnis bei Aleppo ums Leben gekommen. Bei diesen Angriffen seien fünf Kommunikationszentren, sechs Waffendepots, 17 Ausbildungslager und17 Fahrzeuge zerstört worden (Website rt.com, 9. Oktober 2015).
  • Hochrangige russische Regierungsvertreter äußerten sich in der vergangenen Woche wie folgt zum russischen Engagement in Syrien: Der russische Präsident Wladimir Putin sagte in einem Interview mit dem Sender „Russia 1“,Russland werde in Syrien keine Bodentruppen stationieren. Das russische Engagement bezwecke die Stabilisierung der legitimen Herrschaft in Syrien und die Kreierung von Bedingungen, die eine politische Lösung erlauben würden (Russia Today). Der russische Außenminister Sergej Lavrov erklärte, Russland sei bereit, mit der internationalen Koalition und den arabischen Staaten im Kampf gegen den Terror zusammenzuarbeiten, doch die internationale Koalition sei für diese Aufgabe derzeit nicht vorbereitet (Nachrichtenagentur Sputnik, 12. Oktober 2015). Andrej Kartapolow, Chef der Abteilung für Operationen im russischen Generalstab, sagte, Russland habe die Verteidigungsministerien der Mitglieder der internationalen Koalition gegen den IS um Geheimdienstinformation über den IS und Terroraktivisten in Syrien gebeten (Nachrichtenagentur Sputnik, 7. Oktober 2015).
Abschuss eines russischen Flugzeugs
  •  Am 11. Oktober 2015 veröffentlichte ein Informationsorgan des IS einen Videoclip, auf dem ein Mann beim Absprung aus einem Flugobjekt zu sehen ist. Im Clip wird behauptet, es handle sich um einen russischen Piloten, der aus seinem getroffenen Flugzeug abspringt. IS-Aktivisten hätten den Mann beim Absprung beschossen. Im Clip sind zahlreiche Schüsse zu hören (AAMQ, 11. Oktober 2015). Demgegenüber berichtete die britische Online-Zeitung Mirror, die türkische Armee habe einen russischen Kampfjet abgeschossen, nachdem dieser in den türkischen Luftraum eingedrungen sei. Der Zwischenfall habe sich bei der Ortschaft Hraytan, rund 9,5 Km nordwestlich von Aleppo ereignet (mirror.co.uk, 10. Oktober 2015).

Die wichtigsten Entwicklungen in Syrien

Bodenoffensive der syrischen Armee in Nordsyrien – die aktuelle Situation (Stand vom 13. Oktober 2015)
  • Am 7. Oktober 2015 begann die syrische Armee eine Bodenoffensive in den Regionen Hama, Idlib und Aleppo. Die Offensive bezweckt unseres Erachtens, die für das syrische Regime überlebenswichtigen Gebiete in Al-Latakia und entlang der Mittelmeerküste vom strategischen Druck der Al-Nusra-Front und ihrer Verbündeten (Dschaisch Al-Fatah) zu befreien. Zudem soll die Kontrolle des syrischen Regimes über die Städte Homs, Hama und Aleppo gefestigt werden. Konkret geht es dem syrischen Regime darum, die den Rebellen in die Hände gefallene Region Idlib zurückzuerobern und die Kontrolle über die Gebiete von Aleppo bis zur syrisch-türkischen Grenze zurückzugewinnen. Ar-Rakkah, die „Hauptstadt“ des IS und die vom IS kontrollierten Gebiete östlich des Euphrat und in der syrischen Wüste scheinen uns derzeit nicht Gegenstand der Bodenoffensive der syrischen Armee zu sein.
  • Die Hauptlast der Bodenoffensive trägt die syrische Armee, unterstützt von der russischer Luftwaffe, und mit (beschränkter) Unterstützung am Boden durch iranische Kämpfer und Hisbollah-Aktivisten. Die russische Unterstützung manifestiert sich durch intensive Bombardierung von Rebellenpositionen in den Gebieten, in denen die syrische Armee vorstößt oder wo ihr Vorstoß unmittelbar bevorsteht. Die Bodenoffensive und die Angriffe aus der Luft führt Berichten zufolge zur Flucht von Zivilisten aus den Regionen Idlib und Hama in Richtung türkische Grenze.
  • Bei den Kämpfen wird die syrische Armee auch direkt von russischen Kampfhubschraubern unterstützt. Am 8. Oktober 2015 veröffentlichte die Informationsabteilung der syrischen Kampfverbände einen Videoclip, in dem berichtet wird, dass russische Kampfhubschrauber vom Typ MI-35 die syrische Armee bei den Kämpfen in der Al-Ghab- Ebene südwestlich von Idlib unterstützen (siehe weiter unten). Der Clip zeigt vier tieffliegende Hubschrauber im Abstand von sechs bis zwanzig Sekunden der Reihe nach vorbeifliegen (youtube, 8. Oktober 2015).
Libanesische Zeitung mit Kontakten zur Hisbollah berichtet über die Bodenoffensive und deren Ziele
  • Die libanesische Zeitung Al-Akhbar mit Kontakten zur Hisbollah veröffentlichte eine Reportage über die Pläne zur Rückerlangung der Kontrolle des syrischen Regimes über Nordsyrien. Nachfolgend eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte (13. Oktober 2015):
  • Der Iran entsandte am 12. Oktober eine Vorhut der Einheit der Revolutionsgarde, die sich der syrischen Armee und den Hisbollah-Einheiten anschließen wird.
  • Geplant ist eine großangelegte Operation zur Wiedererlangung der Kontrolle des syrischen Regimes über den Nordwesten des Landes. In diesem Rahmen bezweckt die Bodenoffensive zunächst, die Kontrolle über den ländlichen Raum um Hama, Idlib und Homs zu erlangen.
  • Später soll die Bodenoperation die syrisch-türkische Grenze erreichen, wo sich die syrische Armee dann parallel zu kurdischen Einheiten (YPG) operieren soll.
  • Al-Akhbar hat erfahren, dass der Kommandeur der Al-Quds-Einheit, Qassem Soleimani, vor zwei Tagen (d.h. am 11. Oktober 2015) in Nordwestsyrien eintraf. Berichten zufolge soll er die Vorbereitungen für die offensiven Operationen der syrischen und der irakischen Armee befehligen (laut Al-Akhbar ist im Irak eine Offensive zur Einnahme der Stadt Baiji geplant).
Provinz Hama
  • Laut Medienberichten hat die syrische Armee im ländlichen Raum nördlich von Hama mit russischer Unterstützung aus der Luft Geländegewinne erzielt.Am 10. Oktober habe sie die Ortschaften Atshan und Harnin aus der Hand der Rebellen, darunter die Al-Nusra-Front, befreit. Syrische Armeeeinheiten hätten zudem den strategisch wichtigen Ort Tal Sukayk unter ihre Kontrolle gebracht, um zur Schnellstraße zwischen Damaskus und Aleppo vorzustoßen, die sich seit Mai 2014 unter der Kontrolle islamistischer Organisationen befindet (AFP, 11. Oktober 2015). Syrische und andere arabische Medien berichteten, die syrischen Sicherheitskräfte hätten Dutzende von Rebellen getötet und rund 20 Fahrzeuge zerstört, die Munition für Rebellenorganisationen transportierten.
  • Auf der anderen Seite gab die von der Al-Nusra-Front geführte Dschaisch Al-Fatah die Eröffnung einer neuen Front zur Eroberung der Stadt Hama bekannt. Dschaisch Al-Fatah rief seine Aktivisten in der Stadt und seine Kämpfer an der Straße, die zur Stadt führt, auf, neue Initiativen an den verschiedenen Fronten zu ergreifen, um die Stadt zu befreien (Al-Durar A-Shamiya, 13. Oktober 2015).
Provinz Aleppo
Allgemeines
  • Während vom ländlichen Raum um Hama Erfolge der syrischen Armee vermeldet werden, hat die Bodenoffensive der Regierungstruppen im Raum Aleppo offenbar  mit Problemen zu kämpfen. Demnach haben IS-Aktivisten einige strategisch wichtige Ortschaften im ländlichen Raum nördlich und nordöstlich von Aleppo unter ihre Kontrolle gebracht, während der Vorstoß der syrischen Armee östlich von Aleppo gebremst wurde. Am 9. Oktober 2015 gab ein Informationsorgan des Islamischen Staates bekannt, dass IS-Aktivisten einige Dörfer und strategisch bedeutsame Positionen im ländlichen Raum nordöstlich und nördlich von Aleppo eingenommen hätten. Es handle sich um folgende Dörfer: Tall Sha’ir, rund 17,5 Km nordöstlich von Aleppo, Fafeen, rund 17 Km nordöstlich von Aleppo, Tall Susayn, rund 17 Km nördlich von Aleppo, Kafr  Qares, rund 18 Km nordöstlich von Aleppo und das rund 19 Km nördlich von Aleppo gelegene Dorf Tall Qarah. Anderen Berichten zufolge gelang es den syrischen Sicherheitskräften, die Region nordöstlich von Aleppo unter ihre Kontrolle zu bringen und die IS-Aktivisten von dort zu vertreiben (Al-Jazeera, 12. Oktober 2015).
IS vereitelt Versuche der syrischen Armee im ländlichen Raum rund um den Luftwaffenstützpunkt Kuweyres vorzustoßen
  • Am 10. Oktober 2015 meldete ein Informationsorgan des Islamischen Staates, es sei gelungen, den Vorstoß der syrischen Armee in der Region nordöstlich der Ortschaft Al- Safirah, rund 25 Km südöstlich von Aleppo, zu bremsen. Es handelte sich um den dritten Versuch der syrischen Armee innerhalb weniger als eines Monats in dieser Region vorzustoßen, um die Belagerung des Luftwaffenstützpunktes Kuweyres durch IS-Aktivisten zu durchbrechen (a3maqagency.wordpress.com, 10. Oktober 2015).
Tod eines hohen Offiziers der iranischen Revolutionsgarde
  • Am 9. Oktober 2015 erklärten offizielle iranische Quellen, Brigadegeneral Hossein Hamedani, ein hoher Kommandeur der Revolutionsgarde, sei am 8. Oktober 2015 in einem Vorort der Stadt Aleppo ums Leben gekommen. Über die genauen Todesumstände  kursieren widersprüchliche Versionen: Eine besagt, er sei bei einem Verkehrsunfall getötet worden, eine andere, er sei in einen Hinterhalt des IS geraten. Quellen der Revolutionsgarde zufolge war Hamedani als Berater der syrischen Armee tätig.
  • Hamedani war Veteran des Iran-Irak-Krieges und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der iranischen Revolutionsgarde. Laut Presseagenturberichten befehligte er die iranischen Einheiten, die jüngst zur Unterstützung des syrischen Regimes nach Syrien geschickt wurden (Reuters und die türkische Nachrichtenagentur Anatol, 9. Oktober 2015).[1] Laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurde  Hamedani bei der Operation zur Durchbrechung der Belagerung des Luftwaffenstützpunkts Kuweyres östlich von Aleppo vom IS getötet (BBC auf Persisch, 9. Oktober 2015).
  • Am 11. Oktober 2015 veröffentlichte ein Twitter-Account eine Seite mit den Bildern von vierzehn hohen Offizieren der iranischen Revolutionsgarde, die im Irak und in Syrien ums Leben gekommen sein sollen. Der fünfzehnte Getötete ist der obenerwähnte Brigadegeneral Hossein Hamedani (Twitter-Account أبوعبيده بن الجراح@2e185b5f1926420, 11. Oktober 2015).
Provinz Idlib
  • In der vergangenen Woche kam es südwestlich von Idlib zu Gefechten zwischen der syrischen Armee und der Al-Nusra-Front und ihren Verbündeten. Die syrische Armee führt offenbar eine Bodenoffensive mit Unterstützung der Hisbollah und russischer Luftunterstützung, um die in den letzten Monaten verlorenen Gebiete zurückzugewinnen und die Gefahr zu beseitigen, die von den Rebellenorganisationen für die Stadt Latakia, eine Hochburg des syrischen Regimes, ausgeht.
  • Am 11. Oktober 2015 berichtete ein Twitter-Account des Informationszentrums der Dschaisch Al-Fatah (unter Führung der Al-Nusra-Front), zehn Soldaten der syrischen Armee seien beim Versuch zum Dorf Fawru vorzustoßen getötet worden. Diese Dorf befindet sich in der Al-Ghab-Ebene, rund 13,5 Km südlich von Jisr Al-Shughur, einer Kleinstadt an der Verbindungsstraße zwischen Idlib und Latakia. (Twitter-Accountالمركز الاعلامي الحر@MediaCenterfr, 11. Oktober 2015). Die syrische Armee versucht offenbar, die Region zwischen Jisr Al-Shughur und Idlib zurückzuerobern, um die Hauptverbindungsstraße (M4) nach Latakia wieder unter ihre Kontrolle zu bringen.
  • Der Al-Jazeera-Korrespondent im Libanon berichtete am 10. Oktober 2015, ein hoher Feldkommandeur der Hisbollah namens Mehdi Hassan Obeid (alias Haj Abu Reda oder Hassan Hossein Al-Hadj) sei bei Gefechten im Raum Idlib getötet worden (Website Al-Jazeera und Al Mayadeen, 10. Oktober 2015; Lebanon Files, 12. Oktober 2015). Ein anderer Twitter-Account berichtete vom Tod von zehn weiteren Hisbollah-Aktivisten im Raum Idlib.
Provinz Deir Ez-Zur
  • Die Belagerung des Luftwaffenstützpunkts Deir Ez-Zur durch den IS dauert an. Berichten zufolge brachten IS-Aktivisten eine Autobombe auf dem Stützpunkt zur Explosion (Aksalser, 11. Oktober 2015). Laut anderen Berichten sollen bei Versuchen zum Luftwaffenstützpunkt vorzustoßen Dutzende von IS-Aktivisten getötet worden sein.

Die wichtigsten Entwicklungen im Irak

Versuchte Liquidierung des IS-Anführers
  • Am 11. Oktober 2015 berichteten irakische Militärquellen, irakische Kampfflugzeuge hätten eine Fahrzeugkolonne angegriffen, in der sich der Anführer des Islamischen Staates, Abu Bakhr Al-Baghdadi, befunden habe. Die Fahrzeugkolonne mit Al Baghdadi sei in der Provinz Al-Anbar unterwegs zu einem Treffen mit anderen IS-Anführern gewesen. Arabische Medien meldeten, Al Baghdadi habe den Angriff überlebt, doch „irakische Militärquellen“ behaupteten, bei dem Angriff seien einige hochrangige Vertreter des IS ums Leben gekommen (Al Mayadeen und Al-Baghdadia, 11. Oktober 2015).
Provinz Al-Anbar
  • Am 10. Oktober 2015 bekannte sich die Provinz Al-Anbar des IS zu einem Selbstmordanschlag im Norden der Stadt Ramadi. Der Anschlag wurde mit einem mit Sprengstoff beladenen Lastwagen auf einem Stützpunkt der irakischen Armee und der sie unterstützenden schiitischen Milizen ausgeführt. Beim Selbstmordattentäter handelte es sich um Mahmoud Amin Al-Tadjiki, ein Name, der tadschikische Herkunft hindeutet. Über Opfer dieses Anschlages wurde nichts bekannt (Al-Akhbar Daulat Al-Islam, 10. Oktober 2015). Irakische Quellen berichten weiter über einen bevorstehenden Vorstoß der irakischen Armee und der sie unterstützender lokaler Kräfte zur Rückeroberung der Stadt Ramadi (Al-Sabah Al-Jadid, 11. Oktober 2015).
Provinz Salah Ad-Din
  • Ein hoher Vertreter des irakischen Sicherheitsapparats behauptete, in wenigen Tagen werde eine Operation zur Rückeroberung der Stadt Baiji aus den Händen des IS beginnen (Albawaba, 12. Oktober 2015). Am Tag zuvor meldete eine irakische Sicherheitsquelle, zwei IS-Aktivisten tunesischer und marokkanischer Herkunft seien bei den Ölraffinerien im Raum Baiji in einen Hinterhalt einer Spezialeinheit der irakischen Armee geraten und getötet worden (Akhbarna, 11. Oktober 2015).

Provinz Nineveh

  • Der IS in der Provinz Nineveh veröffentlichte am 10. Oktober 2015 einen Videoclip, in dem Anführer des Al-Khalej-Stammes, einer der Jabur-Stämme (ein großer sunnitischer Stamm im Raum Mosul), dem Anführer des IS erneut die Treue schwören (Filesharingsite archive.org, 10. Oktober 2015).

Der Weltdschihad in weiteren Ländern

Libyen
Zwei hochrangige IS-Aktivisten kommen in der Stadt Derna ums Leben
  • Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem IS und anderen dschihadistischen Organisationen in der Stadt Derna im Osten Libyens dauern an. LautQuellen aus Derna wurden bei neuen Kämpfen zwei IS-Kommandeure getötet: Am 10. Oktober 2015 wurde die Leiche des von Aktivisten der Abu-Salim-Brigaden getöteten IS-Kommandeurs Hamzeh Salam Atiya Habil gefunden. Die Abu Salim-Brigaden sind eine lokale islamistische Gruppierung mit wachsender Macht (Akhbar Libya, 11. Oktober 2015). Am 9. Oktober 2015 war bereits ein anderer IS-Kommandeur, Mohammed Mahmoud Al-Arj, von der Organisation Shura-Rat der Mudschahidin vonDerna, einer dschihadischten Gruppierung, die der Al-Qaida nahesteht, getötet worden (Bawabat Afrikia Al-Akhbariya, 9. Oktober 2015).
IS-Aktivitäten südlich von Misrata
  • Augenzeugen berichteten, IS-Aktivisten hätten am 8. Oktober 2015 drei Tanklastwagen im Raum Abugrein südlich von Misrata angegriffen. Die Tanklastwagen seien von Misrata in die Stadt Sabha, tief in der libyschen Wüste, unterwegs gewesen (siehe Karte unten). Bei dem Angriff sei es zu Feuergefechten zwischen IS-Aktivisten und einer Einheit der Gruppierung Fajr Libya gekommen, welche die Regierung in Tripolis unterstützt. Das Gefecht endete mit der Zerstörung der Fahrzeuge des Fajr Libya und der Beschlagnahmung der Tanklastwagen (Akhbar Libya, 8. Oktober 2015).
Der IS versucht, Aktivisten in Libyen anzuwerben
  • Libysche Quellen berichteten, der libysche Zweig des IS nutze die Gelder, die er mit Drogenschmuggel, Waffenhandel und der Konfiszierung von öffentlichem Eigentum und von Banken angehäuft habe, um neue Kämpfer anzuwerben. Der libysche Beobachter Abed El-Aziz Agniwa meint, der IS habe in Libyen große Summen geraubt, vor allem von einer Bank in Sirte, und er erhalte bedeutende Unterstützung von Organisationen innerhalb und außerhalb Libyens. Zudem profitiere der IS vom Drogenschmuggel und dem Handel mit Erdöl. Der Beobachter fügte hinzu, dass der IS der Bevölkerung Steuern und Strafzahlungen auferlege. Bei vielen neurekrutierten IS-Anhängern handle es sich um junge Arbeitslose aus finanziell prekären Verhältnissen. Der IS sei daran, eine große Streitmacht aufzubauen, um seine Macht in Libyen zu erweitern (Akhbar Libya 24, 8. Oktober 2015).
Die Türkei
IS für verheerenden Anschlag in Ankara verantwortlich gemacht
  • Am Morgen des 10. Oktober 2015 kam es bei einer Friedenskundgebung linker Parteien, türkischer Arbeiterverbände und der kurdischen Partei HDP in Ankara gegen den fortdauernden Konflikt zwischen dem türkischen Staat und der Kurdenorganisation PKK zu einem Selbstmordanschlag, der zahlreiche Opfer forderte. 98 Kundgebungsteilnehmer wurden getötet und über 200 verletzt. Es war der schlimmste Terroranschlag der türkischen Geschichte. Bislang bekannte sich niemand zu dieser Tat. Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan sagte nach einer Sitzung mit der Führung des türkischen Sicherheitsapparates, es gebe starke Indizien dafür, dass die Explosionen von zwei Selbstmordattentätern ausgegangen seien, und beschuldigte den IS, den PKK und linksradikale Organisationen.
  • Ein Twitter-Account in türkischer Sprache meldete, der IS habe die Täter des Massenmordanschlages für ihre Tat beglückwünscht: „Unser Glückwunsch den Tätern. Gesegnet sei Gott, dass der Anschlag auf die Kommunistendemonstration in Ankara erfolgreich war. Wir beten zu Gott, dass die Zahl der getöteten Demonstranten zunimmt…“ (milliyet.com.tr, 10. Oktober 2015). Zudem wurde berichtet, eine Gruppierung, die sich als türkische Provinz des IS vorgestellt habe, habe einen Videoclip veröffentlicht, worin die Türken dazu aufgerufen werden, sich dem IS anzuschließen (milliyet, 13. Oktober 2015).
  • Quellen des türkischen Sicherheitsapparates in Ankara meldeten der türkischen Nachrichtenagentur Antalya, die Angriffstaktik und die Menge des Sprengstoffs vom Typ TNT, die zum Einsatz gekommen sei, deuteten auf eine Ähnlichkeit zu dem Anschlag hin, der im Juli 2015 in Suruc verübt worden sei. Das deute darauf hin, dass der jetzige Anschlag vom IS ausgeführt worden sei, denn der Anschlag in Suruc, bei dem 27 Menschen ums Leben gekommen seien, werde von den türkischen Behörden dem IS zugeschrieben (Nachrichtenagentur Antalya, 10. Oktober 2015; Website Al-Jazeera, 11. Oktober 2015; Reuters, 11. Oktober 2015).

Bislang liegt uns keine Bestätigung für die türkischen Berichte hinsichtlich der Verantwortung des IS für den Anschlag vor. Falls der Anschlag tatsächlich vom IS begangen wurde,könnte das ein Ansporn für die Türkei zur Verschärfung ihrer Tätigkeit gegen den IS sein, einschließlich effektiverer Maßnahmen gegen die Durchreise von IS-Aktivisten nach Syrien (die Türkei dient nach wie vor als wichtigste Logistikachse des IS).

 


Ägypten und die Sinanhalbinsel

  • Die ägyptischen Sicherheitskräfte setzten ihre intensive Tätigkeit gegen den IS-Ableger auf der Sinaihalbinsel fort. Trotz der Terrorvereitlungs- und Verhütungsmaßnahmen kam es zu weiteren Anschlägen von Aktivisten der Provinz Sinai des IS auf ägyptische Sicherheitskräfte, besonders in der Region Sheikh Zoweid. Nachfolgend eine Auswahl von Zwischenfällen:
  • Am 11. Oktober 2015 wurden drei ägyptische Polizisten bei der Explosion eines großen Sprengsatzes gegen ein gepanzertes Fahrzeug beim Polizeihauptquartier in El-Arish verletzt (Website der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu, 11. Oktober 2015).
  • Am 9. Oktober 2015 brachten IS-Aktivisten einen Sprengsatz neben einem Schützenpanzer zur Explosion. Dabei wurde der Schützenpanzer zerstört. Der Anschlag ereignete sich in der Nähe des Al-Gora-Kontrollpunkts, südlich von Sheikh Zoweid (Twitter-Account العسقلاني القرشي@m_top31, 10. Oktober 2015).
  • Am 9. Oktober 2015 brachten Aktivisten der Provinz Sinai des IS auf der Straße nach Sheikh Zoweid einen Sprengsatz beim Vorbeifahren eines Fahrzeug zur Explosion, das Munition für die ägyptische Armee transportierte (Twitter-Accountادريس@talebiidriss, 9. Oktober 2015).

·      

  • Scharfschützen der ägyptischen Sicherheitskräfte beschossen die Angreifer aus großer Distanz und schlugen sie in die Flucht (Website alwatannews.com, 8. Oktober 2015).

Terrorbekämpfung und -vereitlung

Die türkische Polizei hat in der südtürkischen Stadt Gaziantep Material zur Prägung von Münzen für den IS sichergestellt
  • Die türkische Zeitung Cumhuriyet berichtete am 7. Oktober 2015, die Polizei habe bei einer Razzia in der südtürkischen Stadt Gaziantep Material zur Prägung von Münzen für den „Islamischen Staat“ sichergestellt. Bei der Razzia seien sechs Verdächtige, allesamt ausländische Bürger, festgenommen worden. In den Wohnungen und Autos der Verhafteten wurden 12 Prägestempel für die Münzprägung, 4 Prägeringe und 20 Zinntafeln gefunden. Die sechs ausländischen Verdächtigen wurden dem Verhör zugeführt (Website der Zeitung Cumhuriyet, 7. Oktober 2015).
Vereitlung eines Terroranschlags in Moskau
  • Laut westlichen und russischen Medienberichten hat die russische Polizei am 11. Oktober 2015 die Verhaftung einiger Personen bekanntgegeben, die einen Terroranschlag in Moskau geplant hätten. Der russische Inlandgeheimdienst FSB erklärte, zwei der Verhafteten seien vom IS in Syrien ausgebildet worden. Die Verhafteten seien noch vor Beginn der russischen Bombardierungen in Syrien in Moskau eingetroffen. Die russische Presseagentur Tass berichtete, in der Wohnung der Verdächtigen seien ca. vier Kilogramm Sprengstoff gefunden worden. Darauf sei das Haus evakuiert und der Sprengstoff neutralisiert worden (Agenturberichte von Reuters und AP, zitiert in Haaretz, 13. Oktober 2015). Der Chef des FSB, Alexander Bortnikow, erklärte, 12 IS-Anhänger, die aus Syrien angereist seien, würden unter dem Verdacht der Beteiligung an Terrorakten in Russland festgehalten (Tass, 13. Oktober 2015).

Kommunikations- und Propagandatätigkeit des IS

IS und Al-Qaida benutzen die Messenger-App Telegram für verschlüsselte Kommunikation, nachdem Twitter zahlreiche einschlägige Konten gesperrt hat
  • Einem Bericht des BBC zufolge (vom 7. Oktober 2015) hat der IS damit begonnen, seine Propaganda mit der Messenger-App Telegram  zu verbreiten, mit der sich verschlüsselte Nachrichten versenden lassen. Das sei seit letztem Monat der Fall, da Twitter zahlreiche Konten gesperrt habe, die mit dem IS in Verbindung gebracht worden seien. Telegram ermöglicht die Verbreitung von Nachrichten an eine unbeschränkte Anzahl Adressaten. Am 26. September 2015, vier Tage nach der Einführung der App,begann die Informationsabteilung des IS sie via „Nasher“-Kanal für die Verbreitung von Botschaften zu nutzen. Nach heutigem Stand zählt dieser Kanal bereits 4.000 eingetragene Mitglieder.Der IS benutzt zur Verbreitung seiner Propaganda zuerst diesen Kanal und einige Minuten danach auch Twitter.
  • Der Sitz der Firma, welche die App Telegram entwickelt hat, befindet sich in Berlin. Die App ermöglicht die verschlüsselte Kommunikation, inklusive Messages und Chat. Die Firma hat bereits zweimal ein Preisgeld in der Höhe von 300.000.- Dollar für das Knacken der Verschlüsselung ausgerichtet. Zusätzlich zum IS haben auch die Al-Qaida auf der arabischen Halbinsel und weitere dem IS oder der Al-Qaida nahestehende Organisationen damit begonnen, diese App zu verwenden (Website bbc.com, 7. Oktober 2015).

[1]Zu weiteren Details siehe die Informationszusammenstellung vom 13. Oktober 2015: “Hoher Kommandeur der Iranischen Revolutionsgarde, Brigadegeneral  Hossein Hamedani, bei Aleppo in Nordsyrien getötet”.