Operation „Fels in der Brandung“ – Update Nr. 10 (Stand: 22. Juli 2014, 12 Uhr Ortszeit)

Israelische Truppen im Gazastreifen in Aktion (Pressestelle der israelischen Armee, 21. Juli 2014)

Israelische Truppen im Gazastreifen in Aktion (Pressestelle der israelischen Armee, 21. Juli 2014)

Israelische Truppen im Gazastreifen in Aktion (Pressestelle der israelischen Armee, 21. Juli 2014)

Israelische Truppen im Gazastreifen in Aktion (Pressestelle der israelischen Armee, 21. Juli 2014)

Darstellung eines Angriffs mit einer Sagger-Rakete auf einem Plakat (IJP-Website, 21. Juli 2014)

Darstellung eines Angriffs mit einer Sagger-Rakete auf einem Plakat (IJP-Website, 21. Juli 2014)

: Das Wohnhaus in der Stadt Yehud nach dem Raketeneinschlag (Facebookseite der israelischen Polizei, 22. Juli 2014).

: Das Wohnhaus in der Stadt Yehud nach dem Raketeneinschlag (Facebookseite der israelischen Polizei, 22. Juli 2014).

Die Terroristen benützen Krankenwagen als Transportmittel  (IDF Sprecher, 22. Juli 2014)

Die Terroristen benützen Krankenwagen als Transportmittel (IDF Sprecher, 22. Juli 2014)

Mahmoud Abbas im Gespräch mit Khaled Mashaal (Wafa.ps, 21. Juli 2014)

Mahmoud Abbas im Gespräch mit Khaled Mashaal (Wafa.ps, 21. Juli 2014)


Ereignisse im Überblick

1. An verschiedenen Orten im Gazastreifen, besonders im Wohnviertel Schedschaija, dauern die Kämpfe zwischen israelischen Einheiten und der Hamas und den übrigen Terrororganisationen an. Die israelische Armee ist weiterhin mit der Freilegung und Sprengung von Terrortunnels beschäftigt, von denen einige bis auf israelisches Territorium reichen (bislang wurden 45 Tunnelschächte und 14-16 ganze Tunnelsysteme freigelegt). Die Taktik der Terrororganisationen besteht darin, die israelischen Truppen mit Panzerfäusten, Sprengladungen und Mörsergranaten anzugreifen, um ihnen möglichst hohe Verluste zuzufügen und einen Siegermythos aufzubauen.

2. Gleichzeitig schickt die Hamas Terroreinheiten auf israelisches Gebiet, um Anschläge zu verüben und Menschen zu entführen und versucht auf diese Weise Erfolge zu verbuchen. In diesem Zusammenhang ist besonders der Infiltrationsversuch einer großen Gruppe von Terroristen zu erwähnen, die als israelische Soldaten verkleidet durch einen Tunnel in die Umgebung von Nir-Am vordrangen (am Morgen des 21. Juli 2014). Dabei stießen die Terroristen auf eine Einheit der israelischen Armee. Beim Feuerwechsel wurden vier israelische Soldaten und Offiziere getötet. Mindestens neun der Angreifer wurden erschossen (zwei konnten offenbar in den Gazastreifen entkommen).

3. Inzwischen dauern in Kairo die intensiven Beratungen über einen Waffenstillstand auf der Grundlage der ägyptischen Initiative an. US-Außenminister John Kerry und UN-Generalsekretär Ban Ki-moon trafen in Ägypten ein und geben der ägyptischen Initiative diplomatischen Rückenwind. Die Hamas ist nach wie vor nicht bereit, einem bedingungslosen, sofortigen Waffenstillstand zuzustimmen, und hält an ihren Grundforderungen fest, besonders die Öffnung des Grenzübergangs Rafah und die Freilassung von Gefangenen durch Israel (die beim Shalit-Deal freigekommenen Häftlinge und die Hamas-Aktivisten, die Israel im Verlaufe der Operation „Shuvu Achim“ (Kommt zurück, Brüder) verhaftet hat).

Die Bodenoffensive
Aktivitäten der israelischen Armee

4. In den letzten 24 Stunden dauerten die Bodenoperationen von israelischen Einheiten im Gazastreifen an. Seit Beginn der Bodenoffensive wurden laut Pressestelle der israelischen Armee über hundert Terroristen getötet (Stand: 21. Juli 2014, Morgen). Zudem konnten zahlreiche Terroristen lebend gefasst und zum Verhör verbracht werden (siehe weiter unten).

Die Kämpfe in Schedschaija

5. In den letzten 24 Stunden konzentrierten sich die Kämpfe am Boden auf den Raum Schedschaija, der Terrorhochburg im Gazastreifen. Die israelischen Verbände sind beim Aufspüren der dortigen terroristischen Infrastruktur und von Terroristen ständig in Kämpfe mit Terroraktivisten verwickelt, die sich dort eingenistet haben.

Operationen gegen unterirdische Durchgänge

6. Bei ihren Operationen hat die israelische Armee bislang 45 Tunnelschächte und 14-16 Tunnelsysteme im ganzen Gazastreifen aufgespürt, zum Teil mit Eingängen in Wohnhäusern und Moscheen.[1] In den letzten 24 Stunden vereitelten israelische Einheiten mehrere Angriffe von Terroristen, die sich den Soldaten durch unterirdische Durchgänge genähert hatten (Pressestelle der israelischen Armee, 22. Juli 2014):

a)  Am Abend des 21. Juli 2014 machten israelische Truppen zwei Terroristen unschädlich, die aus einem Schacht im Raum Al-Atara aufgetaucht waren. Zehn Terroristen krochen in einer Moschee aus Schächten hervor und wurden dabei von einer israelischen Einheit erschossen. Weitere Terroristen, die aus einem Schacht in einem Wohnhaus hervorgekrochen waren, kamen ebenfalls ums Leben.

b)  In den Nachmittagsstunden des 21. Juli 2014 deckte eine israelische Einheit zwei Tunneleingänge im Raum Schedschaija auf, die zur Ausführung von Terroranschlägen auf israelischem Gebiet angelegt worden waren. Dabei kam es zu einem Feuergefecht mit Terroristen. Zwei Terroristen kamen ums Leben.

c)  Am 21. Juli 2014 tauchten drei Terroristen aus einem unterirdischen Durchgang im Raum Rafah auf. Einer der Terroristen wurde getötet.

Links: Tunnelsprengung durch die israelische Armee (Standbild aus einem Videoclip (https://www.youtube.com/watch?v=zn2Vee_N8SM); rechts Tunnelschacht  (IDF-Pressestelle, 21. Juli 2014)
Links: Tunnelsprengung durch die israelische Armee (Standbild aus einem Videoclip
(https://www.youtube.com/watch?v=zn2Vee_N8SM); rechts Tunnelschacht (IDF-Pressestelle, 21. Juli 2014)

7. Die Al-Quds-Brigaden, der militärische Arm des Islamischen Jihad, veröffentlichten am 21. Juli 2014 eine Erklärung, wonach Panzerabwehrraketen vom Typ Sagger gegen israelische Truppeneinheiten eingesetzt wurden. Ein Angriff sei im Flüchtlingslager  Al-Bureij erfolgt, ein anderer im Osten von Gebalija. In beiden Fällen seien der Truppe Verluste zugefügt worden (Saraja Al-Quds, 21. Juli 2014).

Infiltration von Terroristen auf israelisches Gebiet (Ergänzung)

8. Bei der Infiltration von Terroristen durch einen Tunnel in der Gegend von Nir-Am am 21. Juli 2014 kamen vier israelische Soldaten und Offiziere ums Leben, als die Terroristen das Feuer auf sie eröffneten. Bei der Untersuchung des Zwischenfalls stellte sich heraus, dass die Terroristen israelische Militäruniformen trugen und deshalb nicht rechtzeitig erkannt wurden. Die diensttuenden Kommandeure hielten die Terroristen zuerst für israelische Soldaten. Erst als deutlich wurde, dass sie Kalaschnikov-Gewehre trugen, realisierten die zuständigen Armeestellen, dass man es mit Terroristen zu tun hatte. Diese hatten offensichtlich einen Anschlag auf eine oder mehrere nahegelegene Ortschaften oder gar die Entführung von Zivilisten geplant. Bei der späteren Durchkämmung des Geländes wurden die Leichen von neun Terroristen gefunden (Haaretz, 22. Juli 2014). Zwei Terroristen gelang die Flucht zurück in den Gazastreifen.

9. In einer Stellungnahme zu diesem Zwischenfall sagte der Oberbefehlshaber des Südkommandos der israelischen Armee,  Generalmajor Sami Turgeman, am Tag vor der Infiltration des Terrorkommandos habe die israelische Armee die Gegend des Tunnels in Beit Hanun angegriffen, worauf die Hamas offenbar beschlossen habe, der Zerstörung des Tunnels durch einen Anschlag zuvorzukommen. Die Hamas verfolge den Einmarsch israelischer Truppen im Gazastreifen und die Zerstörung der Tunnelinfrastruktur mit Sorge, da die Organisation sehr viel in den Bau dieses Netzwerks investiert habe (Pressestelle der israelischen Armee, 21. Juli 2014).

10. Der militärische Arm der Hamas bekannte sich zu diesem Anschlagsversuch. Eine „Eliteeinheit“ bestehend aus 12 Kämpfern, eingeteilt in zwei Gruppen, habe die Operation ausgeführt, heißt es in der Hamas-Mitteilung. Zwei Kämpfer seien nach schweren Kampf mit israelischen Truppen wohlbehalten wieder zu ihrer Basis zurückgekehrt (Alqassam.ps, 21. Juli 2014).

Operationen der israelischen Armee
Die Bekämpfung von Terrorzielen im Gazastreifen dauert an

11. Parallel zur Bodenoffensive dauert die Bekämpfung von Terrorzielen aus der Luft an. Insgesamt führte die israelische Luftwaffe bislang Angriffe auf mindestens 2.887 Terrorziele im ganzen Gazastreifen durch. Seit Beginn der Bodenoffensive wurden über 1.032 Ziele aus der Luft angegriffen (Pressestelle der israelischen Armee, 22. Juli 2014).

Palästinenser dokumentieren Angriffe auf Häuser

Palästinenser dokumentieren Angriffe auf Häuser
Standbilder eines Videoclips, der am 21. Juli 2014 auf Youtube hochgeladen wurde. Er dokumentiert den Angriff auf das achtstöckige Haus der Familie Da’amsch in Gaza (einige Söhne der Familie sind Terroraktivisten). Aus der Dokumentation des Angriffs geht hervor, dass das Haus vor der Explosion geräumt wurde, und jemand darauf vorbereitet gewesen zu sein scheint, den Angriff zu filmen. Anmerkung: Rot umkreist ist die Rakete zu sehen, die auf das Haus zufliegt. (Youtube, 21. Juli 2014)

Verluste auf Seiten der israelischen Armee

12. Seit Beginn der Operation „Fels in der Brandung“ sind 27 israelische Soldaten gefallen. Zudem wurde ein Soldat als vermisst gemeldet, Feldwebel Oron Schaul, der in dem in Schedschaija angegriffenen gepanzerten Mannschaftswagen saß. Nachfolgend die Namen der gefallenen Soldaten, die zur Veröffentlichung freigegeben wurden (Pressestelle der israelischen Armee, 22. Juli 2014):

a)    Oberstleutnant Dolev Keidar (38) aus Modiin. Kommandeur des Gefen-Regiments. Kam beim Infiltrationsversuch von Terroristen nach Nir-Am ums Leben.

b)    Oberfeldwebel Tal Yifrach (21) aus Rishon Letzion. Kampfsoldat der Golani-Brigade. Kam bei einem Feuergefecht im Gazastreifen ums Leben.

c)    Oberfeldwebel Yuval Dagan (22) aus Kfar Sava. Kampfsoldat der Golani-Brigade. Kam bei einem Feuergefecht im Gazastreifen ums Leben.

d)    Feldwebel Nadav Goldmacher (23) aus Beer Sheva. Offiziersanwärter. Kam beim Infiltrationsversuch von Terroristen nach Nir-Am ums Leben.

e)    Stabsfeldwebel Bayhesain Kshaun (39) aus Netivot. Kam beim Infiltrationsversuch von Terroristen nach Nir-Am ums Leben.

f)     Leutnant Yuval Haiman (21) aus Efrat. Offiziersanwärter. Kam beim Infiltrationsversuch von Terroristen nach Nir-Am ums Leben.

g)    Oberfeldwebel Jordan Bensemhoun (22) aus Aschkelon. Kampfsoldat der Golani-Brigade. Kam bei einem Feuergefecht ums Leben.

h)    Oberfeldwebel Oded Ben Sira (22) aus Nir Etzion. Kampfsoldat der Golani-Brigade.

i)     Feldwebel Max Steinberg (24) aus Beer Sheva. Kampfsoldat der Golani-Brigade. Kam beim Angriff auf einen gepanzerten Mannschaftswagen in Schedschaija am ersten Tag der Bodenoffensive ums Leben.

j)     Oberfeldwebel Shachar Tase (29) aus Pardessiya. Kampfsoldat der Golani-Brigade. Kam beim Angriff auf einen gepanzerten Mannschaftswagen in Schedschaija am ersten Tag der Bodenoffensive ums Leben.

k)    Oberfeldwebel Daniel Pomerantz (20) aus Kfar Azar. Kampfsoldat der Golani-Brigade. Kam beim Angriff auf einen gepanzerten Mannschaftswagen in Schedschaija am ersten Tag der Bodenoffensive ums Leben.

l)     Feldwebel Sean Mondshine (19) aus Tel Aviv. Kampfsoldat der Golani-Brigade. Kam beim Angriff auf einen gepanzerten Mannschaftswagen in Schedschaija am ersten Tag der Bodenoffensive ums Leben.

m)   Feldwebel Ben Itzhak Vaanunu (19) aus Aschdod. Kampfsoldat der Golani-Brigade. Kam beim Angriff auf einen gepanzerten Mannschaftswagen in Schedschaija am ersten Tag der Bodenoffensive ums Leben.

n)    Oberfeldwebel Oren Noach (22) aus Hoshaya. Kampfsoldat der Golani-Brigade. Kam beim Angriff auf einen gepanzerten Mannschaftswagen in Schedschaija am ersten Tag der Bodenoffensive ums Leben.

o)    Stabsfeldwebel Ohad Shemesh (27) aus Beit Elazari. Kam bei einer Operation im Gazastreifen ums Leben.

13. Ein paar Dutzend Soldaten wurden bei der Bodenoperation verletzt, einige davon schwer. Sie wurden in Krankenhäuser im Landeszentrum eingeliefert.

Raketenfeuer auf israelisches Staatsgebiet

14. Auch nach Beginn der Bodenoffensive der Operation „Fels in der Brandung“ dauert der massive Raketen- und Mörsergranatenbeschuss der israelischen Städte und Ortschaften an. Während der Operation „Fels in der Brandung“ wurden bisher auf israelischem Staatsgebiet 1770 Raketeneinschläge identifiziert. Das Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ konnte bisher etwa 400 Raketen abfangen. Seit Beginn der Bodenoffensive wurden auf israelischem Staatsgebiet mehr als 460 Raketeneinschläge identifiziert. Am 21. Juli 2014 wurden 115 Raketeneinschläge identifiziert. Die meisten Raketen waren auf die Ortschaften in der Nähe des Gazastreifens ausgerichtet,  – einige Raketensalven waren auch auf die Landesmitte ausgerichtet.

15. Die bedeutendsten Ereignisse:

A.    In den Vormittagsstunden des 22. Juli 2014 wurde eine Raketensalve auf den Großraum Tel Aviv abgefeuert. Das Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ konnte mindestens eine Rakete abfangen. Eine Rakete schlug in der Stadt Yehud in ein Wohnviertel ein und richtete schweren Sachschaden an. Es gab keine Verletzten. Kurze Zeit vorher war eine weitere Raketensalve auf die Stadt Ashdod abgefeuert worden, – das Raketenabwehrsystem konnte sieben Raketen abgangen. Eine Rakete explodierte in der Nähe einer Schule, in der Innenstadt von Ashdod. Es gab keine Verletzten, es wurde kein Sachschaden gemeldet. Am frühen Morgen war eine Raketensalve auf die Stadt Beersheba abgefeuert worden.

B.    In den Abendstundendes21. Juli 2014 wurde eine Raketensalve auf die Stadt Petach-Tikwa und die umliegenden Städte in der Landesmitte Israels abgefeuert. Eine Rakete schlug in der Nähe der Stadt Rosh HaAyin auf freiem Feld ein, Eine Stunde später wurde eine Rakete auf die Stadt Beersheba abgefeuert. Sieben Raketen schlugen in der Stadt Beersheba ein. Auch auf die Stadt Ashdod und Gan Yavne wurden Raketensalven abgefeuert. Zwei Raketen explodierten in der Stadt Ashdod. Es gab keine Verletzten.

C.    In den Vormittagsstunden des 21. Juli 2014 explodierte eine Rakete in Ashkelon. Ein Wohnhaus und mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt. Wenige Zeit vor diesem Raketeneinschlag war eine andere Rakete mit einem Sprengkopf von 30 Kilogramm, die nicht abgefangen worden war, in eine Wohnung eingeschlagen, in sich ein Familienvater mit seinen drei Kindern befand. Die Rakete explodierte nicht und wurde von Sprengstoffexperten entschärft.

Aufstellung der täglichen Raketenabschüsse aus dem Gazastreifen in der Operation "Fels in der Brandung"[2]

Aufstellung der täglichen Raketenabschüsse aus dem  Gazastreifen in der Operation "Fels in der Brandung"

16. Der militärisch-terroristische Flügel der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Jihad übernehmen weiterhin die Verantwortung für die meisten Raketenabschüsse auf israelisches Staatsgebiet und auf die im Gazastreifen eingesetzten IDF Kräfte.

Die Hamas und andere Terrororganisationen missbrauchen zivile Gebäude und Einrichtungen
Missbrauch von Schule im Gazastreifen

17. Während der IDF Einsätze im Gazastreifen am 21. Juli 2014 entdeckten IDF Kräfte in einer Landwirtschaftsschule in Beit Hanoun drei Gradraketenabschussrampen.  die auf dem Schulhof mit Raketen versehen, abschussbereit  aufgebaut waren. (IDF Sprecher, 21. Juli 2014)[3]

18. Das Hamas innenministerium leugnete die UNWRA Berichte über das Auffinden von Waffen in einer der Schule der UN Organisation. Nach den (unwahren) Behauptungen des Ministeriums handelt es sich um „fabrizierte“ Meldungen , um den angerichteten Schaden zu rechtfertigen und um die von Israel im Gazastreifen begangenen „Verbrechen“ zu vertuschen. Das Ministerium behauptete, alle UNRWA Schulen würden von der Organisation überwacht und es sei unmöglich, Waffen einzuschmuggeln, ohne von den Wächtern vor der Schule entdeckt zu werden. In der Meldung heißt es weiter, die Hamas habe es nicht nötig, Waffen in Schulen zu lagern (Al-Ra`i, 20. Juli 2014).

Links: Die Mitteilung des Innenministeriums der Hamas im Gazastreifen leugnet den UNWRA Bericht über die entdeckten Raketen. Rechts: Einer der auf dem Schulhof in Bei Hanoun entdeckten Raketenwerfer
Links: Die Mitteilung des Innenministeriums der Hamas im Gazastreifen leugnet den UNWRA Bericht über die entdeckten Raketen. Rechts: Einer der auf dem Schulhof in Bei Hanoun entdeckten Raketenwerfer
 Videolink: https://www.youtube.com/watch?v=u57yxd753f8&feature=youtube_gdata_player

Missbrauch von Krankenwagen

19. Während des IDF Einsatzes im Gazastreifen beobachteten IDF Kräfte zwei palästinensische Terrormilitanten, die  für ihre täglichen Fahrten durch den Gazastreifen einen Krankenwagen benützten (IDF Sprecher, 22. Juli 2014). 

Die Terroristen benützen Krankenwagen als Transportmittel  (IDF Sprecher, 22. Juli 2014)
Die Terroristen benützen Krankenwagen als Transportmittel (IDF Sprecher, 22. Juli 2014)
Videolink: https://www.youtube.com/watch?v=7O114V9PdmM

Die Bevölkerung des Gazastreifens

20. Nach Angaben des ITIC wurden seit Beginn der Operation (Stand: 22. Juli 2014) im Gazastreifen 610 Menschen getötet. Nach Einschätzung des ITIC befinden sich vor Ort in den verschiedenen Kampfzonen die Leichen von zahlreichen Terroristen, die bei den Zusammenstößen mit IDF Kräften getötet worden und die in dieser Statistik nicht erscheinen. Ihre Leichen wurden noch nicht evakuiert, die Hamas und die anderen Terrororganisationen sind sich dieser Verluste nicht bewußt.

21. Vorläufige Zuordnung der 610 Toten (nach unbestätigten Angaben, Stand 21. Juli 2014):e

A.    172 Terrormilitanten

1)    94 Hamasmilitanten

2)    54 Militanten des Palästinensischen Islamischen Jihad

3)    24 Militanten anderer Terrororganisationen

B.    230 unbeteiligtePalästinenser

C.   208 bisher nicht identifizierte Palästinenser

 

22. Seit Beginn der Bodenoffensive der Operation „Fels in der Brandung“ wurden mehr als 358 Palästinenser getötet, – sie lassen sich folgendermaßen zuordnen:

A.   Mehr als 72 Terrormilitanten (wie oben angeführt werden zahlreiche Terroristen in dieser Statistik noch nicht erfasst, da ihre Leichen noch nicht evakuiert wurden).

B.   129 unbeteiligte Palästinenser

C.  157 Palästinenser unbekannter Zugehörigkeit

23. Ein in den letzten 24 Stunden veröffentlichter UN Bericht beschreibt die schwierige humanitäre Lage im Gazastreifen. Nach Angaben in diesem Bericht herrschen große Schwierigkeiten in der Strom- und Wasserversorgung, es fehlt an medizinischem Gerät und an Medikamenten, die sanitären Verhältnisse sind schwierig. Aus dem Bericht geht auch hervor, dass über 100 000 Palästinenser ihre Häuser verlassen haben. Die UN Agentur meldete, zur Fortsetzung ihrer Tätigkeit seien etwa 60 Millionen $ notwendig (Ochaopt.org, 21. Juli 2014).

24. Nach Angaben der UNWRA wurden (Stand 21. Juli 2014) 84 843 Flüchtlinge aus dem Gazastreifen in 67, von der Organisation eingerichteten Notunterkünften untergebracht. Die Flucht von Zivilisten in diese Unterkünfte wird wahrscheinlich andauern (UNWRA.org, 21. Juli 2014). UNWRA Sprecher Chris Gunnes erklärte, ein humanitärer Hilfstransport sei von Dubai abgeschickt worden. Dieser Transport besteht aus 115 Tonnen Hilfsgütern, u. a. Matrazen, Decken und Hygieneartikel für die Bewohner des Gazastreifens (Twitter Account von Chris Gunness, 21. Juli 2014). Die palästinensische Regierung genehmigte die Zuweisung von 25 Millionen Shekel (etwa 7,300 $) Hiflsleistungen an den Gazastreifen und 10 Millionen Shekel (etwa 2,  900 $) für diejenigen, die ihre Häuser verlassen haben (Wafa.ps, 21. Juli 2014).

Die Situation an den Grenzübergängen – Update
Der Erez Grenzübergang

25. Die israelische Regierung genehmigte die Einrichtung eines Feldlazaretts am Erez Grenzübergang. Es verfügt über zehn Betten, eine Notfallstation, eine Feldapotheke, Behandlungsräume für Frauen und Kinder und eine Röntgeneinheit. Das Feldlazarett kann Dutzenden Patienten  ambulante Behandlung und medizinische Versorgung gewähren (COGAT.idf.il, 21. Juli 2014).

Der Kerem Shalom Grenzübergang

26. Seit Beginn der Operatino „Fels in der Brandung“ wurden am Kerem Shalom Grenzübergang 721 Lastwagen abgefertigt, die Nahrungsmittel, Medikamente und medizinische Hilfsgüter in den Gazastreifen lieferten. Auch Dieseltreibstoff für das E-Werk des Gazastreifens, Diesel und Kochgas wurden in den Gazastreifen geliefert (COGAT.idf.il, 21. Juli 2014).

Der Rafah Grenzübergang

27. Nach Angaben von Jamal al-Shubaki, dem Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde im Ägypten, soll der Rafah Grenzübergang am 22. Juli 2014 geöffnet werden, um den Verwundeten und Ausländern die Ausreise zu ermöglichen (Wafa.ps, 21. Juli 2014). Bei einer mit dem UN Generalsekretär Ban-ki Moon  organisierten  Pressekonferenz erklärte der ägyptische Außenminister Shameh Shukri, während der gegenwärtigen Krise sei der Grenzübergang geöffnet worden, um verwundeten Palästinensern die Möglichkeit zu geben, in ägyptischen Krankenhäusern medizinische Versorgung zu erhalten. Er fügte hinzu, der Grenzübergang erfülle seine Aufgabe und werde auch weiterhin betrieben werden. Darüberhinaus sollen humanitäre Hilfslieferungen über den Rafah Grenzübergang in den Gazastreifen transportiert werden. Ägypten werde alle Anstrengungen unternehmen, um den Gazastreifen zu unterstützen (Al-Arabiya TV, 21. Juli 2014).

Judäa und Samarien
Schussangriff

28. In der Nacht des 21. Juli 2014 wurde ein 25jähriger Israeli an der Rehalim Kreuzung in der Nähe der Stadt Ariel aus einem vorbeifahrenden Auto angeschossen und schwer verletzt. Er sollte an der Kreuzung abgeholt werden und stand an einer Bushaltestelle, als aus einem vorbeifahrenden Auto mehrere Schüsse auf ihn abgefeuert wurden. Er wurde im Rücken, am Arm und am Bein getroffen; später wurde er in ein Krankenhaus evakuiert. Die IDF untersuchte die gesamte Gegend.

29. Die Al-Aqsa Märtyrer Brigaden, der militärisch-terroristische Flügel der Fatah übernahmen die Verantwortung für den Schussangriff auf ein israelisches Fahrzeug auf der Umgehungsstraße, südlich von Rehalim, im Raum Nablus am 22. Juli 2014 (Shasha Webseite, 22. Juli 2014

Die Al-Aqsa Märtyrer Brigaden rufen zur Intifada auf

30. Der militärisch-terroristische Flügel der Fatah, die Al-Aqsa Märtyrer Brigaden erklären in einer Mitteilung, ihre Militanten seien gut vorbereitet und wollten ihre Angriffe an allen Reibungspunkten mit IDF Kräften wieder aufnehmen. Der militärisch-terroristische Flügel kündigte an, er werde „das „zionistische Gebilde“ in Judäa und Samarien „in Angst und Schrecken versetzen“ und versprach eine Intifada, wie sie Israel nie erlebt hat. Die Brigaden riefen alle Terrororganisationen dazu auf, sich gemeinsam hinter dem Prinzip der Waffen und des „Widerstands“ zu vereinen, um die inhaftiereten palästinensischen Terroristen freizulassen und das Blut der Shaheeden zu rächen (Maannews.net, 21. Juli 2014). Die Glaubwürdigkeit dieser Mitteilung ist unklar.

Gespräche zur Erreichung eines Waffenstillstands

31. In Kairo werden die Gespräche zur Erreichung eines Waffenstillstands ununterbrochen weiterverfolgt. Der amerikanische Außenminister John Kerry und UN Generalsekretär Bank-ki Moon befinden sich schon in Kairo. Die Hamas lehnt einen unmittelbaren, bedingungslosen Waffenstillstand immer noch ab und weigert sich, ihre ursprünglichen Forderungen aufzugeben; sie fordert auch weiterhin u. a.  die Öffnung des Rafah Grenzübergangs, die Freilassung der  in israelischen Gefängnissen befindlichen Häftlinge (die im Shalit Gefangenenaustausch freigelassenen Hamasmilitanten, die in der Operation „meines Bruders Hüter wieder festgenommen wurden).

32. Der ägyptische Außenminister Sameh Shukri erklärte, Ägypten habe Gespräche mit hochrangigen Hamasvertretern geführt, bevor es seine gegenwärtige Initiative vorgelegt habe. Er erklärte weiter, die Hoheit des Rafah Grenzübergangs stehe für Ägypten ganz und gar nicht zur Debatte. Ein Sprecher des ägyptischen  Außenministeriums erkärte, die gegenwärtige Krise könne ohne ägyptische Beteiligung nicht beigelegt werden (Alhayat.com, 21. Juli 2014).

33. Zur Förderung der Kontakte zur Erreichung eines Waffenstillstands, tagte Mahmoud Abbas in Qatar mit dem Chef des Hamas Politbüros Khaled Mashaal (Wafa.ps, 21. Juli 2014). Aus offiziellen palästinensischen Quellen verlautet, es sei ein gewisser Fortschritt im Hinblick auf einen Waffenstillstand erzielt worden (Al-Mayadeen TV, Libanon, 21. Juli 2014).Izzat al-Rishq,  ein hochrangiger Hamasvertreter, der an der Sitzung teilgenommen hatte, leugnete die Berichte und behauptete, während des Gesprächs habe die Hamas ihre Ablehnung der ägyptischen Initiative noch einmal deutlich gemacht (Al-Arabiya TV, 21. Juli 2014). 

34. in einer vom Informationsbüro des palästinensischen Parlaments veröffentlichten Stellungnahme  erklärt der stellvertretende Chef des Hamas Politbüros, Ismail Haniya, die Forderungen der Hamas stellten die Mindestbedingungen für einen Waffenstillstand dar. Die Hamas werde keiner Initiative zustimmen, die geringere Bedingungen umfasst (Al-Ra´i, 21. Juli 2014). Haniya hielt eine Ansprache, in der er die Forderungen der Hamas für einen Waffenstillstand wiederholte: das Ende der israelischen „Aggression“, die Aufhebung der Blockade des Gazastreifens, einschließlich der Öffnung der Grenzübergänge und die Freilassung der Palästinenser, die bei der Operation „meines Bruders Hüter“ in Gewahrsam genommen worden waren ( Al-Aqsa TV, 21. Juli 2014).

35. Der Generalsekretär des Palästinensischen Islamischen Jihad, Ramadan Shallah erklärte, seine Organisation schließe sich den Forderungen der Hamas an, er fügte hinzu, die ägyptische Initiative müsse „weiterentwickelt“ werden. Zum Rafah Grenzübergang erkläre er, es handle sich dabei um ein heikles Thema, das die Beziehungen zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde, der Hamas und Ägypten betrifft. Er fügte hinzu, dieses Thema stelle eine große Hürde dar und erschwere das Erreichen eines Waffenstillstands (Al-Mayadeen TV, Libanon, 21. Juli 2014).

[1]    Siehe zur Verwendung von Moscheen für die militärischen Zwecke der Terrororganisationen die Informationsbroschüre vom 14. Juli 2014: „Die Verwendung von Moscheen für militärische Zwecke durch die Hamas und andere Terrororganisationen am Beispiel der Moschee Al-Faruq.
[2]     DIese Statistik erfasst die Raketeneinschläge auf israelischem Staatsgebiet. Der massive Mörsergranatenbeschuss der Ortschaften der westlichen Negevwüste und verfehlten Abschüsse werden dabei nicht berücksichtigt.
[3]     Für weitere Informationen über die Art und Weise in der die Hamas Schulen missbraucht, siehe unser Bulletin vom 20. Juli 2014 „Hamas and other terrorist organisations in the Gazaa Strip use schools for military-terrorist purposes. The case of rockets found hidden in an UNRWA school during Operation „Protctive Edge“.