Operation “Fels in der Brandung” – Update Nr. 9 (Stand: 21. Juli 2014, 12.00 Uhr)

IDF Einsätze in Sadjahia (IDF Sprecher, 20. Juli 2014)

IDF Einsätze in Sadjahia (IDF Sprecher, 20. Juli 2014)

Die IDF Soldaten des Ingenieurkorps  bei Vorbereitungen zur Sprengung des Terrortunnels.

Die IDF Soldaten des Ingenieurkorps bei Vorbereitungen zur Sprengung des Terrortunnels.

Die IDF sprengte Hunderte Terrortunnel im Gazastreifen (IDF Sprecher, 21. Juli 2014).

Die IDF sprengte Hunderte Terrortunnel im Gazastreifen (IDF Sprecher, 21. Juli 2014).

Die IDF sprengte Hunderte Terrortunnel im Gazastreifen (IDF Sprecher, 21. Juli 2014).

Die IDF sprengte Hunderte Terrortunnel im Gazastreifen (IDF Sprecher, 21. Juli 2014).

Freudesausbrüche nach der (falschen) Meldung über die Entführung eines IDF Soldaten.

Freudesausbrüche nach der (falschen) Meldung über die Entführung eines IDF Soldaten.

Freudesausbrüche nach der (falschen) Meldung über die Entführung eines IDF Soldaten.

Freudesausbrüche nach der (falschen) Meldung über die Entführung eines IDF Soldaten.

Solidaritätsdemonstrationen mit dem Gazastreifen in Judäa und Samarien (Wafa.ps, 21. Juli 2014)

Solidaritätsdemonstrationen mit dem Gazastreifen in Judäa und Samarien (Wafa.ps, 21. Juli 2014)

Solidaritätsdemonstrationen mit dem Gazastreifen in Judäa und Samarien (Wafa.ps, 21. Juli 2014)

Solidaritätsdemonstrationen mit dem Gazastreifen in Judäa und Samarien (Wafa.ps, 21. Juli 2014)


Übersicht

1.   Die laufende Bodenoffensive konzentriert sich auf Sadjahiya, einem dichtbevölkerten Stadtteil im Ostteil von Gaza City. Seit Beginn der Bodenoffensive ereigneten sich scharfe Zusammenstöße zwischen der IDF und Hamasmilitanten und anderen Terrororganisationen. BIsher werden 13 Tote auf israelischer Seite gemeldet (seit Beginn der Operation „Fels in der Brandung“ sind 18 israelische Soldaten gefallen). In Sadjahiya aufgestellteTerrortrupps verwenden Taktiken aus dem Häuserkampf, feuern Panzerabwehrraketen und zünden unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV).

2.   Die Zivilbevölkerung erlitt bei den  Kämpfen schwere Verluste (das ITIC verfügt noch nicht über die genauen Zahlen), als direkte Folge der vorsätzlichen Hamaspolitik, Zivilisten als menschiche Schutzschilder einzusetzen. Nach Einschätzung des ITIC versteht die Hamas die Straßenkämpfe in Sadjahiya als Erfolg, da der IDF starke Verluste zugefügt wurden und wegen der Gelegenheit, die Verluste in der Zivilbevölkerung für Propagandazwecke und für ihre politischen Ziele auszunützen.

3.   Die Hamas hat die von ihr als Erfolg eingestuften Ereignisse  in Sadjahiya jedoch noch nicht in eine ägyptische Unterstützung ihrer Vorbedingungen für einen Waffenstillstand umsetzen können (eine der zentralen Forderung der Hamas ist die Öffnung des Rafah Grenzübergangs). Die Hamas konnte auch die internationale Staatengemeinschaft  bisher  nicht dazu bringen, Druck auf Israel auszuüben. Israel wird als Staat aufgefasst, der sich gegen den unaufhörlichen Raketenbeschuss verteidigt und die Versuche von Terrortrupps abwehrt, durch Terrortunnel auf israelisches Staatsgebiet einzudringen. (Bisher konnte die IDF im Gazastreifen  36 Tunnelöffnungen  aufdecken; einige dieser Tunnel führen auf israelisches Staatsgebiet, um Massenterroranschläge und/oder Entführen durchzuführen.

Terrortrupp dringt auf israelisches Staatsgebiet ein

4.   Die Hamas setzt ihre Anstrengungen fort, Terrortrupps auf israelischen Boden einzuschleusen. In den Morgenstunden des 21. Juli 2014 vereitelten IDF Kräfte den Versuch von etwa 20 Terroristen durch einen Tunnel aus dem nördlichen Gazastreifen in der Nähe von Sderot auf israelisches Staatsgebiet einzudringen. Sie stiegen in der Nähe von Kibbutz Nir Am aus dem Tunnel. Die israelische Luftwaffe bombardierte die Terrorzelle. Eine zweite Zelle feuerte eine Panzerabwehrrakete auf einen IDF Jeep. Die in diesem Raum lebende Bevölkerung wurde aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben.  Zehn Terroristen wurden beim Schusswechsel mit IDF Kräften getötet (IDF Sprecher, 21. Juli 2014).

Links: Die Terroristen, die aus dem Tunnel nach Israel eindringen konnten, verstecken sich im Gebüsch. Rechts: Der Bereich, in dem sich der Zusamenstroß ereignete (IDF Sprecher, 21. Juli 2014)
Links: Die Terroristen, die aus dem Tunnel nach Israel eindringen konnten, verstecken sich im Gebüsch. Rechts: Der Bereich, in dem sich der Zusamenstroß ereignete (IDF Sprecher, 21. Juli 2014)

Die Bodenoffensive
IDF Einsätze

5.   Auch in den letzten 24 Stunden dauert die IDF Bodenoffensive im Gazastreifen an. Seit Beginn der Bodenoffensive wurden nach Angaben des IDF Sprechers (Stand: Vormittagsstunden des 21. Juli 2014), über 110 radikalislamistische Hamasmilitanten getötet, 22 wurden in Gewahrsam genommen und verhört.

 Die Kämpfe in Sadjahiya

6.   Die Bodenoffensive konzentriert sich auf Sadjahiya, einem Stadtteil im Osten von Gaza City, einem Einsatz- und Logistikzentrum der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Jihad (PIJ). Während der Operation „Fels in der Brandung“ wurden etwa 150 Raketen von Sadjehiya aus auf Israel abgefeuert. Die IDF Kräfte stoßen auf heftigen Widerstand der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Jihad, deren Militanten sich dort verschanzen und kämpfen. Bei den dort tobenden Kämpfen feuerten die Militanten eine Panzerabwehrrakete auf IDF Kräfte und zündeten USBVs. Die IDF setzt ihre breitangelegten, zielgerichteten Angriffe der Luftwaffe und der Artillerie fort. Dreizehn IDF Soldaten sind in Sadjahiya gefallen.

7.     Vor Beginn der Kämpfe warnte die IDF die Bevölkerung von Sadjahiya und rief  sie auf, den Stadtteil zu verlassen. Viele Bewohner, die den Anweisungen und dem Druck der Hamas ausgesetzt waren, weigerten sich und waren dadurch im Kampfgebiet gefangen.  Unterschiedlichen Schätzungen nach sollen etwa 60 Palästinenser (u. a. Frauen und Kinder) in den Kämpfen zwischen der IDFund den verschiedenen Terrorgruppen getötet und mehrere Hundert verwundet worden sein. Unter den Toten befinden sich zahlreichte Militanten, die an den Kämpfen gegen die IDF beteiligt waren. Bisher verfügt das ITIC nicht über die genaue Zahl der getöteten Palästinenser oder über ihre Personalien.

8.   IDF Generalstabschef General Benny Gantz erklärte, die Bevölkerung von Sadjahiya wisse genau, dass sie das Opfer der Hamasaufstellung in diesem Gebiet ist. Er drückte sein tiefes Bedauern dafür aus, dass die Zivilbevölkerung Schaden erleidet. Er fügte hinzu, während der gesamten Operation  habe die IDF die moralische Pflicht, den Zivilisten soweit wie möglich die Unversehrtheit zu sichern und es sei daher wichtig, dass die Zivilisten das Kampfgebiet verlassen. Er unterstrich jedoch, dass die IDF auch weiterhin die feste Absicht hat, ihre Mission    auszuführen (iDF Sprechern, 20. Juli 2014).

9.   In einem Interview mit dem Yedioth Aharonoth Journalisten Nahum Barnea erklärte der befehlshabender Offizier einer Kampfeinheit in Sadjahiya, die offenbar größte Konzentration von Terrortunnel befände sich im Raum Sadjahiya. Die Tunnel befinden sich in dichtbevölkerten Wohnvierteln mit fünf- und sechsstöckigen Wohnhäusern. Er fügte hinzu, die Hamas habe einige der Bewohner   mit der Waffe bedroht, um sie davon abzuhalten, ihre Häuser zu verlassen (Ynetnews.co.il, 21. Juli 2014).

Zerstörte Wohnhäuser in Sadjahiya im Ostteil von Gaza City (Facebookseite von Ghaza al-A`an und Wafa .ps, 20. Juli 2014)
Zerstörte Wohnhäuser in Sadjahiya im Ostteil von Gaza City (Facebookseite vonGhaza al-A`an und Wafa .ps, 20. Juli 2014)

10.          Nach einem Aufruf des Roten Kreuzes stimmte die IDF einer humanitären Waffenpause von 13.30 bis 15.30 Uhr  zu, um die Verwundeten zu medizinischer Versorgung aus Sadjahiya abzutransportieren. Die politische Führung Israels genehmigte den Aufbau eines Feldlazaretts am Erez Grenzübergang, um verwundeten palästinensischen Zivilisten  medizinische Versorgung zu gewähren. Trotz der Ankündigung einer Waffenruhe, schossen bewaffnete Palästinenser auf das medizinische Personal.

11.   Anfangs stellte die Hamas die Kämpfe in Sadjahiya als beeindruckenden militärischen Erfolg dar und veröffentlichte Angaben über Angriffe auf Panzerfahrzeuge der IDF und Zahlen getöteter IDF Soldaten. Mit Fortsetzung der Auseinandersetzungen und der bekanntwerdenden wachsenden Anzahl palästinensischer Opfer und dem Ausmaß der Zerstörung, begannen die palästinensischen Medien die Veröffentlichung schlimmer Fotos von getöteten Palästinensern und beschrieben die Kämpfe als „Unglück“ und „Katastrophe“. Die Hamas will aus den toten Zivilisten Kapital für ihre Propagandamaschine ziehen und die Bilder für die palästinensische, arabische und internationale Öffentlichkeit einsetzen.

12.   Hamas Sprecher Sami Abu Zuhri beschuldigte Israel zu Unrecht und behauptete, die Hamas habe eine zweistündige humanitäre Waffenruhe beantragt, die Israel jedoch abgelehnt habe. Er drohte, der „Widerstand“ werde auch weiterhin der „israelischen Besatzung“ schwere Verluste zufügen und werde nicht zulassen, dass die „zionistischen“ Streitkräfte sich auf dem „Boden des Gazastreifens“ bewegen (Safa.ps, 20. Juli 2014).  Hamas Sprecher Fawzi Barhoum erklärte, die Hamas rede jetzt nicht mit den Medien und den Filmkameras, sondern mit Gewehren, Raketen, Artilleriefeuer und durch die  Kämpfer, die sich unter der Erde, über der Erde und überall  befinden (Al-Aqsa TV, 20. Juli 2014). Der Palästinensische Islamische Jihad veröffentlichte eine Erklärung: „das Verbrechen“ von Sadjahiya war ein Versuch der Zionisten ihr Selbstwertgefühl zu stärken, nachdem der Widerstand ihrer Armee so schmerzhafte Schläge zugefügt hatte“ (Paltoday.ps, 20. Juli 2014).

13.   Mahmoud Abbasrief die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, sofort zu einzugreifen und einen Waffenstillstand zu erzwingen. Er erklärte eine dreitägige Trauerzeit. Der Sprecher des Präsidialamtes Nabil Abu Rudeina verurteilte das „Massaker“ und verlangte von der israelischen Regierung die sofortige Einstellung der Aggression im Gazastreifen (Wafa.ps, 20. Juli 2014).

Einsätze zur Aufdeckung und Sprengung der Terrortunnel

14.       Bisher konnte die IDF 36 Terrortunnel aufdecken, die vom Gazastreifen ausgehen. Am 20. Juli 2014 sprengten IDF Kräfte sechs Tunnel und ihre Eingangsschächte. FolgendeTerrortunnelund Schächte wurdengesprengt (IDF Sprecher, 20. Juli 2014):

a.    Ein Terrortunnel im nördlichen Gazastreifen hatte fünf Schächte, alle im Bereich des Gazastreifens. In den Schächten befanden sich Sprengstofftonnen und Kommunikationsleitungen.

b.    Ein Terrortunnel im nördlichen Gazastreifen hatte vier Schächte im Gazastreifen und eine weitere Öffnung auf israelischem Staatsgebiet in der Nähe einer israelischen Ortschaft.

c.    Ein Terrortunnel im mittleren Gazastreifen mit acht verschiedenen Schächten.

d.    Ein Terrortunnel im mittleren Gazastreifen mit zwei Schächten, einem im Bereichdes Gazastreifens und einen auf israelischem Staatsgebiet.

e.     Ein Terrortunnel im südlichen Gazastreifen mit einem Schacht.

f.     Ein Terrortunnel von 1,2 Km Länge mit vier Schächten, von denen eine Öffnung versperrt war und eine andere auf israelischem Staatsgebiet mündete. Als der Tunnel gesprengt wurde, ereignete sich eine Sekundärexplosion. Die Öffnung eines Schachtes befand sich in einem Wohnhaus auf dem Tunnelfverlauf.

WeitereEinsätze

15.   Die IDF führte im Gazastreifen und der unmittelbaren Umgebung folgende Einsätze durch (IDF Sprecher, 20. Juli 2014).

a.    Bei einem gemeinsamen Einsatz des israelischen Inlandssicherheitsdienstes und der IDF wurde der Hamasverantwortliche für die Überwachung getötet.

b.     IDF  Soldaten erspähten zwei Terrroristen, die aus einem im Süden des Gazastreifens aufgedeckten Terrortunnel stiegen. Die Soldaten eröffneten das Feuer auf die Terroristen.

Verluste der IDF

16.      Bei der Operation „Fels in der Brandung“ sind bisher achtzehn IDF Soldaten gefallen. Dreizehn Soldaten wurden in der Nacht des 20. Juli bei Kämpfen im Raum Sadjehiyagetötet. Alle Soldaten gehörten der Golani Brigade an (IDF Sprecher, 21. Juli 2014).

a.    Major Zafrir Bar-On, 32, aus Holon, Offizier in der Golani Brigade

b.    Hauptmann Zwi Kaplan, 28, aus Kedumim, Offizier in der Golani Brigade

c.    Gefreiter Gilad Yaakobi, 21, aus Kiryat Ono, Kampfsoldat in der Golani Brigade

d.    Gefreiter  Oz Mandelowitz, 21, aus Avtalion. Kampfsoldat in der Golani Brigade

e.    Gefreiter Nissim Sean Carmeli, 21, aus Raanana. Kampfsoldat in der Golani Brigade.

f.     Gefreiter Moshe Malako, 21, aus Jerusalem. Kampfsoldat in der Golani Brigade

17.          Dutzende Soldaten wurden verletzt, einige erlitten schwerste Verletzungen. Sie wurden in verschiedene israelische Krankenhäuser evakuiert.

IDF Einsätze
Die Angriffe auf Terrorziele im Gazastreifen dauern an

18.   Über die Bodenoffensive hinaus setzt die IDF ihre Angriffe auf Terrorziele auch aus der Luft fort. Bisher wurden über 2603 Terrorziele im Gazastreifenangegriffen. Seit Beginn der Bodenoffensive wurden 1032 Terrorziele aus der Luft bombardiert (IDF Sprecher, 21. Juli 2014).

19.   in den letzten 24 Stunden wurden über 450 Terrorziele im Gazastreifen angegriffen, u. a. folgende Punkte (IDF Sprecher, 20. Juli 2014):

a.    Ziele deren Zerstörung die Bodenoffensive der IDF unterstützt.

b.    Raketen- und Mörsergranatenabschussstellungen

c.    Gebäude, die als Einsatz- und Überwachungszentralen fungieren.     

d.    Unterirdische Raketenabschussstellungen.

Die Bevölkerung des Gazastreifens

20.   Nach Informationen des ITIC wurden seit Beginn der Operation (Stand: Mittagszeit, 21. Juli 2014) 536 Bewohner des Gazastreifens getötet.

21.   Vorläufige Gliederung (Stand: 21. Juli 2014, 12.00 Uhr) der Getöteten:

           1.  164Terrormilitanten

1)    89 Radikalislamistische Hamasmilitanten

2)    51 Militanten des Palästinensischen Islamischen Jihad

3)    24 Militanten anderer Terrororganisationen

           2.  194unbeteiligtePalästinenser

           3.  178 Palästinenser, deren Zugehörigkeit  zu Terrorgruppen  noch unklar ist

 

22.   Die IDF Bodenoffensive führte dazu, dass eine steigende Anzahl von Zivilisten ihre Wohnhäuser verläßt und in die von der UNWRA betriebenen Unterkünfte zieht. Ein UNWRA Vertreter berichtete, etwa 75 000 Palästinenser befänden sich in ihren Notunterkünften und die Organisation sei auf Hilfe von außen angewiesen, um  ihren Bedürfnissen gerecht zu werden.

  Raketenfeuer auf israelisches Staatsgebiet

23.   Seit Beginn der Operation „Fels in der Brandung“ schlugen etwa 1655 Geschosse auf israelischem Staatsgebiet ein. Das Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ konnte etwa 360 Raketen abfangen. Sogar nach Beginn der Bodenoffensive dauerte der intensive Raketen- und Mörsergranatenbeschuss der israelischen Städte und Ortschaften an. Seit Beginn der Bodenoffensive wurden auf israelischem Staatsgebiet 350 Raketeneinschläge identifiziert.

24.   Seit Beginn der Bodenoffensive ist ein leichter Rückgang in der Zahl der auf Israel abgefeuerten Raketen festzustellen; dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass die Terrororganisationen große Anstrengungen unternehmen, um die im Gazastreifen und der westlichen Negevwüste aufgestellten IDF Kräfte zu beschießen. Am 20. Juli 2014 wurden auf israelischem Staatsgebiet 110 Raketeneinschläge identifiziert (etwa 20 Raketen weniger als am Vortag). Die meisten Raketenangriffe waren auf Bevölkerungszentren im Umkreis des Gazastreifens ausgerichtet. Eine einzige Raketensalve war auf die Landesmitte ausgerichtet.

25.   Die bedeutendsten Vorfälle:

a.    In den Morgenstunden des 20. Juli 2014 wurde eine Raketensalve auf die Stadt Beer Sheba abgefeuert. Das „Iron Dome“ Raketenabwehrsystem konnte drei Raketen abfangen. Drei weitere Raketen schlugen auf freiem Feld ein. Auch auf die Stadt Ashkelon wurden Raketen abgefeuert. Eine Rakete schlug zwischen zwei Wohnhäusern ein. Es gab keine Verletzten.

b.    In den Morgenstunden des 20. Juli 2014 ertönten Raketenalarmsirenen in der Küstenebene, u. a. in Raanana, Ramat HaSharon, Hod HaSharon und Rishpon. Das „Iron Dome“ Raketenabwehrsystem konnte einige der Raketen abfangen. Raketensplitter schlugen in einem nördlichen Stadtteil von Tel Aviv ein. Es gab keine Verletzten, ein Privatwagen wurde beschädigt.

c.    In den Nachmittagsstunden des 20. Juli 2014, während der humanitären Waffenpause, die die Hamas beantragt hatte, wurden mehrere Raketen auf Israel abgefeuert.

d.    In den späten Vormittagsstunden des 21. Juli 2014 wurden erneut Raketensalven auf die Städte Ashdod, Ashkelon, Tel Aviv und auf die Küstenebene abgefeuert. Das „Iron Dome“ Raketenabwehrsystem konnte zwei, auf den Großraum Tel Aviv und fünf auf die Stadt Ashdod ausgerichtete Raketen abfangen. Eine Rakete schlug in der Nähe eines Wohnhauses in Ashdod ein. Es gab keine Verletzten, das Gebäude erlitt jedoch erheblichen Sachschaden (Israelische Polizei, 21. Juli 2014).

e.    In den frühen Morgenstunden des 21. Juli 2014 schlug eine Rakete in ein Wohnhaus in Sderot ein; die vier Kinder der Familie, vier Mädchen, darunter ein Kleinkind, konnten sich im Luftschutzbunker in Sicherheit bringen. Niemand wurde verletzt, das Haus erlitt jedoch erheblichen Sachschaden.

Aufstellung der täglichen Raketenabschüsse aus dem Gazastreifen in der Operation "Fels in der Brandung"[1]

  Aufstellung der täglichen Raketenabschüsse aus dem Gazastreifen in der Operation "Fels in der Brandung"

 Die anderen Fronten
Raketenfeuer aus der Sinai Halbinsel

26.    Am 18. Juli 2014 übernahmen die Ansar Bayt al-Maqdis („die Verteidiger Jerusalems“) die Verantwortung für die drei, in der Nacht des 14. Juli 2014 auf Eilat, die südlichste Stadt Israels,  abgefeuerten Gradraketen. In der Mitteilung werden die Einschläge als „präzise“ bezeichnet; es werden starke Verluste und großer Sachschaden gemeldet (Twitter Account der Ansar Bayt al-Maqdis, 18. Juli 2014). die Ansar Bayt al-Maqdis sind eine dem globalen Jihad angeschlossene Organisation in der Sinai Halbinsel und in Ägypten. Diese Organisation hatte schon in der Vergangenheit die Verantwortung für Raketenangriffe auf Eilat übernommen.

Die Situation an den Grenzübergängen – Update
Der Erez Grenzübergang

 

27.   Am Samstag, dem 19. Juli 2014 wurde der Erez Grenzübergang geöffnet, um eine Lieferung von 100 Tonnen Medikamenten und medizinischen Hilfsgüter in den Gazastreifen zu erlauben. Israel politische Führung genehmigte auch den Aufbau eines Feldlazaretts für Zivilisten aus dem Gazastreifen in der Nähe des Grenzübergangs. Das Feldlazarett soll medizinische Versorgung anbieten; es wird von der Sanitätstruppe der IDF betrieben und umfasst ein Team von  Ärzten, Krankenschwestern und Röntgentechnikern; auch ein Labor wird eingerichtet (COGAT.idf.il, 21. Juli 2014).

 

Der Kerem Shalom Grenzübergang

28.   Seit Beginn der Operation „Fels in der Brandung“ wurden am Kerem Shalom Grenzübergang 673 Lastwagen abgefertigt, die Nahrungsmittel, Medikamente und medizinische Hilfsgüter für den Gazastreifen  transportierten. Auch Treibstoff für das E-Werk des Gazastreifens, Dieseltreibstoff und Kochgas wurden eingeführt (COGAT.idf.il; 21. Juli 2014).

29.   Am 18. Juli 2014 wurden zwei Starkstromleitungen repariert, die Strom in den Gazastreifen liefern (COGAT.idf.il, 21. Juli 2014).

Der RafahGrenzübergang

30.   Am 20. Juli 2014 wurde der Rafah Grenzübergang für die Abfertigung von humanitären Anliegen und die Auslieferung von Hilfsgütern in den Gazstreifen für einige Zeit geöffnet. Nabil Shaath, Mitglied des Fatah Zentralkomitees erklärte, er stehe in Kontakt mit den ägyptischen Verantwortlichen, um den Rafah Grenzübergang unverzüglich zu eröffnen (Palästinensisches Fernsehen, 20. Juli 2014).

Die Propagandamaschine der Hamas

31.   Die Propaganda der Hamas konzentriert sich in Moment darauf, das größtmögliche Kapital aus den durch die  schweren Kämpfe in Sadjahiya verursachten Opfer in der palästinensischen Zivilbevölkerung zu schlagen. Der Sprecher des militärisch-terroristischen Flügels der Hamas,Abu Obeida behauptete, der militärisch-terroristische Flügel erteile Israel eine bedeutende, nie erlebte Lektion. Er behauptete weiter, Israel könne mit den Kämpfern vor Ort nicht umgehen und habe starke Verluste einstecken müssen. Er erklärte auch, Israel habe nicht zugegeben, dass ein Soldat verschollen ist und gegenwärtig vom militärisch-terroristischen Flügel der Hamas festgehalten wird. Er rief die israelische Bevölkerung dazu auf, die einschlägigen Veröffentlichungen des militärisch-terroristischen Flügels zu verfolgen (Al-Aqsa TV, 20. Juli 2014). Der militärisch-terroristische Flügel der Hamas, die Izz al-Din al-Qassam Brigaden erklärten in einer Stellungnahme, der Soldat sei während der Kämpfe in Sadjahiya entführt worden. Sie behaupteten, er sei aus einem Panzerfahrzeug herausgezogen worden, das von einer Panzerfaust getroffen worden war und explodierte (Ghaza al-A`an und die Shihab Webseite, 20. Juli 2014). Die Meldung über die Entführung eines Soldaten ist jedoch eine Falschmeldung. 

32.   Nach der von Abu Obeida veröffentlichten Meldung über die Entführung eines IDF Soldaten zogen Hunderte Palästinenser auf die Straßen von Judäa, Samarien und dem Gazastreifen (Safa.ps und Al-Aqsa TV, 20. Juli 2014). 

Links: Ein Sprecher der Izz al-Din al-Qassam Brigaden kündigt die „Entführung“ eines israelischen Soldaten an (Al-öAqsa TV, 20. Juli 2014). Rechts. Die Izz al-Din al-Qassam Brigaden übernehmen die Verantwortung für eine Reihe von Aktionen, bei denen IDF Soldaten getötet wurden und für die Falschmeldung der Entführung eines israelischen Soldaten (Qassam.ps, 20. Juli 2014).
Links: Ein Sprecher der Izz al-Din al-Qassam Brigaden kündigt die „Entführung“ eines israelischen Soldaten an (Al-öAqsa TV, 20. Juli 2014). Rechts. Die Izz al-Din al-Qassam Brigaden übernehmen die Verantwortung für eine Reihe von Aktionen, bei denen IDF Soldaten getötet wurden und für die Falschmeldung der Entführung eines israelischen Soldaten (Qassam.ps, 20. Juli 2014).

Judäa und Samarien

33.   Die Palästinenser in Judäa und Samarien drücken auch weiterhin ihre Solidarität und Unterstützung des Gazastreifens aus. Bisher sind keine besonderen Vorkommnisse zu melden:

a.    Das Mitglied des Zentralkomitees der Fatah Tawfiq al-Tirawi rief die Fatah Mitglieder auf, auf die Straßen „Palästinas“ zu ziehen und Demonstrationen und Kundgebungen zu veranstalten, um die Führungsrolle der Fatah in der palästinensischen Bevölkerung zu unterstreichen. Er sagte, auf der „palästinensischen Straße“ müssten  tagtägliche Protestaktionen stattfinden (Maannews.net, 20. Juli 2014).

b.    In Ramallah fand eine große Kundgebung zur Unterstützung des Gazastreifens statt. Die Teilnehmer riefen den militärisch-terroristischen Flügel der Hamas auf, „das Raketenfeuer auf die israelischen Städte und Ortschaften zu verschärfen“ (Al-Quds TV, 20. Juli 2014). 

c.    Der ehemalige Sprecher des Hamas Innenministeriums Iyad al-Bazam erklärte, die Palästinenser sollten keine Solidaritätskundgebungen und -demonstrationen veranstalten; das sollten sie den Europäern überlassen. Die Palästinenser, erklärte er, sollten auf die Straße gehen und „zionistische Siedler abschlachten“, in Vergeltung für das im Gazastreifen vergossene Blut (Facebookseite von Iyad al-Bazam, 20. Juli 2014).

 Waffenstillstand

34.   Ägypten spielt weiterhin eine führende Rolle in den Kontakten zur Erzielung eines Waffenstillstands. Bisher konnte kein Durchbruch erzielt werden, da die Hamas  jeden ägyptischen Vorschlag für einen Waffenstillstand zurückweist, da verlangt wird, das Feuer einzustellen, bevor Verhandlungen anlaufen (obwohl die Hamas den ägyptischen Draht und seine Bedeutung anerkennt). Mahmoud Abbas fuhr von einer Hauptstadt in die andere, um einen Prozess anlaufen zu lassen, der zu einem Waffenstillstand führen könnte. Nach seinem Besuch in Ägypten flog er  in die Türkei und vor dort aus nach Bahrain und weiter nach Qatar. In einer im palästinensischen Fernsehen ausgestrahlten aufgezeichneten Ansprache unterstrich er die Notwendigkeit einer Verpflichtung zum von Ägypten vorgeschlagenen Waffenstillstand (Palästinensisches Fernsehen, 20. Juli 2014). Auch UN Generalsekretär Bank-ki Moon besuchte Israel und die arabischen Staaten, in einem Versuch, einen Waffenstillstand herbeizuführen (UN Webseite, 19. Juli 2014).

35.   Khaled Mashaal,der Chef des Hamas Politbüros führte eine Delegation hochrangiger Hamasanführer nach Kuweit, um einen Waffenstillstand zu besprechen (As.com.tr, 20. Juli 2014). Er soll auch eine Einladung nach Kairo erhalten haben (Reuters.com, 19. Juli 2014). Ägpytische Quellen leugneten, Mashaal sei nach Ägypten eingeladen worden und bezeichneten diese Meldung als Hamas „Erfindung“ (Youm7.com. 20. Juli 2014).

36.   Mussa Abu Marzouq, ein Mitglied des Hamas Politbüros erklärte, Ägypten sei durchaus in der Lage, einen Waffenstillstand herbeizuführen. Er behauptete, die Hamas sei bereit zu einer ägptischen Initiative, wolle aber, dass alle ihre Bedingungen angenommen werden, bevor der Waffenstillstand in Kraft tritt, nicht erst danach. Er behauptete weiter, eine der von der Hamas abgelehnten Forderungen sei die Entwaffnung der Hamas. Khaled al-Batash, ein hochrangiger Anführer des Palästinensischen Islamischen Jihad erklärte, seine Organisation wolle die ägyptischen Verhandlungen nicht umgehen und behauptete, die Forderungen des „Widerstands“ für die Bevölkerung des Gazastreifens seien gerechtfertigt. Die wichtigste Forderung betreffe die Aufhebung der Blockade und das Ende der „Aggression“, der Bau eines Seehafens und die Öffnung der Grenzübergänge, damit die Bevölkerung des Gazastreifens „in Würde“ leben könne (Sawa.ps, 19. Juli 2014).

37.   Der amerikanische Außenminister John Kerry erklärte, die Aktionen der Hamas haben Israel zu einer Reaktion gezwungen, um das auf Israel gerichtete Raketenfeuer aufzuhalten. Er rief die Hamas auf, die Verantwortung für ihre Aktionen zu übernehmen und das Waffenstillstandsabkommen bedingungslos zu unterzeichnen (wie es Ägypten verlangt). Er sagte, Israel werde von einer Terrororganisation belagert, die auf skrupellose Art und Weise Tunnel anlegt und sich mit Betäubungsmitteln und Waffen ausstattet, um israelische Geiseln zu nehmen. Er fügte hinzu, kein Land könne tatenlos zusehen und nicht gegen die Menschen ankämpfen, die Tausende Raketen auf sein Staatsgebiet abfeuern. Er sagte, er werde bald in den Nahen Osten reisen, um sich den Versuchen zur Erreichung eines Waffenstillstands anzuschließen (ABC, 20. Juli 2014).

[1] Diese Statistik erfasst die Raketeneinschläge auf israelischem Staatsgebiet. Der massive Mörsergranatenbeschuss der Ortschaften der westlichen Negevwüste und verfehlte Abschüsse werden dabei nicht berücksichtigt. .