Operation”Fels in der Brandung” Update Nr. 2 (10. Juli 2014, Stand: 12.00 Uhr)

Bombenentschärfer der israelischen Polizei arbeiten an Raketenteilen (Facebookseite der israelsichen Polizei, 9. Juli 2014)

Bombenentschärfer der israelischen Polizei arbeiten an Raketenteilen (Facebookseite der israelsichen Polizei, 9. Juli 2014)

Die israelische Luftwaffe bombardienren einen Raketenwerfer, mit dem eine Rakete auf israelisches Staatsgebiet abgefeuert worden war (IDF Sprecher, 9. Juli 2014).

Die israelische Luftwaffe bombardienren einen Raketenwerfer, mit dem eine Rakete auf israelisches Staatsgebiet abgefeuert worden war (IDF Sprecher, 9. Juli 2014).

Angriff auf das Hauptquartier des Inneren Sicherheitsdienstes der Hamas in Dir El-Balah, im mittleren Gazastreifen (Facebookseite des Hamas Forum, 10. Juli 2014).

Angriff auf das Hauptquartier des Inneren Sicherheitsdienstes der Hamas in Dir El-Balah, im mittleren Gazastreifen (Facebookseite des Hamas Forum, 10. Juli 2014).

Der militärisch-terroristische Flügel des PIJ demonstriert seine auf Lastwagen montierten Raketenwerfer (Saraya.ps, 9. Juli 2014)

Der militärisch-terroristische Flügel des PIJ demonstriert seine auf Lastwagen montierten Raketenwerfer (Saraya.ps, 9. Juli 2014)

Khaled Mashaal bei seiner in Qatar aufgezeichneten Ansprache (Al-Mayadeen TV, 9. Juli 2014)

Khaled Mashaal bei seiner in Qatar aufgezeichneten Ansprache (Al-Mayadeen TV, 9. Juli 2014)


Übersicht

1.      Die Operation „Fels in der Brandung“ läuft seit den Abendstunden des 7. Juli 2014). In den letzten 24 Stunden bombardiert die IDF Terrorziele im gesamten Gazastreifen, aus der Luft und der See. Seit Beginn der Operation wurden im Gazastreifen 785 Terrorziele getroffen, hauptsächlich in Luftangriffen. Zur „Liste der Terrorziele“ gehören Terroristen, Raketenwerfen, Waffenlager, militärisch-terroristische Einrichtungen und Terrortunnel. Hunderte Tonnen Sprengstoff wurden schon vernichtet (IDF Sprecher, 10. Juli 2014).

2.      Die Terrororganisationen im Gazastreifen, unter der Leitung der Hamas feuern weiterhin massive Raketen- und Mörsergranatensalven auf israelisches Staatsgebiet. Am 9. Juli 2014 wurden etwa 150 Raketeneinschläge identifizert[1]. In den letzten 24 Stunden feuertendie palästinensischen Terrororganisationen Raketen mit größerer Reichweite ab und richteten sie auf neue Ziele aus: in den Nachmittagsstunden des 9. Juli 2014 wurden auf freiem Feld in der Küstenebene südlich von Haifa Raketen identifizert, der weitesten Entfernung vom Gazastreifen, die jemals von einer Rakete getroffen wurde (am Vortag war eine Rakete in Hadera identifiziert worden). In den Nachmittagsstunden wurden Raketen zum ersten Mal auch auf die in der Negevwüste liegenden Städte Yerucham und Dimona[2] abgefeuert; das Rektenabwehrsystem „Iron Dome“ konnte sie abfangen. Dieses Raketenabwehrsystem fängt zahlreiche Raketen ab, die auf die bedeutendste Städte Israels ausgerichtet sind. Bisher sind keine Opfer zu verzeichnen; es entstand jedoch schon erheblicher Sachschaden.

3.      In einer Botschaft an die internationale Staatengemeinschaft erklärte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, kein Staat der Welt würde passiv zusehen, wenn seine Städte mit Hunderten Raketen beschossen werden, die auf seine Städte abgefeuert werden, das gilt auch für den Staat Israel. Er erklärte weiter, kein Staat der Welt sei bereit, einen unaufhörlichen Raketenbeschuss und Eindringunsversuche aus dem Meer oder durch Tunnel hinzunehmen – aus diesen Gründen dehnte Israel seine Operationen gegen die Hamas und die anderen Terrorgruppen im Gazstreifen aus. Er fügte hinzu, die Hamas begehe zweierlei Kriegsverbrechen, indem sie zum einen vorsätzlicherweise auf die israelische Zivilbevölkerung zielt und zum anderen die eigene Zivilbevölkerung im Gazastreifen als menschlichen Schutzschild ausnützt. Während Israel alles in seiner Kraft stehende einsetzt, um seine Bürgerinnen und Bürger zu beschützen, bringt die Hamas die palästinensischen Bewohner absichtlich in Gefahr, indem sie im gesamten Gazastreifen ihre Terroristen und Terroranlagen in Krankenhäusern, Schulen, Moscheen und Wohnhäuern unterbringt (Webseite des israelischen Ministerpräsidenten, 9. Juli 2014).

4.      Die Hamasübernahm die Verantwortung für die meisten Raketenabschüsse, auch für das Raketenfeuer auf den Küstenstreifen, südlich von Haifa und auf die Städte Dimona, Jerusalem und Tel Aviv. In seiner ersten öffentlichen Stellungnahme seit Beginn der Operation behauptete der Chef des Hamas Politbüros Khaled Mashaal, die Hamas habe die laufende Eskalation nicht ausgelöst und nicht gewollt. Er behaupetet, die Hamas reagiere auf die Politik Israels in Judäa und Samarien und den israelischen Arabern gegenüber. Er rief die israelische Führung dazu auf, ihre Haltung den Palästinensern gegenüber zu ändern und drohnte mit einer massiven Reaktion auf einen israelischen Angriff.

 IDF Einsätze

5.      Am dritten Tag der Operation „Fels in der Brandung“ wurden die Angriffe auf Terrorziele im Gazastreifen fortgesetzt. In den letzten 24 Stunden bombardierte die IDF 322 Terrorziele (insgesamt 785 Ziele wurde seit Beginn der Operation bombardiert. (Beispiele der bombardierten Terrorziele (IDF Sprecher, 10. Juli 2014):

a.   Waffenlager, u. a. ein Waffenlager, das sich unter einer Moschee befand.

b.   Fünf Waffenschmieden.

c.   Fünf Militäreinrichtungen.

d.   58 Tunnel.

e.   Zwei Überwachungsanlagen

f.    217 unterirdische Raketenabschussstellungen.

6.      Darüberhinaus wurden 46 hochrangige Hamas Terroristen und Mitglieder anderer Terrororganisationen angegriffen. U. a. wurde der Oberkommandant der Hamaskräfte im nördlichen Gazastreifen. In Reaktion auf den versuchten Terroranschlag im Raum Zikim ( nördlich des Gazastreifens) bombardierte die israelische Kriegsmarine in den letzten 24 Stunden etwa zehn Mal von See aus. Schiffe der Hamas Seestreitkräfte, Waffenlager, Überwachungsanlagen, Ausbildungslager usw. wurden angegriffen (IDF Sprecher, 10. Juli 2014).

Links: Eine militärisch-terroristische Einrichtung in der Nähe einer Schule wird bombardiert (IDF Sprecher, 9. Juli 2014). Rechts: Anriff auf ein Waffenlager in der Nähe des Wohnhauses eines Aktivisten des Paästinensischen Islaimischen Jihad in Khan Yunis
Links: Eine militärisch-terroristische Einrichtung in der Nähe einer Schule wird bombardiert (IDF Sprecher, 9. Juli 2014). Rechts: Anriff auf ein Waffenlager in der Nähe des Wohnhauses eines Aktivisten des Paästinensischen Islaimischen Jihad in Khan Yunis

Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=vmzVuyPipjA

7.      In einer Stellungnahme erklärte der IDF Sprecher, die Hamas befände sich seit Wochen in einer schwierigen Situation. Das Raketenfeuer der Hamas habe sich als ineffektiv erwiesen, da die Raketen, die die israelische Zivilbevölkerung treffen sollten, durch das Waffenabwehrsystem „Irone Dome“ abgefangen werden konnten und die israelische Luftwaffe sorfort reagierte und die Raketenwerfer bombardierte.Er fügte hinzu, die IDF Angriffe seien sehr genau fokussiert und würden mit „chirurgischer Genauigkeit“ durchgeführt, die IDF gehen mit der größtmoglichen Vorsicht vor. Diese Vorsicht werde geübt, während die Hamas ihre eigene Zivilbevölkerung, u. a. auch Frauen und Kinder, in Geiseln umfunktioniert und sie als menschlichen Schutzschild für ihre Terror Aktivisten einsetzt (IDF Sprecher, 9. Juli 2014).

 Palästinensiche Verluste und der Einsatz der Zivilbevölkerung als menschlicher Schutzschild

8.      Die palästinensischen Medien und das palästinensische Gesundheitsministerium meldeten, seit Beginn der Operation seien 50 Menschen getötet und etwa 400 verwundet worden (Webseite des palästinensischen Gesundheitsministeriums, 10. Juni 2014). Bisher konnte das ITIC die Zahl der getöteten Terror Aktivisten und die der Unbeteiligten nicht feststellen).

9.      Das Innenministerium des Gazastreifens veröffentlichte eine Mitteilung, in der es die Bevölkerung des Gazastreifens dazu aufruft, die Warnungen der IDF, ihre Häuser (vor den Angriffen) zu verlassen, zu ignorieren. Diese Aufrufe, so das Ministerium, sollen „die Bevölkerung erschrecken, Angst verbreiten und die Heimatfront schwächen“ (Facebookseite des Innenministeriums des Gazastreifens, 10. Juli 2014). Hinter dieser Mitteilung steht die Absicht der Hamas, die Bevölkerung des Gazastreifens als menschlichen Schutzschild für ihre Terroristen auszunützen, deren Häuser bombardiert wurden[3].

Mitteilung des Innenministeriums des Gazastreifens an die Zivilbevölkerung , die IDF Anweisungen nicht zu befolgen und ihre Häuser nicht zu verlassen (Facebookseite des Innenministeriums des Gazastreifens, 10. Juli 2014).
Mitteilung des Innenministeriums des Gazastreifens an die Zivilbevölkerung , die IDF Anweisungen nicht zu befolgen und ihre Häuser nicht zu verlassen (Facebookseite des Innenministeriums des Gazastreifens, 10. Juli 2014).

Raketenbeschuss

10.    Auch in den letzten 24 Stunden dauerte das Raketen- und Mörsergranatenfeuer aus dem Gazastreifen auf israelisches Staatsgebiet an. Die eingesetzten Raketen hatten eine großere Reichweite, einige Raketen waren auf die nordisraelische Stadt Haifa ausgerichtet, schlugen jedoch in der nördlichen Küstenebene, südlich von Haifa ein. Am 9. Juli 2014 wurden auf israelischem Staatsgebiet etwa 150 Raketeneinschläge identifizert. Einige Raketen schlugen im nördlichen Küstenstreifen und im Raum Caesarea ein. Zum ersten Mal wurden Raketen auch auf die Städte Yeruham und Dimona in der mittleren Negevwüste ausgerichtet. Sie konnten vom Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ abgefangen werden. Das Raketenabwehrsystem konnte weitere Dutzende Raketen abfangen; es gab keine Verletzten, allerdings entstand erheblicher Sachschaden.

11.    Die palästinensischen Medien meldeten, der militärisch-terroristische Flügel der Hamas habe die Verantwortung für den größten Teil der Raketenabschüsse (einschließlich der auf Haifa und Dimona ausgerichteten Langstreckenraketen) übernommen. Der militärisch-terroristische Flügel der Hamas veröffentlichte eine Stellungnahme und erklärte, seine Aktivisten hätten die M75 Raketen auf Israel, insbesondere auf Tel Aviv und eine R160 Rakete auf Haifa abgefeuer.

12.    Auch die Jerusalem Brigaden, der militärisch-terroristische Flügel des Palästinensischen Islamischen Jihad übernahmen die Verantwortung für das Raketenfeuer (auch für den Abschuss der Langstreckenraketen). Der militärisch-terroristische Flügel der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP), die Demokratische Front für die Befreiung Palästinas (DFLP) und die Volkswiderstandskomitees behaupteten, für das Raketenfeuer verantwortlich zu sein. Mehrere lokale Terrornetzwerke übernahmen auch ihrerseits die Verantwortung für den Beschuss, vor allem für das Raketenfeuer auf die Ortschaften in der Nähe des Gazastreifens.

Links: Abschuss von drei M75 Raketen, die zum ersten Mal auf die Stadt Dimona ausgerichtet sind (Webseite der Izz al-Din al-Qassam Brigaden, 9. Juli 2014). Rechts: Hamas Forum Webseite: „ Ramadan“ Raketenwerfer feuern Raketen aus dem Gazastreifen (Facebookseite des Hamas Forum, 10. Juli 2014)
Links: Abschuss von drei M75 Raketen, die zum ersten Mal auf die Stadt Dimona ausgerichtet sind (Webseite der Izz al-Din al-Qassam Brigaden, 9. Juli 2014). Rechts: Hamas Forum Webseite: „ Ramadan“ Raketenwerfer feuern Raketen aus dem Gazastreifen (Facebookseite des Hamas Forum, 10. Juli 2014)

Angriffe durch Terroristen, die aus dem Gazastreifen eindringen
Vereitelung eines Angriffs durch Terrortrupp, der über das Meer eindringen wollte

13.    In den Abendstunden des 9. Juli 2014 wurden vor der Küste nördlich des Gazastreifens zwei bewaffnete Taucher gesichtet. Sie bewegten sich auf Israel zu. IDF Soldaten identifizierten die Verdächtigen und griffen ein, um sie abzufangen (IDF Sprecher, 9. Juli 2014). Auch am Vortag, dem 8. Juli 2014, hatte die IDF einen Anschlag einer bewaffneten Terrorzelle vereitelt. Sie Terroristen waren von See aus im Raum des Kibbutz Zikim, nördlich des Gazastreifens auf israelisches Staatsgebiet eingedrungen.

Video einer Übung des Seekommandos des militärisch-terroristischen Flügels der Hamas (Facebookseite des Hamas Forum, 10. Juli 2014).
Video einer Übung des Seekommandos des militärisch-terroristischen Flügels der Hamas (Facebookseite des Hamas Forum, 10. Juli 2014).

Die Lage an den Grenzübergängen

14.    Trotz des massiven Raketen- und Mörsergranatenbeschusses blieb der Kerem Shalom Grenzübergang während der Operation „Fels in der Brandung“ bisher geöffnet, wenn auch mit etwas eingeschränktem Abfertigungsumfang. Durch diesen Grenzübergang werden Nahrungsmittel, medizinische Hilfsgüter und Brennstoff in den Gazastreifen geliefert. Der Rafah Grenzübergang bleibt demgegenüber geschlossen. Die Hamas appellierte an Ägypten, den Grenzübergang zu öffnen. Der Leiter der Verwaltung der Grenzübergänge und Grenzen, Maher Abu Sabha erklärte, trotz dieses Appells sei nicht abzusehen, wann Ägypten den Grenzübergang wiedereröffnen wolle. Er erklärte, das auf der Seite des Gazastreifens arbeitende palästinensische Personal sei bereit, den Grenzübergang unter allen Bedingungen zu eröffnen und zu betreiben (Webseite des Innenministeriums des Gazastreifens, 9. Juli 2014).

 Stellungnahmen der Hamas

15.    Hochrangige Hamasvertreter unterstreichen die Erfolge ihrer Bewegung in der gegenwärtigen Konfrontationsrunde und drohen mit einer Internsivierung ihrer Reaktionen. Sie wiederholen ihre Bedingungen für die Wiedereinführung der Waffenruhe, insbesondere fordern sie die Einstellung der israelischen Angriffe auf den Gazastreifen, die Freilassung der im Rahmen des Gilad Shalit Gefangenenaustauschs freigelassenen und in der Operation „Hüter meines Bruders“ in Judäa und Samarien in Gewahrsam genommenen Häftlinge und die Beendigung der Vewaltungshaft.

16.    Der Chef des Hamas Politbüros Khaled Mashaal äußerte sich in einer ersten öffentlichen Stellungnahme seit Ausbruch der Feindseligkeiten in einer aus Qatar übertragenen, aufgezeichneten Rede. Er behauptete, die Hamas habe die Eskalation im Gazastreifen nicht veranlasst und nicht gewollt. Er fügte hinzu, die Hamas reagiere lediglich auf die israelische Politik in Judäa und Samarien den arabischen Israelis gegenüber, die immer weiter in die Ecke getrieben werden. Er rief die israelische Führung dazu auf, ihre Haltung den Palästinensern gegenüber zu ändern und drohte mit einer schärferen Reaktion auf die israelischen Angriffe. Er verlangte von der Palästinensischen Autonomibehörde und ihren Sicherheitsdiensten, eine klare Unterstützung des Gazastreifens und rief dazu auf, in Judäa und Samarien eine neue Intifada gegen israel auszulösen. Er rief den Westen dazu auf, Druck auf Israel auszuüben, die „Aggression“ gegen den Gazastreifen zu beenden (Al-Aqsa TV, 9. Juli 2014).

17.    Der Auslandsbeauftragte der Hamas,Osama Hamdan erklärte, die Operation im Gazastreifen sei ein Versuch, „Israels Geheimdienstfiasko“ in der Entführung der drei Jugendlichen in Gush Etzion zu vertuschen. Er fügte entschuldigend hinzu, die Hamas kenne den Wert des palästinensischen Blutes, der Kampf um die Freiheit verlange von den Palästinensern jedoch „einen gewissen Preis“ ab. Er erklärte, in den letzten 48 Stunden hätte der militärisch-terroristische Flügel der Hamas Israel immer wieder überrascht, – die Angriffe von See und das Raketenfeuer auf Haifa seien völlig unerwartet gewesen. Er fügte hinzu, das Prinzip von „Ruhe als Gegenstück zur Ruhe“, das die Israelis der Hamas aufzwinge wolle, sei inakzeptabel, da die Hamas ihr Raketenfeuer nicht einstellen wolle, ohne zu verlangen, dass Israel seine Besatzung beendet (Al-Aqsa, 9. Juli 2014).

Reaktionen aus der westlichen und arabischen Welt
Die Palästinensische Autonomiebehörde

18.    Mahmoud Abbas sprach mit dem ägyptischen Staatspräsidenten Abdel Fattah al-Sis über die von ihm als „Israels gefährliche Eskalation“ qualifizierte Aktion im Gazastreifne. El-Sisi erwiderte, Ägypten wolle seine Anstrengungen forsetzen, so schnell wie möglich einen Waffenstillstand zu erzielen (Al-ayyam.com, 9. Juli 2014). Saeb Erekat, Mtiglied des Exekutivkomitees der PLO erklärte, Ägpyten unternehme alles, um die „israelische Aggression“ zu beenden und die Ruhe wiederherzustellen. Er fügte hinzu, Mahmoud Abbas stehe in ständigem Kontakt mit Ägypten, dem amerikanischen Außenminister und dem UN Generalsekretär (Al-Arabiya TV, 9. Juli 2014).

19.    In einer Fernsehansprache rief Mahmoud Abbas die Palästinenser dazu auf, „Solidarität, Geduld und Zusammengehörigkeitsgefühl zu beweisen, – der Sieg ist nah“. Er erklärte, die PA werde sich an die internationalen Organisationen und Einrichtungen wenden, damit diese die Israelische „Aggression“ beenden. Er erklärte weiter, die Regierung werde, soweit es in ihrer Macht steht, die humanitären Bedürfnisse der Bevölkerung des Gazastreifens decken. Es sei an der Zeit, dass die internationale Staatengemeinschaft, insbesondere das internationale Quartett und der Sicherheitsrat, ihre Verantwortung wahrnehmen und dem palästinensischen Volk einen internationalen Schutz gewährt (Al-ayyam.com, 9. Juli 2014).

20.    Die palästinensische Regierung trat unter der Leitung von Rami Hamdallah in Ramallah zu einer Sondersitzung zusammen. Sie veröffentlichte eine Stellungnahme, in der sie die israelischen Angriffe auf die „Zivilbevölkerung des Gazastreifens“ verurteilte; sie rief den UN Generalsekretär dazu auf, eine internationale Untersuchungskommission einzurichten. Die Regierung unterstrich, sie werde alle Mittel einsetzen, um humanitäre Hilfgüter und medizinische Unterstützung für den Gazastreifen zu sichern (Wafa.ps, 9. Juli 2014). Hinweis: Wie in allen vorherigen Stellungnahmen hochrangiger Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde wurde auch hier das Raketenfeuer aus dem Gazastreifen auf israelisches Staatsgebiet nicht erwähnt.

Ägypten

21.    Der Sprecher desägyptischen Präsidialamtes Ihab Badawi, erklärte, der ägptische Staatspräsident Abdel Fattah el-Sisi habe mit dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomibehörde telefoniert und unterstrich, Ägypten pflege enge Kontakte mit allen Beteiligten. Seinen Worten nach will Ägypten Israel die Verantwortung für den Schutz der palästinensischen Zivilbevölkerung übertrage, da Israel nach der Definition der Genfer Konvention die „Besatzungsmacht“ darstellt.

Die USA

22.    Die Sprecherin des US amerikanischen Außenministeriums Jen Psaki erklärte, …“ wir verurteilen das andauernde Raketenfeuer auf Israel und die vorsätzliche Ausrichtung auf Zivilisten von Seite der Terrororganisationen im Gazastreifen. Kein Staat kann es hinnehmen, dass seine Zivilbevölkerung Raketenfeuer ausgesetzt ist; wir unterstützen selbstverständlich Israels Recht auf Selbstverteidigung gegen diese Angriffe …. Der Außenminister (John Kerry) sprach Freitag und Sonntag mit Ministerpräsident Netanyahu … Wir erwarten von Präsident Abbas, dass er alles in seiner Macht stehende unternimmt, um die Raketenangriffe zu verhindern und die Gewalt zu verurteilen“[4] (Webseite des US amerikanischen Außenministeriums, 8. Juli 2014).

DieEuropäische Union

23.    Ein Sprecher der Europäischen Unionverurteilte den Raketenbeschuss Israels aus dem Gazastreifen, für den seinen Worten nach, „militante Spllttergruppen“ verantwortlich sind. Parallel dazu verurteilte er die steigende Anzahl an Verwundeten, im Gazastreifen, darunter auch Kinder, die bei den israelischen Angriffen verletzt werden. Er rief beide Seiten dazu auf, alles zu unternehmen, um einen sofortigen Waffenstillstand zu erreichen und das „Kriegsrecht“ genauestens zu beachten. Er unterstrich, Israel dürfe nur gegen „legitime kriegerische Ziele“ vorgehen und müsse größte Vorsicht walten lassen (Webseite der Europäischen Union, 8. Juli 2014).

24.    Der deutsche Außenministererklärte, der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen stelle eine Bedrohung dar und führe zu einer Zuspitzung der Lage in der Region – es sei das volle Recht Israels, seine Bürgerinnen und Beürger vor den Raketenangriffen zu verteidigen. Er sprach seine Hoffnung aus, dass beide Seiten sich auf Bedingungen einigen können, um eine militärische Auseinandersetzung zu vermeiden, deren Verlauf nicht abzusehen ist (Webseite des deutschen Auswärtigen Amtes, 8. Juli 2014).

[1]     Hinweis: Nach Einschätzung des ITIC liegt die Anzahl der aus dem Gazastreifen abgefeuerten Raketen etwa 20% höher, als die Zahl der identifizierten Einschläge, – wegen erfolgloser Abschüsse und/oder Raketeneinschläge innerhalb des Gazastreifens
[2]     In etwa 75 Kilometern Entfernung vom Gazastreifen
[3]     Der Einsatz der Bevölkerung des Gazastreifens als menschlicher Schutzschild während der Operation „Fels in der Brandung“ wird in einem, am Sonntag dem 13. Juli 2014 zu veröffentlichenden Bulletin analysiert
[4]     http://www.state.gov/r/pa/prs/dpb/2014/07/228878.htm