Update: Der Terror und der israelisch-palästinensische Konflikt (25. Juni – 1. Juli 2014)

Die drei Jugendlichen, die nach ihrer Entführung ermordet wurden.  Von links nach rechts: Eyal Yifrah, Naftali Fraenkel und Gilad Shaar

Die drei Jugendlichen, die nach ihrer Entführung ermordet wurden. Von links nach rechts: Eyal Yifrah, Naftali Fraenkel und Gilad Shaar

Die Suchaktion im Raum Hebron, die zur Entdeckung der Leichen der Jugendlichen führte  (Tatzpit Nachrichtenagentur, 30. Juni 2014)

Die Suchaktion im Raum Hebron, die zur Entdeckung der Leichen der Jugendlichen führte (Tatzpit Nachrichtenagentur, 30. Juni 2014)

Schäden an Fahrzeugen der IDF als Folge der Steinwürfe in Halhul (Tatzpit Nachrichtenagentur, 30. Juni 2014)

Schäden an Fahrzeugen der IDF als Folge der Steinwürfe in Halhul (Tatzpit Nachrichtenagentur, 30. Juni 2014)

Das verbrannte Fahrzeug mit dem die Entführung der drei Jugendlichen in Gush Etzion erfolgte (Homepage von Radio al-Aqsa, 13. Juni 2014)

Das verbrannte Fahrzeug mit dem die Entführung der drei Jugendlichen in Gush Etzion erfolgte (Homepage von Radio al-Aqsa, 13. Juni 2014)

Die zwei Verdächtigten, die seit der Entführung der Jugendlichen vermisst werden Links: Marwan al-Qawasmi, rechts: Amer Abu Aisha (Pal-Today, 26. Juni 2014)

Die zwei Verdächtigten, die seit der Entführung der Jugendlichen vermisst werden Links: Marwan al-Qawasmi, rechts: Amer Abu Aisha (Pal-Today, 26. Juni 2014)

Die Verkündung des Todes von Muhammad Zaid Abid durch den Militärflügel der Hamas (Facebook-Seite von GAZA ALAN 29. Juni 2014)

Die Verkündung des Todes von Muhammad Zaid Abid durch den Militärflügel der Hamas (Facebook-Seite von GAZA ALAN 29. Juni 2014)

  • Die Leichen der drei entführten Jugendlichen wurden nach 18 Tagen intensiver Suche in der Gegend von Halhul (nordwestlich von Hebron) gefunden.Es scheint, dass die Drei kurz nach ihrer Entführung getötet und ihre Leichen begraben wurden, um später Verhandlungen über die Leichen führen zu können.Während dieser Woche wurden die Namenvon Marwan al-Qawasmi undAmer Abu Aisha bekannt gegeben,die der Entführung und des Mordes verdächtigt sind. Die israelischen Sicherheitskräfte führen derzeit eine groß angelegte Fahndung nach den beiden durch.
  • Parallel zur Suchaktion "Meines Bruders Hüter" verschärften dieTerrorgruppen ihren Raketenbeschuss auf die westliche Negev (seit Beginn der Suchaktion wurden 52 Raketeneinschläge auf israelischem Staatsgebiet verzeichnet, ausschließlich Mörsergranaten und Raketen, die innerhalb des Gazastreifens abgestürzt sind). IDF Kräfte reagierten mit gezielten Tötungen von Terroristen und mit dem Angriff auf über 60 terroristische Ziele im Gazastreifen. Die meisten Raketenbeschüsse wurden von "abtrünnigen" terroristischen Organisationen durchgeführt. Es wird jedoch angenommen, dass zumindest ein Beschuss (am 30. Juni 2014) von Hamas-Aktivisten ausgeführt wurde.
Entdeckung der Leichen der drei Jugendlichen
  • Nach 18 Tagen intensiver Suche durch Sicherheitskräfte und Freiwillige wurden in den Nachmittagsstunden des 30. Juni 2014 die Leichen der drei entführten Jugendlichen gefunden: Eyal Yifrah, Naftali Fraenkel und Gilad Shaar. Die Leichen wurden in einer flachen Grube entdeckt, wo sie anscheinend von ihren Entführern auf einem landwirtschaftlichen Acker, in einem Wadi zwischen Beit Kahil und Halhul (nordwestlich von Hebron), begraben wurden. Die Grube wurde mit Büschen, Plastikfolien und Steinen bedeckt. Eine Brille, die vor Ort gefunden wurde und die Sandale eines der Geiseln fokussierten die Suche nach den Vermissten auf diese Stelle. Die Familien wurden benachrichtigt und die Leichen wurden dem Institut für Gerichtsmedizin zwecks Identifizierung übergeben (IDF Sprecher, 30. Juni 2014). Die intensive Suchaktion in der Gegend von Halhul führte zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und lokalen Palästinensern, die die Soldaten mit Steinen bewarfen.
  • Die Umstände die zur Tötung der drei Entführten führten, sind momentan ungeklärt, da bisher noch keine offizielle Darstellung der Ereignisse veröffentlicht wurde.Es wird allerdings angenommen, dass die Drei, kurz nachdem sie in den Wagen ihrer Entführer gestiegen sind, ermordet wurden und dass die Entführer mit den Leichen bis an den Stadtrand von Dura (südwestlich von Hebron) fuhren. Dort verbrannten sie das Fahrzeug und fuhren mit einem anderen Fahrzeug weiter. Wenige Stunden später wurden die Leichen in der Nähe von Halhul begraben und die Entführer tauchten unter. Unserer Meinung nach planten die Entführer zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sie unter weniger Druck stehen würden, Verhandlungen in Bezug auf die drei Leichen aufzunehmen.
Die Identität der Entführer
  • Die zwei mutmaßlichen Terroristen, die für die Entführung und Ermordung der drei Jugendlichen verantwortlich sind, wurden noch nicht gefasst und die Suche nach ihnen läuft. Am 26. Juni 2014 wurden ihre Namen bekannt gegeben. Es handelt sich um Marwan al-Qawasmi undAmer Abu Aisha, zwei Hamas Aktivisten aus Hebron. Die Beiden werden seit dem Tag der Entführung vermisst und wurdensofort nach Beginn der Suchaktion als Gesuchte deklariert. Seitdem führen die Sicherheitskräfte eine umfangreiche Razzia nach ihnen durch (IDF Sprecher, 26. Juni 2014).
  • Hier einige Angaben über die beiden:
  • Marwan al-Qawasmi– 1985 geboren, arbeitete als Friseur in einem Friseurladen in Hebron. Er wurde bereits in der Vergangenheit fünfmal von den Sicherheitskräften festgenommen. Während seiner damaligen Verhöre gab er an, dass ihn die Hamas in Hebron rekrutiert habe und er eine militärische Ausbildung von ihnen erhalten habe. Zudem war er an versuchten Terrorangriffen beteiligt.
  • Amer Abu Aisha– Metallschmied von Beruf, wurde bereits in der Vergangenheit zweimal in Israel festgenommen. Sein Bruder wurde 2005 durch die IDF getötet, als er einen Sprengsatz auf die Soldaten warf.
  • Hier einige Kommentare zur Veröffentlichung der Namen und der Vorwürfe gegen die beiden:
  • Amer Abu Aishas Vatersagte, die Vorwürfe seien "Erfindungen der Besatzung", dass sein Sohn von Israel entführt wurde und dass er um sein Leben bangt(Ma'an Nachrichtenagentur, 27. Juni 2014.) Die Mutter behauptet, dass sie mit ihm zum letzten Mal in der Nacht der Entführung sprach. Sie fügte hinzu, dass sie sehr stolz sei, sollte sich herausstellen, dass er der Täter ist (al-Arabi al-Jadeed, 27. Juni 2014).Die Familie al-Qawasmis weigerte sich, mit Journalisten zu sprechen.
  • Die Hamasverkündete, die Veröffentlichung der Namen der als Entführer verdächtigten Männer zeugt von der Verwirrung in Israel und dem Versagen seiner Geheimdienste. Aus diesem Grund würden die Medien auch Gerüchte verbreiten, um die israelische Öffentlichkeit zu beschwichtigen (Azza al-'An, 26. Juni 2014).Sami Abu Zuhri,Sprecher der Hamas, sagte, dass die Veröffentlichung der Namen der als Entführer verdächtigten Männer ein Hinweis auf die kontinuierliche Verwirrung Israels und ein Versuch sind, das Versagen Israels beim Erreichen seiner Ziele zu vertuschen (Palestine Info, 26. Juni 2014).
Die Festnahme von Terroristen während der Suchaktion "Meines Bruders Hüter"
  • Während der Suchaktion "Meines Bruders Hüter" wurden bisherüber 400 Terrorverdächtigte festgenommen. 57 von ihnen sind Terroristen, die beim Gefangenenaustauschdes "Gilad Shalit Deals" frühzeitig aus israelischen Gefängnissen freigelassen wurden.Am 25. Juni 2014, unmittelbar nach ihrer Festnahme, wurde der Prüfungsausschuss im Militärgericht von Samaria einberufen. Der Ausschuss muss jetzt entscheiden, ob die Straflockerungen für die bei der Suchaktion nach den entführten Jugendlichen wieder festgenommenen Gefangenen rückgängig gemacht werden (IDF Sprecher, 26. Juni 2014).
Raketenbeschuss auf Israel
  • Parallel zur Suchaktion nach den Jugendlichen in Judäa und Samaria nahm der Beschuss mit Raketen und Mörsergranaten aus dem Gazastreifen auf den Süden Israels zu. Insgesamt wurden in der letzten Woche 40 Raketeneinschläge in der westlichen Negev verzeichnet. Seit dem Beginn der Suchaktion "Meines Bruders Hüter" wurden 52 Raketeneinschläge auf israelischem Gebiet verzeichnet (diese Zahlen enthalten nicht den Beschuss mit Mörsergranaten und keine Raketenabstürze innerhalb des Gazastreifens). Hier einige Angaben:
  • Am 1. Juli 2014 wurden fünf Raketeneinschläge auf israelischem Gebiet verzeichnet.Einige Raketen verursachten Schäden an einem Wagen und einem Packhaus im Regionalverband Eshkol. Eine Frau litt unter Streßerscheinungen. Die Verantwortung für die Angriffe übernahmen Kämpfer der al-Aqsa Märtyrer-Brigaden(Facebook-Seite derOrganisation, 1. Juli 2014).
  • Am 30. Juni2014 wurden 12 Raketeneinschläge auf israelischem Gebiet verzeichnet. Möglicherweise wurden einige Raketen vom Militärflügel der Hamas abgefeuert. Falls die Hamas in der Tat für diesen Raketenbeschuss verantwortlich ist, wäre dies der erste Beschuss von deren Seiten seit Ende der Operation "Wolkensäule" (November 2012).
  • Am 29. Juni 2014 wurden vier Raketeneinschläge auf israelischem Gebiet verzeichnet. Dabei wurden zwei Raketen vom Abwehrsystem „Eiserne Kuppel“ vernichtet.
  • Am 28. Juni 2014 wurden sechs Raketeneinschläge auf israelischem Gebiet verzeichnet. Hier wurden wiederum zwei der Raketen vom Abwehrsystem „Eiserne Kuppel“ vernichtet.Eine der Raketen, die in Richtung der Stadt Sderot abgefeuert wurde, traf eine Farbfabrik im dortigen Industriegebiet. Vier sich dort befindliche Mitarbeiter konnten sich retten, drei von ihnen wurden leicht verletzt.Eine weitere Person wurde als Folge des Explosionsstoßes verletzt.Die Fabrik brannte völlig ab (ynet Nachrichtenagentur, 28. Juni 2014). Die Verantwortung für den Raketenbeschuss auf Sderot übernahm die Organisation des Volkswiderstandskomitees (Facebook-Seite von Filastin al-'An, 28. Juni 2014).

Links: Nachricht des Militärflügels der Organisation des Volkswiderstandskomitees, in dem die Verantwortung für den Beschuss der sechs Raketen auf Israel übernommen wird. Laut Ankündigung wurde der Beschuss als Reaktion auf das Vorgehen Israels gegen die Palästinenser im Gazastreifen, in Judäa und Samaria und gegen palästinensische Gefangene in Israel unternommen (Facebook-Seite von GAZA ALAN, 29. Juni 2014) Rechts: Der Brand in einer Farbfabrik in Sderot als Folge eines Raketeneinschlags  (Tatzpit Nachrichtenagentur, 29. Juni 2014, Foto: Noga Benodiz)
Links: Nachricht des Militärflügels der Organisation des Volkswiderstandskomitees, in dem die Verantwortung für den Beschuss der sechs Raketen auf Israel übernommen wird. Laut Ankündigung wurde der Beschuss als Reaktion auf das Vorgehen Israels gegen die Palästinenser im Gazastreifen, in Judäa und Samaria und gegen palästinensische Gefangene in Israel unternommen (Facebook-Seite von GAZA ALAN, 29. Juni 2014) Rechts: Der Brand in einer Farbfabrik in Sderot als Folge eines Raketeneinschlags  (Tatzpit Nachrichtenagentur, 29. Juni 2014, Foto: Noga Benodiz)

  • Am 27. Juni 2014 wurden drei Raketeneinschlägeim Regionalverband Eshkol verzeichnet. Es gab keine Verletzten und es wurden keine Schäden verursacht.Etwa eine halbe Stunde später wurde eine Rakete in Richtung Aschkelon abgefeuert.Zwei Raketen wurden vom Abwehrsystem „Eiserne Kuppel“ vernichtet. Eine dritte Rakete stürzte im offenen Gebiet ab.Es wurden keine Schäden verursacht.
  • Am25. Juni 2014wurden zwei Raketeneinschlägeim Regionalverband Sdot Negev verzeichnet. Eine Rakete fiel in der Nähe eines Kuhstalls ab und verursachte dort Schäden.Zwei weitere Raketen wurden vom Abwehrsystem „Eiserne Kuppel“ in der Nähe von Aschkelon vernichtet.
  • Am 24. Juni 2014wurden drei Raketeneinschläge auf israelischem Gebiet verzeichnet. Hier wurden wiederum zwei der Raketen vom Abwehrsystem „Eiserne Kuppel“ vernichtet. Es gab keine Verletzten und es wurden keine Schäden verursacht.

  Raketeneinschläge im Süden Israels seit Juni 2013

Sprengsatz im südlichen Gazastreifen explodiert
  • Am 28. Juni 2014 explodierte ein Sprengsatz in der Nähe des Sicherheitszauns im südlichen Gazastreifen, unweit einer IDF Einheit, die dort ihre Routinetätigkeit ausführte. Der Sprengsatz explodierte auf der Gaza-Seite des Zauns. Es gab keine Verletzten. Ein Fahrzeug der IDF wurde leicht beschädigt. Als Reaktion auf den Sprengsatz feuerten IDF Panzer zurück (ynet Nachrichtenagentur, 28. Juni 2014).
  • Palästinensische Medien berichteten, dass sechs Bewohner von Khan Yunis durch den Beschuss der IDF verletzt wurden (Ma'an und Filastin al-'An, 27. Juni 2014).
Die Reaktion der IDF auf den Raketenbeschuss
  • Als Reaktion auf die Raketenangriffe haben IDF-Truppen, vor allem mit unbemannten Luftfahrzeugen, zahlreiche Angriffe gegen terroristische Ziele und Zellen unternommen, die Raketenabschüsse auf Israel vorbereiteten. Hier einige Angaben:
Tätigkeiten zur Vereitelung von Raketenabschüssen
  • In den Mittagsstunden des 27. Juni 2014 schossen Luftfahrzeuge der IDF auf zwei Terroristen, die mit einem Wagen im Shati Flüchtlingslager (im nördlichen Gazastreifen) unterwegs waren. Es handelt sich dabei um Aktivisten des Volkswiderstandskomitees, das in letzter Zeit am Raketenbeschuss auf Israel beteiligt war. Palästinensischen Medienberichten zufolge, handelt es sich bei den Getöteten umOsama Hassan Musa al-Hasomi, 29, aus Beit Lahiya, und Muhammad al-Fatzih, 24, aus Sheikh Radwan (Ma'an, Filastin al-'An, 27. Juni 2014). Der militärische Flügel des Volkswiderstandskomitees dementierte, dass die beiden Mitglieder der Organisation waren und behauptete, dass siesalafistisch-dschihadisten Bewegungen angehörten (Azza al-'An, 27. Juni 2014).

Links: Muhammad al-Fatzih und Osama al-Hasomi, die beiden Getöteten in einer Raketenwerkstatt in Gaza (Majid Nachrichtenagentur, 28. Juni 2014) Rechts: Das Fahrzeug der beiden nach dem Angriff der IDF (Wafa Nachrichtenagentur, 27. Juni 2014)
Links: Muhammad al-Fatzih und Osama al-Hasomi, die beiden Getöteten in einer Raketenwerkstatt in Gaza (Majid Nachrichtenagentur, 28. Juni 2014) Rechts: Das Fahrzeug der beiden nach dem Angriff der IDF (Wafa Nachrichtenagentur, 27. Juni 2014)

  • Am 29. Juni 2014griff ein Luftfahrzeug der IDF eine Zelle an, die mit den letzten Vorbereitungen zum Abfeuern von Raketen auf Israel beschäftigt war (IDF Sprecher, 29. Juni 2014). Palästinensische Medien berichteten über den Tod eines Mitglieds des Militärflügels der Hamas und über drei Personen, die bei einem Angriff westlich von Khan Yunis verwundet wurden (Safa, Pal.Today, 29. Juni 2014). Der militärische Flügel der Hamas veröffentliche eine Anzeige anlässlich des Tods eines Aktivisten Namens Muhammad Zaid Abid, 27, ein Bewohner von Dair al-Balah. Laut Anzeige gehörte Abid der Dair al-Balah Kompanie des Militärflügels der Hamas an (Facebook-Seite von GAZA ALAN, 30. Juni 2014).
Angriff auf terroristische Ziele im Gazastreifen durch die israelische Luftwaffe
  • Als Reaktion auf den Raketenbeschuss auf den Süden Israels haben Luftfahrzeuge der IDF über sechzig terroristische Ziele im Gazastreifen angegriffen (IDF Sprecher, im Juni 2014):
  • Am 30. Juni 2014, griff die israelische Luftwaffe in den frühen Morgenstunden nach der Entdeckung der Leichen der drei Jugendlichen 34 terroristische Ziele im Gazastreifen an. Einige von ihnen gehörten dem Militärflügel der Hamas an. Palästinensische Medien berichteten über Angriffe auf Posten des Militärflügels der Hamas, des Volkswiderstandskomitees und des islamischen Dschihad in Palästina. Demzufolge fanden die Angriffe im südlichen und nördlichen Gazastreifen statt. Ebenso wurde berichtet, dass vier palästinensische Zivilisten verwundet wurden (Website der al-Resalah.net, 1. Juli 2014).
  • Am 29. Juni 2014griffen Luftfahrzeuge der IDF einige terroristische Ziele im Gazastreifen an, darunter auch Waffenproduktionsstätten (Nord- und Mittelgazastreifen), unterirdische Raketenwerfer(südlicher Gazastreifen) und einige andere terroristische Ziele.
  • In der Nacht vom 28. zum 29. Juni 2014griffen Luftfahrzeuge der IDF eine Waffenproduktionsstätte im nördlichen Gazasteifen und ein weiteres Ziel im südlichen Gazastreifen an, das terroristischen Zwecken diente.Zuvor haben die Luftfahrzeuge der IDF drei unterirdische Raketenwerfer im zentralen Gazastreifen angegriffen (IDF Sprecher, 29. Juni 2014). Palästinensische Medien berichteten über Schäden an einem Posten des Militärflügels der Hamas westlich von Khan Yunis, an einem Betonwerk, das als Posten in Rafah verwendet wurde und an einem Posten in der Nähe des Kraftwerks von Nusseirat. Einige Bewohner wurden leicht verletzt (Safa, Ma'an und al-Risala.net Nachrichtenagenturen, 29. Juni 2014).
  • Am 28. Juni 2014griffen Luftfahrzeuge der IDF drei terroristische Ziele und eine Waffenproduktionsstätte an (IDF Sprecher, 28. Juni 2014).
  • In der Nacht des 27. Juni 2014griffen Luftfahrzeuge der IDF zwei terroristische Ziele an. Das Ziel im zentralen Gazastreifen diente als Waffenproduktionsstätte und das Ziel im südlichen Gazastreifen diente als Waffenlager. Palästinensische Medien berichteten über eine Reihe von Angriffen: Ein Angriff erfolgte auf einen Posten der Izz ad-Din al-QassamBrigaden im südlichen Gazastreifen und ein weiterer auf einen Posten der Marinepolizei im zentralen Gazastreifen. Es wurde über drei Verletzte berichtet (Pal.Today, Safa, 28. Juni 2014).
  • Am 25. Juni 2014griffen Luftfahrzeuge der IDF fünf unterirdische Raketenwerfer im nördlichen Gazastreifen, ein Terrornest im zentralen Gazastreifen und eine Waffenproduktionsstätte im südlichen Gazastreifen an (IDF Sprecher, 25. Juni 2014).
  • Am 24. Juni 2014 griffen Luftfahrzeuge der IDF mehrere terroristische Ziele an. Palästinensische Medien berichteten über Angriffe auf einen Posten des Militärflügels des islamischen Dschihad in Palästina, auf einen Posten des Militärflügels der Hamas und auf einen weiteren Posten der Marinepolizei im Flüchtlingslager von Nuseirat. Es wurde auch über die Verwundung von zwei Aktivisten der Marinepolizei berichtet (Filastin al-'An, al-Risala.net, Ma'an, 24. Juni 2014).
In Israel
  • Das israelische Sicherheitskabinett traf sich in den Abendstunden des 30. Juni 2014 zu einer Sondersitzung, um Gegenmaßnahmen zu diskutieren. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte zu Beginn der Sitzung, dass die drei Jugendlichen entführt und kaltblütig von "menschlichen Tieren" ermordet wurden. Er fügte hinzu, dass "die Hamas dafür verantwortlich ist und dafür zahlen wird" (Website des Premierministers, 30. Juni 2014).
  • Israelische Medien berichteten von einer Sitzung zur Situationserörterung in der Zentralkommandatur der IDF. Aus Angst vor Auseinandersetzungen und Störungen, die wegen der Fahndung nach den Entführern entstehen könnten, wurde beschlossen, in den kommenden Tagen einen großen Teil der Militäreinheiten vor Ort zu belassen,. Es wurde ebenfalls beschlossen, die Gegend um Hebron für Palästinenser zu schließen und die Häuser der Terroristen zu zerstören.
In der palästinensischen Autonomiebehörde
  • Nabil Abu Rudeineh, Sprecher des Präsidenten, sagte dass Mahmoud Abbas, Vorsitzender der PA, zu einer Dringlichkeitssitzung der palästinensischen Führung aufgerufen hat, um die neuesten Entwicklungen und politischen Auswirkungen der jüngsten Ereignisse zu diskutieren. Das Treffen wurde für den Abend des 1. Juli 2014 anberaumt (Wafa Nachrichtenagentur, 30. Juni 2014). Bisher gab es keine offizielle Erklärung von Mahmoud Abbas zur Entdeckung der Leichen der drei Jugendlichen.
Bei der Hamas
  • Hochrangige Beamte der Hamas, die seit der Entführung darauf achten, keine Verantwortung für die Entführung zu übernehmen, behaupten weiterhin, dass das Ereignis "eine israelische Erfindung" und dass die Hamas auf jede israelische Reaktion vorbereitet ist:
  • Ismail Hanija,der ehemalige Chef der Hamas-Regierung, sagte, dass der israelische Ministerpräsident der Hamas die Schuld für die Entführung und der Tötung der Geiseln in Hebron anlaste und ihr drohte, den Preis dafür zu zahlen. Seinen Worten zufolge, beängstigen diese Drohungen die Hamas nicht und sie wird jeden Versuch Israels bekämpfen, den Palästinensern Schaden zu zufügen (Anatolia Nachrichtenagentur, 30. Juni 2014).
  • Sami Abu Zuhri, Sprecher der Hamas, sagte, dass die "Entführungs- und Tötungsgeschichte" der drei Jugendlichen nur auf Behauptungen Israels basiere und dass Israel Vorteile aus dieser "Geschichte" nutzen will, um Aggressionsakte gegen das palästinensische Volk auszuführen.Er sagte, keine Organisation habe bisher die Verantwortung für die Entführung übernommen.Gleichzeitig betonte Abu Zuhri, dass die Drohungen Israels das palästinensische Volk nicht einschüchtern und seine Fähigkeit zur Landesverteidigung nicht mindern würden.Er fügte hinzu, dass die Hamas kein Interesse an einem Konflikt mit Israel hat. Da der Hamas dieser Konflikt aber aufgezwungen wurde, muss Israel bereit sein, einen höheren Preis als zuvor zu zahlen (al-Jazeera TV, 30. Juni 2014). Auf seiner Facebook-Seite schob Abu Zuhri Netanjahu die Verantwortung für die Eskalation zu: "Falls er (Netanjahu) einen Krieg gegen den Gazastreifen erklärt, werden sich die Tore der Hölleüber ihn öffnen" (Facebook-Seitevon Sami Abu Zuhri, 30. Juni 2014).
  • Husam Badran,ein weiterer Hamas-Sprecher, sagte, dass es ein großer Erfolg und eine enorme Leistung des "Widerstands" in Judäa und Samaria sei, falls die "Geschichte" der Entführung und Ermordung der Israelis wirklich war ist .Er sagte, die "Geschichte" deutet auf eine politische und militärische Spannung innerhalb Israels hin.Er betonte, die Hamas würde die israelischen Drohungen ernst nehmen, dennoch können diese den "Widerstand" der Palästinenser nicht aufhalten (al-Aqsa TV, 30. Juni 2014).
Erste internationale Reaktionen
Die UN
  • Der Sprecher des UN-GeneralsekretärsBan Ki-moon veröffentlichte wenige Stunden nach Bekanntgabe der Nachrichten eine Erklärung, in der er den Mord verurteilte. Laut der Erklärung gibt es keine Rechtfertigung dafür, eine vorsätzliche Tötung von Zivilisten vorzunehmen. In der Erklärung wurde auch die Hoffnung geäußert, dass Israel und die Palästinenser zusammen arbeiten werden, um die Mörder vor Gericht zu bringen (UN-Website, 30. Juni 2014).
Die EU
  • In einer offiziellen Erklärung von Catherine Ashton, Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, heißt es, die EU-Mitgliederstaaten verurteilen die Ermordung der Jugendlichen mit Nachdruck und übermitteln den Familien und Freunden der Jugendlichen ihr Beileid. Ashton ist sich sicher, so die Erklärung, dass die Verantwortlichen für diese "barbarische Tat" bald vor Gericht gestellt werden. Zudem fordert sie beide Seiten auf, Zurückhaltung zu üben, um nicht zu einer Eskalation der Situation zu beizutragen (Website der EU, 30. Juni 2014).
Die USA
  • In einer Erklärung des US-Präsidenten Barack Obama verurteilte er den Mord zutiefst, zumal einer der Jugendlichen die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, und sprach den Familien sein Beileid aus. Seinen Worten zufolge verurteilen die USA den Akt des Terrorismus gegen unschuldige Jugendliche auf das Schärfste. Er betonte, er habe Israel und der PA von Anfang an die volle Unterstützung bei der Suche nach den Tätern angeboten, um diese vor Gericht zu bringen. Obama forderte Israel und die Palästinenser auf, ihre Zusammenarbeit fortzusetzen und Schritte zu vermeiden, die zu einer Eskalation führen könnten (Website des Weißen Hauses, 30. Juni 2014).
  • Außenminister John Kerryveröffentlichte eine ähnliche Erklärung. Er sagte, alle hätten sich ein anderes Ende des Ereignisses erhofft. Die Sprecherin des US-Außenministeriums sagte, die USA pflegten weiterhin den engen Kontakt mit Israel und den Palästinensern und forderten diese auf, Zurückhaltung zu üben und die Sicherheitskoordinierung trotz der Tragödie und der schrecklichen Schmerzen weiterzuführen (Website des US-Department of State, 30. Juni 2014).
Das Vereinigte Königreich
  • Premierminister David Cameronbedauerte in einer Erklärung die Entdeckung der Leichen der drei Jugendlichen. In seiner Erklärung heißt es, es sei ein unerklärlicher Akt des Terrorismus, der gegen junge Menschen gerichtet wurde. Laut Mitteilung wird Großbritannien Israel bei der Suche nach den Schuldigen unterstützen, damit diese vor Gericht gebracht werden können (Website des britischen Premierministers, 30. Juni 2014).

[1]  Stand: 1. Juli 2014. Diese Statistiken enthalten keine abgefeuerten Mörsergranaten und Raketenabstürze innerhalb des Gazastreifens.
[2]  Diese Zahlen beinhalten nicht den Beschuss mit Mörsergranaten.