Die dem Globalen Jihad angeschlossenen Abdullah Azzam Brigaden übernahmen die Verantwortung für den am 22. August erfolgten Raketenbschuss aus den Südlibanon auf das westliche Galiläa.

Twitter Meldung des libanesischen Salafistenscheichs Siraj al-Din Zariqat, ein führendes Mitglied in den Abdullah Azzam Brigaden im Libanon.

Twitter Meldung des libanesischen Salafistenscheichs Siraj al-Din Zariqat, ein führendes Mitglied in den Abdullah Azzam Brigaden im Libanon.

Raketeneinschläge im westlichen Negev  (Fotos: Shai Vaknin, Tazpit Nachrichtenagentur, 22. August 2013)

Raketeneinschläge im westlichen Negev (Fotos: Shai Vaknin, Tazpit Nachrichtenagentur, 22. August 2013)

Raketeneinschläge im westlichen Negev  (Fotos: Shai Vaknin, Tazpit Nachrichtenagentur, 22. August 2013)

Raketeneinschläge im westlichen Negev (Fotos: Shai Vaknin, Tazpit Nachrichtenagentur, 22. August 2013)

Das Logo des Abdullah Azzam Brigaden

Das Logo des Abdullah Azzam Brigaden


Übersicht

1.   Am22.August 2013 wurden zwei Salven von jeweils zwei Raketen auf das westliche Galiläa abgeschossen. Zwei schlugen in israelischen Bevölkerungszentren ein, eine auf freiem Feld und eine wurde durch das Raketenabwehrsystem „Eiserner Dom“ abgefangen. Es gab keine Verletzten, es entstand jedoch erheblicher Sachschaden. Es handelte sich um den ersten Raketenbeschuss aus dem Südlibanon in den letzten zwei Jahren. Die Verantwortung für die Angriffe ordnete Scheich Zariqat den Abdullah Azzam Brigaden zu, einer dem Globalen Jihad angeschlossenen Organisation, die einen Zweig  im Libanon eingerichtet hat.(Siehe Anhang A zur Information über diese Organisation und ihren libanesischen Zweig). Die libanesische Regierung verurteilte den Raketenbeschuss und der libanesische Außenminister behauptete sogar, die Verantwortlichen für diesen Angriff wollten den Libanon in eine Konfrontation mit Israel ziehen. Die Hisbollah veröffentlichte keine offizielle Erklärung.

2.   Seit dem Zweiten Libanonkrieg wurden acht Mal Raketen auf Israel abgefeuert. Die meisten Raketen waren auf Ortschaften im westlichen und östlichen Galiläa ausgerichtet. Unserer Einschätzung nach wurden zumindest einige dieser Raketen von libanesischen Netzwerken abgefeuert, die dem Globalen Jihad nahestehen, u. a. von den Abdullah Azzam Brigaden, einer 2009 gegründeten Organisation. Unserer Einschätzung nach ist das jüngste Raketenfeuer auf den Wunsch der Abdullah Azzam Brigaden zurückzuführen, die Hisbollah zu reizen –  (die Hisbollah hat an der israelisch-libanesischen Grenze Zurückhaltung bewiesen) – , indem sie Israel provozieren.  Man kann davon ausgehen, dass ihre Motivation  durch die militärische Beteiligung der Hisbollah zugunsten des syrischen Regimes im syrischen Bürgerkrieg  in letzter Zeit angestiegen ist. Auch der Sieg in der Kampagne für Al-Qusayr und der Übergriff der Konfrontation zwischen den sunnitischen Jihadisten in Syrien und der shiitischen Hisbollah auf der libanesischen Bühne gelten als Erfolg. 

Raketenfeuer – Die Situation vor Ort (Stand 25. August 2013)                   

3.   Um 16.30 Uhr und um 16. 45 Uhr des 22. August 2013 wurden vier Raketen aus dem Südlibanon auf israelische Bevölkerungszentren im westlichen Galiläa abgefeuert. Aus den Erklärungen derjenigen, die die Verantwortlung für den Beschuss übernahmen geht hervor, dass es sich um Mittelstreckenraketen handelte (40 Km Reichweite). Die libanesischen Medien berichteten, die Raketen seien in zwei getrennten Salven aus einem Orangenhain zwischen den Dörfern Al-Hush und dem Rashidiya Flüchtingslager im Südlibanon abgefeuert worden (Al-Jadeed TV, 22. August 2013).

4.   Zwei Raketen schlugen in israelischen Ortschaften im westlichen Negev ein (siehe Fotos), ein dritte Rakete schlug auf freiem Feld ein, die vierte wurde durch das im Norden Israels aufgebaute  Raketenabwehrsystem „Eiserner Dom“ abgefangen. Es gab keine Verletzten, – vier Zivilisten musste jedoch wegen Schock behandelt werden, sieben Gebäude und drei Fahrzeuge wurden stark beschädigt (Haaretz, 23. August 2013). Eine Rakete schlug im Kibbutz Gesher Haziv ein und beschädigte mehrere Gebäude und Fahrzeuge. Eine weitere Rakete schlug in eine Pension für Holocaust Überlebende in der Ortschaft Shavei Zion ein (Ynet, 23. August 2013). 

Die südlich von Tyre abgefeuerten Raketen auf das westliche Galiläa (Soursawa.com und Yasour.org Webseiten, 22. August 2013)
Die südlich von Tyre abgefeuerten Raketen auf das westliche Galiläa (Soursawa.com und Yasour.org Webseiten, 22. August 2013)

Übernahme der Verantwortung

5.   Der Twitter Account des libanesischen Salafisten-Jihadistenscheichs Siraj al-Din Zariqat berichtete, dass die Ziyad al-Jarrah Battalione der Abdullah Azzam Brigaden für das Raketenfeuer verantwortlich sind (Siehe Anhang A). Dieser Ankündigung nach besitzen die Raketen eine Reichweite von über 40 Kilometern, was bedeutet, dass die Verantwortung der „iranischen Partei“ (sprich Hisbollah) für den „Schutz der Juden“ erschwert werden würde. Das ist darauf zurückzuführen, dass solche Raketen es den Jihad Kämpfern erlauben, Haifa und andere „strategische  Punkte“ des jüdischen Feindes zu erreichen (Twitter Account von Scheich Siraj al-Din, 22. August 2013).

6.   Nach Angaben in den libanesischen Medien ist Siraj al-Din Yariqat eine hochrangige Führungspersönlichkeit in den Abdullah Azzam Brigaden im Libanon(Al-Akhbar, 14. August 2013). Es handelt sich um einen der Prediger, die in den Moscheen von Beirut die Freitagspredigten halten; er gehört der Dar al-Fatwa Einrichtung an (eine sunnisch religiöse Einrichtung unter der Hoheit des Mufti des gesamten Libanons) und unterstützt den Aufstand gegen das syrische Regime. Er war   in der Vergangenheit festgenommen worden, – der libanesische Nachrichtendienst hatte ihn genauestens verfolgt (YouTube, 8. August 2013).

IDF Reaktionen

7.   Als Reaktion auf das Raketenfeuer vom 23. August 2013 flog die israelische Luftwaffe (IAF) einen Angriff auf Terrorziele südlich von Beirut. Die Ziele wurden genau getroffen (IDF Sprecher, 23. August 2013). Das Ziel, im Raum Al-Naameh südlich von Beirut gelegen, ist eine Ausbildungsbasis der Volksfront für die Befreiung Palästinas – General Comman (PFLP-GC), eine syrisch orientierte palästinensische Terror Organisation unter der Leitung von Ahmed Jibril. Laut Meldungen in den libanesischen Medien wurde niemand verletzt und es entstand kein Sachschaden (Al-Nashra Nachrichtenagentur, Libanon, 23. August 2013).

8.   Die Hisbollah verurteilte den IAF Angriff und behauptete, „er zeige die bösen Absichten, die der Feind dem Libanon gegenüber verfolgt“ (Webseite des libanesischen Widerstandes – i.e. Hisbollah, 24. August, 2013).

Reaktionen im Libanon

9.  Bisher hat die Hisbollah keine offizielle Reaktion auf das Raketenfeuer veröffentlicht. Hassam Fadlallah, das Hisbollah Mitglied im libanesischen Parlament behauptete, die Hisbollah besitze keinerlei Verbindung zu oder Informationen über das Raketenfeuer aus dem Südlibanon auf den Norden Israels. Erfügtejedoch hinzu, die Hisbollah verurteile keine Handlung, die gegen den israelischen Feind gerichtet ist (Al-Ahed, 22. August 2013).

10.    Die libanesische Regierung verurteilte das Raketenfeuer und behauptete, diese Aktion ziele darauf ab, den Libanon in eine Konfrontation mit Israel zu verwickeln:

A.  Der libanesische Staatspräsident Michel Suleiman verurteilte das Raketenfeuer und verlangte die Aufdeckung der Verantwortlichen. Er erklärte, es handle sich um einen Verstoß gegen Sicherheitsratsresolution 1701 und verstoße gegen die Souveränität des Libanon (Al-Nushra Nachrichtenagentur, Libanon, 22. August 2013).

B.  Der libanesische Außenminister Adnan Mansour beschuldigte die für den Raketenabschuss verantwortlichen Terroristen der Absicht, den Libanon in eine Konfrontation mit Israel verwickeln zu wollen (Al-Nashra Nachrichtenagentur, Libanon, 22. August 2013).

C.  Der zukünfitge libanesische Ministerpräsident Tammam Salam verurteilte das Raketenfeuer und bezeichnete es als „fragwürdig“ August 2013). . Er erklärte, der Beschuss könne dem Libanon schaden und eine Entwicklung hervorrufen, die zu einer israelischen Aggression führen kann (Al-Nashra Nachrichtenagentur, Libanon, 22.

11.   Die UNIFIL Kräfte im Libanon veröffentlichten eine Verurteilung des Raketenangriffs. Der Kommandeur der UNIFIL Truppe, Generalmajor Paolo Serra, erklärte, der Angriff bringe die Zivilbevölkerung in Gefahr. Er erklärte weiter, dieser Angriff bestätige, dass gewisse Menschen die Ruhe in der Region stören wollen und den Erfolg der libanesischen Armee und UNIFIL, in den letzten Jahren die Ruhe aufrechtzuerhalten, zunichte machen wollen. Er fügte hinzu, die UNIFIL verurteile den Angriff auf das Schärfste (Mivzaklive Webseite, 23. August 2013).