Update: der Terror und der israelisch-palästinensische Konflikt (3.-9. April 2013)

Überreste einer Rakete nach dem Einschlag im Kreis Shaar HaNegev

Überreste einer Rakete nach dem Einschlag im Kreis Shaar HaNegev

Nach dem Tod der palästinensischen Terroristen Abu Hamdia setzen Palästinenser in Hebron Reifen in Brand und bewerfen die israelischen Sicherheitskräfte mit Steinen

Nach dem Tod der palästinensischen Terroristen Abu Hamdia setzen Palästinenser in Hebron Reifen in Brand und bewerfen die israelischen Sicherheitskräfte mit Steinen

Die für Abu Hamdia im Gazastreifen abgehaltene Beerdigung *Filastin al-'Aan, 3. April 2013).

Die für Abu Hamdia im Gazastreifen abgehaltene Beerdigung *Filastin al-'Aan, 3. April 2013).

Außerordentliche Sitzung des Revolutionären Rates der Fatah

Außerordentliche Sitzung des Revolutionären Rates der Fatah

Mahmoud Abbas im Gespräch mit John Kerry in Ramallah

Mahmoud Abbas im Gespräch mit John Kerry in Ramallah

  • In der vergangenen Woche wurden dreimal mehrere Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Staatsgebiet abgefeuert. Diese Angriffe bilden Teil der ansteigenden Raketenfeuerangriffe aus dem Gazastreifen, die unserer Einschätzung nach von abtrünnigen  Terror Netzwerken durchgeführt, vor allem von Netzwerken, die dem Globalen Jihad angeschlossen sind. Die Hamas versucht, ihre seit dem Ende der Operation "Säule der Verteidigung" gewählte, zurückhaltende Politik weiterzuführen.
  • Die Gewaltausbrüche in Judäa und Samarien dauern an und äussern sich im sogenannten "Volkswiderstand". Zwei palästinensische Jügendliche wurden getötet, als sie versuchtenm, einen IDF Posten in der Nähe von Tulkarm anzugreifen. Mahmoud Abbas beschuldigte israel des Versuchs, Anarchie hervorzurufen, damit die Sicherheitslage in Judäa und Samarien sich zuspitzt.
  • Der amerikansiche Außenminister John Kerry führte Gespräche mit Mahmoud Abbas, in einem Versuch, den Friedensprozess wieder anzukurbeln. Die palästinensischen Medien berichteten, Mahmoud Abbas habe erneut einen israelischen Baustop in Judäa und Samarien und die Freilassung der palästinensischen Terroristen aus israelischen Gefängnissen verlangt, als Vorbedingungen für die Wiederaufnahme von Verhandlungen.
Raketenfeuer auf Israel
  • In der vergangenen Woche schlugen mindestens drei Raketen und mehrere Mörsergranaten bei drei verschiedenen Angriffen auf israelischem Gebiet ein. Es gab keine Verletzten und es entstand kein Sachschaden. Es handelte sich dabei um folgende Angriffe:
  • Am 2. April 2013wuren mehrere Mörsergranaten aus dem Gazastreifen auf dem westlichen Negev abgefeuert. Eine Granate schlug auf freiem Feld zwischen zwei israelischen Dörfern ein. Die Überreste der anderen Granaten wurden auf freiem Feld innerhalb des Gazastreifens aufgefunden (IDF Sprecher, 3. April 2013). Es gab keine Verletzten, es entstand kein Sachschaden. Es handelte sich dabei um den ersten Beschuss durch Mörsergranaten seit Ende der Operation "Säule der Verteidigung" (21. November 2012). "Der Shura Rat der Jihad Kämpfer im Großraum Jerusalem" , ein dem Globalen Jihad angeschlossenes Netzwerk übernahm die Verantwortung für den Mörsergranatenbeshuss. Laut Ankündigung des Rates soll dieser Angriff die Reaktion auf den Tod des palästinensischen Häftlings Maysara Abu Hamdia darstellen.
  • In den Morgenstunden des3. April 2013, zur Zeit als die Kinderin die Schulen und Kindergärten unterwegs waren, wurden aus dem Gazastreifen mehrere Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Zwei Raketen schlugen auf freiem Feld ein (Facebookseite der israelischen Polizei). Es gab weder Verletzte noch Sachschaden.
  • Am Abend des 7. April 2013, während der jährlichen Feierstunden für die Opfer des Holocausts, wurden Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Sie schlugen im westlichen Negev auf freiem Feld ein. Es gab keine Verletzten, es wurde kein Sachschaden gemeldet.
  • Am 2. April 2013 wurdenin einem Kindergarten in der südisraelischen Stadt Sderot die Überreste einer Rakete vorgefunden. Die Rakete hatten das Dach und die Decke des Kindergarten durchbrochen und war im Hauptspielraum des Kindergartensexplodiert. Unserer Einschätzung nach handelte es sich dabei um eine der Raketen, die am 21. März 2013 abgefeuert worden waren. Die Überreste der Rakete wurden erst viel später entdeckt, weil die Kinder zur Zeit des Angriffs wegen der Osterferien nicht im Kindergarten waren und der Kindergarten geschlossen war – wodurch eine Katastrophe vermieden wurde.
Israelische Reaktion
  • Als Reaktion auf das Mörsergranatenfeuer flog die israelische Luftwaffe zum ersten Mal seit Ende der Opertion "Säule der Verteidigung" Angriffe auf zwei Terrorziele im nördlichen Gazastreifen (IDF Sprecher, 3. April 2013). Nach Meldungen in palästinensischen Medien wurden bei den Angriffen niemand verletzt (Ma'an Nachrichtenagentur und Filastin Al-A'an, 3. April 2013). Am 7. April 2013, nach dem Raketenangriff, wurde der Kerem Shalom Grenzübergang für Warentransporte in den Gazastreifen geschlossen, die Arbeit des Erez Grenzübergangs wurde eingeschränkt (Webseite des Koordinators für Regierungsaktivitäten in den Gebieten, 8. april 2013).

Versuchter Angriff auf einen IDF Posten – zwei Palästinenser getötet
  • Am 4. April 2013 näherten sich vier Palästinenser einem IDF Posten in der Nähe von Tulkarm und warfen drei Brandsätze auf die dort stationierten Soldaten. IDF Truppen verfolgten die Angreifer und eröffneten das Feuer. Zwei siebzehn- und achtzehnjährige Palästinenser aus dem Dorf Anabta wurden getötet, ein anderer Angreifer wurde leicht verletzt (IDF Sprecher, 7. April 2013).
  • Aus gutplazierten israelischen Quellen wurde berichtet, die ersten Untersuchungsergebnisse wiesen daraufhin, dass mehrere Palästinenser den Angriff geplant hatten und mit einsatzbereiten Molotowcocktails auf den IDF Posten zugegangen seien. Jeder Versuch, sie festzunehmen oder zu verfolgen hätte das Leben der Soldaten gefährdet, sie mussten daher das Feuer eröffnen (IDF Sprecher, 7. Apriel 2013).
  • Der Tod der beiden Palästinenser wurde von der Palästinensischen Autonomiebehörde verurteilt. Mahmoud Abbas beschuldigte Israel des Versuchs, eine Anarchie auslösen zu wollen und die Sicherheit in der Palästinensischen Autonomiebehörde zu untergraben. Er erklärte, die beiden Palästinenser hätten an einer "nicht-gewalttätigen Demonstration" teilgenommen. Bei einer Sitzung des Revolutionären Rates der Fatah erklärte Mahmoud Abbas, es sei unzulässig, dass eine gewaltlose Demonstration mit zwei Toten endet. Der palästinensiche Ministerpräsident Samal Fayyad verurteilte die IDF für die Schüsse auf "friedliche Demonstranten" und rief die internationale Völkergemeinschaft dazu auf, das Vorgehen Israels, mit scharfer Munition auf Palästinenser zu schießen, zu verurteilen und aktiv einzugreifen (Wafa Nachrichtenagentur, 4. April 2013).


Links: Todesmeldung von Aamer Nassar, veröffentlichung der Fatah Abteilung für Rekrutierung und Organisation. Der Ankündigung nach wurde Aamer Nassar während des Zusammenstoßes mit der israelischen Armee getötet. Rechts: Maskierte Fatah Mitglieder feuern bei der Beerdigung der beiden Terroristen in Anabta in die Luft (Fatah Faceboodseite, 3. April 2013).

Terrorzelle festgenommen – sie hatte auf dem Tempelberg Brandsätze geworfen
  • Im März 2013 deckten die israelischen Sicherheitskräfte eine fünf-köpfige Hamas Terrorzelle auf. Alle Zellenmitglieder kommen aus dem Shuafat Flüchlingslager. Sie waren die Anstifter der Gewaltausbrüche auf dem Tempelberg, am Ende des Freitagsgebets am 8. März 2013. Dise Ausschreitungen waren besonders gewaltsam, u. a. wurden die israelischen Sicherheitskräfte mit Steinen und Molotowocktails beworfen. Neun israelische Polizisten wurden dabei verletzt (IDF Sprecher, 7. April 2013).
  • Während ihrer Vernehmung räumten die Terroristen ein, dass sie ursprünglich geplant hatten, aus den Gebetsräumen innerhalb der Al-Aqsa Moschee Molotowcocktails auf die Polizisten auf dem Tempelberg zu werfen. Sie hatten einen kleinen Jungen dazu benutzt, die Brandsätze auf den Tempelberg zu bringen, da sie davon ausgingen, dass ein kleiner Junge von den israelischen Sicherheitskräften nicht auf Waffen untersucht werden würde. Gegen diese Terroristen wurde Anklage erhoben (IDF Sprecher, 7. April 2013). 
Maysara Abu Hamdia, der Terrorist, der in einem israelischen Gefängnis an Krebs gestorben war
  • Am 2. April 2013 verstarb der krebskranke Maysara Abu Hamdia im Soroka Krankenhaus in Beersheba . Die Todesursache war eine Komplikation seines Rachenkrebses. Maysara Abu Hamdia war ein Terrorist, der einen Aktivisten angeworben hatte, um 2002 einen Selbstmordanschlag in einem Jerusalemer Cafe zu planen und auszuführen. Er wurde des versuchten Mordes für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach seinem Tod kam es in mehreren israelischen Gefängnissen zu Unruhen. An mehreren Orten in Judäa und Samarien fanden gewalttätige Zusammenstöße zwischen Randalierern und israelischen Sicherheitskräften statt.
  • Am 3. April 2013 wurde Abu Hamdia mit vollen mitärischen Ehren in Hebron beerdigt. Die Palästinensiche Autonomiebehörde organisierte die Beerdigung. Er wurde als Shaheed dargestellt und ihm wurde der Rang eines Generals zuerkannt. Tausende nahmen an der Beerdigung teil – maskierte, bewaffnete Palästinenser feuerten in die Luft und riefen zur Rache an Israel auf. Nach der Beerdigung brachen in Hebron zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften Zusammenstöße aus, die sich auf andere Brennpunkte ausdehnten. Die Randalierer setzten Reifen in Brand, warfen Steine. Ein Zeitungsfotograf wurde am Bein getroffen und schwer verletzt. Im Raum Ramallah wurden ein israelischer Polizist und eine israelische Bewohnerin von Hebron leicht durch Steine verletzt.
  • Das Innenministerium der de-facto Hamas Regierung veranstaltete im Gazastreifen eine symbolische Beerdigung für Abu Hamdia. Der Interne Sicherheitsdienst der Hamas trug einen "Sarg" (Webseite des Innenministeriums der de-facto Hamas Regierung, 4. April 2013). An der "Beerdigung" nahm Abu Obeida al-Jarrah teil, Kommandeur der Internen Sicherheitsdienste der de-facto Hamas Regierung (Filastin Al-'Aan, 4. April 2013). Die Hamas stellte im Saraya Stadtteil von Gaza City einTrauerzelt auf (Shihab Webseite, 2. April 2013).
Reaktionen der palästinensischen Presse
  • Der Tod des Terroristen in einem israelischen Gefängnis löste bei der Fatah und der Hamas eine Welle von Anschuldigungen gegen Israel aus und setzte das Thema der palästinensischen Häftlinge wieder auf die palästinensische Tagesordnung:
  • Bei einer außerordentlichen Sitzung des Revolutionären Ausschuss der Fatah erklärte Mahmoud Abbas, das Thema der Häftlinge stelle gegenwärtig die höchste Priorität des palästinensischen Volkes dar (Wafa Nachrichtenagentur, 3. April 2013).
  • Issa Qaraqa, PA Minsiter für Häftlingsangelegenheiten erklärte, die Palästinenser hätten das Recht, sich an den Internationalen Strafgerichtshof zu wenden, um über die Art und Weise zu klagen, in der die israelischen Haftanstalten mit Sicherheitshäftlingen umgehen. Er erklärte, sein Ministerium habe dem Amt von Mahmoud Abbas ein Schreiben zukommen lassen, mit der Bitte, Israel vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag anzuklagen (Wafa Nachrichtenangetur, 4. April 2013). Er erklärte weiter, die Autopsie von Abu Hamdia habe gezeigt, dass er über Jahre hinweg keine entsprechende medizinische Versorgung genossen hätte (Ma'an Nachrichtenangentur, 4. April 2013).
  • Khaled Mashaal, der Vorsitzende des Hamas Politbüros erklärte, der Tod Hamdias beweise die Grausamkeit Israels, für seine unmoralische Haltung und fehlende Menschlichkeit (Al-Aqsa TV, 4. April 2013). Musheir al-Masri, Hamas Mitglied im Palästinensichen Legislativrat rief das palästinensische Volk dazu auf, seinen Tod zu rächen. Er erklärte, den Möglichkeiten seien keine Grenzen gesetzt, insbesondere bestehe die Möglichkeit, israelische Soldaten zu entführen (Alresala.net Webseite, 2. April 2013).
  • Atallah Abu al-Sabah, Minister für Häftlingsangelegenheiten in der de-facto Hamas Regierung rief zu einer dritten Intifada gegen Israel auf und fügte hinzu, nach dem Tod von Abu Hamdia sei die Zeit abgelaufen, in der Israel Ruhe und Sicherheit genießt. (Safa Nachrichtenagentur, 2. April 2013)
  • In der Medienkampagne nach dem Tod von Mazsara Abu Hamdia erschienen im Internet und auf den sozialen Netzwerken Bilder und Einträge, die ihn als Shaheeden beschrieben, der sein Leben für das übergeordnete Ziel gespendet habe. Auf einem Bild erscheint er in Handschellen auf dem Krankenhausbett. Der Bildtext lautete: "Der Häftlingskommandeur Shahee Maysara Abu Hamdia", darunter ein Bild von Abu Hamdia. Eine genauere Betrachtung des Bildes zeigt, dass der Patient auf dem Bild nit Abu Hamdia ist, sondern ein verwundeter Syrer in einem Krankenhaus in Jordanien, das am 8. Dezember 2012 zum ersten Mal im Internet auftauchte.


Links: Das Originalfoto des verwundeten Syrers in einem jordanischen Krankenhaus (Arabische Facebookseite des IDF Sprechers, 4. April 2013). Rechts: Das Foto von Abu Hamdia "in Handschellen" an sein Bett gekettet (Arabi al-Waha Forum, 2. April 2013).

Kampf um die Zugehörigkeit von Mysara Abu Hamdia
  • Seit dem Tod von Maysara Abu Hamdia streiten sich Hamas und Fatah um seine Zugehörigkeit; jede Seite möchte beweisen, dass er ihrer Organisation angehörte. Auf den Hamas Webseiten erschienen Fotos und Informationen, die ihn als Hamas Mitglied darstellten. Eine offizielle Ankündigung wurde von den Izz al-Din al-Qassam Brigaden veröffentlicht, in der es hieß, Abu Hamdia sei Mitglied gewesen und habe an einer Reihe der von den Izz al-Din al-Qasam Brigaden durchgeführten Anschlägen auf Israel teilgenommen (Safa nachrichtenagentur, 2. April 2013). Sein Name erschien ach auf ihrer List von Shaheeden (Izz al-Din al-Qassam Brigaden Webseite und Ajnad Facebook Seite, 2. April 2013). Die Fatah veröffentlichte auch Meldungen, nach denen Abu Hamdia der Fatah angehört haben soll.


Links: Die Fatah Ankündigung über den Todes von Maysara Abu Hamdia (Fatah al-Youm , 2. April 2013). Rechts: Die Hamas Ankündigung zum Tod von Maysara Abu Hamdia (Ajnad Facebookseite, 2. April 2013). 

Spannungen zwischen Ägypten und der Hamas
  • Die Spannungen und die gegenseitigen Anschuldigungen zwischen Ägypten und der Hamas dauern an. Nach Angaben aus palästinensischen Quellen haben die ägyptischen Sicherheitskräfte neuen Verfahrensregeln eingeführt, um Bewohner des Gazastreifens auszuweisen, die ohne Visum auf dem Kairoes Flughafen landen. Die Palästinenser behaupten, den neuen Vorschriften nach müsse jeder Palästinenser von einem ägyptischen Sicherheitsbeamten begleitet werden, bis er über den Rafach Grenzübergang in den Gazastreifen einreist (PalPress Webseite, 7. April 2013). Zu den ägyptischen Maßnahmen, die Schmugglertunnels zu zerstören erklärte Alaa' al-Rafati, Wirtschaftminister in der de-facto Hamas Regierung, die Zerstörung der Tunnels habe bisher nur einen geringen Einfluss auf die Wirtschaft des Gazastreifens gehabt (nur 20% des gesamten Schmuggelvolumens) und es gäbe im Gazastreifen keine Versorgungsengpässe (Sama Nachrichtenagentur, 7. April 2013).
Die Hamas Aktivitäten gegen das salafistisch-jihadistische Netzwerk im Gazastreifen dauern an
  • Die Sicherheitsdienste der de-facto Hamas Regierung verlängern die Haft der salafistisch-jihadistischen Aktivisten im Gazastreifen. Nach Angaben aus Quellen des salafitstisch-jihadistischen Netzwerks, wurden in der vergangenen Woche zwei Aktivisten festgenommen, weil Raketen auf israelisches Staatsgebiet abgefeuert worden waren. Nach Angaben von Abu Abdallah al-Maqdasi, einem hochrangigen Mitglied einer der Netzwerke, befinden sich gegenwärtig 47 salafistisch-jihadistische Aktivisten in Hamas Haftanstalten (PalPress Webseite, 9. April 2013).
  • Ein Internetforum der Globalen Jihad Netzwerke namens "Ibn Taymiyyah Informationszentrum" veröffentlichte eine Presseerklärung, mit der Information, die im Gazastriefen einsitzenden Salafisten hätten aus Protest gegen ihre Infaftierung einen Hungerstreik begonnen. "Der Shura Rat der Mujahideen aus dem Großraum Jerusalem" verlangte, dass die Hamas sich sofort dafür einsetze, die salafisitschen Aktivisten freizulassen, bevor Israel die Gefängnisse angreift, in denen die von Israel gesuchten Häftlinge festgehalten werden (PalPress Webseite, 4. April 2013).
  • Ein Sprecher der de-facto Hamas Regierung leugnete, dass die auf israelisches Staatsgebiet abgefeuerten Raketen zu ihrer Festnahme geführt habe. Die Hamas Regierung selbst gehöre zum "Widerstand" (sprich: antiisraelische Terrorkampagne) und die Hamas halte nienmanden fest, der an diesem "Widerstand" teilnimmt. Der Sprecher fügte hinzu, die Hamas unterstütze solche Aktivitäten. Dennoch zielten die Aktivitäten der Sicherheitsdienste darauf ab, die allgemeine Sicherheit zu wahren und eine gemeinsame Reaktion auf jegliche Art von Aggression vorzubereiten (Agence France Presse, 4. April 2013).
Hamas Positionen, wie sie aus den Interview hochrangiger Vertreter hervorgehen
  • Ghazi Hamad, stellvertretender Außenminister der Hamas Regierung bezog sich in einem Interview mit Shlomi Eldar, Korrespondent für Al-Monitor, auf verschiedene Punkte (4. April 2013):i
  • Der bewaffnete Kampf: Khaled Mashaal gewährt dem "Volkswiderstand" während der internen palästinensischen Versöhnung eine Chance, erklärte er. Seiner Meinung nach jedoch stellt der "bewaffnete Kampf" das "legitime Recht" dar, solange die israelische "Besatzung" andeuert.
  • Gründung eines palästinensischen Staates: Die Hamas gewährt der zwei-Staaten Lösung keine Unterstützung. Die Hamas unterstützt die Gründung eines palästinensischen Staates in den Grenzen von 1967 mit der Hauptstadt Jerusalem und eine Lösung des Problems der palästinensischen Flüchtlinge.
  • Anerkennung Israels: Die Hamas erkennt den Staat Israel nicht an. Zu dieser Frage hat sich die Haltung der Hamas Bewegung nicht verändert.
  • Das Abkommen zur Waffenruhe:Alle (Terror) Organisationen sind bereit, das Waffenruheabkommen auf der Grundlage der nach der Operation "Säule der Verteidigung" in Kairo festgelegten Verständigung aufrecht zu erhalten,Es gibt jedoch auch Stimmen, die gegen das Abkommen verstoßen wollen. Die Hamas erlaubt es keiner Gruppe, gegen die Waffenruhe zu verstoßen. Solange das Abkommen zur Waffenruhe in Kraft bleibt, soll sich ausnahmslos jeder zur Einhaltung dieser Waffenruhe verpflichtet fühlen.
  • Osama Hamdan, Leiter der Büros für auswärtige Angelegenheiten der Hamas bezog sich auch auf eine Reihe von Fragen zur Hamas Politik (Al-Hayadeen TV, 4. April 2013).
  • Verhandlungen mit Israel: Die Hamas wird ihr Selbstverständnis als Widerstandsbewegung (sprich: Terrorbewegung) fortsetzen, deren Ziel darin besteht, Palästina vom Mittelmeer bis zum Jordanfluss zu befreien. Verhandlungen mit Israel haben keinerlei Bedeutung oder Sinn. Darüberhinaus hat es sich heute, nach zwanzigjährigen Verahndlungen deutlich ergeben, dass die Verhandlungen nutzlos sind und den Palästinensern nur schaden.
  • Verbindungen mit der Muslimbruderschaft: Die Hamas Bewegung ist auf der Muslimbruderschaft hervorgegangen, besitzt jedoch keinerlei organisatorische Verbindungen mit der Bruderschaft und nur Bande, die auf persönlichem Respekt beruhen. Sheikh Yusuf al-Qaradawi bildet die Quelle der islamischen Autorität und Osama Hamdan fügt sich uneingeschränkt seinen religiösen Entscheidungen.
  • Anerkennung einer palästinensischen Staates in den Grenzen von 1967: Dies kann als taktischer Zug gewertet werden, den die Hamas bis zur Befreiung des gesamten Boden Palästinas (sprich: bis zur Zerstörung des Staates Israel)aufrecht erhalten wird.
Mahmoud Abbas im Gespräch mit dem amerikanischen Außenminister
  • Der amerikanische Außenminister John Kerry hielt im Nahen Osten eine dritte Gesprächsrunde, in dem Versuch, den Friedensprozess wiederanzukurbeln. Am 7. April tagte er privat mit Mahmoud Abbas in Ramallah (Al-Ayam, 8. April 2013). Sie besprachen den Friedensprozess und die Möglichkeit, eine positive Athmosphäre für die Kontakte mit Israel herzustellen. Mahmoud Abbas wiederholte die palästinensischen Vorbedingungen für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen: ein Baustop in den Siedlungen und die Freilassung der in israelischen Gefängnissen inhaftierten palästinensischen Terroristen (Ma'an Nachrichtenagentur, 7. April 2013).
  • Medienberichten zufolge soll Kerry Mahmoud Abbas dazu aufgefordert haben, an den Verhandlungstisch zurückzukehren – als Gegenleistung würde Israel die Einnahmen, die der Palästinensichen Autonomiebehörde zustehen, nicht einfrieren und würde die unter PA Verwaltung stehenden Gebiete, insbesondere in den C Gebieten ausdehnen und den Palästinensern in den C Gebieten Baugenehmigungen gewähren (Ma'an Nachrichtenagentur, 7. April 2013).
  • Nach dem Gespräch reiste Mahmoud Abbas nach Jordanien und von dort aus weiter nach Qatar. In Qatar nahm er an einer Konferenz des Kontrollausschusses der Arabischen Liga teil, um die Pläne für den Besuch der Delegation der Außenminister der Arabischen Lige in den Vereinigten Staaten zu besprechen, bei dem sie die arabische Haltung zu den israelisch-palästinensischen Verhandlungen darstellen wollen (Al-Ayam, 8. April 2013).
Universität Tulkarm – eine Puppe mit Antlitz des Emirs von Qatar geht in Flammen auf
  • Aktivisten der Fatah Studentenzelle an der Khadouri Universität in Tulkarm organisierteneine "öffentliche Hinrichtung" von Khaled bin Khalifa, des Emirs von Qatar. Dieser Vorstellung bildete Teil der Wahlkampagne zum Studentenrat. Nach Angaben eines Sprechers für die Studentenschaft wurde eine Puppe des Emirs von Qatar verbrannt, weil er die Hamas und Khaled Mashaal unterstützt (Quds Press, 1. April 2013).
  • Diese Veranstaltung wurde sowohl von der Palästinensischen Autonomiebehörde als auch von der Hamas verurteilt. Mahmoud Abbas erklärte, die Verbrennung einer Puppe als Emir von Qatar stellte nicht die Haltung der palästinensischen Staates oder der Fatah Bewegung dar und verstoße gegen die Regeln des palästinensischen politischen Verhaltenskodexes und die palästinensichen Moralvorstellungen. Er fügte hinzu, die PA unterhalte enge und starke Verbindungen mit Qatar (Wafa Nachrichtenagentur, 3. April 2013). Hamas Sprecher Sami Abu Zuhri erklärte, die von Mahmoud Abbas geäußerte Kritik reiche nicht aus und befreie ihn nicht von der Verantwrotung für diese Veranstaltung. Er rief Mahmoud Abbas dazu auf, die Verantwortlichen festzunehmen (Palinfo Webseite, 4. April 2013). 
Geplante Propagandaveranstaltung für den Gazastreifen
  • Ausländische, propalästinensische ISM Aktivisten im Gazastreifen setzen ihre Anstrengungen fort, ein Schiff namens "Gaza Schiff" mit einer Ladung von Gütern aus dem Gazastreifen, in einen euopäischen Hafen zu entsenden. Der kanadische Aktivist David Heap erklärte, die Reise sei für den Sommer geplant und das Ziel bestehe darin, die internationale Aufmerksamkeit auf die sogenannte "israelische Blockade" des Gazastreifens zu richten. Nach Angaben anderer Aktivisten ist der Bau des Schiffes bald abgeschlossen. Es wird auf dem Grundstock eines alten Schiffes aufgebaut, das mit Teilen ausrangierter Fischerboote ausgebaut wird. Wenn es fertiggestellt ist, soll es mit Gütern aus dem Gazastreifen beladen werden. Mehrere palästinensische und Ausländische Aktivisten wollen auch mit an Bord gehen (Al-Jazeera, 3. april 2013).
Anti-israelische Demonstration im Hafen von Gaza
  • Zahlreiche Bewohner des Gazasastreifens nahmen an einer Demonstration im Fischereihafen von Gaza teil, um gegen die Einschränkung der Fischereizone vor dem Gazastreifen zu demonstrieren (eine Entscheidung, die Israel nach dem Raketenangriff vom 21. März auf den westlichen Negev getroffen hatte). Jamal al-Khudari, Vorsitzender des Volkskomittees zur Aufhebung der Blockade erklärte bei einer Pressekonferenz, falls die Blockade andauert, würden die Solidaritätsbekundungen mit den Palästinensern wiederaufgenommen, was auch die Flotilla Kampagne einbezieht (Safa nachrichtenagentur, 7. April 2013).


Protestrunde der Fischer von Gaza (Filastin Al-'Aan, 7. April 2013)

Vorbereitungen für den "Tag der Nakba"
  • Im Libanon laufen die Vorbereitungen für den "Tag der Nakba", der für den 15. Mai geplant ist. Am 2. April 2013 hielten die Vertreter des Ausschusses für den Rückkehr Marsch und anderer Organisationen eine Konferenz im Bourj el-Barajneh Flüchtlingslager. Es wurde eine Liste von Veranstaltungen verabschiedet, u. a. eine Massenveranstaltung in Beirut und ein Besuch am Denkmal in Maroun al-Ras[3], Schiffe mit palästinensischer Flagge sollen an der Sidon Küste vorbeifahren und über Al.-Mqoura sollen Papierlaternen in den Himmel ziehen (Al-Manar TV, 3. April 2013).

1Stand: 9. April 2013. In diesen statistischen Angaben beliben die Mörsergranateneinschläge unberücksichtig.
2 In diesen statistischen Angaben bleiben die Mörsergranateneinschläge unberücksichtigt.
3 2011 fand die zentrale Veranstaltung zum "Nakba Tag" unter der Hoheit der Hisbollah und der libanesischen Armee in dem südlibanesischen Dorf Maoun al-Ras statt. Tausende nahmen an der Veranstaltung teil, hauptsächlich Palästinenser, die aus anderen Teilen des Libanon mit Bussen angefahren worden waren. Am Ende der Veranstaltung marschierten die Teilnehmer auf die israelische Grenze zu, hielten Poster hoch und riefen Slogans zur Rückkeht nach Palästina. Zwischen den Gruppen, die auf die Grenze zumarschierten brachen heftige Auseinandersetzungen und der israelischen Armee aus. Zehn Demonstranten wurden getötet, Dutzende wurden verletzt (einige Verwundete waren von Schüssen der libanesischen Armee getroffen worden, die versuchte, die Ausschreitungen unter Kontrolle zu bekommen und die Demonstranten davon abzuhalten, auf israelisches Staatsgebiet einzudringen).