Nach zwei vorangegangenen Schussereignissen wurden einige Raketen und Mörsergranaten auf das südliche Israel abgefeuert. Die israelischen Streitkräfte haben zum ersten Mal reagiert und griffen terroristische Ziele im nördlichen Gazastreifen an

Die Überreste einer von mehreren Raketen, die am 3. April 2013 im westlichen Negev abfielen

Die Überreste einer von mehreren Raketen, die am 3. April 2013 im westlichen Negev abfielen

Ein Raketenblindgänger, der im Regionalverband Sha'ar Hanegev abfiel

Ein Raketenblindgänger, der im Regionalverband Sha'ar Hanegev abfiel

Schrapnells der Mörsergranate

Schrapnells der Mörsergranate

Überreste der Rakete, die südlich von Ashkelon abstürzte

Überreste der Rakete, die südlich von Ashkelon abstürzte


Allgemeines

1. Am 2. April 2013 wurden einige Mörsergranaten aus dem Gazastreifen auf den westlichen Negev abgefeuert. Eine dieser Mörsergranaten fiel zwischen zwei Orten im Regionalverband Eshkol. Einige Überreste von Mörsergranaten wurden in unbesiedeltem Gebiet im Gazastreifen gefunden (IDF Sprecher, 3. April 2013). Es gab keine Verletzten und es wurden keine Sachschäden verursacht. Es handelt sich dabei um den ersten Beschuss mit Mörsergranaten seit der Operation "Wolkensäule", die am 21. November 2012 endete.

2. Die Verantwortung für den Beschuss der Mörsergranaten übernahm eine Organisation, die sich selbst "Shura-Rat der heiligen Kämpfer aus allen Jerusalemer Ecken" nennt und die mit dem globalen Dschihad identifiziert wird. (Dieselbe Organisation, die am 21. März 2013 die Verantwortung für das Abfeuern von Raketen auf Sderot übernahm.) Laut Bekanntmachung der Organisation, wurden die Mörsergranaten als Reaktion auf den Tod des palästinensischen Gefangenen Misra Abu Hamdiya abgefeuert.[1] Zudem forderte die Bekanntmachung Aktivisten der Hamas auf, Druck auf ihre eigenen Sicherheitskräfte auszuüben, nicht gegen die Organisationsmitglieder vorzugehen.[2]

3. Am Morgen des 3. April 2013, als sich Schüler auf dem Weg zur Schule und den Kindergärten befanden, wurden mehrere Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Zwei Raketenabstürze wurden in unbesiedelten Gebieten registriert. Eine Rakete fiel im Regionalverband Sha'ar Hanegev. Die Überreste der zweiten Rakete werden zurzeit gesucht (Facebook-Seite der israelischen Polizei). Es gab keine Verletzten und es wurden keine Sachschäden verursacht.

Israels Reaktion

4. Die IDF machten deutlich, dass sie eine Rückkehr zur Situation nicht zulassen würden, die vor der Operation "Wolkensäule" herrschte und dass das Ziel sei, die Ruhe im Süden Israels zu erhalten (IDF Sprecher, 3. April 2013). Verteidigungsminister Moshe (Bogie) Ya'alon sagte, dass Israel die Hamas für jeden Beschuss aus dem Gazastreifen in Richtung Israels verantwortlich macht (Ynet, 3. April 2013).

5. Als Reaktion auf den Beschuss mit Mörsergranaten, griffen in der Nacht vom 2. zum 3. April Flugzeuge der israelischen Luftwaffe zum ersten Mal seit der Operation "Wolkensäule" zwei terroristische Ziele im nördlichen Gazastreifen an (IDF Sprecher, 3. April 2013). Nach palästinensischen Berichten, gab es bei dem Angriff keine Verluste (Ma'an, Filastin alAn, 3. April 2013).

Anhang
Raketenbeschüsse seit der Operation "Wolkensäule"
Allgemeines

1. Der Beschuss mit Mörsergranaten (am 2. April 2013) und Raketen (am 3. April 2013) sind mit zwei anderen Raketenangriffen verbunden, die sich nach der Operation "Wolkensäule" ereigneten. Unserer Einschätzung nach, wurden diese Vorfälle von "abweichenden" terroristischen Organisationen durchgeführt, die die Hamas-Politik der Aufrechterhaltung der Waffenruhe herauszufordern versuchen. Im Folgenden wird auf zwei frühere Vorfälle von Raketenbeschüssen (im Februar und im März 2012) eingegangen.

Beschuss in Richtung der Stadt Ashkelon

2. Am Morgen des 26. Februar 2013 wurde ein Raketenabsturz südlich der Stadt Ashkelon registriert. Die Raketenüberreste wurden auf einer Straße in unbesiedelter Gegend gefunden. Es gab keine Verletzten, die Straße wurde jedoch beschädigt. Die Rakete fiel, nachdem am 23. Februar 2013 Arafat Jaradat (ein Palästinenser, der wegen Steinewerfen verhaftet wurde) im Megiddo-Gefängnis starb. Ihab al-Ghussein, Leiter des Informationsbüros des Hamas-Regierung, leugnete den Beschuss und behauptete, dass es "israelische Erfindungen" seien, welche die Aufmerksamkeit vom Tod des Häftlings abzulenken versuchten (Alroy Online, 26. Februar 2013).

Raketenbeschuss in Richtung Sderot

3.Am 21. März 2013, in den frühen Morgenstunden (es war der zweite Tag von Präsident Barack Obamas Besuch in der Region), wurden fünf Raketen auf Israel aus der Richtung von Beit Hanoun, im nördlichen Gazastreifen, abgefeuert. Zwei Raketentreffer wurden auf israelischem Gebiet registriert. Eine Rakete traf einen Hof eines Hauses in der Stadt Sderot und verursachte Schäden am Haus. Eine zweite Rakete fiel auf unbesiedeltes Gebiet. Eine Organisation, die sich selbst "Shura-Rat der heiligen Kämpfer aus allen Jerusalemer Ecken" nennt und die mit dem globalen Dschihad identifiziert wird, übernahm die Verantwortung für die Raketenangriffe. Laut Bekanntmachung der Organisation, sollte der Beschuss dem "byzantinischen Hund" (ein Schimpfwort für Barack Obama) klarmachen, dass Israel keine Sicherheit genießen und dass nichts den "Dschihad" aufhalten würde (Internetseite der Organisation, 21. März 2013).

4. Etwa zwei Wochen später (am 2. April 2013) wurden die Überreste einer weiteren Rakete in einem Kindergarten in der Stadt Sderot aufgefunden. Die Rakete schlug in das Dach eines Kindergartens ein und explodierte teilweise.Die Raketenüberreste wurden erst spät entdeckt, da die Kinder gerade die Pessach-Ferien genossen. Unserer Einschätzung nach sind das die Überreste des Raketenbeschusses vom 21. März 2013.

5.Als Reaktion auf den Beschuss, haben der Ministerpräsident mit dem Verteidigungsminister beschlossen, den Grenzübergang Kerem Shalom, durch den Waren in den Gazastreifen geführt werden, für einige Zeit zu schließen, die Aktivität im Grenzübergang Erez nur für humanitäre Zwecke zu ermöglichen, und die Fischfanggebiete der Palästinenser im Gazastreifen von 6 auf 3 Seemeilen zu reduzieren (IDF Sprecher, 21 März 2013). Am 28. März wurden die Grenzübergänge wieder geöffnet. Es wurde jedoch beschlossen, zu diesem Zeitpunkt die Fischfanggebiete des Gazastreifens nicht wieder zu erweitern (IDF Sprecher, 28. März 2013).

Links: Einer der beiden Raketen, die in Sderot fielen (Mit freundlicher Genehmigung von NRG, 21. März 2013, Foto: Edi Israel); Rechts: Ein Raketentreffer auf ein Haus in Sderot (Sderot Media Center, 21. März 2012)
Links: Einer der beiden Raketen, die in Sderot fielen (Mit freundlicher Genehmigung von NRG, 21. März 2013, Foto: Edi Israel); Rechts: Ein Raketentreffer auf ein Haus in Sderot (Sderot Media Center, 21. März 2012)

[1] Misra Abu Hamdiya,64, war ein Terrorist, der am 2. April 2013 an Krebs gestorben ist, während er als Gefangener in einem israelischen Gefängnis war. Misra Abu Hamdiya war ein Hamas-Aktivist, der einen Terroristen rekrutierte, welcher die Durchführung eines Selbstmordattentats in einem Jerusalemer Café 2002 plante. Er wurde des versuchten Mordes für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach seinem Tod brach eine Reihe von Unruhen in israelischen Gefängnissen aus, in denen palästinensische Terroristen ihre Haft absitzen. Es brachen auch Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in mehreren Orten in Judäa und Samaria aus.
[2] Vor kurzem erhoben einige Mitglieder der Salafisten die Beschuldigung auf, dass die Sicherheitskräfte der Hamas ihre Mitglieder festnehmen.