Update: der Terror und der israelisch-palästinensische Konflikt (30. Januar – 5. Februar 2013)

Aufbau eines weiteren, illegalen Zeltlagers ''Bab al-Hurriya'' (Tor der Freiheit) im Raum Butin, südlich von Nablus  (Fatah al-Yawm, 3. Februar 2013).

Aufbau eines weiteren, illegalen Zeltlagers ''Bab al-Hurriya'' (Tor der Freiheit) im Raum Butin, südlich von Nablus (Fatah al-Yawm, 3. Februar 2013).

Zusammenstöße mit israelischen Sicherheitskräften im Raum Borìn nach Aufbau eines Zeltlagers

Zusammenstöße mit israelischen Sicherheitskräften im Raum Borìn nach Aufbau eines Zeltlagers

Waffen und Munition aus dem Waffenarsenal  der Terrorzelle (Webseite des Sicherheitsdienstes, 31. Januar 2013).

Waffen und Munition aus dem Waffenarsenal der Terrorzelle (Webseite des Sicherheitsdienstes, 31. Januar 2013).

Husam Badran, ein hochrangiger Hamas Aktivist, der im Shalit Gefangenenaustausch freigelassen wurde und die Terrorzelle in Hebron leitete, läßt sich nach seiner Freilassung bei einem Türkeibesuch mit einer Waffe fotografieren (Hamas Forum, 19. Oktober 2012)

Husam Badran, ein hochrangiger Hamas Aktivist, der im Shalit Gefangenenaustausch freigelassen wurde und die Terrorzelle in Hebron leitete, läßt sich nach seiner Freilassung bei einem Türkeibesuch mit einer Waffe fotografieren (Hamas Forum, 19. Oktober 2012)

Die Jerusalem Brigaden veranstalten im Nuseirat Flüchtlingslager im mittleren  Gazastreifen eine Militärparade

Die Jerusalem Brigaden veranstalten im Nuseirat Flüchtlingslager im mittleren Gazastreifen eine Militärparade

Hebräsichunterricht im Gazstreifen (Qassam.ps Webseite, 4. Februar 2013).

Hebräsichunterricht im Gazstreifen (Qassam.ps Webseite, 4. Februar 2013).

Der türkische Botschafter in Israel besucht den Gazastreifen (Al-Anadolu Nachrichtenagentur, 29. Janaur 2013)

Der türkische Botschafter in Israel besucht den Gazastreifen (Al-Anadolu Nachrichtenagentur, 29. Janaur 2013)

Verteilung von  Wolldecken an bedürftige Familien des Gazastreifens (Webseite der Yardim Eli Organisation im Gazastreifen, 27. Januar  2013).

Verteilung von Wolldecken an bedürftige Familien des Gazastreifens (Webseite der Yardim Eli Organisation im Gazastreifen, 27. Januar 2013).

Ismail Haniye tagt in seinem Amtssitz in Gaza City mit Mitgliedern des palästinensichen zentralen Wahlkomitees

Ismail Haniye tagt in seinem Amtssitz in Gaza City mit Mitgliedern des palästinensichen zentralen Wahlkomitees

Mahmoud al-A'aloun Mitglied des Fatah Zentralkomittes beim Aufbau des Vorpostens in der Nähe von Burin

Mahmoud al-A'aloun Mitglied des Fatah Zentralkomittes beim Aufbau des Vorpostens in der Nähe von Burin

  • Der Gazastreifen bleibt weiterhin ruhig. Weitere Gewaltausbrüche in Judäa und Samarien, - den Höhepunkt bildete ein Messerangriff auf einen israelischen Jugendlichen an einer Schulbushaltestelle an der Tapuach Kreuzung. Der Junge wurde schwer verletzt.
  • Die israelischen Sicherheitskräfte deckten eine Terrorzelle des Palästinensischen Islamischen Jihad auf, die israelische Soldaten oder Zivilpersonen entführen wollten, um sie als Pfand einzusetzen. Zwei Mitglieder dieser Zelle kommen aus Jenin, der dritte ist ein israelischer Araber. Die Terroristen wollten den enführten Israeli nach Jenin bringen, um von dort aus die Verhandlungen zu seiner Freilassung zu führen.
  • In der Palästinensichen Autonomiebehörde wird die Kampagne zum Aufbau von Zeltlagern fortgesetzt. In dieser Woche wurde im Raum Burin (südlich von Nablus) ein Zeltlager namens "der Wächter" oder "Tor der Freitheit" aufgestellt. Es kam zu Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften und israelischen Anliegern. Ein hochrangiger Fatah Vertreter rief dazu auf, den Aufbau von Zeltlagern fortzusetzen.
Raketenbeschuss
  • Die Hamas und die anderen Terror Organisationen im Gazastreifen halten sich weiterhin an das mit Beendigung der Operation "Säule der Verteidigung" geschlossene Abkommen. Seit dem 21. November, 23. 00 Uhr wurden weder Raketen noch Mörsergranaten auf israelisches Staatsgebiet abgefeuert.

Raketenbeschuss

Ereignisse vor Ort
  • In der vergangenen Woche kam es erneut zu Provokationen und Demonstrationen von Palästinensern in der Nähe des Sicherheitszauns zwischen Israel und dem Gazatreifen. Palästinensische Medien berichteten, sechs Palästinenser aus dem Gazastreifen seien während des Einsatzes von IDF Kräften an zwei verschiedenen Orten des Gazastreifens verletzt worden:
  •  Am 1. Februar 2013wurden zwei Palästinenser nördlich von Jebalya durch IDF Feuer verletzt. Die Palästinenser wurden mit Verletzungen an den Beinen ins Krankenhaus überführt. (Safa Nachrichtenagentur, Alresala.net, 1. Februar 2013).
  •  Am 29. Januar 2013 wurde gemeldet, ein Arbeiter aus dem Gazastreifen sei im Raum Beit Hanoun  durch IDF Feuer verwundet worden (Ma'an Nachrichtenagentur, Al Quds News, 29. Januar 2013). 
Die Gewaltausbrüche in Judäa und Samarien dauern an
  • Auch in der vergangenen Woche kam es an mehrern Orten von Judäa und Samarien zu Zusammenstößen und Auseinandersetzungen zwischen Palästinenern einerseits und israelischen Sicherheitskräften und Siedlern andererseits.
  • Am 29. Januar 2013wurde ein 17-jähriger israelischer Jugendlicher an einer Schulbushaltestelle in der Nähe der Tapuach Kreuzung von einem Palästinenser mit einem Messer angegriffen und verletzt. Der Jugendliche wurde von einem Sanitäter vor Ort notverbunden und danach in ein Krankenhaus eingeliefert. Ein IDF Soldat, der sich in der Nähe des Angriffsortes befand, verfolgte den Angreifer und forderte sofort Verstärkung durch die Grenzpolizei an. Der Angreifer konnte von  der Grenzpolizei festgenommen werden (IDF Sprecher, 29. Januar 2013).
Festnahme von gesuchten Palästinenserm in Judäa und Samarien
  • Die Sicherheitskräfte nehmen weiterhin gesuchte Terroraktivisten in Judäa und Samarien fest. Bei einer Aktion der Sicherheitskräfte in der Nacht des 1.-2. Februars 2013 wurden 25 Verdächtige festgemonnen, die wegen verschiedener Aktivitäten gesucht wurden (IDF Sprecher, 2. Februar 2013).
    Palästinensische Medien berichteten, u. a. seien acht hochrangige Hamas Aktivisten verhaftet worden, von denen drei dem Legislativrat der Hamas angehören (AlQuds und Al-Mayadeen, 2. Februar 2013).
  • Der Ministerpräsident der Palästinensichen Autonomiebehörde Salam Fayyad  verurteilte die Festnahme der Mitglieder des Legislativrates. Er wies darauf hin, dass ihre Festnahme zur Politik Israels gehöre, die Organe und den Status des palästinensischen Staates zu verletzen (Wafa Nachrichtenagentur, 2. Februar 2013). In einer Eklärung der Fatah hieß es, die Festnahmen bedeuteten einen Verstoß gegen unterzeichnete Abkommen und gegen das Völkerrecht (Wafa Nachrichtenagentur, 4. Februar 2013). Hamas Vertreter behaupteten, die Festnahmen sollten die Hamas Tätigkeit in Judaä und Samarien lähmen und die Versöhnung vereiteln. Sie riefen die Palästinensische Autonomiebehörde dazu auf, die sicherheitstechnische Zusammenarbeit mit Israel aufzukündigen (Safa Nachrichtenagentur, 4. Februar 2013).
Festnahme einer Terrorzelle, die die Entführung von Israelis plante[3]
  • Am 1. Januar nahmen Sicherheitskräfte auf israelischem Hoheitsgebiet in der Nähe des Eyal Übergangs (westlich von Kfar Saba) eine Terrorzelle von drei Terroristen des Palästinensischen Islamischen Jihad fest. Durch die Festnahme dieser Terrorzelle konnten ihre Pläne vereitelt werden – die Zelle plante einen Soldaten oder Zivilisten zu entführen, um ihn als Pfand einzusetzen. In den Fahrzeugen der Terrorzelle wurden Seile, Klebeband, Sturmhauben, japanische Messer und Pistolenattrappen gefunden, die für die Entführung  verwendet werden sollten. Zwei Zellenmitglieder kommen aus Jenin, der dritte ist ein israelischer Araber aus Qalansuwa (östlich von Natanya, im Zentrum Israels).

Festnahme einer Terrorzelle, die die Entführung von Israelis plante
Links: Im Fahrzeug befindliches Material, das die Entführungsabsicht bestätigt. Rechts: Das Fahrzeug der drei Zellenmitglieder (Webseite des Sicherheitsdienstes, 3. Februar 2013).

  • Aufgrund nachrichtendienstlicher Hinweise erkannten Polizeibeamte das Fahrzeug, in dem sich die Mitglieder der Terrorzelle befanden. Bei ihrem Verhör erklärten die Zellenmitglieder, einige Tage vorher hätten sie Haltestellen im Landesinneren beobachtet, an denen sich Soldaten und Zivilisten aufhalten. Sie hätten einigen Soldaten und Zivilisten angeboten, sie mitzunehmen, - ihr Angebot sei jedoch immer wieder abgelehnt worden. Nachdem dieser Plan fehlschlug, wollten sie Zivilisten  entführen, die nach Silvesterparties nach Hause fuhren. Nachdem auch dieser Plan fehlschlug, verbrachten sie die Nacht in ihrem Fahrzeug, in der Nähe des Eyal Übergangs, mit der Absicht, ihre Versuche am darauffolgenden Tag fortzusetzen.
  • Die Mitglieder der Terrorzelle hatten geplant, den Entführten nach Jenin zu bringen und vor dort aus Verhandlungen zu seiner Freilassung zu führen, unter Einsatz des israelischen  Personalausweises einer der Zellenmitglieder, der israelischer Staatsbürger ist. Aufgrund von Angaben aus dem Verhör dieser Zellenmitglieder wurden acht Bewohner von Jenin verhaftet, ebenfalls Mitglieder des Terrorinfrastruktur des Palästinensischen Islamischen Jihad und bestimmte Aufgaben ausführen sollten. Ein weiteres Mitglied der Zelle aus der israelisch-arabischen Stadt  Umm al-Fahm wurde festgenommen,  der die Mitglieder in seiner Wohnung übernachten ließ.
  • Aus dem Verhör geht hervor, dass ein ehemaliger Häftling, ein Aktivist des Palästinensischen Islamischen Jihad in Jenin und ein weiterer Aktivist, der gegenwärtig eine Haftstrafe in einem israelischen Gefängnis absitzt, die Finanzierung und die Ausbildung der Terrorzelle übernommen haben. Der Chef der Terrorzelle stellte sich den Sicherheitskräften der Palästinensischen Autonomiebehörde.
Vereitelung eines Versuchs der Hamas, in Hebron ein Regionalhauptquartier einzurichten[4]
  • Vor Kurzen nahmen die Sicherkräfte im Raum Hebron etwa zwanzig Hamas Aktivisten fest. Die Festgenommen gehörte einer Vereinigung an, die Terrorangriffe durchführen wollte, insbesondere Entführungen, um die Entführten als Pfand einzusetzen. Die Vorbereitungen für die geplanten Entführungen waren schon weit fortgeschritten. Sie befanden sich auf der Suche nach einer Tarnwohnung und versuchten, mit einem israelischen Staatsbürger Kontakt zu knüpfen, der ihnen als Fahrer dienen sollte. Bei der Festnahme der Terrorzelle wurde auch umfangreiches Kampfmaterial entdeckt, darunter auch über zwanzig Waffen verschiedener Gettungen, die bei den geplanten Terroranschlägen eingesetzt werden sollten. 
  • Die Mehrzahl der Verhafteten leisteten schon in der  Vergangenheit längere Haftstraften in israelischen Gefängnissen ab, vor allem wegen Beteiligung an terroristischen Umtrieben. Die Aktivisten pflegten Kontakte mit Hamasvertretern außerhalb von Judäa und Samarien, von denen sie unterstützt, ausgebildet und finanziert wurden. Den engsten Kontakt pflegten sie mit Husam Badran, einem Hamas Aktivisten, der im Rahmen der Shalit Gefangenenaustausch aus israelischer Haft befreit wurde.  Badran wurde 2004, wegen Beteiligung an einem Selbstmordattentat während der zweiten Infifada zu einer 17 jährigen Haftstrafe verurteilt. Mit seiner Freilassung (im Oktober 2011) wurde er nach Qatar abgeschoben .
Parade des Palästinensischen Islamischen Jihad
  • Die Jerusalem Brigaden, der militärische Zweig des Palästinensischen Islamischen Jihad organisierte am 28. Janaur 2013 im Museirat Flüchtlingslager im mittleren Gazastreifen eine Militärparade. Die Parade fand im Andenken an Jihad al-Sus statt, einem hochrangigen Mitglied der Artillerieeinheit der Jerusalem Brigaden des Battalions der Flüchtlingslager im mittleren Gazastreifen. Al-Sus wurde vor Kurzem bei einer sogenannten "Jihad Aktion" getötet. Während der Parade riefen Aktivisten lautstark dazu auf, den Jihad fortzusetzen, bis Israel vollständig zerstört ist (Webseite der Jerusalem Brigaden, 29. Januar 2013).
  • Am 2. Februar 2013 kam es im Gazastreifen zu Zusammenstößen zwischen Aktivisten des militärischen Flügels des Palästinensischen Islamischem Jihads einerseits und Aktivisten des militärischen  Flügels der Hamas und den Diensten für Innere Sicherheit der Hamas Regierung andererseits. Nach Berichten über diese Zusammenstöße, bei denen es auch Schüsse abgefeuert wurden, wurden sie durch Versuche des PIJ ausgelöst, an dieser Stelle eine Ausbildungsstätte zu errichten. Nach den Zusammenstößen errichteten Aktivisten der Hamas Sicherheitsdienste Straßensperren, um weitere Aktivisten aufzuhalten und sienichtan den Ort Krawalle gelangen zu lassen.Zwei PIJ Aktivisten sollen bei den Zusammenstößen getötet worden sein (Al-Quds, 2. Februar 2013).
Äusserungen von Khaled Mashaal
  • Gegen Ende seines dritten Jordanienbesuchs gewährte   Khaled Mashaal, der Chef des Hamas Politbüros dem jordanischen Fernsehen ein Interview. U. a. bezog er sich auf folgende Themen (Jordanisches Fernsehen, 2. Februar 2013):
  •  Ein Abkommen mit Israel– Khaled Mashaal stimmte einem Programm zu, das auf einem gemeinsamen Nenner der Palästinenser und Araber basiert und das folgende Elemente enthält: Einigung über die Grenzen von 1967, Jerusalem als Hauptstadt des palästinensischen Staates, die Umsetzung des sogenannten "Rückkehrrechts" und einen palästinensischen Staat, der echte Souveränität genießt.
  • Anerkennung Israels – die Hamas, erklärte Khaled Mashaal, erkennt Israel nicht an. Die Hamas bleibt standhaft in ihrer Haltung, eine Entscheidung bezüglich dieser Haltung Israel gegenüber liege jedoch bei den Entscheidungsträgern des palästinensischen Staates, sobald dieser Staat gegründet wird.
  • Beziehungen mit Jordanien – er erklärte, sein Besuch sei erfolgreich verlaufen und seine Treffen mit dem jordanischen König und weiteren hochrangigen Persönlichkeiten habe die Beziehungen der Hamas mit Jordanien und die Schaffung einer gemeinsamen Grundlage für weitere gemeinsame Aktivitäten gestärkt.
  •  Hamas Eintritt in die PLO – die Hamas, erklärte Mashaal, will sich der PLO anschließen und ihre Zustimmung ist Teil der Palästinenser-internen Versöhnung. Die Hamas wolle jedoch nicht die Führungsposition in der PLO annehmen oder irgendjemanden hinauskomplimentieren (z. B. die Fatah). Die PLO, erklärte er, müsse für alle palästinensichen Organisationen (sprich: die Terror Organisationen) die ausschlaggebende Autorität darstellen.
  • Die israelischen Wahlergebnisse – Die Wahlergebnisse zeigen, dass die Israelis sich nach rechts orientieren, dass jedoch die Aufteilung in rechts, links und Mitte nicht mit der Haltung der israelischen Öffentlichkeit zur Palästinenserfrage zusammenhängt.
Hebräischunterricht an den Schulen des Gazastreifens
  • Die de-facto Hamas Regierung unternimmt seit einiger Zeit große Anstrengungen, den Hebräischunterricht an den Schulen des Gazastreifens auszudehnen. Nach Angaben von Samih al-Nakhaleh, dem Lehrplanverantwortlichen für das Erziehungsministerium der Hamas, besteht das Ziel darin, den Schülern die Fähigkeit zu vermittlen, die "Sprache des Feindes" und "das Böse und Verartete" in ihm zu identifizieren und ihre Kenntnis des "israelischen Feindes" zu verbessern. Bisher wurde das Programm in den neunten Jahrgängen eingeführt. Ab dem kommenden Schuljahr soll es auf andere Jahrgänge ausgedehnt werden (Reuters, 30. Januar 2013).
Die UNRWA feiert die Vollendung der ersten Phase eines saud-arabischen Wohnungsbauprojekts im westlichen Rafach
  • Am 4. Februar 2013 veranstaltete die UNRWA eine Feierstunde zur Beendigung der ersten Phase eines von Saudi Arabien finanzierten Bauprojekts im westlichen Rafach (im Stadtteil Tel Sultan). An der Feierstunden nahmen hochrangige UNRWA Vertreter teil, sowie eine Delegation aus Saudi Arabien, unter der Leitung von Yusuf al-Bassam, dem Vorsitzenden des Saudi Development Fund (Filastin Al-'An und Al-Hayat Al-Jadeeda, 4.  und 5. Februar 2013).  
  • Die Kosten für den Bau dieses Wohnungsprojekts, in Höhe von 113 Milliarden Dollar übernimmt Saudi Arabien; ausgeführt wird dieses Projekt von der UNRWA. Das Projekt umfasst drei Phasen. Die erste Phase besteht aus dem Bau von 752 Wohnungseinheiten, vier Schulen, einer Moschee und einer Poliklinik. Die erste Phase begann 2012, nachdem Israel die Einreise des dafür notwendingen Baumaterials genehmigte. Das Projekt befindet sich gegenwärtig in derzweiten Phase, in der  weitere 1080 Wohnungseinheiten gebaut werden sollen. Den Erwartungen nach sollen die zweite und die dritte Phase im kommenden Jahr abgeschlossen werden (Ma'an Nachrichtenagentur, 4. Februar 2013). 

Die UNRWA feiert die Vollendung der ersten Phase eines saud-arabischen Wohnungsbauprojekts im westlichen Rafach
Links: Die Feierstunde zur Beendigung der ersten Phase des saudi-arabischen Wohnungsbauprojekts in Rafah, unter Teilnahme hochrangiger UNRWA Vertreter des Gazastreifens und Vertretern Saudi Arabiens. Rechts: Das Wohnungsbauprojekt (Filastin Al-'An, 4. Feburar 2013)

Die Hamas und der Iran unterzeichnen ein Abkommen zur Förderung des palästinensischen Films
  • Der Minister für kulturelle Angelegenheiten der de-facto Hamas Regierung unterzeichnete ein Abkommen mit seinem iranischen Amtskollegen, das vorsieht, iranische Filme über die Aktivitäten der sogenannten "israelischen Besatzung" in die Kinos des Gazastreifens  zu bringen. Sie werden im Rahmen eines Filmfestival mit dem Titel "Tage des Widerstands" gezeigt werden. Das Festival soll  Filme  fördern, die sich mit dem Thema "Widerstand" (sprich: dem anti-israelischen Terror und der Gewalt) beschäftigen und sie unterstützen. Muhammad al-Madhoun, der Hamas Minister für Sport und Kultur erklärte, der palästinensische Film brauche einen "starken Rückenwind", um die Möglichkeit zu haben, die gegenwärtige palästinensiche Geschichte darzustellen und die öffentliche Meinung durch Filme zu beeinflussen (Ma'an Nachrichtenagentur, 21. Dezember 2012).
Türkische Hilfe für den Gazastreifen
  • Der türkische Botschafter Shaker Uszkan Turnelar reiste am 28. Januar 2013 über den Erez Grenzposten in den Gazastreifen ein, um zwei Projekte von Nahem zu verfolgen (die Rehabilitierung von "Kriegsverletzten" und den Bau eines türkischen Universitätskrankenhauses an der Islamischen Universität). Beide Projekte werden mit Unterstützung des Internationalen türkischen Agentur für Zusammenarbeit und Entwicklung umgesetzt, die der türkischen Regierung untersteht (Al-Anadolu Nachrichtenagentur, 29. Januar 2013).
  • Als Teil der von der Türkei zur Verfügung gestellten Unterstützung des  Gazastreifens, erklärte Hani al-Agha, der Direktor des türkischen Yardim Eli ("Eine helfende Hand") im Gazastreifen[5] die Aktivitäten der Organisation. Sie verteilten u.a. Wolldecken und frisches Fleisch an die bedürftigen Familien des Gazastreifens (Webseite der Organisation, 27. und 29. Januar 2013).  Al-Agha erklärte weiter, seine Organisation habe kürzlich, im Anschluss an die Operation "Säule der Verteidigung", 2660 Familien finanzielle Unterstützung gewährt (Al-Anadolu Nachrichtenagentur, 30. Janaur 2013).  
Miles of Smiles 19 Konvoi erreicht den Gazastreifen

Am 2. Februar 2013 reiste der Miles of Smiles 19 Konvoi über den Rafach Grenzübergang in den Gazastreifen ein. Der Konvoi besteht aus 155 Aktivisten, hauptsächlich aus Ägypten, Saudi Arabien und Bahrain und  brachte humanitäres Hilfsmaterial mit. Während ihres Aufenthalts besuchten die Teilnehmer den Gazastreifen und wurden von Ismail Haniye empfangen, dem Chef der de-facto Hamas Regierung (Filastin Al-'An, 2. und 4. Februar 2013).

Ismail Haniye, Chef der Hamas Regierung, empfängt die Teilnehmer des Miles of Smiles 19 in seinem Amtssitz (Filastin Al-'An, 4. Februar 2013) .
Ismail Haniye, Chef der Hamas Regierung, empfängt die Teilnehmer des Miles of Smiles 19 in seinem Amtssitz (Filastin Al-'An, 4. Februar 2013) .

Eine israelfeindliche UN Untersuchungskommission veröffentlicht einen Zwischenbericht über die Siedlungen
  • Eine Untersuchungskommission des UN Menschenrechtsrates, eine israelfeindlichen Agentur, prüfte den Einfluss der Siedlungen auf die Menschenrechte der Palästinenser in Judäa und Samarien und legten ihren Zwischenbericht vor (der Bericht wurde am 31. Januar veröffentlicht; der endgültige Bericht  soll im März vorgelegt werden). Der Bericht übte scharfe Kritik an der Politik Israels und behauptete, die Siedlungen verursachten zahlreiche Verstöße gegen die Menschenrechte der Palästinenser. Der Rat rief die Regierungen und privaten Gesellschaften der ganzen Welt dazu auf, angesichts der andauernden Bautätigkeit in den Siedlungen, die Auferlegung politischer und wirtschaftlicher Sanktion gegen Israel zu erwägen (Ohchr. Org Webseite, 31. Januar 2013).
  • Die Palästinensische Autonomiebehörde begrüßte die Ergebnisse des Zwischenberichts und rief die Staatengemenschaft dazu auf, seine Schlussfolgerungen umzusetzen. Auch die Hamas begrüßte die Ergebnisse. Hamas Sprecher Sami Abu Zuhri erklärte, der Bericht bedeute einen  Schritt in die richtige Richtung, allerdings bedürfe es praktischer Maßnahmen, um Israel dazu zu bewegen, ihn umzusetzen (Filastin Al-'An, 31. Januar 2013). Die Palästinensiche Autonomiebehörde organisiert verschiedene Aktivitäten, um die Ergebnisse der Untersuchungskommission in den verschiedenen Ländern bekannt zu machen. Riyadh al-Maliki, der Außenbeauftragte der Palästinensischen Autonomiebehörde erklärte, sein Ministerium wolle in einer europäischen Hauptstadt eine Konferenz organisieren, um ein Programm auszuarbeiten, das die Staaten der Welt davon überzeugen soll, für den Bericht über die Siedlungen zu stimmen (Voice of Palestine Radio, 2. Februar 2013).
Die innerpalästinensische Versöhnung
  • Mahmoud Abbas kündigte an, Konsultationen zur Einrichtung einer Regierung der nationalen Einheit würden beginnen, sobald das zentrale Wahlkomitee im Gazastreifen seine Arbeit aufnimmt. Er erklärte wieter, sobald das Wahlkomitee die Beendigung der Wahlvorbereitungen ankündige, solle ein Präsidialerlass veröffentlicht werden, der die allgemeinen Wahlen ankündigt. Hana Nasser, Vorsitzender der zentralen Wahlkomitees und die Hamas Regierung kündigten an, das Wahlkomitee werde nach einer mehrmonatigen Pause seine Arbiet wieder aufnehmen (Al-Hayat Al-Jadeeda, 2. Februar 2013). 
Fortsetzung der Vorposten Kampagne
  • Die Palästinenser setzen ihre Kampagne zum Aufbau von Vorposten fort. Am 2. Februar 2013 errichteten etwa 200 Palästinenser, nach demselben Muster wie schon die ersten beiden, ein neues Zeltlager, das dritte innerhalb eines Monats. Das Zeltlager wurde in der Nähe des Dorfes Burin errichtet (südlich von Nablus); es wird abwechselnd entweder als Al-Manatir ( "der Stadtteil der Wächter") oder Bab al-Hurrya ("Tor der Freiheit") bezeichnet. Sieben Zelte und mehrere Baugerüste wurden aufgestellt. Nach dem Bau des Vorpostens kam es zu Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften, die versuchten, die Zelte abzubauen und mit israelischen Siedlern, die aus dem benachbarten Har Bracha gekommen waren. Der gesamte Raum wurde zur geschlossenen Militärzone erklärt. Nach Angaben der Errichter des Vorpostens, wollten sie gegen die Zerstörung des vorherigen Vorpostens protestieren und den Bau einer neuen Siedlung schützen auf diesem Gebiet verhindern (Ma'an Nachrichtenagentur, 2. Februar 2013).
  • Mahmoud al-A'aloun, Mitglied des Fatah Zentralkomitees, Vorsitzender des Anwerbe- und Organisationsbüros und ein begeisterter Anhänger des Vorpostenprojekts, befand sich vor Ort, als der Vorposten errichtet wurde. Er benutzte die Gegenwart der Medien, um andere Aktivisten dazu aufzurufen, sich dem Zeltlager anzuschließen. Er erklärte, der "Volkswiderstand" wolle den Kampf intensivieren, - an jedem Tag sollten neue Vorposten errichtet werden (Voice of Palestine Radioi, 2. Februar 2013). 

[1] Stand 5. Februar 2013. In diesen statistischen Angaben blelien die Mörsergranateneinschläge unberücksichtigt..
[2] Bei diesen Angaben bleiben die Mörsergranateneinschläge unberücksichtigt.
[3]  Webseite des israelischen Sicherheitsdienstes, 3. Februar 2013
[4] Webseite des Sicherheitsdienstes, 31. Januar 2013
[5] Die türkische Organisation Yardim Eli wurde 2007 in Istanbul gegründet und ist in 20 Ländern der Welt vertreten. Ihre offizielle Vertretung im Gazastreifen wurde im Februar 2012 eröffnet (Al-Anadolu Nachrichtenagentur, 30 Januar 2013).