Operation ‘Säule der Verteidigung’ –Update 2 (18. November 13.00 Uhr)

Direkt Raketenschlag in ein Hams in Ashkelon

Direkt Raketenschlag in ein Hams in Ashkelon

Hauptgebäude der de-facto Hamas Regierung nach dem israelischen Luftangriff (PALDF Webseite, 17. November 2012)

Hauptgebäude der de-facto Hamas Regierung nach dem israelischen Luftangriff (PALDF Webseite, 17. November 2012)

Teile einer Rakete (Sderot Media Center, 17. November 2012).

Teile einer Rakete (Sderot Media Center, 17. November 2012).

Bombenentschärfer der israelischen Polizei entfernt den Überrest einer Rakete

Bombenentschärfer der israelischen Polizei entfernt den Überrest einer Rakete

Eine Rakete trifft einen Pkw in Ashdod (Facebookseite der israelischen Polizei, 18. November 2012).

Eine Rakete trifft einen Pkw in Ashdod (Facebookseite der israelischen Polizei, 18. November 2012).

Ein Haus im westlichen Negev nach einem direkten Raketeneinschlag (Foto: Adi Israeli, mit Genehmigung von NRG, 17. November 201).

Ein Haus im westlichen Negev nach einem direkten Raketeneinschlag (Foto: Adi Israeli, mit Genehmigung von NRG, 17. November 201).

Ein Haus in einem Dorf im westlichen Negev wird direkt von einer Rakete getroffen (Sderot Media Center, 17. November 2012).

Ein Haus in einem Dorf im westlichen Negev wird direkt von einer Rakete getroffen (Sderot Media Center, 17. November 2012).

Aufbau des fünten ''Iron Dome'' Systems im Großraum Tel Aviv (IDF Sprecher, 17. November 2012).

Aufbau des fünten ''Iron Dome'' Systems im Großraum Tel Aviv (IDF Sprecher, 17. November 2012).


Übersicht

1.   In der ersten Tageshälfte des 18. Novembers, dem fünften Tag der Operation 'Säule der Verteidigung', setzten die palästinensischen Terror Organisationen ihren Raketenbeschuss Israels fort (geschätzte 70 Raketeneinschläge wurden identifiziert, von denen einer vom Raketenabwehrsystem "Iron Dome" über Tel Aviv abgefangen werden konnte; eine weitere Rakete wurden in den Abendstunden über Tel Aviv abgefangen). Die IDF setzte ihre Angriffe auf Terrorziele im Gazastreifen fort.

2.   Die Situation vor Ort (bisheriger Stand):

1.       Israelische Kampfflugzeuge griffen über800 Terrorziele im Gazastreifen an. Zu diesen Ziele gehörten u. a. Raketenabschusszellen, geladene Raketenabschussrampen, terroristische Infrasturkturanlagen und Symbole der Hamas Regierung (das Regierungsgebäude, das Innenministerium, das Polizeihauptquartier usw.).

2.       Die Terror Organisationen, unter der Leitung der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Jihads (PIJ) haben Israel mit andauerndem, intensiven Raketenfeuer beschossen (obwohl die Zahl der Raketenangriffe langsam abnimmt), wobei vorrangig auf die großen Städte im Süden des Landes gezielt wurde. Darüberhinaus wurden vier Raketen auf Tel Aviv abgefeuert (von denen zwei von dem Raketenabwehrsystem 'Iron Dome' abgefangen werden konnten; eine Rakete wurde auf Jerusalem abgefeuert.

3.       In Kiryat Malachi wurden drei israelische Zivilisten getötet, drei IDF Soldaten wurden von hochgeschleuderten Raketensplittern verwundet. Über 150 Zivilisten mussten ärztlich versorgt werden, – es handelte sich zum Großteil um Panikattacken, Schürf- und Schnittwunden. Sechzig Palästinenser sollen getötet worden sein; bei über der Hälfte der Toten handelt es sich um Hamas und PIJ Terroristen (u. a. Ahmed al-Jabari und andere hochrangige Terroristen).

3.   Bisher ist die Bilanz der Operation aus israelischer Sicht eher positiv zu werten: einerseits wegen der Tötung von Ahmed al-Jabari, dem Oberbefehlshaber des militärischen Flügels der Hamas; der schweren Verluste, die das Langstreckenraketenarsenal der Terroristen und andere Teile der militärischen Infrastruktur der Terroristen einbüßen musste; wegen der Effiktivität des 'Iron Dome' Abwehrsystems, das die Verteidigung der israelischen Heimatfront erleichtert; die relativ niedrige Zahl der zivilen Opfer; die israelische öffentliche Meinung, die in überwältigenden Mehrheit hinter der Operation steht; und wegen der Unterstützung und dem Verständnis, das die internationale Staatengemeinschaft Israel (bisher) entgegenbringt, da sie Israels Selbstverteidigungsrecht vor den Raketenangriffe anerkennt.

4.   Die Hamas ist allerdings weit davon entfernt, die weiße Fahne zu hissen. Sie wird von ihrer Fähigkeit getragen, einen massiven, intensiven Raketenbeschuss fortsetzen zu können (wenn auch in geringerem Umfang als vorher) und den Alltag einer großen Anzahl von Israelis zu stören und von der Tatsache, dass sie zum ersten Mal Langstreckenraketen auf Tel Aviv und Jerusalem abfeuern konnten (obwohl es sich dabei um isolierte Einschläge handelte, die den Alltag weder in der einen, noch in der anderen Stadt beeinflusste). Politisch wird die Hamas von den Solidaritätsbekundungen Ägyptens und anderer arabischer Staaten, die sich in den Besuchen des ägyptischen Präsidenten und des tunesischen Außenministers im Gazastreifen äußern, gestärkt.

5.   Während die Operation noch andauert, scheint sich ein Wendepunkt abzuzeichnen: In Kairo begannen Kontakte, einen Mechanismus einzurichten, der zu einer Waffenruhe führen kann – unter der Leitung von Ägypten und unter Zusammenarbeit der Führer der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Jihads. Vor Ort führt die IDF ihr Vorbereitungen zur Ausdehnung der Operation jedoch fort – Reservisten wurden für eine mögliche Bodenoffensive eingezogen.

Massives Raketenfeuer auf Israel

6.   Der massive Raketenbeschuss, dem Israel aufgesetzt ist, dauert auch am fünften Tag an. Seit Beginn der Operation 'Säule der Verteidigung' und bis zu den Morgenstunden des 18. Novembers wurden auf israelischem Staatsgebiet zwischen 700 und 800 Raketeneinschläge identifiziert:

1.     Über die Anzahl der identifizierten Raketeneinschläge hinaus wurden weitere 80 – 90 Raketen abgefeuert (über 10%), die allerding im Gazastreifen oder im Meer landeten.

2.     Die Mehrzahl der Raketen waren auf die Städte Beer Sheba und Ashdod im Süden des Landes ausgerichtet (innerhalb des 40 Kilometer Radius). Die meisten auf diese Städte ausgerichteten Raketen wurden in den Morgen- oder Nachmittagsstunden abgefeuert, an denen sich viele Menschen auf dem Weg zur oder von der Arbeit befinden – in der klaren Absicht, so viele zivile Opfer wie möglich zu erreichen.

3.     Fünf Langstreckenraketen wurden auf den Großraum Tel Avivabgefeuert. Zwei Raketen wurden von dem Raketenabwehrsystem 'Iron Dome' abgefangen, drei Raketen landeten auf freiem Feld. Ein Fahrzeug wurde beschädigt. Mit Ausnahme dieses Fahrzeugs entstand kein Sachschaden, der Alltag wurde im Zentrum des Landes nur sehr kurzfristig beeinträchtigt. Eine Rakete wurde auf Jerusalem abgefeuert und landete im Raum Gush Etzion (in den Bergen von Judäa, südlich von Jerusalem).

4.     Sogar in den Morgenstunden des 16. Novembers, als der ägyptische Staatspräsident Mohammed Mursi den Gazastreifen besuchte, wurde das Raketenfeuer auf Israel fortgesetzt.

Links: Bombenentschärfer der israelischen Polizei entfernt den Überrest einer Rakete (Facebook Seite der israelischen Polizei, 17. November 2012) Rechts: Teile einer Rakete (Sderot Media Center, 17. November 2012).
Links: Bombenentschärfer der israelischen Polizei entfernt den Überrest einer Rakete (Facebook Seite der israelischen Polizei, 17. November 2012) Rechts: Teile einer Rakete (Sderot Media Center, 17. November 2012).

7.   Die Anzahl der bisher in Israel identifizierten Raketeneinschläge nähert sich der Zahl der während der Operation "Gegossenes Blei" registrierten Einschläge (925 Raketen schlugen im Süden Israels ein). Der Umfang und die Intensität des Raketenbeschusses, die Reichweite der Raketen (insbesondere die Raketen mit einer Reichweite von 40 Kilometern, die Ashdod und Beer Sheba erreichten) und die Raketenangriffe auf Tel Aviv und Jerusalem zeugen ausdrücklich von der militärischen Macht der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Jihads, die auf die iranische Unterstützung und Finanzierung zurückzuführen ist und die seit der Operation "Gegossenes Blei" erworben wurde. Ihr Waffenarsenal wurde bedeutend aufgewertet und somit ihre Fähigkeit, den Alltag auf israelischer Seite zu stören.

8.   Beispiele eniger Raketeneinschläge:

         1.    In denMorgenstunden des 18. Novembers traf eine Rakete direkt in ein vierstöckiges Wohnhaus in Ashkelon. Die Rakete durchdrang das Dach des Gebäudes, eine andere Rakete explodierte auf der Straße. Zwei Zivilisten wurden verletzt, fünf weitere erlitten Panikanfälle. Am Straßenrand geparkte Fahrzeuge wurden beschlädigt.

         2.    In den Nachmittagsstunden des 17. Novembers wurde die vierte Etage eines Wohnhauses in Ashdod direkt von einer Rakete getroffen. Mehrere Zivilisten erlitten Panikanfälle, dem Gebäude wurde erheblicher Sachschaden zugefügt.


Eine Rakete trifft einen Pkw in Ashdod (Facebookseite der israelischen Polizei, 18. November 2012).

         3.   In den Morgenstundendes 17. Novemberstraf eine Rakete ein Haus in einem Dorf in der Nähe des Gazastreifens. Es gab keine Raketen, das Gebäude erlitt erheblichen Sachschaden.

         4.   In den Morgenstunden des 17. Novembers wurden im westlichen Negev vier IDF Soldaten verwundet, als eine Mörsergranaten in unmittelbarer Nähe einschlug.

         5.   In den Morgenstunden des 16. Novembers, während der ägyptische Ministerpräsident dem Gazastreifen besuchte, wurden 21 Raketen auf Irael abgefeuert (Webseite des Koordinators für die Regierungsaktivitäten in den Gebieten, 16. November 2012).

         6.   In den Morgenstunden des 16. Novembers wurde ein Jeep ausländischer Korrespondenten, die hiergekommen waren, um über die Ereignisse zu berichten, von einer Panzerabwehrrakete getoffen. Einige Korrespondenten erlitten leichte Verletzungen.

Links: Ein Haus in einem Dorf im westlichen Negev wird direkt von einer Rakete getroffen (Sderot Media Center, 17. November 2012). Rechts: Ein Haus im westlichen Negev nach einem direkten Raketeneinschlag (Foto: Adi Israeli, mit Genehmigung von NRG, 17. November 201).

Links: Ein Haus in einem Dorf im westlichen Negev wird direkt von einer Rakete getroffen (Sderot Media Center, 17. November 2012). Rechts: Ein Haus im westlichen Negev nach einem direkten Raketeneinschlag (Foto: Adi Israeli, mit Genehmigung von NRG, 17. November 201).

Langstreckenraketenangriff auf den Raum Tel Aviv und Jerusalem

9.   Bisher wurden fünf Langstreckenraketen auf den Raum Tel Aviv abgefeuert.Die erste landete in Rishon LeZion (13 Kilometer südlich von Tel Aviv) in den frühen Abendstunden des 15. Novembers. Die zweite wurde nur wenig später um etwa 18. 30 Uhr abgeschossen. Am Nachmittag des 17. Novembers wurde das Raketenabwehrsystem 'Iron Dome' im Raum Tel Aviv aufgestellt. Seitdem hat es zwei weitere Raketen erfolgreich abgefangen, die eine am Nachmittag des 17. Novembers und die andere in den Morgenstunden des 18. Novembers. Die Überreste des Sprengkopfes der zweiten Raketen fielen auf ein Auto in der Tel Aviver Vorstadt Holon und setzte das Auto in Brand. Eine weitere Rakete wurde auf Jerusalem abgefeuert. Sie landete in einem palästinensischen Dorf in Gush Etzion.

10.Der Palästinensische Islamische Jihad über nahm die Verantwortung für den Raketenabschuss auf Tel Aviv am 15. November und behauptete, er habe eine Fajr-5 Rakete abgefeuert (Webseite der Jerusalem Brigaden, 15. November 2012). Die Hamas übernahm die Verantwortung für den Raketenbeschuss am 18. November und das Raketenfeuer auf Jerusalem am 16. November. Hamas Sprecher erklärten, es handle sich um M75 Raketen (Webseite des Izz al-Din al-Qassam Brigaden, 16. November 2012). Unserer Einschätzung nach handelte es sich um von der Hamas hergestellte, aufgewertete Langstreckenraketen.

Statistische Angaben

Raketeneinschläge seit Beginn 2011[1]

Raketeneinschläge seit Beginn 2011

Hinweis: Diese statistische Grafik zeigt die ständige Eskalation und die zunehmende Häufigkeit der Raketenangriff in den sechs Monaten bis zur Operation "Gegossenes Blei".

Jahresstatistik der Raketeneinschläge im Süden Israels seit der Hamas Machtübernahme im Gazastreifen

Jahresstatistik der Raketeneinschläge im Süden Israels seit der Hamas Machtübernahme im Gazastreifen
* Stand 18. November 12.00 Uhr, basiert auf geschätzten 800 Raketeneinschlägen.

Hinweis: Diese Grafik zeigt, dass im laufenden Jahr 2012, die Zahl der abgeschossenen Raketen sich der Anzahl der 2008 abgeschossenen Raketen annähert, dem Jahr mit der Höchstzahl der Raketen – was die Operation "Gegossenes Blei" auslöste.

Übernahme der Verantwortung für den Raketen- und Mörsergranatenbeschuss

11.Die Hamas und der Palästinensische Islamische Jihadübernahmen die Verantwortung für die meisten Raketen und Mörsergranaten, die auf israelisches Staatsgebiet abgefeuert wurden. Andere Organisationen, wie die Demokratische Front für die Befreiung Palästinas übernahmen ebenfalls die Verantwortung für eine Reihe von Raketenabschüssen (Webseiten des militärischen Flügels der verschiedenen Organisationen).

Der Globale Jihad – Raketenfeuer aus der Sinai Halbinsel

12.Die palästinensichen Medien meldeten, dass ägyptischen Sicherheitsdienste in den Abendstunden des 16. Novembers 2012 den Abschuss von drei Raketen aus der Sinai Halbinsel auf den Raum Kerem Shalom beobachteten. Sie wurden aus dem Wüstengebiet einige Kilometer südlich des Kerem Shalom Übergangs abgeschossen (Ma'an Nachrichtenagentur, 17. November 2012).

13.Am selben Tag übernahme ein salafistisch-jihadistisches Netzwerk, der "Shura Rat der Jihad Kämpfers von Groß-Jerusalem" die Verantwortung für die am 14. November vier Grad Raketen aus der Sinai Halbinsel auf den westlichen Negev abgefeuerten Raketen. Das Netzwerk lud ein Video auf YouTube hoch und erklärte, das Raketenfeuer sei eine Vergeltung für "das Leid, das den Zivilisten im Gazastreifen zugefügt wird". Allerdings wurden die Raketen kurz vor Beginn der Operation "Säule der Verteidigung" abgefeuert und nicht während der Operation.

[1]Stand 18. November 12.00 Uhr, basiert auf geschätzten 800 Raketeneinschlägen.