Update: der Terror und der israelisch-palästinensische Konflikt (31. Oktober – 6. November 2012)

Demonstranten in Jebalya im Gazastreifen verbrennen  ein Bild von Mahmoud Abbas (www.Qassam.ps, 3. November 2012)

Demonstranten in Jebalya im Gazastreifen verbrennen ein Bild von Mahmoud Abbas (www.Qassam.ps, 3. November 2012)

Demonstrationen im Gazastreifen gegen Mahmoud Abbas  (www.Palinfo.com).

Demonstrationen im Gazastreifen gegen Mahmoud Abbas (www.Palinfo.com).

Demonstranten verbrennen im Dorf Qadum die britische Fahne  (Facebookseite von PALQA, 2. November 2012)

Demonstranten verbrennen im Dorf Qadum die britische Fahne (Facebookseite von PALQA, 2. November 2012)

Die Delegation aus Bahrain eröffnet die in Zusammenarbeit mit der UNWRA gebaute Bahrain Schule in Tel-al-Hawa (Safa Nachrichtenagentur, 1. November 2012).

Die Delegation aus Bahrain eröffnet die in Zusammenarbeit mit der UNWRA gebaute Bahrain Schule in Tel-al-Hawa (Safa Nachrichtenagentur, 1. November 2012).

Mahoumd Abbas und der Generalsekretär der Arabischen Liga Nabil al-Arabi in Rabat Amman (Wafa nachrichtenagentur, 5. November 2012).N

Mahoumd Abbas und der Generalsekretär der Arabischen Liga Nabil al-Arabi in Rabat Amman (Wafa nachrichtenagentur, 5. November 2012).N

Demonstranten trampeln auf einem Bild von Lord Balfour und Mahmoud Abbas herum, vor dem Hintergrund der britischen und israelischen Fahne (Hamas Forum, 3. November 2012).

Demonstranten trampeln auf einem Bild von Lord Balfour und Mahmoud Abbas herum, vor dem Hintergrund der britischen und israelischen Fahne (Hamas Forum, 3. November 2012).

Anti-Abbas Poster (Hamas Forum 3. November 2012).

Anti-Abbas Poster (Hamas Forum 3. November 2012).

Auf der Hamas Internetseite veröffentlichte Karikatur – eine Kritik an den ''Zugeständnissen'' von Mahmous Abbas (Filastin al-'Aan, 3. November 2012)

Auf der Hamas Internetseite veröffentlichte Karikatur – eine Kritik an den ''Zugeständnissen'' von Mahmous Abbas (Filastin al-'Aan, 3. November 2012)

Mohammed Kaya (Mitte) bei einer Pressekonferenz vor dem von der Hamas errichteten Denkmal für die auf der''Mavi Marmara'' getöteten ''Aktivisten'' (Alresala.net Webseite, 4. November 2012)

Mohammed Kaya (Mitte) bei einer Pressekonferenz vor dem von der Hamas errichteten Denkmal für die auf der''Mavi Marmara'' getöteten ''Aktivisten'' (Alresala.net Webseite, 4. November 2012)

Die Volkswiderstandskomitees eröffnen ihre Kampagne

Die Volkswiderstandskomitees eröffnen ihre Kampagne

  • Der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen dauert an. In der vergangenen Woche wurden auf israelischem Staatsgebiet zwei Raketeneinschläge registriert. Während eines IDF Routineeinsatzes in der Nähe des Sicherheitszauns wurde ein Sprengsatz gezündet – drei Soldaten wurden dabei verletzt. In Ostjerusalem wurde ein junger Israeli durch Messerstiche in den Rücken schwer verletzt.
  • In einem Interview im Zweiten Programm des israelischen Fernsehens deutete Mahmoud Abbas an, er verzichte auf das "Rückkehrrecht" – diese Äusserung führte zu heftigen Reaktionen in der palästinensischen Öffentlichkeit (vor allem im Gazastreifen) und in der gesamten arabischen Welt, was Mahmoud Abbas zu einer sofortigen Stellungnahme bewegte, in der er bestätigte, das "Rückkehrrecht" sei ein "heiliges", in der UN Entschließung 194 verankertes Recht.
Drei IDF Soldaten wurden in der Nähe des Sicherheitszauns verletzt
  • In den Morgenstunden des 6. Novembers wurden drei IDF Soldaten verletzt. Während einer Routinepatrouille in der Nähe des Sicherheitszauns im mittleren Gazastreifens (in der Nähe des Kibbutz Nirim) explodierte ein Sprengsatz, der auf die Soldaten ausgerichtet war. Zwei Soldaten wurden schwer verletzt, der dritte erlitt leichte Verletzungen. 
Ein verdächtiger Palästinenser näherte sich dem Sicherheitszaun – nach Warnung durch Schüsse getötet
  • In den Abendstunden des 4. Novembers entdeckten IDF Soldaten einen verdächtigen Palästinenser, der auf den Sicherheitszaun zuging. Die Soldaten feuerten Schüsse in seine Richtung – er wurde getötet (IDF Sprecher, 5. November 2012).
  • Die palästinensischen Medien meldeten den Tod von Ahmed Taffiq al-Nabaheen, 23, aus Jur al-Dik, der als geistesgestört darstellt wurde. Dieser "Geistesgestörte", der auf dem von der Hamas ins Internet gestellte Foto zu sehen  ist,  ist mit einem Gewehr bewaffnet und trägt eine eine Kampfweste. Die im Gazastreifen aktive Menschenrechtsorganisation Al-Mezan verurteilte den Zwischenfall und rief die internationalen Organisationen dazu auf, gegen die von Israel gegen die Palästinenser begangenen "Kriegsverbrechen" vorzugehen (Ma'an Nachrichtenagentur, Shahab, 5. November 2012).  Die Hamas berichtete auf ihrer Internetseite von seinem Tod und rief die Bewohner des Flüchtlingslagers von Al-Bureij dazu auf, an seinem Bebräbnis teilzunehmen. Sein Leichnam wurde in die Hamasfahne eingewickelt (Alresala.net Webseite und Safa Nachrichtenagentur, 5. November 2012). Auf dem im Hamas Forum  veröffentlichten Foto trägt al-Nabaheen eine Kampfweste und ein Gewehr (Safa Nachrichtenagentur, 5. November 2012).

Links: Foto von Al-Nabaheen in einer Kampfweste, mit einem Gewehr bewaffnet (Hamas Forum, 5. November 2012). Rechts: Der Leichnam von Ahmed Al-Nabaheen, in eine grüne Hamas Fahne eingewickelt, aufgebahrt in der großen Moschee von Al-Burej (Shabakat Al-Wusta TV, 5. November 2012).
Links: Foto von Al-Nabaheen in einer Kampfweste, mit einem Gewehr bewaffnet (Hamas Forum, 5. November 2012). Rechts: Der Leichnam von Ahmed Al-Nabaheen, in eine grüne Hamas Fahne eingewickelt, aufgebahrt in der großen Moschee von Al-Burej (Shabakat Al-Wusta TV, 5. November 2012).

Das Raketenfeuer auf Israel
  • In der vergangenen Woche schlugen zwei Raketen auf israelischem Staatsgebiet ein. Die Raketen landeten auf freiem Feld. Es gab keine Verletzten und es entstand kein Sachschaden.

Raketeneinschläge seit Beginn 2011[1]

Raketeneinschläge seit Beginn 2011

Verhaftung eines Eisenhändlers, der im Auftrag eines Hamasaktivisten große Geldsummen in den Gazastreifen schmuggelte
  • Zur Veröffentlichung freigegeben: in Zusammenarbeit mit der Polizei konnten die israelischen Sicherheitsdienste am 6. November 2012 am Erez Übergang in den Gazastreifen Mahar Attia Abu Giba festnehmen. Es handelt sich um einen Eisenhändler aus dem Gazastreifen. Er wird verdächtigt, unter Einsatz der ihm erteilten Einfuhrgenehmigungen,  Zivilgüter in den Gazastreifen zu importieren, der Hamas, geholfen zu haben, große Geldsummen in den Gazastreifen zu schmuggeln. Es soll sich bei den eingeschmuggelten Geldsummen um Millionen von Dollar handeln. Das Eisen verkaufte der Verdächtige dem militärischen Flügel der Hamas im Gazastreifen. Das Eisen wurde für den Bau von Tunneln, Bunkern und Stützpunkten eingesetzt. Am 30. September 2012 wurde vor dem Amtsgericht in Beer Sheva Anklage gegen ihn erhoben (Webseite der Sicherheitsbehörde, 1. November 2012).
Ein Teil der vom Sicherheitsdienst im Hafen von Ashdod beschlagnahmten Eisenladung, die den Gazastreifen erreichen sollte (Webseite des Sicherheitsdienstes, 1. November 2012).
Ein Teil der vom Sicherheitsdienst im Hafen von Ashdod beschlagnahmten Eisenladung, die den Gazastreifen erreichen sollte (Webseite des Sicherheitsdienstes, 1. November 2012).
Junger Israeli in Ras El Amud mit einem Messer angegriffen und verletzt
  • Am Freitag, dem 2. November wurde ein junger Israeli im Jerusalemer Stadtteil Ras El Amud von zwei Palästinensern mit einem Messer angegriffen – er erlitt mehrere Messerstiche in den Rücken. Der verletzte junge Mann wurde in ein Jerusalem Krankenhaus eingeliefert. Der Verletzte und ein weiterer Fußgänger befanden sich in der Altstadt, als plötzlich zwei Männer auftauchten, ihn mit dem Messer in den Rücken stachen und verschwanden. Die beiden Fußgänger konnte bis zum Stadtteil 'Maale HaSeitim' gelangen – von dort aus wurde sie von Sanitätern ins Krankenhaus gebracht. Die Suche nach den Attentätern blieb bisher erfolglos (Ynet, 2. Novewmber 2012).
Waffenversteck entdeckt
  • Bei einem Routineeinsatz im Dorf Bita, im Raum Nablus, endeckten  IDF Soldaten in zwei Wohnhäusern zwei Uzi Maschinengewehre (IDF Sprecher, 31. Oktober 2012).

Eines der beschlagnahmten Maschinengewehre (IDF Sprecher, 31. Oktober 2012)
Eines der beschlagnahmten Maschinengewehre (IDF Sprecher, 31. Oktober 2012)

Demonstrationen an den Reibungspunkten
  • Bei der üblichen Freitagsdemonstration wurde am 2. November lautstark der 95. Jahrestag der Verabschiedung der Balfour Erklärung begangen und ihre Annulierung verlangt. So stand z. B. die im Dorf Qadum, im Raum Nablus, organisierte, wöchentliche Demonstration unter dem Slogan "Stoppt die Balfour Erklärung – stoppt die Besatzung" ( ElQuds Forum, 2. November 2012). Während der Demonstration verbrannten  die Demonstranten die britische Fahne (AlHayat ElJadida, Amad Nachrichtenagenturen, 2. November 2012). Bei der Demonstration in Um Salmouna riefen die Demonstranten die Palästinenser dazu auf, sich bei der bevorstehenden UN Vollversammlung vereint hinter den Antrag der Palästinensischen Autonomiebehörde zu stellen. Sie riefen auch nach einer verstärkten Teilnahme an den Demonstrationen gegen den Sicherheitszaun und die Siedlungen (Wafa Nachrichtenagentur, 2. November 2012).
  • Die Kultur- und Propagandaabteilung der PLO veröffentlichte zum Jahrestag der Balfourerklärung eine Stellungnahme, in der sie der internationalen Staatengemeinschaft und allen voran Groß-Britannien, die politische und moralische Verantwortung dafür auferlegen, dass das palästinensische Volk "unter dem Joch der einzigen Besatzung lebt, die es auf der Welt gibt und für das menschliche Verbrechen, das Groß-Britannien begann, als es die Balfourerklärung veröffentlichte, unter Verstoß gegen alle internationalen und menschlichen Rechtsvorschriften". Diese Stellungnahme behauptet, für die internationale Staatengemeinschaft und an erster Stelle für Groß-Britannien sei die Zeit gekommen,  alles zu  unternehen, um diesen historischen Fehler zu korrigieren oder sich wenigstens für diese historische Benachteilgung zu entschuldigen und den Palästinensern materielle und moralische Hilfestellung zu leisten (Ma'an Nachrichtenagentur, 2. November 2012). 

Eine Delegation aus Bahrain besucht den Gazastreifen

  • Nach dem Besuch des Emirs von Qatar, traf am 1. November eine offizielle Delegation aus Bahrain zu einem mehrstündigen Besuch im Gazastreifen ein. Die Delegation stand unter der Leitung von Mustafa al-Sayed, einem Vertreter des Königlichen Wohltätigkeitsverbandes von Bahrain[2]. Die Delegation eröffnete im Gazastreifen mehrere Projekte (Safa Nachrichtenagentur, 1. November 2012), u. a. folgende:
  • Die in Zusammenarbeit mit der UNRWA gebaute Bahrain Schule im Tel al-Hawa Stadtteil von Gaza City.
  • Ein technologisches Zentrum für Behinderte an der Islamischen Universität von Gaza City.
  • Eine Bücherei in der Al-Fakhari Schule im nördlichen Gazastreifen und ein poliklinisches Zentrum in Khan Yunis.
Der Palästinensiche UN Antrag
  • Die Palästinensische Autonomiebehörde intensiviert ihre diplomatischen Bemühungen, internationale Unterstützung für ihren Plan zur Aufwertung ihres UN Status zu gewinnen. Im Hinblick darauf  führten hochrangige PA Vertreter Gespräche mit Diplomaten und Vertretern verschiedenen Staaten, um ihre Unterstützung für dieses Vorgehen zu gewinnen. Am 5. November führte Mahmoud Abbas in seiner Residenz in Rabat Amman  ein Gespräch mit Nabil al-Arabi, dem Generalsekretär der Arabischen Liga, um die Schritte zu diskutieren, die in der UNO zu treffen sein werden (Wafa Nachrichtenagentur, 5. November 2012). Riyadh al-Maliki, der palästinensische Außenminister erklärte, der November sein ein "entscheidender Monat", - bisher sei jedoch noch kein fester Termin festgelegt worden (PalPress, 31. Oktober 2012)
  • Beispiele der diplomatischen Aktivitäten der palästinensischen Vertreter:
  • Hanan Ashrawi, Mitglied des Exekutivkomitees der PLO reiste nach Deutschland, um an einer internationalen Konferenz über die Zukunft des Nahen Ostens teilzunehmen und wichtige Persönlichkeiten zu treffen, u. a. den österreichischen Außenminister (Wafa Nachrichtenagentur, 30. Oktober 2012).
  • Mohammed Ashtiya, Mitglied des PLO Zentralkomitees, begann einen Staatsbesuch in den skandinavischen Staaten, um dort Unterstützung zu gewinnen. Er überbrachte drei Erklärungen von Mahmoud Abbas für die Regierungschefs der Regierungen von Dänemark, Schweden und Finnland (Ma'an Nachrichtenagentur, 31. Oktober 2012).
  • Palästinensische Quellen unterstrichen, dass eines der wichtigsten Ziele  in der Aufwertung des Status der palästinensischen Delegation in den Vereinten Nationen darin besteht, in internationalen Gremien rechtliche Schritte gegen Israel anstrengen zu können. Zaki Abbas, Mitglied des Zentralkomitees der PLO erklärte in einem Interview mit Al-Quds Al-Arabi in London, dass mit der Aufwertung des PA Status eine "beispiellose" Kampagne beginnen werde, die die Palästinenser in den UN Organisationen und verschiedenen internationalen Rechtsgremien beginnen wollen (Al-Quds Al-Arabi, London, 5. November 2012).
Heftige Reaktionen auf palästinensischer Seite nach dem Fernsehinterview von Mahmoud Abbas im israelischen Channel  2
Wichtigste Punkte des Interviews
  • In einem Fernsehinterview mit dem israelischen Sender Channel 2 TV deutete Mahmoud Abbas an, er habe das sogenannte "Rückkehrrecht" aufgegeben. Er erklärte u. a. er sei zwar in der Stadt Safed geboren, habe jedoch nicht die Absicht, dorthin zurückzukehren. "Für mich", erklärte er, "ist Palästina der Staat mit den Grenzen von 1967, der neben dem Staat Israel besteht." Er fügte hinzu, dass er einen Staat plant, der den Gazastreifen, Judäa und Samarien umfasst und dessen Hauptstadt Ostjerusalem sein wird. Zum "bewaffneten Kampf" erklärte er, dass er in seiner Amtszeit keine "dritte Intifada" zulassen werde – er versprach, "ausschließlich diplomatische und friedliche Methoden" anwenden zu wollen (Channel 2 Nachrichten, Israel, 2. November 2012).  Seine Bemerkungen riefen unter den Palästinensern heftige Reaktionen hervor, besonders bei der de-facto Hamas Regierung im Gazastreifen.
  • Angesichts der scharfen Kritik korrigierte oder änderte Mahmoud Abbas seine Haltung. In einem Interview mit dem ägyptischen Fernsehsender Al-Hayat erklärte er, die in seinem Interview mit dem israelischen Fernsehen geäusserte Haltung beruhe lediglich auf seiner persönlichen Entscheidung, nicht nach Safed zurückzukehren. Das sogenannte "Rückkehrrecht", unterstrich er,  sei jedoch ein "heiliges Recht", das in Resolution 194 der UN Vollversammlung verankert ist (Al-Hayat TV, Ägypten, 3. November 2012).
Die wichtigsten Reaktionen
  • Am 3. November wurden an drei verschiedenen Orten im Gazastreifen Demonstrationen gegen Mahmoud Abbas abgehalten: in Gaza City, im nördlichen Gazastreifen und in Khan Yunis. Die Demonstranten riefen Anti-Abbas Parolen und hielten Plakate, auf denen er als "der neue Balfour" und "Verräter" bezeichnet wird; auf anderen Plakaten hieß es, Abbas gelte nicht als Vertreter der Palästinenser. Die Demonstranten verbrannten Bilder von Abbas und Lord Balfour, um den 95. Jahrestag des Balfour Erklärung zu begehen (Ma'an Nachrichtenagentur, Filastin al-'Aan, Safa Nachrichtenagentur, 3. November 2012).

Links: Anti-Abbas Poster (Hamas Forum 3. November 2012). Rechts: Demonstranten trampeln auf einem Bild von Lord Balfour und Mahmoud Abbas herum, vor dem Hintergrund der britischen und israelischen Fahne (Hamas Forum, 3. November 2012).
Links: Anti-Abbas Poster (Hamas Forum 3. November 2012). Rechts: Demonstranten trampeln auf einem Bild von Lord Balfour und Mahmoud Abbas herum, vor dem Hintergrund der britischen und israelischen Fahne (Hamas Forum, 3. November 2012).

  • Die Reaktionen:
  • Ismail Haniyeh, Chef der de-facto Hamas Regierung erklärte, das Interview habe gefährliche Auswirkungen und schade dem "Rückkehrrecht" – nicht nur für Mahmoud Abbas persönlich, sondern für sechs Millionen Palästinenser (Al-Aqsa TV, 2. November 2012).
  • Der Hamas SprecherFawzi Barhoum, erklärte, Mahmoud Abbas lebe in einer gewissen Verwirrung und sei sich nicht bewußt, wie die Wirklichkeit des Kampfes gegen Israel für das palästinensische Volk aussieht. Er sagte, Diplomatie ohne Widerstand (sprich: Terror) könne "die Palästinenser ihren Wünschen und Hoffnungen um keinen Deut näherbringen" (Al-Aqsa TV, 2. November 2012),
  • Bei einer der Demonstrationen im Gazstreifen unterstrich Salah al-Bardawil, ein hochrangiger Hamasführer, die Hamas werde kein Abkommen anerkannen, das Mahmoud Abbas unterzeichnet , da er nur seine eigenen Person vertrete (Palestine-info Webseite, 3. November 2012).
  • Yahya Musa, ein hochrangiges Hamasmitglied, behauptete, Mahmoud Abbas habe seine nationale Rechtmäßigkeit eingebüßt (Palestine-info Webseite, 3. November 2012).
  • Auch in Judäa und Samarien wurde scharfe Kritik an Mahmoud Abbas Bemerkungen geübt. Am 3. November hielten islamistische und linke Zellen an der Beir Zeit Universität einen Proteststreik, bei dem sie Poster mit der Aufschrift " Israel gibt die Tötung von Abu Jihad zu  und  Mahmoud Abbas verzichtet auf Jerusalem, das Land die Ehre und das Blut der Shahiden" und "Widerstand ist unsere einzige Wahl" (Filastin al-'Aan, 3. November 2012).

Auf der Hamas Internetseite veröffentlichte Karikatur – eine Kritik an den "Zugeständnissen" von Mahmous Abbas (Filastin al-'Aan, 3. November 2012)
Auf der Hamas Internetseite veröffentlichte Karikatur – eine Kritik an den "Zugeständnissen" von Mahmous Abbas (Filastin al-'Aan, 3. November 2012)

Die Türkei strengt ein Gerichtsverfahren gegen israeliche Führungspersönlichkeiten an
  • Am 6. November begann vor einem Gericht in Istanbul ein dreitägiger Gerichtsverfahren. Dieses Verfahren ist Teil eines in der Türkei stattfindenden Prozesses gegen vier hochrangige IDF Offiziere. Die Anklage wirft ihnen eine angebliche Verantwortung für den Tod von neun "Aktivisten" an Bord der 'Mavi Marmara' vor und will sie zur Verantwortung ziehen.  Das israelische Außenministerium bezeichnete diese Initiative als Schauprozess ohne jegliche Verbindung zu Recht oder Gerechtigkeit, dessen einziges Ziel im Propagandaeffekt zu suchen ist (Ynet, 6. November 2012).
  • Bei den vier angeklagten Offizieren handelt es sich um den ehemaligen Generalstabschef Gabi Ashkenazi, den ehemaligen Leiter des militärischen Nachrichtendienstes Aharon Yadlin, den ehemaligen Oberkommandeur der Marine, Eliezer Marom und den Luftwaffenkommandeur Avishai Levi. Der türkische Staatsanwalt verlangt eine lebenslange Haftstrafe. Die Türken veranlassten auch eine Untersuchung von General Tal Russo, den sie angeklagen, für  Planung und Durchführung der Angriffs auf die 'Mavi Marmara' verantwortlich zu sein (IHH Webseite, 6. November 2012). Zu den Anklagepunkte gehören u. a. "Aufwiegelung zum Mord durch Folterung" und "Anstiftung zum Einsatz von Waffen um Schaden anzurichten".
  • Am 4. November hielt Mohammed Kaya, der IHH Verteter im Gazastreifen eine Pressekonferenz vor dem von der Hamas in Gaza errichteten Denkmal für die an Bord der 'Mavi Marmara' getöteten türkischen "Aktivisten". Er kündigte ganz offiziell den Beginn des Prozesses an. Er drückte die Hoffnung aus, dass der Prozess dem freien Verkehr der Verantwortlichen für die Tötung der Flotilla Aktivisten ein Ende setzen wird (PIJ PalToday Webseite, 4. November 2012).

Mohammed Kaya (Mitte) bei einer Pressekonferenz vor dem von der Hamas errichteten Denkmal für die auf der"Mavi Marmara" getöteten "Aktivisten" (Alresala.net Webseite, 4. November 2012)
Mohammed Kaya (Mitte) bei einer Pressekonferenz vor dem von der Hamas errichteten Denkmal für die auf der"Mavi Marmara" getöteten "Aktivisten" (Alresala.net Webseite, 4. November 2012)

Jahrestag der Balfour Erklärung
  • Die Webseite des Palestine Return Center (PRC), einer Organisation, die an der Deligitimierungskampagne gegen Israel beteiligt ist, kündigte den Beginn einer neuen Kampagne für Groß-Britannien an. Diese Kampagne trägt den Titel "Britain, It's time to apologise". Die Initiative erwuchs aus dem bevorstehenden Jahrestag der Balfour Erklärung (2. Dezember). Ihr Ziel besteht darin, in den nächsten fünf Jahren eine Million Unterschriften zu sammeln, die die britische Regierung aufrufen, die "Kolonialpolitik" von 1917 – 1948 zu verurteilen, insbesondere die Gewährung der Balfour Erklärung an die zionistische Bewegung. Die Unterschriftensammlung wird von Propagandaveranstaltungen, Kundgebungen, Konferenzen usw. begleitet.
  • Das PRC ist ein 1996 in London gegründetes Zentrum für antiisraelische, palästinensische Propaganda. Es ist der Hamas und der Muslimischen Bruderschaft angeschlossen. Einige der hochrangigen Vertreten sind Hamas Aktivisten, denen Groß-Britannien Asyl gewährt hat. Das Zentrum befasst sich hauptsächlich mit der Verbreitung und Verinnerlichung des sogenannten "Rückkehrrechts" der palästinensischen Flüchtlinge auf das Staatsgebiet Israels[3]
Die Volkswiderstandskomitees eröffnen ihre Kampagne
Die Volkswiderstandskomitees eröffnen ihre Kampagne
Das Schiff 'Gaza Ark'
  • Nach Angaben von palästinensischen Aktivisten der 'Gaza Ark' Initiative kommen die Monate März und April 2013 für eine Reise der 'Gaza Ark' vom Gazastreifen nach Europa in Frage. Das Schiff, dessen Bau im August 2012 begonnen wurde, soll mit 13 "Flotilla Aktivisten" aus verschiedenen Ländern an Bord vom Gazastreifen nach Europa in See stechen. Die Reise wird von einer umfassenden Kampagne begleitet werden, die internationalen Druck auf Israel hervorrufen soll, um das Schiff nicht an seiner Abreise zu hindern (Al.-Ayam, 4. November 2012).
Jordanien
  • Die jordanische Regierung veröffentlichte eine Erklärung, in der sie ankündigte, ihre Nachrichtendienste hätten Terroraktivitäten von Al-Qaeda Terroristen vereiteln können. Die Terroristen planten angeblich eine Reihe von  parallelen Angriffen auf zivile und staatliche Ziele, u. a. auf die amerikanische Botschaft in Amman. Sie hatten eine große Menge von Sprengstoff und Waffen gehortet, die sie aus Syrien erhalten hatten und planten als Ablehnungmanöver Angriffe auf Einkaufszentren und Cafes in Amman, um die allgemeine Aufmerksamkeit von den tatsächlich ausgewählten Zielen abzulenken,  - sie planten Angriffe auf Regierungsgebäude und Botschaften (Washington Post, 21. Oktober 2012).
  • Nach Angaben des jordanischen Informationsministers bewegten sich die Terroristen frei zwischen Jordanien und Syrien. Bei ihrer Festnahme wurden große Mengen von Waffen und Landkarten beschlagnahmt, auf denen die Orte und Zielobjekte der geplanten Angriffe markiert waren. Unter den Zielen befanden sich zwei große Einkaufszentren in Amman und bestimmte Zielobjekte in Abdoun, einem luxuriösen Stadtteil von Amman, in dem viele ausländische Botschaften angesiedelt sind. Aus den Quellen der Sicherheitsdienste wurde gemeldet, die Verdächtigen hätten Sprengstoff hergestellt, die die größtmögliche Anzahl von Todesopfern fordern würden (Al-Arabiya in englischer Sprache, 21. Oktober 2012). Es handelt sich hierbei um die Aufdeckung der gefährlichsten Al-Qaeda Terrorzelle, seit dem Anschlag in Amman im November 2005.[4]Nach Angaben einer Quelle aus dem jordanischen Nachrichtendienst, verfolgten die jordanischen Nachrichtendienste die Mitglieder dieser Zelle seit ihrer Gründung (BBC, 21: Oktober 2012).

 Von der jordanischen Nachrichtenagentur Petra veröffentlichte Fotos der Verdächtigen
 Von der jordanischen Nachrichtenagentur Petra veröffentlichte Fotos der Verdächtigen

Ägypten
  • Die Sicherheitsbehörden der Sinai Halbinsel nahmen fünf bewaffnete Männer fest, die u. a. Handgranaten, RPGs und Maschinengewehre bei sich hatten. Bei ihrem ersten Verhör stellte sich heraus, dass sie während des muslimischen Feiertages Eid al-Adha einen Anschlag auf Ferienorte im Süden der Sinai Halbinsel durchführen wollten. Die Polizei nahm vier weitere Männer fest, bei denen TNT gefunden wurde. Sie gehörten einer der Zellen des Globalen Jihads an undagierten hauptsächlich auf der Sinai Halbinsel (Al-Hayat, 30. Oktober 2012).