Nachrichten zum Terror und zum israelisch-palästinensischen Konflikt (23. – 29. August 2017)

Die wöchentliche Demonstration im Dorf Kadum (Twitter-Account von PALDF, 25. August 2017)

Die wöchentliche Demonstration imDorf Kadum (Twitter-Account von PALDF, 25. August 2017)

Besuch der Mitglieder des Verteidigungsausschusses des Legislativrates der Hamas in der Pufferzone (Anatolia Nachrichtenagentur, 23. August 2017)

Besuch der Mitglieder des Verteidigungsausschusses des Legislativrates der Hamas in der Pufferzone (Anatolia Nachrichtenagentur, 23. August 2017)

Die Pressekonferenz von Yahya Sinwar (Facebook-Seite von Alresalah.net, 28. August 2017)

Die Pressekonferenz von Yahya Sinwar (Facebook-Seite von Alresalah.net, 28. August 2017)

Mahmud Abbas' Treffen in Ramallah mit der US-Delegation (Website des US-Konsulats in Jerusalem, 25. August 2017)

Mahmud Abbas' Treffen in Ramallah mit der US-Delegation (Website des US-Konsulats in Jerusalem, 25. August 2017)

Israelische Flagge und ein Foto von Präsident Trump werden während der Demonstration verbrannt (Facebook-Seite des Fotografen Ismail al-Rimawi, 24. August 2017)

Israelische Flagge und ein Foto von Präsident Trump werden während der Demonstration verbrannt (Facebook-Seite des Fotografen Ismail al-Rimawi, 24. August 2017)

Der Beitrag, der auf der offiziellen Facebook-Seite der Fatah-Bewegung am 26. August 2017 veröffentlicht wurde

Der Beitrag, der auf der offiziellen Facebook-Seite der Fatah-Bewegung am 26. August 2017 veröffentlicht wurde

  • Während der vergangenen Woche wurden keine bedeutenden Angriffe in Judäa und Samaria verübt und es wurden keine Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert. Allerdings wurden die Demonstrationen und die Unruhen in Judäa und Samaria fortgesetzt.
  • Eine Untersuchung des Schin Bet ergab, dass der bewaffnete Angriff vom 14. Juli 2017 auf dem Tempelberg von einer lokalen Organisation durchgeführt wurde, die sich in einer der Moscheen in Umm al-Fahm zusammenbildete. Die Waffen, die von den Terroristen benutzt wurden, wurden in einem Schrank in derselben Moschee versteckt. Im Verlauf der Untersuchung wurde ein Bewohner von Umm al-Fahm festgenommen, der die Zellenmitglieder bei der Ausführung des Angriffs (beispielsweise bei der Aufnahme von Waffenübungen in der Nähe von Umm al-Fahm) unterstützte.
  • Mahmud Abbas traf in Ramallah mit einer US-amerikanischen Delegation, angeführt von Jared Kushner, Berater des US-Präsidenten, zusammen. Die arabischen Medien berichteten, dass die Amerikaner um eine Zeitverlängerung von vier Monaten baten, um einen Friedensplan seitens der US-Regierung vorlegen zu können. Mahmud Abbas stimmte dem Antrag zu. „Westliche diplomatische Quellen“ berichteten, dass die Delegation Mahmud Abbas gegenüber ihren Wunsch bekundet hat, sich in naher Zukunft und noch vor der Aufnahme der Verhandlungen wieder um die Stärkung der Beziehungen zwischen den beiden Seiten auf wirtschaftlicher, sicherheitlicher und politischer Ebene bemühen will.
Demonstrationen und Ausschreitungen
  • Die Demonstrationen und Unruhen in Judäa und Samaria wurden fortgesetzt. Dabei handelte es sich überwiegend um Vorfälle, bei denen Steine und Molotow-Cocktails geworfen wurden. Die israelischen Sicherheitskräfte vereitelten eine Reihe von Angriffen und nahmen mehrere dutzend Terrorverdächtige fest.
  • Im Folgenden einige nennenswerte Ereignisse:
    • Am 28. August 2017 erreichte eine IDF-Einheit bei einer Routineoperation einen Aussichtspunkt nordöstlich von Ramallah. Dort entdeckte einer der Soldaten ein verdächtiges Objekt. Dieses explodierte noch während der Inspizierung. Es gab keine Verletzten. Eine Untersuchung der Pioniereinheit ergab, dass es sich um eine improvisierte Rohrbombe handelte (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 287 August 2017).
    • Am 28. August 2017 wurden Steine auf ein israelisches Fahrzeug geworfen, das in der Nähe von Sindschil (nördlich von Ramallah) fuhr. Es gab keine Verletzten. Allerdings wurden Schäden an der Windschutzscheibe des Fahrzeugs verursacht (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 28. August 2017).
    • Am 27. August 2017 zündeten Palästinenser Feuer an drei Standorten in der Nähe des Zauns der Siedlung Telem im Hebrongebirge. Eine Einheit der Feuerwehr löschte die Brände. Es gab keine Verletzten (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 27. August 2017).
    • Am 17. August 2017 nahmen israelische Streitkräfte einen palästinensischen Bewohner von Hebron fest, der einen Angriff in der Nähe der Stadt Aschkelon auszuführen beabsichtigte, (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, die 27. August, 2017).
    • Am 26. August 2017 nahm eine IDF-Einheit einen Palästinenser am Checkpoint Rimonim (in Samaria) unter dem Verdacht fest, an der Herstellung von Sprengsätzen beteiligt gewesen zu sein. Er wurde zur Vernehmung geführt (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 26. August 2017).
    • Am 25. August 2017 warf ein Palästinenser bei Unruhen in Hebron einen Molotowcocktail auf eine IDF-Einheit. Die Soldaten schossen auf ihn, wobei er leicht verletzt wurde (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 25. August 2017).
    • Am 25 August 2017 wurden Steine auf ein israelisches Fahrzeug geworfen, das in der Nähe der Kreuzung Gittit (im Jordantal) fuhr. Infolgedessen verlor der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug und prallte gegen ein Sicherheitsgeländer. Es gab keine Verletzten. Das Fahrzeug wurde jedoch beschädigt (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 25. August 2017).

Bedeutende Angriffe in Judäa, Samaria und Jerusalem im vergangenen Jahr[1]

Bedeutende Angriffe in Judäa, Samaria und Jerusalem im vergangenen Jahr

Waffenschmuggel nach Judäa und Samaria vereitelt
  • Im Rahmen einer planmäßigen Operation der Grenzpolizei und der Zivilverwaltung in Judäa und Samaria wurde dort ein Schmuggelversuch von Hunderten von Waffenteilen aus Israel vereitelt. Die Sicherheitskräfte hielten einen Lkw in der Nähe von En Ya’el, in der Nähe von Jerusalem, zwecks Überprüfung an. Unter Schutt und Müll wurden in dem Fahrzeug Hunderten von Waffenteile gefunden, darunter auch ein M-16 Sturmgewehr und andere Waffen. Bei einer Durchleuchtung des Wagens wurde eine Reihe von Geheimfächern, in denen Dutzende von weiteren Waffenteilen untergebracht waren, entdeckt. Die Vernehmung des Lkw-Fahrers ergab, dass er sich auf dem Weg zum Dorf Idna im Gebiet Hebron befand (Kanal 7, 23. August 2017). Die aufgedeckten Teile waren offenbar zur Herstellung von improvisierten Waffen bestimmt.
Weitere Informationen über den Angriff auf dem Tempelberg
  • Eine Untersuchung der israelischen Sicherheitskräfte ergab, dass der bewaffnete Angriff vom 14. Juli 2017 auf dem Tempelberg, bei dem zwei israelische Grenzpolizisten getötet wurden, von einer lokalen Organisation durchgeführt wurde, die sich in der Moschee al-Malsa’a in Umm al-Fahm zusammenbildete. In dieser Moschee war einer der Terroristen als Raumpfleger und Muezzin beschäftigt. Es stellte sich zudem heraus, dass die von den Terroristen benutzten Waffen zuvor in einem Schrank in der Moschee versteckt worden waren.
  • Im Verlauf der Untersuchung wurde Amdschad Muhammad Ahmed Dschabarin (35) aus Umm al-Fahm festgenommen. Seine Vernehmung ergab, dass ihm angeboten wurde, der Gruppe der Terroristen beizutreten. Er gesellte sich zwar nicht direkt zu ihnen, lieferte ihnen jedoch seine Unterstützung, beispielsweise bei Waffenübungen während der Vorbereitung auf den Angriff, die in einer hügeligen Gegend in der Nähe von Umm al-Fahm ausgeführt wurden und an denen er selbst teilnahm. Amdschad Dschabarin chauffierte die bewaffneten Terroristen in der Vornacht des Angriffs sogar von dieser Moschee zu einem Treffpunkt in der Nähe des Tempelbergs in Jerusalem. Aufgrund seiner Beteiligung am Angriff wurde gegen ihn Klage eingereicht (Website des Schin Bet, 24. August 2017).
Der Raketenbeschuss
  • In der vergangenen Woche wurde kein Raketeneinschlag auf israelischem Gebiet registriert.
Raketeneinschläge in Israel im Monatsdurchschnitt seit Januar 2016

Raketeneinschläge in Israel im Monatsdurchschnitt seit Januar 2016

Raketeneinschläge im Süden Israels im Jahresdurchschnitt

Raketeneinschläge im Süden Israels im Jahresdurchschnitt

Der Grenzübergang Rafah
  • Salah Bardawil, Mitglied des Politbüros der Hamas, gab bekannt, dass die ägyptischen Geheimdienste während der letzten Treffen mit hochrangigen Hamas Beamten bestätigt haben, dass der Grenzübergang Rafah bis zur Verbesserung der Sicherheitslage auf der Sinai-Halbinsel nicht dauerhaft geöffnet werden kann (Webseite von al-Resalah.net, 22. August 2017).
Die humanitäre Lage im Gazastreifen
  • Die Energiebehörde im Gazastreifen gab bekannt, dass sie in ihrem Kraftwerk einen dritten Generator aktiviert hat. Dieser Schritt wurde durch die ägyptische Zulieferung von Kraftstoff im Lichte der letzten Vereinbarungen mit der Hamas ermöglicht (Website der Energiebehörde im Gazastreifen, 26. August 2017). Der Leiter für Öffentlichkeitsarbeit der Gesellschaft wies darauf hin, dass somit eine leichte Verbesserung bei der Stromversorgung zu erwarten sei. Ab dem 27. August 2017 werden die Bewohner den Strom für etwa vier Stunden genießen können, wonach eine Pause von 12 Stunden eintreten wird. Zuvor mussten sie mit einem Stromausfall von 16 Stunden rechnen (Palsawa, 26. August 2017).
  • Robert Piper, UN-Koordinator für humanitäre Hilfe und Entwicklung in den palästinensischen Gebieten, gab bekannt, dass die Summe von 2,5 Millionen US-Dollar aus einem gemeinsamen humanitären Fond der Vereinten Nationen an den Gazastreifen überwiesen wurde, um die dortigen dringenden Bedürfnisse zu decken. Die Mittel sollen der Zulieferung von medizinischen Geräten, Sonnenkollektoren und landwirtschaftlichen Produkten dienen (Website von UN News, 25. August 2017). Darüber hinaus erklärte sich Kanada bereit, weitere 25 Millionen US-Dollar durch das UNRWA-Hilfswerk zu überweisen (Sputnik News, 25. August 2017).


Eine Karikatur, die die Situation vor dem Eid al-Adha (Opferfest) darstellt, das am 1. September beginnt: Im Gegensatz zu den Vorjahren sind in diesem Jahr fast alle Viehmärkte leer. Händler berichteten von einem starken Rückgang der Käufer (Webseite von Alresalah.net, 28. August 2017)

Ausbau der Pufferzone zwischen dem Gazastreifen und Ägypten
  • Die Hamas bemüht sich weiterhin um den Ausbau der Pufferzone entlang der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten. Auf einer Pressekonferenz, die nach einer Besichtigung vor Ort durch Mitglieder des Sicherheitsausschusses des Legislativrates der Hamas stattfand, berichtete Tawfiq Abu Naim, Stellvertretender Innenminister und Kommandeur der Sicherheitskräfte im Gazastreifen, über den Zustand des Ausbaus. Gemäß seinem Bericht hat das Innenministerium für die erste Phase der Einebnung des Bodens entlang der Grenze in einer Länge von 12 km gesorgt und bereits mit der zweiten Phase der Verlegung des Stacheldrahts begonnen. Er fügte hinzu, dass in den kommenden Tagen die Arbeiten zur Montierung von Beleuchtungsanlagen, Sicherheitstürmen und Überwachungskameras durchgeführt werden sollen (Anatolia Nachrichtenagentur, 23. August 2017; Website des Legislativrats im Gazastreifen, 23. August 2017).
  • Erwähnenswert ist, dass das Ministerium für Inneres und nationale Sicherheit im Gazastreifen Ende Juni 2017 mit dem Ausbau einer umfangreichen Infrastruktur zur Errichtung einer Pufferzone zwischen dem Gazastreifen und Ägypten begonnen hat. Zweck der Pufferzone ist, Maßnahmen zur Bewachung der Grenzzone sowie zur Verhinderung des Schmuggels und der Infiltration von Terroristen in und aus dem Gazastreifen ergreifen zu können. Die Pufferzone soll sich über 12 km, vom Kibbuz Kerem Schalom bis zum Mittelmeer, erstrecken. Ihre Breite soll (in den meisten Orten) zwischen 50 und 150 m liegen. Entlang der Zone soll eine Asphaltstraße gepflastert und die vorhandene Erdbarriere mit einer neuen Stacheldrahtanlage erneuert werden. Zudem sollen Beleuchtungsanlagen, Sicherheitstürme und Überwachungskameras entlang der Pufferzone montiert werden.[2]
Pressekonferenz von Yahya Sinwar
  • Yahya Sinwar, Chef der Hamas und Mitglied des Politbüros der Bewegung im Gazastreifen, berief eine zweistündige Pressekonferenz ein, die von einem der Hamas-Sprecher, Hazem Kassem, geleitet wurde. Während des Treffens sprach Sinwar eine Reihe von Fragen an, die auf der Tagesordnung standen.
  • Im Folgenden die wichtigsten Punkte (Safa Nachrichtenagentur, 28. August 2017):
    • Die Konfrontation mit Israel: Die Hamas hat kein Interesse, einen Kampf gegen Israel zu starten, denn „unser Volk will sich erholen“. Daher tut die Hamas ihr Möglichstes, um den Ausbruch eines neuen Krieges im Gazastreifen zu verhindern. Sinwar betonte jedoch, dass sich die Hamas nicht vor einem erneuten Kampf gegen Israel scheue und sich bereits in dieser Hinsicht vorbereite.
    • Der Gefangenenaustausch: Die Hamas ist bereit, bezüglich eines Gefangenenaustauschs Verhandlungen über einen Vermittler zu führen. Dennoch hält die Hamas an den von ihr gestellten Vorbedingungen fest, dass 54 Gefangene, die während des „Schalit-Deals“ freigelassen und später durch Israel wieder festgenommen wurden, befreit werden sollen.
    • Die Situation im Gazastreifen und die dortige Hamas-Regierung: Die Hamas bemüht sich um die Leistungsverbesserung der Regierung und die Behebung der Probleme, wie der Stromengpass und die Schließung des Grenzübergangs Rafah. Diesbezüglich hat die Hamas alle Parteien, mit Ausnahme Israels, angesprochen. Als strategisches Ziel hat sich die Hamas das Wohlbefinden der Bewohner des Gazastreifens und deren Möglichkeit, in Würde leben zu können, gesetzt, nicht jedoch auf Kosten des Nationalprogramms und des „Widerstands“ (sprich Terrorismus). Die Hamas beabsichtigt nicht, den Gazastreifen bis zum Ende aller Tage zu kontrollieren, und ist grundsätzlich bereit, den von ihr gebildeten Regierungsausschuss wieder aufzulösen. So eine Auflösung kann aber nur dann stattfinden, wenn dessen Rolle von einer anderen Instanz übernommen wird. Eine heutige Auflösung des Ausschuss könnte ein Vakuum verursachen, das die Probleme im Gazastreifen nur erhöhen würde.
    • Die Beziehung zu Ägypten: Der Besuch einer Delegation der Hamas in Ägypten führte zu einem signifikanten Durchbruch in den beidseitigen Beziehungen. Ägyptische Beamte haben zwar versprochen, den Grenzübergang Rafah zu öffnen. Nach einer gewissen Zeit gaben sie allerdings bekannt, dass dies im Moment aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist. Dennoch haben sie versprochen, dass der Grenzübergang nach den jetzigen Sanierungsarbeiten wieder geöffnet werden wird.
    • Die Beziehung zu anderen Ländern: Trotz der Spannungen in den Beziehungen mit dem Iran aufgrund der Krise in Syrien haben sich die Beziehungen wieder eingependelt. Der Iran unterstützt den militärischen Arm der Hamas ganz massiv mit Geld und Waffenlieferungen. Die Hilfe aus dem Katar und der Türkei verhindert den Zusammenbruch der Infrastruktur im Gazastreifen. Die Hamas schließt auch die Wiederherstellung der Beziehungen zu Syrien nach Beendigung der dortigen Krise nicht aus. In diesem Zusammenhang sei zu beachten, so Sinwar, dass der richtige Zeitpunkt gewählt wird, um dort nicht in das „Spiel der Achsen“ hineinzugeraten. Es gäbe Anzeichen dafür, dass in der syrischen Krise ein Durchbruch zu erwarten ist. Dies würde dann auch den Weg zur Wiederherstellung und Erneuerung der Beziehungen freimachen.
Kundgebung anlässlich des 48. Jahrestages des Brandanschlags in der al-Aqsa Moschee
  • Auch nachdem sich die Tempelberg-Krise beruhigt hat, versucht die Hamas die Frage der al-Aqsa Moschee immer wieder zu entflammen. In diesem Zusammenhang organisierte die Bewegung im Flüchtlingslager Dschabalija eine Kundgebung anlässlich des 48. Jahrestags des Brandanschlags in der al-Aqsa Moschee.[3] Dabei sagte Hamas-Funktionär Muschir al-Masri, dass die Kundgebung vor den Augen aller Muslime in der Welt den Sieg der Hamas darstellen solle. Zudem dankte er Raed Salah, Anführer des nördlichen Arms der islamischen Bewegung in Israel, und huldigte ihn für seinen Einsatz und Hingabe im Interesse der al-Aqsa Moschee. Zudem sagte al-Masri, dass eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel einem Verrat an Allah und seinen Gläubigen gleiche, und dass man nicht gleichzeitig im Namen der al-Aqsa Mosche wirken und die Beziehung zu Israel normalisieren könne. Er wies darauf hin, dass die Sicherheitskoordination mit Israel die eigentliche Gefahr für den Befreiungsprozess des palästinensischen Volks sei (al-Aqsa TV, 21. August 2017).
  • Im Stadtteil al-Amal von Khan Junis marschierten Dutzende Zöglinge der Sommerlager, die im Verlauf der letzten Wochen unter der Aufsicht des militärischen Arms der Hamas geleitet wurden.[4] Dabei handelte es sich um eine Parade mit Militärcharakter, die anlässlich des 48. Jahrestages des Brandanschlags in der al-Aqsa Moschee und dem 14. Jahrestag der Tötung von Hamas-Aktivist Ismail Abu Schanab organisiert wurde. Nach Abschluss der Parade hielt Scheich Bassam Abu al-Rischa, führendes Hamas-Mitglied, eine Predigt (Website der Hamas, 23. August 2017; Facebook-Seite von „Khan Junis Kommunikationsnetzwerk“, 23. August 2017).
 Die Prozession in Khan Junis (Website der Hamas, 23. August 2017)   Die Prozession in Khan Junis (Website der Hamas, 23. August 2017)
Die Prozession in Khan Junis (Website der Hamas, 23. August 2017)
Der Aufstieg der Knesset-Mitglieder auf den Tempelberg
  • Am 29. August 2017 besuchten zwei Knesset Mitglieder zum ersten Mal seit Oktober 2015 den Tempelberg. Ihre Visite ist Teil eines „Versuchs“, der die Möglichkeit prüfen soll, ob es öffentlichen israelischen Persönlichkeiten erlaubt werden sollte, den Ort zu besuchen. Als Reaktion sagte Fawzi Barhum, ein Sprecher im Namen der Hamas, dass sich die Hamas der Entscheidung der israelischen Regierung, Mitglieder der Knesset die Erlaubnis zum Besuch der al-Aqsa Moschee zu erteilen, widersetze. Er wies darauf hin, dass diese Maßnahmen Teil der israelischen Politik zur Verletzung der heiligen muslimischen Orte seien. Barhum rief die palästinensischen Massen auf, ihre heiligen Stätten zu verteidigen. Gleichzeitig gab er Israel die Verantwortung für alles, was infolge dieser Entscheidung geschehen könne (Website der Hamas, 28. August 2017).
Tod eines Aktivisten des militärischen Arms der PIJ
  • Der militärische Arm der Organisation Islamischer Dschihad in Palästina (PIJ) gab den Tod eines seiner Aktivisten bei einem Unfall des Hittin-Regiments der Gaza-Division bekannt. Dabei handelt es sich um Sumud Salah Hadschadsch (25) aus dem Stadtteil Schadschaija im Osten von Gaza-Stadt. Laut der Bekanntmachung wurde er während des Trainings in einem der Posten des militärischen Arms in Gaza-Stadt durch einen Schuss in den Kopf getötet (Website des militärischen Arms der PIJ, 29. August 2017; PALINFO, 28. August 2017).


Sumud Salah Hadschadsch, Aktivist des militärischen Arms der PIJ, der bei einem Trainingsunfall getötet wurden (Website des militärischen Arm der PIJ, 29. August 2017)

US-Delegation bemüht sich, den Friedensprozesses wiederzubeleben
  • Am 25. August 2017 traf Mahmud Abbas mit Jared Kushner, Berater des US-Präsidenten und Leiter der US-amerikanischen Delegation, in Ramallah zusammen. Dieser Besuch ist Teil der Bemühungen der US-Regierung, eine Formel zur Wiederaufnahme des Friedensprozesses zu finden. Der amerikanischen Delegation gehörten auch Jason Greenblatt, Sondergesandter des US-Präsidenten für den Nahen Osten, und Dina Powell, Stellvertreterin des US-Beraters für strategische Angelegenheiten des nationalen Sicherheitsberaters und Sonderberaterin von Präsident Trump für ökonomische Initiativen, an. Während des Treffens stellte Abbas die Positionen der PA bezüglich der Zwei-Staaten-Lösung im Rahmen der Grenzen von 1967, der Auflösung der Siedlungen und der arabischen Friedensinitiative vor. Medienberichten zufolge forderte Abbas während des Treffens von Jared Kushner, Garantien für den Friedensprozess zu erhalten. Diese sollten, so Abbas, Quelle der Autorität für die Zwei-Staaten-Lösung sein. Zudem forderte er, dass der Prozess einem Zeitplan unterliegen soll. Kushner antwortete Mahmud Abbas, dass er versuchen würde, dieses umzusetzen, und dass er das Thema dem US-Präsidenten vorstellen werde (a-Sharq al-Awsat, 28. August 2017).
  • Nabil Abu Rudena, Sprecher des Präsidialamtes, beschrieb die Sitzung als sachlich, die alle wichtigen Themen angesprochen hat. Ihm zufolge wurde vereinbart, einen Dialog fortzusetzen, der darauf abziele, ein Friedensabkommen zu erreichen (Wafa Nachrichtenagentur, 24. August 2017). Nabil Schaath, Mitglied des Zentralkomitees der Fatah und Berater von Mahmud Abbas für Außenpolitik und internationale Beziehungen, berichtete, dass die amerikanische Delegation die palästinensische Führung um eine viermonatige Periode zwecks Formulierung eines Friedensplans gebeten hatte (Wafa Nachrichtenagentur, 28. August 2017). Palästinensische Quellen wiesen darauf hin, dass Abbas, trotz der Unklarheit über die amerikanische Position, dem Wunsch von Jordaniens König Abdullah und anderen arabischen Führern folgte und der US-Regierung die gewünschte Zeitverlängerung gewährte. Daher erklärte er sich auch bereit, die geplanten Maßnahmen der Palästinensischen Autonomiebehörde gegen Israel beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu verschieben (a-Sharq 28. August 2017).
 Khaled Mansur, Mitglied des Politbüros des palästinensischen Volkspartei, winkt bei der Demonstration mit einer Karikatur, die den US-Gesandten Jared Kushner als Israels gehorsames Haustier darstellt (a-Sharq al-Awsat, 25. August 2017).    Eine Demonstration gegen den Besuch der US-Delegation in Ramallah. Unter den Teilnehmern waren Mustafa Barghuti, Omar Schehadeh von der Volksfront und Ramzi Rabah von der Demokratischen Front (al-Watan, 24. August 2017)
Links: Khaled Mansur, Mitglied des Politbüros des palästinensischen Volkspartei, winkt bei der Demonstration mit einer Karikatur, die den US-Gesandten Jared Kushner als Israels gehorsames Haustier darstellt (a-Sharq al-Awsat, 25. August 2017). Rechts: Eine Demonstration gegen den Besuch der US-Delegation in Ramallah. Unter den Teilnehmern waren Mustafa Barghuti, Omar Schehadeh von der Volksfront und Ramzi Rabah von der Demokratischen Front (al-Watan, 24. August 2017)
 Israelische Flagge und ein Foto von Präsident Trump werden während der Demonstration verbrannt (Facebook-Seite des Fotografen Ismail al-Rimawi, 24. August 2017)   Israelische Flagge und ein Foto von Präsident Trump werden während der Demonstration verbrannt (Facebook-Seite des Fotografen Ismail al-Rimawi, 24. August 2017)
Israelische Flagge und ein Foto von Präsident Trump werden während der Demonstration verbrannt
(Facebook-Seite des Fotografen Ismail al-Rimawi, 24. August 2017)
  • Der Ramallah-Korrespondent der in London erscheinenden Tageszeitung al-Hayat zitierte „westliche diplomatische Quellen“, wonach beim Treffen zwischen Abbas und Kushner zwar Fortschritte erzielt worden seien. Diese würden jedoch nicht ausreichen, um die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Laut diesen Quellen bekundete die US-Delegation Abbas gegenüber, dass sie sich in naher Zukunft und noch vor der Aufnahme der Verhandlungen um die Stärkung der Beziehungen zwischen den beiden Seiten auf wirtschaftlicher, sicherheitlicher und politischer Ebene bemühen will. Die palästinensische Delegation forderte eine wirtschaftliche Freiheit auch für die in der „Zone C“ lebenden Palästinenser, einen uneingeschränkten Im- und Export und die Revidierung von Wirtschaftsabkommen. Die Quellen fügten hinzu, dass die amerikanische Delegation gegenüber der Zwei-Staaten-Lösung Offenheit gezeigt hatte, machte jedoch deutlich, dass der Stopp des Siedlungsbaus unmöglich sei, da er die Netanjahu-Regierung zum Umstürzen bringen würde. Die amerikanische Delegation hat zwar darauf hingewiesen, dass der Zweck der Verhandlungen die Zwei-Staaten-Lösung ist. Gleichzeitig aber weigerte sie sich, die Grenzen eines palästinensischen Staates innerhalb der Grenzen von 1967 zu definieren, und gab bekannt, dass sie dieses Thema einer Vereinbarung zwischen Israel und den Palästinensern überlassen wolle (al-Hayat, 26. August 2017).
  • Nach dem Treffen von Mahmud Abbas mit der US-Delegation wurde auf der offiziellen Facebook-Seite der Fatah-Bewegung folgender Beitrag veröffentlicht: „Ich werde nie die (Auszahlung der Gehälter) an die Familien der Gefangenen und der Haftentlassenen stoppen, auch wenn es mich meinen Posten und den Verlust des Präsidentensitzes kosten wird. Ich werde sie bis zum letzten Tag meines Lebens auszahlen.“ Unterzeichnet von Präsident Mahmud Abbas, Präsident von Palästina.


Der Beitrag, der auf der offiziellen Facebook-Seite der Fatah-Bewegung am 26. August 2017 veröffentlicht wurde

Der Türkeibesuch von Mahmud Abbas
  • Mahmud Abbas reiste zu einem offiziellen Besuch in die Türkei, in dessen Rahmen er mit dem türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan zusammentraf. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz sagte Mahmud Abbas, dass die beiden Staatsmänner eine Reihe von Fragen, einschließlich des jüngsten Besuchs der amerikanischen Delegation und der Bemühungen der USA, angeführt vom US-Präsidenten, den Friedensprozess zu erneuern, behandelten. Abbas bekundete seine Bereitschaft, einen historischen Friedensvertrag unter der Schirmherrschaft von Präsident Trump zu erreichen. Erdogan sagte, dass die Gründung eines palästinensischen Staates mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt für die Stabilität der Region notwendig sei. Zudem sagte er, dass Israel die Besatzung und den Bau der illegalen Siedlungen stoppen müsse, da sie die Zwei-Staaten-Lösung gefährdeten. Abbas dankte dem türkischen Volk für dessen Position gegenüber den israelischen Sicherheitsmaßnahmen an der al-Aqsa Moschee und für die finanzielle Unterstützung vieler Projekte in Judäa und Samaria, wie Krankenhäuser, Schulen und Wohnhäuser, sowie dem Bau einer Industriezone in Dschenin (al-Jazeera, 28. August 2017).
Eröffnung des Schuljahres
  • Bei einer Pressekonferenz, die Rami Hamdallah, Premierminister der palästinensischen nationalen Einheitsregierung, anlässlich des Beginns des neuen Schuljahres einberufen hat, unterstrich er vor dem Hintergrund der wiederholten Versuche Israels, der palästinensischen Identität zu schaden, die Bedeutung der Erziehung der palästinensischen Jugendlichen im Hinblick auf die Bildung eines palästinensischem Bewusstseins. Er erklärte, dass die Regierung das Bildungssystem und den Lehrplan weiterhin durch neue Medien, Bildungsinitiativen und die Bereitstellung neuen Schulmaterials verbessern werde. Er rief die arabischen Länder und internationale Gremien auf, das palästinensische Bildungssystem zu unterstützen, da es gegen die Einschüchterungsversuche seitens Israel zu kämpfen habe (Das palästinensische Fernsehen, 23. August 2017).


Eine Karikatur, die anlässlich des Beginns des Schuljahres veröffentlicht wurde.
„Die erste Lektion… und die Letzte: stehen hier fest…“ (al-Hayat al-Jadida, 24. August 2017)

[1] Als bedeutende Angriffe bewerten wir Schuss-, Auto- und Messer-Angriffe, das Platzieren von Sprengsätzen oder kombinierte Angriffe. Das Werfen von Steinen und Molotow-Cocktails ist hier nicht mit inbegriffen.
[2] Für weitere Einzelheiten über den Ausbau der Pufferzone, siehe Publikation des Informationscenters vom 16. Juli 2017: "Die Hamas errichtet eine Pufferzone an der Grenze zu Ägypten, um den Grenzstreifen gemäß der ägyptischen Anforderungen zu sichern" (in englischer Sprache).
[3] Am 21. August 1969 hat der Australier Denis Michael Rohan, ein Christ, der wohl am "Jerusalem Syndrom" erkrankte, die Kanzel der al-Aqsa Moschee in Brand gesetzt und sie dadurch erheblich beschädigt. Rohan wurde vor Gericht gestellt, das jedoch entschied, dass er psychisch krank war. Er wurde nach einigen Jahren, in denen er in verschiedenen israelischen Anstalten untergebracht war, ausgewiesen und verbrachte die Zeit bis zu seinem Tod 1995 in einem australischen Krankenhaus.
[4] Dabei handelt es sich um die "Pioniere der Befreiung", Trainingslager für Jugendliche und junge Erwachsene, die zumindest das 15. Lebensjahr erreicht haben. Der militärische Arm der Hamas begann nach der Operation "Fels in der Brandung" 2014 mit der Durchführung dieser Lager. Deren erklärtes Ziel ist, den Kern für die "Befreiungsarmee" zu etablieren und auszubilden.