Eskalation im Süden Israels – Update (Stand 24. Juni 13.00 Uhr)

Veröffentlicht am: 24/06/2012 Art: Artikel

Übersicht

1.   Trotz der Hamas Ankündigung eines Waffenstillstands, der am Abend des 20. Juni in Kraft treten sollte, begann der Raketenbeschuss des Süden Israels am Freitag, dem 23. Juni von neuem. Insgesamt schlugen am 23. – 24. Juni 30 Raketen ein. Das Abwehrsystem "Eiserner Dom" konnte mehrere Raketen abfangen, die vor allem auf dicht bevölkerte Städte wie Sderot, Netivot und Ashkelon ausgerichtet waren (IDF Sprecher, 23. Juni 2012). Insgesamt schlugen seit Beginn der gegenwärtigen Eskalation 162 Raketen auf israelischem Boden ein.

2.   Seit den frühen Morgenstunden und während des gesamten Vormittags des 23. Juni wurde der Süden Israels massiv mit Raketen beschossen, die hauptsächlich auf den Raum Sderot, den Landkreis Eshkol und den Landkreis Shaar HaNegev gerichtet waren. Eine Rakete traf ein Schulgebäude in der Stadt Sderot; sie verursachte relativ geringen Sachschaden, da dieses Gebäude raketengeschützt und befestigt ist. Eine andere Rakete schlug auf dem Gelände einer nahegelegenen Fabrik ein, ein Fabrikarbeiter wurde verletzt und ins Krankenhaus transportiert (IDF Sprecher, 23. Juni 2012). Angesichts des erneuten Raketenbeschusses rief der Generalstabschef eine Sondersitzung zur Beurteilung der Lage ein, unter Beteiligung des Leiter des Militärnachrichtendienstes, des Oberbefehlshabers der Luftwaffe und weiteren Generälen. Danach begab sich der Generalstabschef vor Ort und sprach mit Offizieren der Division Gaza und mit Bürgermeistern und Vorsitzenden der Kommunen (IDF Sprecher, 23. Juni 2012).

3.   Zu dem Raketenbeschuss der Hamas am 22. und 23. Juni gesellten sich, im Gegensatz zu den ersten Tagen der Eskalation, auch einige andere, kleine Terror Organisationen. Auch dieses Mal nahm der Palästinensische Islamische Jihad nicht am Raketenbeschuss teil.

4.   In den Abendstunden des 23. Juni erklärte Hamas Sprecher Ayman Taha, auf ägyptische Vermittlung hin sei ein neues Abkommen aufgehandelt worden, nach dem sich Israel verpflichte, "seine Aggressionen einzustellen" (Zafa, 23. Juni 2012). Seitdem herrscht in diesem Landesteil relative Ruhe (Stand: Mittagsstunden des 24. Juni). Geringe Zeit vor der Einstellung des Raketenbeschusses veröffentlichte der militärische Flügel der Hamas einen Film in hebräischer Sprache, in dem er droht, den Beschuss dieses Gebietes zu intensivieren (Webseite der Izzad-Din al-Qassam, 23. Juni 2012).

Raketenbeschuss

5.   Seit Beginn dieser Eskalationsrunde schlugen auf israelischem Staatsgebiet 162 Raketen ein. Zwischen dem 21. und dem 23. Juni schlugen 44 Raketen auf israelischem Staatsgebiet ein. Die meisten Raketen waren auf das Gebiet des Landkreises Eshkol, des Landkreises Sdot HaNegev und auf die Stadt Sderot ausgerichtet. Das Abwehrsystem "Eiserner Dom" konnte etwa acht Raketen abangen.

6.   Im Folgenden die Auschlüsselung des Raketenbeschusses(nach Tagen):

a.    21. Juni– 14 Raketeneinschläge werden identifiziert

b.    22. Juni– 2 Raketeneinschläge werden identifiziert

c.    23. Juni – 28 Raketeneinschläge werden identifiziert. In Sderot wurde ein Schulgebäude beschädigt(das Gebäude ist gegen Raketeneinschläge gesichert und verstärkt). Eine Rakete schlug im Industriegebiert von Sderot ein und verletzte einen Fabrikarbeiter.

Raketeneinschläge während der letzten Eskalationsrunde

  Raketeneinschläge während der letzten Eskalationsrunde

Eskalationen seit Anfang 2011

Eskalationen seit Anfang 2011

Reaktion der IDF

7.   Kampfflugzeuge der israelischen Luftwaffe flogen Angriffe auf Raketenabschusskommandos und Terrorzentren im Gazastreifen (IDF Sprecher, 24. Juni 2012):

a.   In den Mittagsstunden des 23. Juni flogen Kampfflugzeuge der israelischen Luftwaffe im nördlichen Gazastreifen einen Angriff auf einen Terroristen, der einen Raketenabschuss auf israelisches Gebiet vorbereitete. Palästinensische Medien berichteten, ein Aktivist des militärischen Flügels der Volkswiderstandskomittees sei getötete worden (PalTV, Zafa, 23. Juni 2012).

http://www.idf.il/1133-16356-he/Dover.aspx
Vereitelung des geplanten Raketenabschusses im nördlichen Gazastreifen
(IDF Sprecher, 23. Juni 2012)

b.   In der Nacht des 23. Juni flogen Kampfflugzeuge der israelischen Luftwaffe Angriffe auf zwei Terrorbasen im nördlichen Gazastreifen und eine andere Terrorbasis im südlichen Teil. Nach Meldungen in den palästinensischenMedien, wurde bei dem Angriff auf Khan Yunis ein palästinensisches Kind getötet und mehrere Dutzend Personen verletzt, auch in Beit Lahiya, im nördlichen Teil des Gazastreifens, sollen mehrere Personen verletzt worden sein (Pal Today, 23. Juni 2012). Die palästinensischen Medien meldeten mehrere Verletzte, bei einem Angriff auf ein Trainingsareal des Allgemeinen Sicherheitsdienstes im Sariah Gebäude des Sicherheitsdienstes (Al Quds TV, 23. Juni 2012).

c.   Am 22. Juniflogen Kampfflugzeuge der israelischen Luftwaffe Angriffe auf eine Terrorzelle, die Raketenabschüsse auf Israel vorbereitete. Eine weitere Terrorzelle wurde angegriffen, nachdem sie aus dem nördlichen Gazastreifen eine Rakete auf den Landkreis Ashkelon Küste abgefeuert hatte. Die palästinensischen Medien meldeten, ein Aktivist sei getötet und zwei Personen seien im Raum Al-Bureij verletzt worden (Pal Today, 22. Juni 2012).

Verantwortungsübernahme und Reaktionen auf die Eskalation

8.   In den letzten Tagen beteiligten sich auch mehrere kleinen Organisationen an der Eskalation; es handelt sich dabei um die die Volksfront für die Befreiung Palästinas (Webseite des militärischen Flügels der Organisation, 24. Juni 2012). Die demokratische Front zur Befreiung Palästinas (Webseite der Organisation, 23. Juni 2012). Auch andere Gruppierungen übernahmen Verantwortung für den Raketenbeschuss, wie etwa die Anshar Brigaden, der militärische Flügel der Freiheitsbewegung und andere (Pal Today, 23. Juni 2012). Auch dieses Mal nahm die Organisation des Palästinensischen Islamischen Jihad nicht an der Eskalation teil.

9.   Die Hamas Medien veröffentlichten sowohl Drohungen gegen Israel, als auch Bereichtschaftserklärungen, die Waffenruhe wiedereinzuführen:

a.    In einer Ankündigung der Izzad-Din al-QassamBrigaden hieß es, 'falls die voherige Eskalationsrunde nicht ausreichend gewesen sein sollte, um die Botschaft verständlich zu machen, ist die Hamas bereit, "den Hochmut des Feindes zu zerschlagen". In der Ankündigung heißt es, es sei unmöglich, die israelischen Aggressionen stillschweigend hinzunehmen, die Reaktion werde auf angemessene Art und Weise und zum passendenvZeitpunkt erfolgen (AlAksa TV, 23. Juni 2012).

b.    Hamas Sprecher FawziBarhumerklärte, Israel sei von einer "echten Hysterie" ergriffen und greife daher den Gazastreifen mit allen Mitteln an. Er fügte hinzu, den Izz ad-Din al-Qassam Brigaden sei das Recht vorbehalten, auf die israelischen Aggressionen zu reagieren (AlAksa TV, 23. Juni 2012).

c.    Hamas Sprecher Ayman Taha erklärte, es gäbe keine Beruhigung, sondern nur eine "Zurückhaltung vor Ort"; jeder Verstoß von Seiten Israels werde sofort mit einem Gegenschlag beantwortet. Seinen Worten nach, orientiert sich die Hamas an dem Prinzip Bombardierung für Bombardierung und Ruhe für Ruhe – jede Aktion werde durch eine angemessene Reaktion beantwortet. Er erklärte, die Hamas habe der ägyptischen Seite mitgeteilt, sie sei bereit, eine Waffenruhe anzunehmen, falls Israel sich an diese Waffenruhe hält (Al Hayat TV, 22. Juni 2012). 

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