Operation „Fels in der Brandung“ – Update Nr. 21 (Stand: 6. August 2014, 12.00 Uhr) *

IDF Truppenverlegung auf die Grenze des Gazastreifens (IDF Sprecher, 5. August 2014)

IDF Truppenverlegung auf die Grenze des Gazastreifens (IDF Sprecher, 5. August 2014)

Stellungnahme des militärisch-terroristischen Flügels der Hamas zu den Verhandlungen (Webseite des militärisch-terroristischen Flügels, 5. August 2014)

Stellungnahme des militärisch-terroristischen Flügels der Hamas zu den Verhandlungen (Webseite des militärisch-terroristischen Flügels, 5. August 2014)

 Ein Wohnhaus in Beit Sahour im Raum Bethlehem wurde von einer Rakete getroffen (Al-Quds.com, 4. August 2014)

Ein Wohnhaus in Beit Sahour im Raum Bethlehem wurde von einer Rakete getroffen (Al-Quds.com, 4. August 2014)

Der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz besucht den Gazastreifen (Webseite des Roten Kreuzes, 5. August 2014)

Der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz besucht den Gazastreifen (Webseite des Roten Kreuzes, 5. August 2014)

Die Menschen kehren nach Sadjahiya und Rafah zurück (Wafa.ps, 5. August 2014)

Die Menschen kehren nach Sadjahiya und Rafah zurück (Wafa.ps, 5. August 2014)

Der verletzte Wächter wird in ein Krankenhaus abtransportiert (Pressestelle des Magen David Adom, 5. August 2014)

Der verletzte Wächter wird in ein Krankenhaus abtransportiert (Pressestelle des Magen David Adom, 5. August 2014)

Israelische Produkte werden aus dem Angebot genommen (PNN TV, 5. August und Wafa.ps, 6. August 2014)

Israelische Produkte werden aus dem Angebot genommen (PNN TV, 5. August und Wafa.ps, 6. August 2014)

Übersicht
 Lagebericht  

1.   Die Feuerpause trat am 5. August 2014, 08.00 Uhr in Kraft und wird bisher eingehalten. Die IDF vollendete die Sprengung und Zerstörung der 32 grenzüberschreitenden Terrortunnel, die Truppen zogen sich aus dem Gazastreifen zurück auf eine Verteidigungslinie entlang der Grenze zum Gazastreifen. In Kairo laufen Verhandlungen zu Erreichung eines Waffenstillstandsabkommens, unter Teilnahme von Vertretern der Hamas, des Palästinensischen Islamischen Jihad und weiterer Organisationen aus dem Gazastreifen. Israelische Medien berichteten, eine dreiköpfige israelische Delegation sei zu Gesprächen mit den ägyptsichen Vermittlern in Kairo eingetroffen. 

IDF Einsätze
Ankündigung der Feuerpause

2.   Am 5. August 2014, 08.00 Uhr trat eine Feuerpause in Kraft. Die IDF zog alle IDF Kräfte aus dem Gazastreifen ab und stellte sie auf einer Verteidigungslinie an der Grenze zum Gazastreifen auf. Die IDF hat zahlreiche Einheiten vor Ort; sie sind  je nach operationellen Notwendigkeiten, zu jeden Einsatz bereit.  Der Raketenbeschuss Israels dauerte bis wenige Minuten vor Inkrafttreten der Waffenpause an (IDF Sprecher, 5. August 2014).

3.   Generalmajor Sammy Turgeman, der Kommandeur des Südkommandos erklärte, die IDF habe alle auf israelisches Staatsgebiet führende, grenzüberschreitende Angrifftunnel entdeckt und gesprengt.  Er fügte hinzu, die Hamas habe diese Tunnel über Jahre hinweg gebaut und habe Millionen Dollar in die Tunnel investiert – diese Tunnel wurden innerhalb von zwei Wochen zerstört. Die IDF hat einen professionellen, bewunderswerten Kampf geführt und sich entschieden allen Herausforderungen gestellt, u. a. sah die IDF sich Kämpfen in dichtbevölkerten Gebieten ausgesetzt, einem weit verbreiteten Netzwerk von Angrifftunneln,   Panzerabwehrgranaten, Mörsergranaten, Scharfschützenangriffen und Sprengfallen in Gebäuden und auf den Straßen. Er unterstrich, die Operation sei nicht abgeschlossen und die IDF Kräfte seien darauf vorbereitet jede Aufgabe auszuführen. Er warnte die Hamas davor, den großen Fehler zu begehen und gegen die vereinbarte Feuerpause zu verstoßen. Er rief die Bewohner des Süden Israels dazu auf, in ihre Dörfer und ihre Häuser zurückzukehren; sie können sich sicher fühlen, beruhigt in dem Wissen, dass die IDF die Fähigkeit und die Kraft besitzt, ihre Sicherheit zu gewährleisten (IDF Sprecher, 5. August 2014).

4.   Der stellvertretende Chef des Hamas Politbüros Ismail Haniya veröffentlichte eine Erklärung, die von einem TV Nachrichtensprecher verlesen wurde. Haniya erklärte, Israel habe in der Operation „Fels in der Brandung“ nichts erreicht – und werde auch auf der politische Ebene keine Erfolge erzielen. Er fügte hinzu, die Hamas habe die politischen Beziehungen und Entscheidungen sehr klug gehandhabt, indem sie enge Kontake mit Qatar und der Türkei und später mit Ägypten aufrecht erhielt. Er behauptete auch, dass die Hamas Delegation in enger Zusammenarbeit mit den anderen Mitgliedern der  palästinensischen Delegation darauf hinarbeite, die Blockade des Gazastreifens aufzuheben (Al-Aqsa TV, 5. August 2014).

5.   Die Izz al-Din al-Qassam Brigaden, der militärisch-terroristische Flügel der Hamas veröffentlichten eine Erklärung die die Feuerpause zwar wahrnahm, jedoch darauf hinwies, dass ihre Militanten ihre volle Einsatzbereitschaft aufrechterhalten und die Kampagne keineswegs abgeschlossen sei. Diese Kampagne werde nicht enden, bevor Israel die Forderungen der Palästinenser erfüllt und ihre Rechte anerkennt. Die Izz al-Din al-Qassam Brigaden behaupteten weiter, die gegenwärtige Situation (sprich: die 72 stündige Feuerpause), sei ein vorübergehender Zustand und das Verhalten Israels werde die Fortsetzung der Kampagne und ihre Konsequenzen bestimmen (Qassam.ps, 5. August 2014).

IDF Einsätze

6.   In den 29 Tagen der Operation „Fels in der Brandung“ fügten die IDF Kräfte der Terrorinfrastruktur der Hamas, des Palästinensischen Islamischen Jihad und der anderen Terrororganisationen im Gazastreifen großen Schaden zu.  Zweiundreißig der der IDF bekannte Angrifftunnel, die zu Terrorzwecken dienten, wurden zerstört. Bis zum Zeitpunkt der Feuerpause setzten die israelischen Kampfflugzeuge ihre Luftangriffe auf Terrorziele fort. Während der Operation wurden 4762 Terrorziele aus der Luft angegriffen (IDF Sprecher, 6. August 2014).

IDF Verluste – zivile Opfer

7.    Während der Operation „Fels in der Brandung“ fielen vierundsechzig IDF Soldaten, drei Zivilisten wurden getötet. Ein weiterer Zivilist wurde in Jerusalem bei einem Terroranschlag getötet. Etwa 450 IDF Soldaten und etwa 80 Zivilisten wurden verletzt.

Raketenfeuer auf israelisches Staatsgebiet

8.   In den frühen Morgenstunden des 5. August 2014, wenige Minuten vor Inkrafttreten der Feuerpause wurde aus dem Gazastreifen eine intensive Raketensalve auf israelisches Staatsgebiet abgefeuert. Etwa 20 Raketen waren auf die westliche Negevwüste, die Städte Ashdod, Ashkelon, Kiryat Malachi, Gan Yavne, Maale Adumin, Rishon Le-Zion und Rehovot ausgerichtet. Raketensplitter schlugen in der Innenstadt von Jerusalem ein. Palästinensische Medien meldeten, eine Rakete habe ein Wohnhaus in Beit Sahour, im Raum Bethlehem getroffen; dem Gebäude und dem Stromnetz sei bedeutender Sachschaden zugefügt worden (Maannews.net, 5. August 2014). Der militärisch-terroristische Flügel der Hamas übernahm die Verantwortung für die Raketen, die wenige Minuten vor Infkrafttreten der Feuerpause  am 5. August 2014 auf Israel abgeschossen wurden. Dieser Ankündigung nach handelte es sich dabei um eine Reaktion auf IDF Einsätze im Shati und Rafah Flüchtlingslaber (Qassam.ps, 5. August 204).

9.   In der Operation „Fels in der Brandung“ schlugen  auf israelischem Staatsgebiet 2710 Raketen ein, während der Bodenoffensive waren es 1525 Raketen. Das „Iron Dome“ Raketenabwehrsystem konnte mehr als 580 Raketen abfangen. Unserer Einschätzung nach sind dieser Zahl weitere 20% hinzuzufügen – um die verfehlten Raketenabschüsse miteinzubeziehen (ein Teil dieser Raketen schlugen im Gazastreifen ein und verursachten erheblichen Schaden). Insgesamt wurden mehr als 3000 Raketen auf Israel abgefeuert. Bei mehr als der Hälfte dieser Raketen handelt es sich um auf die westliche Negevwüste ausgerichtete Kurzstreckenraketen. Dieser Landesteil Israels war auch heftigem Mörsergranatenfeuer ausgesetzt. 

Aufstellungder täglichen Raketenabschüsse aus dem Gazastreifen in der Operation "Fels in der Brandung"[1]

Aufstellung der täglichen Raketenabschüsse aus dem Gazastreifen in der Operation "Fels in der Brandung"

Die Bevölkerung des Gazastreifens
Anweisungen des Innenministeriums des Gazastreifens

10. In der Nacht des 5. August 2014  postete das Innenministerium des Gazastreifens auf seiner Facebookseite Anweisungen an die palästinensische Bevölkerung, keine  Informationen über die während der Operation „Fels in der Brandung“ getöteten Terrormilitanten („Widerstandsopfer“) weiterzugeben. Diese Anweisungen seien unbedingt einzuhalten, weil die „Besatzung“ (sprich: Israel) alle Informationen und Berichte (über die Opfer) sammelt und sie später als Beweismaterial verwendet, um die „Verbrechen gegen (palästinensische) Zivilisten zu rechtfertigen“. Ziel dieser Anweisungen war einerseits, das  „Siegesnarrativ“ zu festigen, das die Hamas aufbauen will und andererseits, die Zahl der zivilen Opfer aufzubauschen, um Israel zu schädigen und politischen, rechtlichen und medientechnischen Druck auf Israel auszuüben (Anm.: über den Hintergrund dieser Anleitungen wird ein Sonderbulletin veröffentlicht werden).

Anweisungen des Innenministeriums (Facebookseite des Innenministeriums, 5. August 2014).
Anweisungen des Innenministeriums (Facebookseite des Innenministeriums, 5. August 2014).

Die humanitäre Notlage im Gazastreifen

11. Die palästinensischen Medien berichteten, mit dem Rückzug der IDF Kräfte und Inkrafttreten der Feuerpause hätten die in der Nähe der israelischen Grenze lebenden Palästinenser begonnen, in ihre Häuser zurückzukehren. Diesen Berichten nach waren die Menschen bestürzt über das Ausmaß der Zerstörung; Rettungsdienste suchten weiterhin nach Leichen, die sich noch unter den Trümmern befinden könnten. Die zivilen Rettungsdienste baten alle Besitzer von Baumaschinen, sich an der Räumung der Trümmer zu beteiligen (Paltoday.ps, 5. August 2014).

12.  UNRWA Sprecher Chris Gunness meldete, die Zahl der in UNRWA Einrichtungen befindlichen Menschen habe abgenommen und 50 000 von ihnen hätten die Notunterkünfte verlassen und seien in ihre Häuser zurückgekehrt. Diesem Bericht zufolge befinden sich gegenwärtig 216,082 Zivilisten in 90 UNRWA Einrichtungen. Gunness erklärte, der Gazastreifen zeige das  Bild einer beispiellosen  Zerstörung und es müssten Veränderungen in der Hilfspolitik stattfinden, um einen Wiederaufbau zu ermöglichen. Er erklärte weiter,es müsse dem Gazastreifen ermöglicht werden, Baumaterial zu importieren (Twitter Account von Chris Gunness, 5. August 2014).

13. Der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuzbefindet sich zur Schadenseinschätzung gegenwärtig im Gazastreifen. Er erklärte, es würde Tage und Wochen dauern, bevor die humanitären Bedürfnisse des Gazastreifens auch nur teilweise erfüllt werden könnten. Es wird notwendig sein, fügte er hinzu, Gespräche mit Israel zu führen, um die Abfertigung der größtmöglichen Anzahl von Hilfslieferungen in den Gazastreifen zu ermöglichen (CNN.com, 5. August 2014).

14.Der Ministerpräsident der palästinensischen EinheitsregierungRami Hamdalleh empfing den Direktor des UN Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge UNRWA Pierre Krähenbühl in seinem Amt in Ramallah und erklärte ihm die gegenwärtige Lage des Gazastreifens. Er unterstrich die Verpflichtung der palästinensischen Regierung, der Bevölkerung die notwendigen Hilfsleistungen zu stellen. Krähenbühl erklärte, die UNRWA sei bereit, mit der palästinensischen Regierung zusammenzuarbeiten und fügte hinzu, jetzt sei die Zeit gekommen, die Mitglieder des Komitees  festzulegen, die die Situation im Gazastreifen prüfen und die Möglichkeiten für einen Wiederaufbau ausarbeiten würden (Alhayat-j.com, 5. August 2014).

15.Pernille Ironside, die Leiterin des Unicef Büros im Gazastreifen erklärte, für den Wiederaufbau würden Hunderte Millionen Dollar benötigt. Sie gab an, 142 Schulen seien beschädigt worden, 89 dieser  Schulen werden von den Vereinten Nationen betrieben. Sie bat auch um stärkere internationale Unterstützung für den Wiederaufbau des Gazastreifens (New York times, 5. August 2014).

Die Situation an den Grenzübergängen
Der Kerem Shalom Grenzübergang

16. Seit Beginn der Operation „Fels in der Brandung“ wurden an diesem Grenzübergang 1904 Lastwagen abgefertigt, die  Nahrungsmittel, medizinisches Gerät, Dieseltreibstoff für das Elektrizitätswerk, Benzin und Kochgas  in den Gazastreifen transportierten. Am 4. August 2014 fuhren 167 mit 3361 Tonnen Nahrungsmitteln, Medikamenten, humanitären Hilfsgüter und landwirtschaftlichem Material beladene Lastwagen über den Kerem Shalom Grenzübergang in den Gazastreifen (Cogat.idf.il, 5. August 2014). Nach Inkrafttreten der Waffenpause wird die Zahl der Lastwagen wahrscheinlich ansteigen. Während der Operation gab es auf beiden Seiten des Grenzübergangs technische Schwierigkeiten, den Grenzübergang zu erreichen und Produkte ein- und abzuladen, da der Grenzübergang sich in einem hart umkämpften Gebiet befindet.

Judaä und Samarien
Messerangriff bei der Einfahrt nach Maaleh Adumim

17. In den Mittagsstunden des 5. August 2014wurde ein Wächter an der Einfahrt nach Maale Adumim (östlich von Jerusalem) wahrscheinlich von einem Palästinenser, mit dem Messer angegriffen und schwer verletzt. Der Angreifer konnte in einem Fahrzeug fliehen. Der Palästinenser war  mit   einem Tasche in der Hand auf  die Straßensperre zugegangen. Einer der Wächter war auf den Palästinenser aufmerksam geworden, die Tasche hatte seinen Verdacht geweckt. Als er ihn bat, die Tasche zu öffnen, zog der Palästinenser ein Messer, stach auf den Mann ein und floh.  Der 55 jährige Wächter wurde schwer verletzt und in ein Krankenhaus transportiert. Israelische Sicherheitskräfte stoppten ein Taxi, das der Beschreibung des Fluchtwagens entsprach und nahme drei Verdächtige in Gewahrsam. Einer der Verdächtigen entsprach der Beschreibung des Angreifers (Ynetnews.co.il, 5. August 2014).

Boykott israelischer Produkte

18.Die palästinensische Gesellschaft für Konsumprodukte begann eine Kampagne, um israelische Produkte aus allen Geschäften in palästinensischen Städten zu entfernen und den Verkauf von „Made In Palestine“ Produkten und Importwaren zu fördern. Die Gesellschaft behauptete, die von den Palästinensern für diese Produkte gezahlten Gelder kämen letzten Endes der IDF zugute und dienten dem Ankauf von Waffen, die dann gegen das palästinensische Volk eingesetzt werden. Die Kampagne begann in Bitunia, Hebron und Tulkarm (PNN TV, 5. August 2014 und Wafa.ps, 6. August 2014).

Informationen über die Verantwortlichen für die Entführungund den Mord an den drei israelischen Jugendlichen in Gush Etzion freigegeben

19.Die israelischen Medien meldeten der Inlandssicherheitsdienst habe Husam al-Qawasmeh festgenommen, einen Hamas Terrormilitanten, der im Juni an der Entführung und dem Mord der drei israelischen Jugendlichen in Gush Etzion beteiligt war.  Den Berichten nach war er der Drahtzieher hinter der Entführung und half den Entführern die Leichen der Opfer zu vergraben. Während seines Verhörs gab Husam al-Qawasmeh zu, er habe von Hamasmilitanten im Gazastreifen großen Geldsummen erhalten, um die Entführung zu finanzieren (Israel Channel 10 TV, 5. August 2014).

20.Hamas SprecherSami Abu Zuhri veröffentlichte eine Presseerklärung, in der er behauptete, die von Channel 10 veröffentlichte Meldung, Husam al-Qawasmeh habe von der Hamas im Gazastreifen Gelder erhalten, sei falsch. Er behauptete, die Hamas kenne keine Person namens Husam al-Qawasmeh und diese Nachricht sei ausgestrahlt worden, um „die Medien durcheinanderzubringen“ und die Aufmerksamkeit von den Ereignissen im Gazastreifen abzulenken (Aa.com.tr, 5. August 2014).

Kontakte zur Erreichung eines Waffenstillstands

21.Am 5. August 204, 08.00 Uhr trat eine 72 stündige Feuerpause in Kraft. Bisher wird sie eingehalten. Die israelischen Medien berichteten, eine dreiköpfige israelische Delegation sei zu Gesprächen mit den ägyptischen Vermittlern nach Kairo gereist (Haaretz.co.il,6. August 2014).

22. In der Nacht des 5. August 2014 reisteeine achtköpfige palästinensische Delegation bestehend aus Vertretern der Hamas, des Palästinensischen Islamischen Jihad und anderer Terrororganisationen über den Rafah Grenzübergang aus dem Gazastreifen aus (Alquds.com, Al-Watan.com, 5. August 2014). Khalil al-Haya, ein Mitglied des Hamas Politbüros, einer der Vertreter des Gazastreifens erklärte, sie führen zu Verhandlungen, die die Blockade ein für alle Mal beeinden würden. Er sagt auch, sie führen zwar zu den Verhandlungen,  hielten jedoch dabei „einen Finger auf dem Auslöser“ (Al-Jazeera, 5. August 2014).

23.Der Außenbeauftragte der Hamas, Osama Hamdan gab an, umfassende Verhandlungen sollten beginnen, sobald die israelische Delegation in Kairo eintrifft. Er erklärte, die Palästinenser stünden vereint hinter ihren Foderungen und fügte hinzu, alle Forderungen seien auf die Tagesordnung gesetzt worden, auch die Frage des See- und Flughafens. Er räumte ein, die palästinensischen Organisationen stünden vor einer schwierigen politischen Auseinandersetzung mit Israel, die nicht weniger schwierig sein, als die militärische Auseinandersetzung (Alaraby.co.uk, 5. August 2014).

24.Der Generalsekretär des Palästinensische Islamischen Jihad Ziyad al-Nakhaleh erklärte, er rechne angesichts der ägyptischen Position  mit einem Erfolg der Gespräche in Kairo. Er erklärte, die Palästinenser hätten den Ägyptern ihre Forderungen vorgelegt, damit sie sie an die Israelis weiterleiten. Er fügte hinzu, Israel habe während der Operation „Fels in der Brandung“ seine Abschreckungskraft eingebüßt, da der „Widerstand“ (sprich: die Terrororganisationen) ihre Kapazitäten stark verbessert hätten (Maannews.net, 6. August 2014).

Propagandakampagnen und juristische  Vorstöße
Vorbereitung von Klagen gegen Israel

25. Der Außenminister der palästinensischen Einheitsregierung Riyadh al-Maliki traf zu Gesprächen mit dem Fatou Bensouda, der Chefanklägerin des Internationalen Stragreichtshofs in den Niederlanden ein. Er erklärte, er sei von Mahmoud Abbas beauftragt worden, das Verfahren zu prüfen, das die Palästinensische Autonomiebehörde zu befolgen hat, um dem römischen Status beizutreten (Wafa.ps, 5. August 2014).

26. Nach dem Gespräch mit der Chefanklägerin hielt Riyadh al-Maliki eine Pressekonferenz, in der er erklärte, die Palästinensische Autonomiebehörde habe die Möglichkeit, das römische Status unterzeichnen und eine diesbezügliche Entscheidung werde bald getroffen. Er räumte jedoch ein, das hieße nicht unbedingt, dass es „morgen oder übermorgen“ geschehen werde. Er sagte, die von Israel während der Operation „Fels in der Brandung“ (angeblich) durchgeführten „Massaker“ hätten die  Palästinensische Autonomiebehörde dazu gezwungen, sich an das ICC zu wenden. Er behauptete weiter, die Palsästinenser seien bereit die Konsequenzen einer Untersuchung der Handlungen der palästinensischen Organisationen im Gazastreifen auf sich zu nehmen, da sie „nicht mit den Handlungen Israels zu vergleichen seien“ (Al-Jazeera, 5. August 204). 

27. Muhamad Ashtiya, ein Mitglied des Zentralkomitees der Fatah erklärte, die Palästinensische Autonomiebehörde habe eine „Anklageschrift“ gegen Israel aufgesetzt und die palästinensische Führung arbeite an den letzten Abänderungen des Dokumentes, um es dem Internationalen Strafgerichtshof vorzulegen. Er behauptete weiter, alle palästinensischen Organisationen würden die Anklageschrift unterzeichnen und die Hamas, die noch nicht unterschrieben hat, berate  gerade über das Dokument (As.com.tr, 5. August 2014).

28. UN Menschenrechtskommisarin in Genf, Navi Pillay verurteilte die angeblichen israelischen Angriffe auf Schulen, Krankenhäuser, Gotteshäuser und Infrastrukturen, u. a. auf das einzige Elektrizitätswerk des Gazastreifens. Sie erkärte, angesichts der klaren Beweise der angeblichen israelischen Kriegsverbrechen und der großen Zahl ziviler Opfer, müsse eine Untersuchung durchgeführt werden, um festzustellen, ob gegen das Völkerrecht verstoßen wurde oder ob  Kriegsverbrechen verübt wurden (Ohchr.org, 5. August 2014).

29. Frau Pillay verurteilte das Raketenfeuer auf israelisches Staatsgebiet von „bewaffneten Gruppen im Gazastreifen (ohne die Hamas oder andere Terrororganisationen namentlich zu nennen). Sie sagte, es sei verboten, Waffen in dichtbevölkerten Wohngebieten zu lagern und aus diesen Gebieten Angriffe vorzunehmen. Sie sagte auch, jeder, von der einen Seite vorgenommene  Verstoß gegen das Kriegsrecht befreie die andere Seite nicht von der Auflage, die Zivilbevölkerung zu beschützen. Sie fügte hinzu, die internationale Staatengemeinschaft trage die gemeinsame Verantwortung, diese Taten nicht ungestraft zu lassen und die während der Operation „Fels in der Brandung“ durchgeführten Handlungen müssten einem Gericht vorgelegt werden. Sie erklärte weiter, es sei unwahrscheinlich, dass in einer rein inländischen Untersuchung Gerechtigkeit erzielt werden könnte (Ohchr.org, 5. August 2014).

"Das Siegesfoto“

30.Am 5. August 2014 posteten verschiedene palästinensische Facebookseiten Fotos von Zivilpersonen, vor allem von Kindern aus Khan Yunis mit verschiedenen Gegenständen, die IDF Soldaten offensichtlich hinterlassen hatten (Facebookseiten des palästinensischen Netzwerks, 5. August 2014 und Paltody.tv, 6. August 2014).

(Facebookseiten des Palästinensischen Netzwerks , 5. August 2014 und Paltoday.tv, 6. August 2014)
(Facebookseiten des Palästinensischen Netzwerks , 5. August 2014 und Paltoday.tv, 6. August 2014)

Ausländische Korrespondenten im Gazastreifen sprechen von Raketenfeuer aus dichtbevölkerten Wohngebieten                         

1.    Während der Operation „Fels in der Brandung“ sprachen mehrere in Gaza basierte Korrespondenten von Raketenfeuer aus dichtbevölkerten Wohngebieten, in denen sie untergebracht waren. Zu den genannten Stadtteilen und Gebieten gehörte dasAl-Shifa´a Krankenhaus und das Hotel, in dem die ausländischen Fernsehcrews untergebracht waren. Im folgenden zwei Beispiele:

a.   Am 5. August 2014 berichtete  Gallagher Fenwick, ein Korrespondent des französichen Senders FRANCE 24 in englischer Sprache, über einen  Raketenabschuss. Er sagte, die Raketen seien aus einer Entfernung von etwa 50 Metern  von dem Hotel abgefeuert worden, in dem er selbst und die meisten ausländischen Medienkorrespondenten im Gazastreifen stationiert sind, - etwa 100 Meter von einem UN Gebäude entfernt, auf dem zu der Zeit eine UN Fahne zu sehen war (Siehe Foto). Er berichtete, Israel habe wiederholt erklärt, die Palästinenser richteten  ihre Raketenabschussstellungen  in dichtbevölkerten Gegenden ein. Auf dem Video ist auch  der Clip eines vorherigen Raketenabschusses zu sehen,  der erfolgte, als er in der Nähe stand (FRANCE 24, 5. August 2014).

Links: eine UN Fahne in der Nähe der Raketenabschussstellung. Unten: Kinder spielen in der Nähe der Abschussstellungen. Rechts: er Korrespondent berichtet vom Abschussort
Links: eine UN Fahne in der Nähe der Raketenabschussstellung. Unten: Kinder spielen in der Nähe der Abschussstellungen. Rechts: er Korrespondent berichtet vom Abschussort
Videolink: https://www.youtube.com/watch?v=NMiG9JD2OxM

b.   Nachdem er den Gazastreifen verlassen hatte, veröffentlichte ein Korrespondent des indischen Fernsehsenders NDTV ein Video, das er am 4. August 2014 aus dem Fenster seines Hotelzimmers gefilmt hatte. Auf dem Video ist auf  einem leeren Grundstück in der Nähe des Hotels eine Gruppe von Militanten zu sehen. Die Militanten bewegen sich unter einem blauen Zelt hin und her; das Zelt scheint dazu zu dienen, sie vor den Blicken von außen zu schützen. (Die blaue Farbe des Zeltes erklärt sich möglicherwiese dadurch, dass alle Passanten die blaue Farbe mit der UN verbinden würden). Nachdem der Raketenwerfer mit Sand bedeckt war, die Kabel verlegt und die Rakete abschussbereit war, entfernten sie das Zelt, deckten die Stelle mit Zweigen ab , zogen sich um und verließen den Ort.  Am nächsten Tag dokumentierte der Korrespondent das Raketenfeuer aus genau dieser Abschussstelle; als er zu dieser Stelle gehen wollte, wurde ihm nahegelegt, sich diesem Ort nicht zu nähern.

 

Links: Das blaue Zelt soll dieSicht auf die Vorgänge blockieren. Rechts: Der Korrespondent blickt aus dem Hotelfenster. Unten: Der Korrespondent versucht den Abschussort zu erreichen
Links: Das blaue Zelt soll dieSicht auf die Vorgänge blockieren. Rechts: Der Korrespondent blickt aus dem Hotelfenster. Unten: Der Korrespondent versucht den Abschussort zu erreichen
Videolink: https://www.youtube.com/watch?v=k_ihf2omMX4

[*] Angesichts der Feuerpause und der in Kairo anlaufenden Verhandlungen stellt das ITIC die Veröffentlichung der täglichen Updates über die Operation „Fels in der Brandung“ bis aus weiteres ein. Einschlägige Informationen werden in den dienstags erscheinenden Updates veröffentlicht oder in eventuellen „ad hoc“ Veröffentlichungen, je nach Entwicklung der Situation vor Ort. 
[1]Diese Statistik erfasst die Raketeneinschläge auf israelischem Staatsgebiet. Der massive Mörsergranatenbeschuss der Ortschaften der westlichen Negevwüste und verfehlten Abschüsse werden dabei nicht berücksichtigt.