Update: der Terror und der israelisch-palästinensische Konflikt (1.-7. August 2012)

Vereitelung eines tödlichen Anschlags des Globalen Jihad im Süden Israels.

Vereitelung eines tödlichen Anschlags des Globalen Jihad im Süden Israels.

Ein von den Terroristen gestohlener ägyptischer Panzerwagen geht in Flammen auf.

Ein von den Terroristen gestohlener ägyptischer Panzerwagen geht in Flammen auf.

Waffen, die die getöteten Terroristen bei sich hatten (IDF Sprecher, 5. August 2012)

Waffen, die die getöteten Terroristen bei sich hatten (IDF Sprecher, 5. August 2012)

Verteidigungsminister Ehud Barak am Ort des Anschlags

Verteidigungsminister Ehud Barak am Ort des Anschlags

von M. Mursi, 7. August 2012) Mohammed Mursi in El Arish

von M. Mursi, 7. August 2012) Mohammed Mursi in El Arish

Mitglieder des Hamas Sicherheitsdienstes verstärken die Patrouillen nach dem Terror Angriff aus der Sinai Halbinsel.

Mitglieder des Hamas Sicherheitsdienstes verstärken die Patrouillen nach dem Terror Angriff aus der Sinai Halbinsel.

Ismail Haniyeh und die Minister der de-facto Regierung im Trauerzelt in Gaza City, das aufgestellt worden war, um die Solidarität mit dem ägyptischen Volk auszudrücken.

Ismail Haniyeh und die Minister der de-facto Regierung im Trauerzelt in Gaza City, das aufgestellt worden war, um die Solidarität mit dem ägyptischen Volk auszudrücken.

Die offizielle Ankündigung der Volkswiderstandkomittees, in der sie jede Verantwortung für den Terror Anschlag auf der Sinai Halbinsel zurückweisen

Die offizielle Ankündigung der Volkswiderstandkomittees, in der sie jede Verantwortung für den Terror Anschlag auf der Sinai Halbinsel zurückweisen

Das Motorrad der beiden Terroristen des Globalen Jihads

Das Motorrad der beiden Terroristen des Globalen Jihads

  • Den Brennpunkt der Aufmerksamkeit bildete in dieser Woche der vereitelte Anschlagsversuch von Terroristen des Globalen Jihads in der Nähe des Kerem Shalom Grenzübergangs . Die Terroristen erbeuteten zwei ägyptische Panzerfahrzeuge, töteten mindestens 16 ägyptische Soldaten und fuhren auf den Grenzübergang Kerem Shalom zu. Zwei Panzerfahrzeuge wurden von der IDF zerstört, acht Terroristen wurden getötet. In einem der Panzerfahrzeuge befand sich eine große Menge Sprengstoff, sechs Terroristen waren mit Sprengstoffgürteln ausgerüstet.
  • Der ägyptische Staatspräsident Mohammed Mursi fuhr nach El Arish, um die Einheit des ägyptischen Grenzschutzes zu besuchen, die starke Verluste eingebüßt hatte und um sich persönlich von den Ermittlungen zu überzeugen, die vor Ort durchgeführt werden. Der Anschlag hat die Hamas in eine äussert heikle Situation versetzt. Die Hamas Spitze verurteilte diesen Anschlag auf ägyptische Soldaten und unterstrich ihre Verpflichtung, mit den ägyptischen Sicherheitsdiensten zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig machten hochrangige Hamas Kader und der geistige Führer der Hamas Israel für diesen Anschlagverantwortlich.
Vereitelung eines tödlichen Anschlags an der israelisch-ägyptischen Grenze – erster Lagebericht
  • Am 5. August 2012, gegen 20.00 Uhr, überfiel eine Terrorzelle, die anscheinend dem Globalen Jihad angehört, einen Posten ägyptischer Grenzsoldaten in der Nähe von Rafach, an der ägyptischen Grenze zum Gazastreifen. Nach einer Stellungnahme des Obersten ägyptischen Militärrates handelte es sich bei den Angreifern um eine Gruppe von 35 Terroristen (Radio Kairo, 6. August, 2012). Die Terroristen erbeuteten zwei ägyptische Militärfahrzeuge und fuhren mit ihnen in Richtung Grenzübergang Kerem Shalom an der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen, um einen tödlichen Anschlag auf israelische Zivilisten und Sichheitskräfte zu verüben.
  • Als Reaktion darauf griff die IDF die Panzerfahrzeuge an. Um 20.15Uhr explodierte eines der Fahrzeuge, das in der Nähe des Kerem Shalom Grenzübergangs getroffen worden war. Das zweite Fahrzeug, das auf israelisches Staatsgebiet eingedrungen war, wurde von IDF Bodentruppen und der IDF Luftwaffe kurz darauf angegriffen und zerstört. Zwei Terroristen, die das Fahrzeug stehengelassen hatten und versuchten auf israelisches Gebiet einzudringen, wurden ebenfalls getötet. Auf der israelischen Seite des Grenzzauns wurden vier Leichen endeckt – sie trugen zahlreiche Waffen und militärisches Kampfmaterial. Drei Leichen wurden auf der ägyptischen Seite gefunden. Zusätzlich zu der großen Menge von Sprengstoff, die in dem Panzerfahrzeug versteckt war, das auf israelisches Staatsgebiet eingedrungen war, hatten sechs der acht Terroristen Sprengstoffgürtel umgeschnallt (IDF Sprecher und Ynet, 5. August 2012)
Israelische Reaktionen
  • Der israelische Generalstabschef, Generalleutnant Benny Gantz besuchte den Anschlagsort und erklärte, schon vor einer genauen Untersuchung stehe fest, dass eine furchtbare Katastrophe vermieden werden konnte. Er fügte hinzu, dass die Reaktionsgeschwindigkeit der IDF Truppen es möglich gemacht hatte, den Anschlag innerhalb von 15 Minuten zu vereiteln (IDF Sprecher, 6. August 2012). Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak, der sich zusammen mit dem israelischen Ministerpräsidenten und dem Generalstabschef an den Anschlagsort begeben hatte, erklärte, der Anschlag habe habe dank des Zusammenspiels von Effektivität und Effizienz des militärische Geheimdienstes, der israelischen Sicherheitsbehörde und der guten Vorbereitung der Armeeführung verhindert werden können (IDF Sprecher, 6. August 2012).
  • Nach Angaben des IDF Sprechers konnte das Eindringen der Terroristen auf israelisches Staatsgebiet dank konkreter Geheimdienstinformationen, die der militärische Geheimdienst und die israelischen Sicherheitsdienste sammeln konnten, verhindert werden (IDF Sprecher, 5. August 2012). Nach diesen Ereignissen wurde der Kerem Shalom Grenzübergang geschlossen – in den kommenden Tagen werden die Sicherheitsvorkehrungen am Übergang, an der Schleuse, durch die die Waren aus Israel kommend in den Gazastreifen transportiert werden, genau überprüft werden.
  • Israel schickte Ägypten eine Beileidsbotschaft zum Tode der ägyptischen Sicherheitskräfte, die im Dienst ermordet worden waren. Dieser Botschaft nach wollten die Terroristen bei ihrem Angriff Israelis töten und "den Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten angreifen". Israel unterstrich, es werde sein Verhältnis mit Ägypten auch weiterhin im Geist einer guten Zusammenarbeit weiterführen (Israelisches Außenministerium, 7. August 2012)
Erste ägyptische Reaktionen
  • Der ägyptische Staatspräsident Mohammed Mursi verkündete eine dreitägige Trauerperiode und erklärte, die getöteten Soldaten werden mit militärischen Ehren beigesetzt werden. Darüberhinaus sollen die auf der Sinai Halbinsel stationierten Sicherheitskräfte und die ägyptischen Armeeeinheiten verstärkt werden. Am Nachmittag des 6. August traf Mursi, in Begleitung von Verteidigungsminister Tantawi und Generalstabschef Anan in El Arish ein, um die Einheit der Grenzschutzpolizei, deren Mitglieder getötet worden waren zu besuchen und die Ermittlungen der Ereignisse vor Ort zu verfolgen (Al-Wafd, 6. August, 2012)
  • Islamistische Quellen in Ägypten beschuldigten, wie üblich, Israel, diesen Anschlag verübt zu haben. Mohammed Badie, der oberste religiöse Führer der Muslimbruderschaft in Ägypten, schob die Verantwortung für den Anschlag öffentlich auf den "israelischen Mossad" . Als "Beweis" führte der die von Israel ausgesprochenen Warnungen an die Bevölkerung des Südens Israels, die einige Tage vor dem Anschlag veröffentlicht worden waren, nicht auf die Sinai Halbinsel zu reisen (Webseite des ägyptischen Staatsfernsehen, 6. August 2012).
Reaktionen der Hamas
  • Der Anschlag versetzte die Hamas in eine heikle Situation, da sie befürchten muss, dass der Anschlag die Verbesserung ihrer Beziehungen mit Ägypten, die sich nach der Verstärkung der Einflusses der Muslimbruderschaft abzeichnet, aufhalten kann. Unmittlebar nach dem Anschlag traten Hamas Regierungsvertreter und die Verantwortlichen der Sicherheitsdienste zu einer Sondersitzung zusammen. Ismail Haniyeh, Chef der de-facto Hamas Regierung, verurteilte den Angriff auf ägyptische Soldaten und drückte Ägypten und den Familien der ermordeten Soldaten sein Beileid aus. Haniyeh wiederholte die falsche Behauptung, die Art und Weise, in der der Anschalg verübt wurde und die Vorwarnungen, die Israel besaß, lieferten den "Beweis" dafür, dass Israel an dem Anschlag beteiligt war (Al-Aqsa TV, 6. August 2012).
  • Quellen innerhalb der Hamas führten Gespräche mit der ägyptischen Führung und den Sicherheitsbehörden und einigten sich auf eine Zusammenarbeit und auf praktische Schritte, die zu unternehmen sind. Es wurde beschlossen, alle Übergänge zwischen dem Gazastreifen und Ägypten zu schließen. Das soll auch für die Tunnels gelten; außerdem sollen zusätzliche Sicherheitskräfte an der Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen stationiert werden (Webseite des Innenministeriums der de-facto Hamas Regierung, 6. August 2012). Der Verantwortliche für die nationale Sicherheit der Hamas Regierung, Jamal al-Jarrah, begab sich an die Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen, um die Stationierung der verschiedenen Kräfte von Nahem zu verfolgen (PIJ Paltoday Webseite, 6. August 2012). Ismail Haniyeh schlug Ägypten vor, einen gemeinsamen Sicherheitsausschusses mit Vertretern seiner Regierung einzurichten, um Sicherheitsfragen zu behandeln, die Ägypten und den Gazastreifen betreffen (Hamas Webseite Palestine-Info, 6. August 2012).
  • Hamas Quellen verurteilten den Anschlag in scharfen Worten und drückten Ägypten und den Angehörigen der Soldaten ihr Beileid aus, während sie gleichzeitig die falsche und lächerliche Behauptung wiederholten, Israel sei für diesen Anschlag verantwortlich. Im Folgenden einige Beispiele der aufgeführten Bemerkungen:
  • Taher al-Nunu, Sprecher der Hamas Regierung, verurteilte den "von Israel durchgeführten" Anschlag auf die ägyptischen Soldaten und drückte sein Leid über die Toten aus. Er erklärte, die Hamas habe keinerlei Vorwarnung darüber erhalten, dass Terroristen des Globalen Jihad aus dem Gazastreifen nach Ägypten eingedrungen seien und drückte unmissverständlich aus, dass die Hamas keine Angaben über die Angreifer besitzt. Er unterstrich, dass die Hamas in Zusammenarbeit mit Ägypten darauf hinarbeite, die Einzelheiten dieses Zwischenfalls aufzudecken (Al-Arabiya, 5. August 2012).
  • Ayman Taha, ein hochrangiger Hamas Kader, erklärte, die Hamas Regierung werde alles einsetzen, um Ägypten bei der Wahrung seiner Sicherheit zu unterstützen. Er erklärte weiter, auf der palästinensischen Seite der Grenze seien ebenfalls Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen (Al-Sharq, 6. August 2012).
  • Ihab al-Ghussin, Sprecher des Innenministeriums der de-facto Hamas Regierung beschuldigte Israel und behauptete, die Hamas Regierung unternehme alle notwendigen Maßnahmen, um die Wiederholung eines solchen Vorfalls zu verhindern (Webseite des Innenministeriums der Hamas, 6. August 2012).
Reaktionen der Palästinensischen Autonomiebehörde
  • Die Palästinensische Autonomiebehörde hat relativ langsam auf den Terrorangriff reagiert. In den Nachmittagsstunden des 6. August veröffentlichte Nabil Abu Rudeina, der Sprecher des Präsidialamtes, eine offizielle Erklärung, in der Mahmoud Abbas und die palästinensische Führung den Angriff scharf verurteilten und dem ägyptischen Volk ihr Beileid ausdrückten. Der Erklärung nach solle der Angriff die engen Beziehungen zwischen beiden Völkern nicht beeinflussen (Wafa Nachrichtenagentur, 6. Auust 2012).
  • Am 6. August rief Mahmoud Abbas den ägyptischen Staatspräsidenten Mohammed Mursi an und versicherte ihm, das palästinensische Volk stünde im Kampf gegen den Terror an der Seite des ägyptischen Volkes. Mahmoud Abbas erklärte, den 7. August zum offiziellen Trauertag für alle Einrichtungen der Palästinensischen Autonomiebehörde, um somit die Solidarität mit dem ägyptischen Volk zu unterstreichen (Wafa Nachrichtenagentur, 7. August 2012).
Reaktionen anderer Terror Organisationen im Gazastreifen
  • Auch andere Terror Organisationen im Gazastreifen verurteilten den Anschlag und machten Israel für ihn verantwortlich:
  • Der Palästinensische Islamische Jihad veröffentlichte eine Erklärung, in der der Mord an den ägyptischen Soldaten verurteilt wurde. Ein solcher Angriff, hieß es in der Erklärung, diene einzig und allein den Interessen Israels, das zwischen Ägypten und den Palästinensern Unstimmigkeit schaffen wolle (PIJ Paltoday Webseite, 6. August 2012). Daoud Shihab, Sprecher des PIJ erklärte, Israel schlage politisches Kapital aus dem Anschlag; er selbst hege keinerlei Zweifel daran, dass Israel hinter diesem Anschlag stand. Er sagte, die Palästinenser könnten unmöglich hinter diesem Anschlag gestanden haben – kein Palästinenser habe die Absicht, Ägypter zu schädigen. Er rief alle palästinensischen Organisationen dazu auf, zusammenzuarbeiten, um die Ereignisse aufzudecken (Al-Aqsa TV, 6. August 2012)..
  • Die Volkswiderstandskomitees leugneten jegliche Beteiligung an den Vorfällen und wiederholten die falsche und völlig lächerliche Behauptung, Israel stehe hinter diesem Anschlag. Abu Mujahed, Sprecher der PRC (Volkswiderstandskomitees) schickte eine Beileidsbotschaft an das ägyptische Volk und die Familien der getöteten Soldaten und unterstrich, kein Palästinenser sei für diese Ereignisse verantworlich. Er sagte, dieser Anschlag sei ein Versuch, die sich erwärmenden Beziehungen zwischen Ägypten und den Palästinensern zu schädigen (Al-Aqsa TV, 6. August 2012).
Zwei Terroristen des Globalen Jihad im südlichen Gazastreifen angegriffen
  • In einer gemeinsamen Aktion der IDF und der israelischen Sicherheitsdienste am Nachmittag des 5. August griff ein israelischer Kampfflieger im südlichen Gazastreifen zwei Terrroristen auf einem Motorrad an. Die Terroristen gehörten einem Netzwerk des Globalen Jihad an, das im Gazastreifen aktiv ist. Einer der beiden Terroristen auf dem Motorrad war an dem Anschlag an der ägyptischen Grenze am 18. Juni beteiligt, bei dem ein israelischer Zivilist getötet worden war. Beide hatte vor kurzem an der Planung eines weiteren Terror Anschlags auf israelische Ziele an der israelisch-ägyptischen Grenze beteiligt gewesen, der in Zusammenarbeit mit anderen Aktivisten des Globalen Jihad aus dem Gazastreifen und der Sinai Halbinsel ausgeführt werden sollte (IDF Sprecher, 5. August 2012).
  • Die palästinensischen Medien berichteten, Iyad Okel Hijazi sei getötet und Ahmed Salam Ismail sei schwer verwundet worden, als sie auf ihrem Motorrad angegriffen wurden. Einigen Berichten zufolge, gehörten die beiden dem militärischen Flügel der Volkswiderstandskomitees an (Paltoday Webseite, Qudsnet Webseite und Al-Aqsa TV, 5. August 2012).

Raketenbeschuss

  • Das sporadische Raketenfeuer aus dem Gazastreifen auf den Süden Israels dauert an. In der vergangenen Woche schlugen auf israelischem Staatsgebiet zwei Raketen ein. Es gab keine Verletzten und es entstand kein Sachschaden.

Raketeneinschläge seit Beginn 2011[1]

Raketeneinschläge seit Beginn 2011
"Sanfte" Gewalt an den Reibungspunkten
  • Wie in jeder Woche fanden an den traditionellen Reibungspunkten in Judäa und Samarien Ausschreitungen statt, insbesondere in den Dörfern Bila'in, Nili'in und Nebi Saleh. Demonstranten bewarfen die IDF Kräfte mit Steinen, die in manchen Fällen Maßnahmen zur Zerschlagung von Demonstrationen einsetzen mussten. In manchen Fällen wurden israelische Zivilisten und Fahrzeuge des Sicherheitsdienstes mit Steinen und Molotow Cocktails beworfen. 
Der Sicherheitsdienst der Hamas läßt Aktivisten des Globalen Jihad frei
  • Die de-facto Hamas Regierung ließ vor kurzem hochrangige Terror Aktivisten frei, dei den Netzwerken des Globalen Jihad angehören:
  • Aus Salafisten Kreisen im Gazastreifen wird berichtet, dass der Hamas Sicherheitsdienst Abu al-Hafs al-Maqdisi, Anführer der Armee der Nation, freigelassen hat.Er wurde Ende Juli 2012 unter dem Verdacht der Beteiligung am Raketenfeuer auf israelisches Gebiet festgenommen worden ( PalPress, 5. August 2012). Die Armee der Nation verurteilte seine Festnahme und verlangte lautstark seine Freilassung (Shabakat al-Umma Webseite, 28. Juli 2012). Die Armee der Nation ist eines der im Gazastreifen wirkenden Netzwerke, die Al-Qaida und dem Globalen Jihad angeschlossen sind.[2]
  • Am 2. August berichteten Salafisten Quellen und Quellen in einem Netzwerk namens die Einheit Allahs und des Jihad, dass ihr Führer, Hisham al-Saadeini (Abu al-Walid al-Maqdisi) aus seiner Hamaszelle freigelassen worden sei. Die Medien berichteten, er sei nach jordanischer Fürsprache freigelassen worden und dass seine Freilassung von seinem Umzug nach Jordanien abhängig gemacht worden sei (Agence France Presse, 3. August und Al-Sharq Al-Awsat, 5. August 2012). Al-Saadeini wurde im März 2011 von der Hamas festgenommen, weil er ihre Terrorangriffspolitik nicht eingehalten hatte und an einem Versuch beteiligt war, im Juni 2009 am Karni Übergang einen Anschlag durchzuführen, bei dem Pferde eingesetzt werden sollen.[3]
Die Palästinensische Autonomiebehörde appelliert an die UN Vollversammlung
  • Mahmoud Abbaserklärte, die Palästinensische Autonomiebehörde sei entschlossen, sich mit dem Antrag an die UN Vollversammlung zu wenden, um ihren Status in den eines Nichtmitgliedstaates zu verwandeln. Er erklärte, dieser "Schritt müsse unternommen werden", eine Entscheidung, die er gefällt habe, trotz des Misserfolgs seines Antrags an den Sicherheitsrat vom September 2011. Er erklärte, 133 Staaten hätten sich dazu verpflichtet, in der Vollversammlung für diesen Antrag zu stimmen. Dennoch erklärte er, solle der Antrag die Möglichkeit einer Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Israel nicht beeinträchtigen.
  • Saeb Erekat, Mitglied des Exekutivrates der PLO und Chef des palästinensischen Verhandlungsteams erklärte, es sei Ziel des UN Antrags, eine legale Anerkennung des palästinensischen Staates zu erlangen und den palästinensischen Vertretern die Tore zu den UN Sonderorganisationen zu öffnen (Agence France Presse, 1. August 2012). Riyad al-Maliki, der palästinensische Außenminister erklärte bei einer Pressekonferenz in Ramallah, bisher sei noch kein Datum festgelegt worden; es ginge vorrangig darum, die größtmögliche Zahl von Stimmen in der UN Vollversammlung für diese Frage zu gewinnen (Ma'an Nachrichtenagentur, 4. August 2012).
Das Treffen der Delegationen blockfreier Staaten in Ramallah wurde abgesagt
  • Die Palästinensische Autonomiebehörde organisierte eine außerordentliche Sitzung von Delegationen blockfreier Staaten.[4] Dreizehn Delegationen der Mitgliedstaaten sollten aus Jordanien kommend in Ramallah eintreffen. Die algerische Delegation unterstützte die Ausrichtung dieser Sitzung, erklärte jedoch, sie könne nicht teilnehmen, das sie keine Unstimmigkeiten mit Israel schaffen wolle (Ma'an Nachrichtenagentur, 4. August 2012).
  • Als die Delegationen am Grenzübergang an der Allenby Brücke eintrafen, verweigerte Israel den Vertreter von fünf Ländern, die den Staat Israel nicht anerkennen, die Einreise zu genehmigen. Hochrangige Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde bezeichneten die israelische Entscheidung als "Provokation", die ihrer Meinung nach darauf abzielte, die palästinensische Diplomatie zu sabotieren. Die Palästinensische Autonomiebehörde beschloss daraufhin, die Sitzung zu vertagen. Der Vorschlag, die Sitzung an einem anderen Ort, z. B. in Jordanien abzuhalten, wurde nicht angenommen, da nach Meinung der Organisatoren, gerade der Sitzungsort Ramallah einen großem, symbolischen Wert besitzt (Ma'an Nachrichtenagentur, 4. August 2012).
Europäische Aktivisten wollen Judäa und Samarien erreichen
  • Aktivisten des Netzwerkes namens Welcome to Palestine wollen eine weitere Propagandaveranstaltung abhalten, zu der Aktivisten aus der ganzen Welt nach Jordanien einfliegen sollen. Sie werden dann versuchen, über die Allenby Brücke nach Judäa und Samarien einzureisen. Sieplanen, am 26. August in Amman, der jordanischen Hauptstadt anzukommen und am nächsten Tag nach Judäa und Samarien weiterzureisen. Sie erhielten genaue Anweisungen, Fotoapparate mitzubringen und auf keinen Fall die Konfrontation mit israelichen Diensten zu suchen (Webseite der Initiative, 31. Juli 2012).
  • An Angaben auf der Webseite des Netzwerks, sollen mehr als 100 Aktivisten in Jordanien eintreffen. Am 25. Juli fand im französischen Außenministerium eine Sitzung mit den Organisatoren statt, bei der ihnen die Verpflichtung des Ministeriums der Bewegungsfreiheit in Judaä und Samarien gegenüber klar dargestellt wurde (Webseite der Initiative, 5. August 2012). In der Vergangenheit hatte das Netzwerk aktiv an der Organisation von Protesten auf dem Ben-Gurion Flughafen in Tel Aviv teilgenommen, die sowohl im Juli 2011 , als auch im April 2012 von Israel sofort zerschlagen worden waren. 

[1] Stand 7. August 2012

[2] Für zusätzliche Informationen siehe das Bulletin vom 7. Februar 2008 " A group called "Armz of the Nation, Jeusalem" is yet another global jihad offshot in the Gaza Strip".

[3] Für zusätzliche Informationen über den Anschlag am Karmi Übergang siehe das Bulletin vom 15. Juni 2009 "Internet and Terrorism: a local terrorist network in the Gaza Strip affiliated with Al-Qaeda and global jihad was behind the failed attempt to perpetrate a showcase terrorist attack at the Nahal Oz fuel terminal (June 8). The network's website is serviced by several companies, including one based in the US".

[4] Die blockfreien Staaten bilden eine während des Kalten Krieges gegründete internationale Organisation mit 116 Mitgliedstaaten, die in ihrem Selbstverständnis nicht zum Einflussbereich der Großmächte gehören. Ursprünglich handelte es sich um Staaten, die sich weder mit dem Westen oder mit dem Ostblock identifizieren wollten. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR verlor die Organisation viel von ihrer Bedeutung. Sie konzentriert sich heute auf humanitäre Fragen wie den Kampf gegen die Armut, die wirtschaftliche Entwicklung und die Opposition gegen den Kolonialismus und den Imperialismus. Die meisten Mitgliedstaaten sind Staaten der Dritten Welt. Für Ende August planen die Blockfreien ein Gipfeltreffen im Iran.