Update: der Terror und der israelisch-palästinensische Konflikt (20. – 26. Juni 2012)

Terroristen der Hamas bezeugen ihre Freude über den Wahlsieg von Mohammed Mursi (Paldf, 25. Juni 2012)

Terroristen der Hamas bezeugen ihre Freude über den Wahlsieg von Mohammed Mursi (Paldf, 25. Juni 2012)

Raketen, die in unmittelbarer Nähe von Ortschaften im westlichen Negev einschlugen (Sprecher des Landkreises Eshkol, 22. Juni 2012)

Raketen, die in unmittelbarer Nähe von Ortschaften im westlichen Negev einschlugen (Sprecher des Landkreises Eshkol, 22. Juni 2012)

Raketen, die in unmittelbarer Nähe von Ortschaften im westlichen Negev einschlugen (Sprecher des Landkreises Eshkol, 22. Juni 2012)

Raketen, die in unmittelbarer Nähe von Ortschaften im westlichen Negev einschlugen (Sprecher des Landkreises Eshkol, 22. Juni 2012)

Ismail Haniyeh bei einer Freudeskundgebung über die Wahl von Mohammed Mursi zum ägyptischen Staatspräsidenten (Palestine-Info, 25. Juni 2012)

Ismail Haniyeh bei einer Freudeskundgebung über die Wahl von Mohammed Mursi zum ägyptischen Staatspräsidenten (Palestine-Info, 25. Juni 2012)

Freudesbekundigungen der Hamas Terroraktivisten über den Wahlsieg von Mohammed Mursi (Paldf, 25. Juni 2012)

Freudesbekundigungen der Hamas Terroraktivisten über den Wahlsieg von Mohammed Mursi (Paldf, 25. Juni 2012)

Freudesbekundigungen der Hamas Terroraktivisten über den Wahlsieg von Mohammed Mursi (Paldf, 25. Juni 2012)

Freudesbekundigungen der Hamas Terroraktivisten über den Wahlsieg von Mohammed Mursi (Paldf, 25. Juni 2012)

Hanan Nazar, die sich gegenwärtig in Schweden aufhält und als Studentin aus dem Gazastreifen auftritt, vor dem Schiff ''Estelle'' (Webseite des Konvois, 26. Juni 2012).

Hanan Nazar, die sich gegenwärtig in Schweden aufhält und als Studentin aus dem Gazastreifen auftritt, vor dem Schiff ''Estelle'' (Webseite des Konvois, 26. Juni 2012).

  • Eine neue, sechstägige Eskalationsrunde im Süden Israels endete diese Woche. Während dieser Eskalation schlugen 162 Raketen ein, die meisten in den Ortschaften im Umkreis des Gazastreifens. Bei diesem Beschuss, zum ersten Mal seit etwa einem Jahr, übernahm der militärische Flügel der Hamas die führende Rolle bei den Raketenabschüssen auf Israel. Die Organisation des Palästinensischen Islamischen Jihads, die bei den vorherigen Eskalationen die Führungsrolle übernommen hatte, hielt sich dieses Mal abseits.
  • Die Ankündigung des Wahlsieges von Mohammed Mursi, dem Kandiaten der Muslimbruderschaft für das Amt des ägyptischen Präsidenten, löste im Gazastreifen zahlreiche Freudendemonstrationen aus. Besonders groß war die Freude bei der Hamas – auch unter den Aktivisten des militärischen Flügels. Hochrangige Kader drückten ihre Hoffnung aus, dass der neugewählte Präsident sich für die palästinensische Frage einsetzen wird.
Erneute Eskaltionsrunde – Zusammenfassung
  • Zwischen dem 18. und 23. Juni entflammte eine erneute Konfrontation zwischen Israel und den Terroristen im Gazastreifen. Diese neue Eskalationsrunde brach nach Anschlägen aus dem israelisch-ägytischen Grenzgebiet aus und nachdem die israelische Luftwaffe einige gezielte Vorbeugeangriffe auf den Gazastreifen geflogen hatte. Als Reaktion darauf beschossen Terrororganisationen im Gazatreifen israelische Ortschaften im westlichen Negev sehr massiv mit Raketen.
  • Der stärkste Beschuss erfolgte am 22. Juni ; an diesem Tag schlugen 70 Raketen im westlichen Negev ein. Insgesamt wurden in den Tagen dieser Eskalationsrunde 162 Raketeneinschläge registriert (eine ähnliche Anzahl von Raketen war auch in der vorherigen Eskalationsrunde im März 2012 registriert worden). Das Abwehrsystem "Iron Dome" konnte einige Raketen abfangen, die hauptsächlich auf die Städte Sderot, Netivot und Ashkelon ausgerichtet waren. Bei den verschiedenen Beschüssen wurden mehrere Gebäude beschädigt, u. a. ein Schulgebäude in Sderot. Zwei Personen wurden schwer verletzt, mehrere Menschen wurden leicht verletzt, einige erlitten Panikanfälle.

Raketen, die in unmittelbarer Nähe von Ortschaften im westlichen Negev einschlugen (Sprecher des Landkreises Eshkol, 22. Juni 2012)
Raketen, die in unmittelbarer Nähe von Ortschaften im westlichen Negev einschlugen
(Sprecher des Landkreises Eshkol, 22. Juni 2012)

  • Kampfflugzeuge der israelischen Luftwaffe flogen Angriffe auf Terrorzentren im Gazastreifen. U. a. wurde eine Terrorzelle getroffen, die gerade die Abschüsse von Raketen und Mörsergranaten auf Israel vorberereitete. Einige Terroristen wurden getötet, darunter ein Aktivist einer Organisation namens Tochid AlJihad, die dem globalen Jihad angegliedert ist. Diese Organisation ist seit Jahren an breitangelegten Terroaktionen gegen IDF Soldaten und Zivilpersonen beteiligt, u. a. war sie verantwortlich für den Anschlag an der ägyptisch-israelischen Grenze am 18. Juni. In den letzten Tagen arbeitete die Organisation an der Vorbereitung eines weiteren Anschlags (IDF Sprecher, 21. Juni 2012).
  • Ein Versuch, am 20. Juni durch ägyptische Vermittlung eine Waffenruhe herbeizuführen schlug fehl. Nach wenigen Stunden Ruhe begann der Beschuss von Neuem. In den Abendstunden des 24. Juni wurde ein neues Waffenstillstandsabkommen vorgelegt; seitdem herrscht eine relative und angespannte Ruhe. Seit Beginn der Waffenruhe wurden drei Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. Auch zwei Raketeneinschläge wurden identifiziert. Es gab keine Verletzten und es entstand kein Sachschaden.
  • Die gegenwärtige Eskalationsrunde weist zwei auffällige Merkmale auf:
  • Die meisten Raketen schlugen im einem Umkreis von 10 Km ein(hauptsächlich in den Ortschaften um Umkreis des Gazastreifens).
  • Für den Großteil der Raketenabschüsse (zwischen dem 18. – 22. Juni) war der militärische Flügel der Hamas verantwortlich, der sich im vergangenen Jahr nicht am Raketenfeuer beteiligt hatte.
  • Die Organisation des Palästinensischen Islamischen Jihad, die bei den früheren Runden die führende Rolle spielte, hielt sich diese Mal abseits.

Raketeneinschläge während der gegenwärtigen Eskalationsrunde

  Raketeneinschläge während der gegenwärtigen Eskalationsrunde

Raketeneinschläge seit Beginn 2011[1]

Raketeneinschläge seit Beginn 2011

·        162 der Raketen, die im Juni auf israelischem Hoheitsgebiet einschlugen, fielen während der gegenwärtigen Eskalationsrunde.

  • Wie in jeder Woche fanden auch in dieser Woche an den üblichen Brennpunkten in Judäa und Samarien Demonstrationen statt, insbesondere in den Dörfern Bil'in, Na'alin und Nabi Salach. Die Demonstranten bewarfen die IDF Soldaten mit Steinen; in einigen Fällen setzten die Soldaten Maßnahmen zur Auflösung von Demonstrationen ein. 
Reaktionen auf die Wahl von Mohammed Mursi – im Gazastreifen und in der Palästinensischen Autonomiebehörde
  • Die Verkündigung des Wahlsieges von Mohammed Mursi, dem Kandidaten der Muslimbruderschaft, löste insbesondere unter Hamas Anhängern im Gazastreifen zahlreiche Freudesbekundigungen aus. Ismail Haniyeh, Chef der de-facto Hamas Regierung und Khaled Mahal, Vorsitzender des Politbüros der Hamas, beglückwünschten Mursi zu seinem Wahlsieg. Im Gazastreifen fand vor dem Wohnsitz von Ismail Haniyeh eine Kundgebung statt, bei der die zahlreich erschienenen Bürger ihre Glückwünsche aussprachen.
  • Im Rahmen der Freude über den Wahlsieg fanden im Gazastreifen unter der Führung von hochrangigen Vertretern der Hamas Regierung und des Palästinensischen Islamischen Jihad zahlreiche Massenkundgebungen und Demonstrationen statt. Während einer der Kundgebungen drückten die Redner ihre Hoffnung aus, dass der neugewählte Staatspräsident sich für das palästinensische Anliegen einsetzten wird (Al Aksa TV, 26. Juni 2012).
  • Ismail Haniyeh, Chef der de facto Hamas Regierung, erklärte, der Wahlsieg Mursis an dem Tag, an dem Mohammed in den Himmel aufstieg (Isra and Mi'raj, Himmelfahrt Mohammeds), sei ein gutes Omen für Jerusalem und für die Al Aksa Moschee. Er drückte seine Hoffnung aus, "der arabische Frühling werde sich auch auf Palästina ausdehnen".

Ismail Haniyeh bei einer Freudeskundgebung über die Wahl von Mohammed Mursi zum ägyptischen Staatspräsidenten (Palestine-Info, 25. Juni 2012)
Ismail Haniyeh bei einer Freudeskundgebung über die Wahl von Mohammed Mursi zum ägyptischen Staatspräsidenten (Palestine-Info, 25. Juni 2012)

  • Mahmoud El Zahar, Mitglied des Hamas Politbüros erklärte, die Hamas habe nicht die Absicht, Ägypten in einen Krieg mit irgendeinem Land zu verwickeln, unterstrich jedoch, die Hamas stelle sich Ägypten zur Verfügung.
  • Mohammed Al-Hindi, Mitglied des Palästinensischen Islamischen Jihad, beglückwünschte das ägyptische Volk und drückte die Hoffnung aus, Ägypten werde Jerusalem befreien und Palästina die Freiheit schenken".
  • Vor dem Hintergrund des Wahlsiegs von Mursi kam es in El Arish zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Fatah Aktivisten und Aktivisten des militärischen Flügels der Hamas. Fünf Aktivisten der Izzad-Din al-QassamBrigaden schleusten sich durch die Tunnels nach El Arish ein und griffen dort ansässige[1] palästinensische Fatah Aktivisten an. Bei diesen Zusammenstößen wurden Schusswaffen eingesetzt, einige Fatah Aktivisten wurden verletzt (Al Watan, 25. Juni 2012).

Freudesbekundigungen der Hamas Terroraktivisten über den Wahlsieg von Mohammed Mursi (Paldf, 25. Juni 2012)
Freudesbekundigungen der Hamas Terroraktivisten über den Wahlsieg von Mohammed Mursi (Paldf, 25. Juni 2012)

  • Die Stellungnahmen der Palästinensischen Autonomiebehörde waren etwas gemäßigter. Mahmoud Abbas schickte Mohammed Mursi eine Botschaft, in der er ihn zu seinem neuen Amt beglückwünschte; er drückte die Hoffnung aus, Mursi werde das palästinensische Anliegen unterstützen (Wafa, 24. Juni 2012). Ministerpräsident Salam Fayyad, schloss sich den Glückwünschen an und erklärte, die Wahl Mursis stelle einen "historischen Wendepunkt" dar (Maan, 24. Juni 2012). In den Städten von Judäa und Samarien hielten sich die Freudesbekundigungen in Grenzen. Namar Hamad, der politische Berater von Mahmoud Abbas erklärte seine Verwunderung über die, seinen Worten nach, "übertriebenen" Reaktionen der Hamasführung auf den Wahlsieg Mohammed Mursis (Palestine Online, 25. Juni 2012).
Der Konvoi "Al-Wafah 2" trifft im Gazastreifen ein
  • Ismail Haniyeh, Chef der de facto Hamas Regierung, empfing im Gazastreifen Teilnehmer des Hilfkonvois Al-Wafah 2 , der über den Rafah Grenzübergang in den Gazastreifen eingereist war. An diesem Konvoi nahmen hauptsächlich Aktivisten aus arabischen und muslimischen Staaten teil. Organisiert wurde dieser Konvoi von der "Wohtätigkeitsorganisation für das palästinensische Volk" in Italien. In seiner Ansprache vor den Aktivisten erklärte Haniyeh, der Konvoi erreiche den Gazastreifen im Schatten des "Jihads und des Widerstands" und die Unterstützung, die die Aktivisten ihnen gewährten, hege für sie eine ganz besondere Bedeutung (Zafa, 22. Juni 2012).
Flottille in den Gazastreifen
  • Die schwedische Organisation Ship to Gaza kündigte an, das Schiff Estelle werde am Dienstag, dem 26. Juni vom schwedischen Hafen Umea aus in Richtung Gaza in See stechen. Auf ihrem Weg in den Gazastreifen wird das Schiff an mehreren schwedischen und anderen europäischen Häfen anlegen (Konvoi Webseite, 26. Juni 2012).

Oben: das Logo der Organisation. Unten: Hanan Nazar, die sich gegenwärtig in Schweden aufhält und als Studentin aus dem Gazastreifen auftritt, vor dem Schiff "Estelle" (Webseite des Konvois, 26. Juni 2012).
Oben: das Logo der Organisation. Unten: Hanan Nazar, die sich gegenwärtig in Schweden
aufhält und als Studentin aus dem Gazastreifen auftritt, vor dem Schiff "Estelle"
(Webseite des Konvois, 26. Juni 2012).

Aufruf zu einer neuen Flytilla nach Israel
  • Auf einer der Internetseiten der Flytilla erschien ein Aufruf zu einer neuen, für den Zeitraum 24. – 31. August 2012 geplanten Flytilla nach Israel teilzunehmen. Die Organisatoren versprechen, es handle sich dabei dieses Mal um eine " schlauere Flytilla", bei der die Aktivisten nach Amman fliegen und von dort aus über den Grenzübergang an der Allenby Brücke nach Israel einreisen. 

1 Stand 26. Juni 2012

2 Seit der Hamas Machtübernahme im Gazastreifen und der Vertreibung der Fatah Anhänger leben etwa 180 Aktivisten der Al Aksa Brigaden der Fatah leben in El Arish.